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Der Einfluß der Interessenverbände im politischen System der USA

Titel: Der Einfluß der Interessenverbände im politischen System der USA

Hausarbeit , 1999 , 20 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Frank Walter (Autor:in)

Politik - Region: USA
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Zusammenfassung Leseprobe Details

1 Einleitung

Das Verbändesystem der USA ist schillernd und facettenreich. Es gibt kaum einen gesellschaftlichen Bereich, in dem nicht mindestens ein, meist aber mehrere Verbände versuchen, ihre Interessen durchzusetzen. Dies können Vertreter kleiner Minderheiten sein, aber auch Organisationen, die den Anspruch erheben, für mehrere Millionen Menschen zu sprechen. Das politische System der USA ist ohne Interessenverbände kaum denkbar, und so wird diesen oftmals ein überdurchschnittliches Maß an Bedeutung und Einfluß zugesprochen.

Diese Arbeit soll erläutern, wie groß der Einfluß der Interessenverbände in den USA tatsächlich ist. Zu diesem Zweck wird zunächst darauf eingegangen, welche Voraussetzungen die Verfassung der Vereinigten Staaten für die Interessengruppen schafft. Danach wird grob dargelegt, wie die Politikwissenschaft den Verbandseinfluß einschätzt, und wie sich diese Einschätzung im Laufe der Zeit veränderte, um dann zu einer systematischen Klassifizierung der amerikanischen Verbände zu kommen und die wichtigsten Gruppen zu nennen. Im Anschluß soll beschrieben werden, welche Wege die Lobbyarbeit in den USA beschreitet, an wen sich Interessengruppen wenden, welche Methoden sie dabei benützen und welche Ziele sie verfolgen, bevor eine Beurteilung der Effektivität dieser Bemühungen die tatsächliche Bedeutung des Verbandseinflusses in den USA bemessen soll. Das letzte Kapitel geht auf einige normative Aspekte des Themas ein, wobei dieses weit in die Staatstheorie reichende Gebiet allerdings nur gestreift werden kann.
[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Verfassungsrechtliche Grundlagen

3 Politikwissenschaftliche Einschätzung des Verbandseinflusses

4 Klassifizierung der Verbände der USA

4.1 Verbände im Bereich der Arbeit und des Kapitals

4.1.1 Wirtschaftverbände

4.1.2 Gewerkschaften

4.1.3 Standes- und Berufsverbände

4.2 Verbände außerhalb des Bereichs der Arbeit und des Kapitals (Voluntary Interest Groups)

4.2.1 Public Interest Groups

4.2.2 Single Issue Groups

5 Wege des Lobbying

5.1 Adressaten der Lobbyarbeit

5.2 Methoden der Lobbyarbeit

5.3 Allgemeine Ziele

6 Effektivität des Lobbying

7 Normative Aspekte

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Interessenverbänden auf das politische System der USA. Dabei wird analysiert, welche verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen bestehen, wie sich die politikwissenschaftliche Einschätzung des Verbandseinflusses im Zeitverlauf wandelte und welche spezifischen Methoden (Lobbying) die verschiedenen Verbandstypen einsetzen, um ihre Interessen durchzusetzen.

  • Verfassungsrechtliche Grundlagen der Interessenvertretung in den USA.
  • Systematische Klassifizierung amerikanischer Verbände (Wirtschaft, Gewerkschaften, Public Interest Groups, Single Issue Groups).
  • Analyse der Lobbying-Methoden und deren Wirksamkeit.
  • Normative Bewertung des Einflusses von Verbänden auf das Gemeinwohl.

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Public Interest Groups

Public Interest Groups zeichnen sich dadurch aus, daß sie keine ökonomischen Eigeninteressen ihrer Mitglieder verfolgen. Vielmehr beschäftigen sie sich mit einem breiten Themenspektrum, wobei sie davon ausgehen, daß ihre jeweiligen Ziele für das Allgemeinwohl von großer Bedeutung sind. Entsprechend kann man Public Interest Groups auf deutsch als Gemeinwohlorganisationen bezeichnen.

