Inhalt
DAS PHÄNOMEN DRUCKGRAFIK 0
INHALT 1
1. EINLEITUNG 2
2. DER HOCHDRUCK 3
2.1 DER HOLZSCHNITT 3
2.2 DER LINOLSCHNITT 5
2.2.1 DER DRUCKVORGANG 5
EINE WEITERE GESTALTUNGSMÖGLICHKEIT BEIM LINOLSCHNITT IST DER DRUCK
MIT VERSCHIEDENEN SCHICHTEN UND FARBEN 6
3. DER TIEFDRUCK 7
3.1 DIE RADIERUNG (STRICHÄTZUNG) 8
3.3.1 DER ARBEITSVORGANG EINER STRICHÄTZUNG 8
4. DIE MONOTYPIE ( FLACHDRUCK) 11
1
1. Einleitung
„Mit der Erfindung des Bilddruckes war gegen Ende des 14. Jahrhunderts eine neue Ära der Menschheitsgeschichte angebrochen, deren Bedeutung höchstens mit jener der Erfindung des Buchdruckes ... durch Johannes Gutenberg um 1455 zu vergleichen ist. ... Das Wesen der Kunst des Bilddruckes liegt in der nur ihm eigenen Ausdrucksmöglichkeiten der graphischen Verfahren. Jeder Umgang mit Holz und mit Schneidemessern, mit Kupferplatten und Lithosteinen, mit Schablonen, Sieben, lichtempfindlichen Schichten, mit Nadeln, Kreiden, Säuren und Tuschen besitzt seine eigene Charakteristik und jedes Entstehen eines Werkes seine eigene Faszination, die dem Ergebnis anhaftet: Sei dies nun bei den Hochdrucken die Kraft ihrer geschnittenen Schwünge, die strenge Schönheit des Holzes selbst, seien es in den Tiefdrucken die edlen Linienzüge des reinen Strichs oder die freie Lebhaftigkeit und Intensität der Radierung, das tiefe Dunkel und die subtilen Reize der Aquatinta ebenso wie das differenzierte Schwarzweiß mit all den zeichnerischen und flächigen Werten der Lithographie oder schließlich die kaum ausschöpfbaren Skalen der Farbtechniken. Die Kunst des Druckens steht anderen Möglichkeiten künstlerischen Ausdrucks in nichts nach.“ 1 Dieses Zitat macht deutlich, dass die Druckgraphik eine Fülle von Möglichkeiten bietet.
Im Folgenden werde ich den Linol- und Holzschnitt (Hochdruck), die Strichätzung (Tiefdruck) sowie die Monotypie näher beschrieben, indem ich zunächst jeweils kurz auf das übergeordnete Verfahren eingehe. Anschließend wird ich die einzelnen Drucktechniken genauer erklären. Dazu werde ich zu verwendende Materialien nennen und je beschreiben, wie man von der Vorlage zum Druck gelangt. Auch werde ich verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten der einzelnen Techniken kurz erläutern.
1 Koschatzky, Walter. Die Kunst der Graphik- Technik, Geschichte, Meisterwerke. Residenz: Salzburg, 1972,
S.10/11
2
2. Der Hochdruck
Der Hochdruck ist eine der ältesten Druckverfahren überhaupt.
„Unter den Begriff Hochdruck fallen all jene Verfahren der Druckgraphik, bei welchen der Abdruck auf Papier von einer präparierten Platte (dem Druckstock) in der Weise erfolgt, daß ihre erhabenen Teile mit Druckfarbe (Druckerschwärze) eingefärbt werden und diese wiederum, nach Art eines Stempels, einem aufgepreßten Papier aufdrucken (abgeben), während die durch Einschneiden und Ausheben vertieften Teile der Platte, die ja von der Druckfarbe nicht erfaßt werden, das Papier unberührt belassen.“ 2 Die Druckvorlage kann aus verschiedensten Materialien hergestellt werden, allerdings müssen diese den Druck des Druckvorganges aushalten können und sie müssen in der horizontalen Ebene plan sein, damit in allen Partien ein deutliches Druckbild erzeugt werden kann.
