Inhaltsverzeichnis
Inhalt Seite
1. Einleitung 1
2. Biographie 1
3. Adelsideal und -reform 4
4. Das „Erbe“ des Freiherrn vom Stein: die neue Städteordnung 6
5. Fazit 7
6. Literatur 8
1. Einleitung
Kaum eine Persönlichkeit hat das politische Leben in Deutschland in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts derart geprägt wie Freiherr vom Stein (1757-1831). Obwohl der Patriot eines geeinten Deutschlands oft so dargestellt wird, war er das Gegenteil eines Revolutionärs; der Respekt vor den bewährten Institutionen und Gesetzen verbot es ihm, Staat und Gesellschaft zu demokratisieren. 1 Daher war er auch kein Freund jenes Ereignisses, was Europa zu seiner Zeit tief zerrüttete und das Handeln Steins bestimmte: der Französischen Revolution. Neue Verfassungen sollten nach Stein nicht auf revolutionärem Wege entstehen, sondern durch evolutionäre Anpassung. 2 Prägend für seine politische Karriere war die Beschäftigung mit dem englischen Adelsideal und Montesquieus Lehre der Gewaltenteilung. Den britischen Adel sah Stein als Vorbild für die Verhältnisse in Preußen. Diese Hausarbeit soll Leben und Wirken des Freiherrn vom Stein darstellen vor dem Hintergrund seines Adelsideals und der von ihm angestoßenen Reformen, die dieses und andere Ziele erreichen sollten und teilweise bis heute gültig sind. Adelsideal und -reform sollen anschließend noch einmal aufgegriffen und ausführlich erörtert werden. Abschließend soll die Bedeutung der Städteordnung als nachhaltigster Reform Steins dargestellt, und ein Fazit aus den gewonnenen Erkenntnissen gezogen werden.
2. Biographie
Heinrich Friedrich Karl vom Stein wurde am 25.10.1757 als neuntes von zehn Kindern des Reichsfreiherrn Karl Philipp vom und zum Stein und seiner Frau Henrietta Karolina in Nassau geboren. Karl Philipp vom Stein war Kämmerer und Geheimer Rat in Kurmainz. Die reichsritterschaftliche Tradition dieser alten deutschen Adelsfamilie wurde auch in Steins Kindheit schon gepflegt. 3 1773 begann er sein Studium der Staatswissenschaft und Jura in Göttingen,
1 vgl. Diwald, Hellmut, Freiherr vom Stein, in: ders., Im Zeichen des Adels. Portraits
berühmter Preußen, Bergisch-Gladbach 1981, S. 61.
2 vgl. Nolte, Paul, Stände, Selbstverwaltung und politische Natur, in: Duchhardt, Heinz /
Teppe, Karl, Karl vom und zum Stein. Der Akteur, der Autor, seine Wirkungs- und
Rezeptionsgeschichte, Mainz 2003, S. 146.
3 vgl. Botzenhart, Erich, Adelsideal und Adelsreform beim Freiherrn vom Stein, in:
Westfälisches Adelsblatt, Band 5, 1928, Nr. 8/12, S. 212.
1
anschließend sammelte er erste Berufserfahrungen im Staatsdienst bei Praktika am Reichskammergericht Wetzlar, und in der Verwaltung von Regensburg, Mainz, Münster, Kleve und Paderborn. 1780 fand er seine erste feste Anstellung in Berlin im Bergwerks- und Hüttendepartment, was den Beginn der politischen Laufbahn markierte. Schnell wurde Stein zum Oberbergrat befördert, und studierte nebenher an der Bergakademie in Freiberg/Sachsen. Schon 1784 wurde er zum Direktor der Westfälischen Bergämter und der Mindenschen Bergwerkskommission ernannt, zwei Jahre später gar zum Geheimen Oberbergrat. In diesem Amt legte er das Fundament für Aufschwung des rheinischen Industriegebietes, indem er den modernen Bergbau förderte, Straßen und Kanäle bauen ließ und die Verbrauchssteuern senkte.
1793 heiratete Stein Wilhelmine von Wallmoden-Gimborn und wurde Präsident der Klevischen Kammer, was sein erstes Amt außerhalb der Bergbauverwaltung darstellt. Drei Jahre später wurde seine erste Tochter Henriette Luise geboren; ihr folgte 1803 Theres Marianne Magdalene. 1802 wurde vom Stein zum Leiter der Spezialorganisations-Kommission für erworbene geistliche Gebiete befördert. 4
1804 wurde Freiherr vom Stein zum preußischen Staatsminister für Handel und Finanzen ernannt. Eine Reform des Systems der indirekten Steuern und die Aufhebung der Binnenzölle waren seine wichtigsten Errungenschaften in dieser Position. Während der Rheinbundzeit beschäftigte er sich mit der neuen Reichsverfassung für einen deutschen Bundesstaat, der ein Gegengewicht zu Frankreich bilden sollte; während der Koalitionskriege gegen Napoleon rettete er die preußische Staatskasse von Berlin nach Königsberg, wohin die Regierung flüchten musste. Stein setzte sich für eine Fortsetzung des Krieges mit allen Mitteln ein.
Im April 1806 verfasste Stein seine erste bedeutende Denkschrift: "Darstellung der fehlerhaften Organisation des Kabinetts und der Notwendigkeit der Bildung einer Ministerialkonferenz". In der Urfassung fanden sich zunächst viele Grobheiten und Beleidigungen gegenüber Kabinettsmitgliedern. Veröffentlicht wurde die Denkschrift deshalb erst im September nach einer „Entschärfung“ durch Königin Luise, zu der er einen guten persönlichen
4
vgl. Server der Freiherr vom Stein Gesellschaft,
08.09.05
2
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Götz Lieberknecht, 2005, Freiherr vom Stein - Preußischer Reformer oder gesamtdeutscher Visionär?, München, GRIN Verlag GmbH
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