Beispiele hierfür sind Umweltschutzorganisationen wie der Sierra Club und die Audubon Society, Verbraucherschutzorganisationen wie die Consumers Union und die Gruppen um Ralph Nader, oder aber politische Gruppen wie Common Cause, die sich für mehr Transparenz und demokratischere Entscheidungsprozesse einsetzt. Verbände dieser Art gab es in den USA schon früh, es sei hier nur das Anti-Slavery-Movement genannt, das bereits im 19. Jahrhundert existierte. Die späten Sechzigerjahre des 20. Jahrhunderts brachten jedoch sowohl qualitative als auch quantitative Veränderungen für die Public Interest Groups: Neue Gruppen wurden gegründet, alte wiederbelebt, und die Budgets und Mitgliederzahlen sowie die Bereitschaft der Mitglieder dieser Gruppen, sich zu engagieren, erreichten ungeahnte Höhen. Es gibt vielerlei Ansätze, die diese Blüte der Gemeinwohlorganisationen zu erklären versuchen. Entscheidend war sicherlich der Grad an Wohlstand, den weite Kreise der amerikanischen Bevölkerung zu dieser Zeit erreicht hatten. Dadurch rückten primäre Bedürfnisse wie beispielsweise die Arbeitsplatzsicherheit in den Hintergrund, und sekundäre, nicht-ökonomische Bedürfnisse wie etwa der Umweltschutz gewannen an Bedeutung. Vor allem erschütterte jedoch der Watergate Skandal und die in seinem Umfeld aufgedeckten Mißstände das bis dahin relativ ungebrochene Vertrauen der Amerikaner in Politik und Wirtschaft. Der Ruf nach Reformen hin zu einer transparenteren Politik wurde laut, und dies war ein idealer Nährboden für Gruppen wie Common Cause.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die facettenreiche Welt der Interessenverbände in den USA und Skizzierung der zentralen Forschungsfrage dieser Arbeit.

2 Verfassungsrechtliche Grundlagen: Untersuchung der Bedeutung des ersten Amendments für die Vereinigungsfreiheit und die Rolle des Supreme Court bei deren Auslegung.

3 Politikwissenschaftliche Einschätzung des Verbandseinflusses: Darstellung der historischen Entwicklung in der Wahrnehmung der Verbandsmacht, von der ursprünglichen Annahme großer Stärke bis zur Neubewertung ab den Sechzigerjahren.

4 Klassifizierung der Verbände der USA: Systematische Unterteilung in Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften, Berufsverbände sowie Public Interest und Single Issue Groups.

5 Wege des Lobbying: Analyse der Adressaten, Methoden (wie Spenden oder Grass Roots Lobbying) und der allgemeinen Ziele der Interessenvertretung.

6 Effektivität des Lobbying: Kritische Überprüfung, inwieweit die verschiedenen Lobbyinstrumente tatsächlich politischen Einflussnahme ermöglichen.

7 Normative Aspekte: Diskussion ethischer Fragen und Kritikpunkte am verbändepluralistischen System in Bezug auf das Gemeinwohl und die Wahlkampffinanzierung.

Schlüsselwörter

Interessenverbände, USA, Lobbying, Lobbyarbeit, Campaign Finance Act, Political Action Committees, PACs, Public Interest Groups, Single Issue Groups, Verbandspluralismus, politisches System, Einflussnahme, Gemeinwohl, Wahlkampffinanzierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle und den Einfluss von Interessenverbänden im politischen System der Vereinigten Staaten von Amerika.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf den verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen, der Klassifizierung verschiedener Verbandstypen, den Methoden der Lobbyarbeit sowie deren normativer Bewertung im Hinblick auf das Gemeinwohl.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es zu erläutern, wie groß der Einfluss der Interessenverbände in den USA tatsächlich ist und welche Faktoren diesen Einfluss bestimmen oder begrenzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf politikwissenschaftliche Literatur und empirische Studien, um das Verbändesystem systematisch zu klassifizieren und die Wirksamkeit einzelner Lobbyinstrumente zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Differenzierung zwischen Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften, Public Interest Groups und Single Issue Groups sowie eine Untersuchung der Lobbying-Wege wie Kontaktpflege, Spendenpraxis und gerichtliche Klagen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Interessenverbände, Lobbying, PACs (Political Action Committees), Verbandspluralismus und der Einfluss auf den Gesetzgebungsprozess.

Wie hat sich die Einschätzung des Verbandseinflusses über die Zeit verändert?

Lange Zeit wurden Verbände als sehr mächtig eingestuft; ab den Sechzigerjahren führten empirische Studien jedoch zu einer deutlich geringeren Einschätzung ihrer direkten Macht, bevor gesetzliche Änderungen in den Achtzigerjahren wieder zu einer Aufwertung führten.

Welche Rolle spielt die Wahlkampffinanzierung für den Einfluss von Verbänden?

Wahlkampfspenden dienen primär nicht dazu, Abstimmungsverhalten direkt zu kaufen, sondern den Zugang zu Entscheidungsträgern und Abgeordneten nachhaltig zu verbessern.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Einfluß der Interessenverbände im politischen System der USA
Hochschule
Universität Konstanz  (FB Politik-/Verwaltungswissenschaft)
Veranstaltung
Das politische System der USA
Note
1,0
Autor
Frank Walter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1999
Seiten
20
Katalognummer
V5256
ISBN (eBook)
9783638132046
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verbände Verband Interessenverbände interest interest groups Lobby Lobbying USA Amerika pressure Verbandspolitik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Frank Walter (Autor:in), 1999, Der Einfluß der Interessenverbände im politischen System der USA, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5256
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Leseprobe aus  20  Seiten
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