„Die ältesten Hochdrucke auf europäischem Boden wurden aus weicherem Holz, vornehmlich Lindenholz hergestellt, das längs der Maserung aus dem Baumstamm geschnitten wurden.“ 3 Neben dem Holz (Holzschnitt, Holzstich) können andere Stoffe wie Metalle (Metallschnitt) , Linol (Linolschnitt) verwendet werden. Die Anfertigung einer Druckvorlage kann sowohl mechanisch (durch manuelle Krafteinwirkung) als auch chemisch (z.B. durch das Ätzen mit Säuren) erfolgen. Auch der Druck selbst kann manuell oder maschinell erfolgen.
2.1 Der Holzschnitt
Ein Holzblock, meist von Birne, Nuß, Erle oder Kirsche, aber auch von Kiefer oder Sperrholz, wird so zugeschnitten, dass eine etwa zwei bis vier cm starke Platte entsteht, deren Faser in Richtung der Bildfläche verläuft. Die Schwierigkeit besteht in erster Linie darin, dass die Zeichnung spiegelverkehrt aufgebracht werden muss. „Der Künstler kann das nun direkt tun. Er kann sich aber auch mit den verschiedenen Methoden des Durchpausens von einer Entwurfzeichnng her behelfen.“ 4
2 Koschatzky, Walter. Die Kunst der Graphik- Technik, Geschichte, Meisterwerke. Residenz: Salzburg, 1972, S. 39 3 Lesch, Ernst-Rainer. DRUCK MACHEN- Das Herstellen von Druckgraphiken als gemeinsames Tun und Erleben. „edition erlebnispädagogik“: Lüneburg, 2001. , S.16 4 Koschatzky, Walter, S.40
3
Ist dies geschehen, wird mit dem Formschneiden begonnen. Mit verschiedenen feinen Messern werden die Linien und Flächen umschnitten.
Der zwischen den Linien und Flächen liegende Grund wird so herausgehoben, so dass nur die Linien und Flächen der Zeichnung als Grate, Stege oder Inseln stehenbleiben. Der fertige Druckstock wird nun durch das Überrollen mit einer Gummiwalze mit Druckerschwärze oder verschiedenfarbiger Linoldruckfarbe eingefärbt. Die Farbe wird dazu vorher auf einer Metallplatte dünn ausgerollt und ebenfalls dünn auf die Holzplatte aufgetragen. Nur die erhabenen Teile des Druckstocks werden eingefärbt. Linoldruckfarben eignen sich gut für dieses Verfahren, weil sie auf Wasserbasis sind. Sie sind mit Wasser verdünnbar, umweltfreundlich, gesundheitlich unbedenklich und preiswert.
Nun kann die eingefärbte Platte auf einem Bogen Papier plaziert werden. Der Druck selbst kann mit der Hand, d.h. mit der Rückseite eines Löffels oder eines ähnlichen Werkzeuges, „... mit einem Falzbein, mit einem Reiber ... einer Gummirolle,... einer Walzdruckpresse ... oder einer professionellen Stock- und Kniehebelpresse“ 5 erfolgen. Der verhältnismäßig geringe Kraftaufwand, mit dem der Abdruck von einem Holzstock erfolgt, ergibt das typische Merkmal eines Holzschnittes : „ Das Blatt zeigt keinen Quetsch- oder Plattenrand, es unterscheidet sich dadurch von jedem Tiefdruck. Das zweite wesentliche Kennzeichen ergibt sich aus dem Relief des Druckstocks; die gedruckten Linien und Flächen ergeben auf der Rückseite des Abzugs eine für gewöhnlich deutlich fühlbare reliefierte Struktur: Die Linienstege sind leicht in das Papier eingedrückt, was den Holzdruck wiederum von allen Flachdrucken unterscheidet.“ 6
Vor jedem einzelnen Druck muss der beschriebene Vorgang wiederholt werden. Die Druckplatte muss immer wieder neu sorgfältig eingefärbt werden.
5 Lesch, Ernst-Rainer, S.18
6 Koschatzky, Walter, S.40
4
Quote paper:
Isabell Kallis, 2004, Das Phänomen Druckgrafik. Hochdruck-, Tiefdruckverfahren und Monotypie, Munich, GRIN Publishing GmbH
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