Inhaltsverzeichnis Seiten
1.0. Anfangssituation 3
1.1. Darstellung der Fähigkeiten
und Beeinträchtigungen bei der Aufnahme 3
1.2. Darstellung des Hilfebedarfs bei der Aufnahme 3
2.0. Erbrachte Hilfeleistungen 4
3.0. Projektziele 5
4.0. Studienziele 6
5.0. Durchführungsschritte 7
5.1. Spaziergänge 7
5.2. Gedächtnistraining/ Hirnleistungstraining 8
5.3. Einzelgespräche 9
5.4. Arztbesuche 11
5.5. Tagesablauf 12
5.6. Körper- und Kleiderpflege 13
5.7. Soziale Integration 15
5.8. Motivation im Freizeitbereich 15
6.0. Darstellung des Hilfebedarfs am Ende des Feldprojektes 16
7.0. Darstellung der Entwicklung 16
8.0. Studienziele 17
8.1. Ziel 1 17
8.2. Ziel 2 18
8.3. Ziel 3 19
8.4. Ziel 4 19
8.5. Ziel 5 20
8.6. Ziel 6 21
8.7. Ziel 7 21
9.0. Reflektion des Feldprojektes 23
Anhang 24
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1.0. Anfangssituation
1.1. Darstellung der Fähigkeiten und Beeinträchtigungen bei der Aufnahme
Herr Müller hatte seit seinem Einzug im Oktober 2004, große Probleme mit der Integration im Haus. Er äußerte häufiger den Wunsch wieder nach Hause zu ziehen. Als Grund gab er an, dass er nicht krank wäre und deshalb ein Aufenthalt in einem Wohnheim nicht notwendig sei.
Sein Gedächtnis sei „dem Alter entsprechend“ und er habe in der Vergangenheit ein normales Verhältnis zum Alkohol gehabt und nicht mehr getrunken, als andere auch.
Er zeigt sich nur sehr begrenzt krankheitseinsichtig und hatte eine schlechte Selbsteinschätzung.
Bei Herr Müller war eine fehlende zeitliche Orientierung zu beobachten und seine örtliche Orientierung war stark eingeschränkt. Des Weiteren war die Merkfähigkeit stark eingeschränkt und er hatte kognitive Defizite. Herr Müller zeigte keine Eigenmotivation zur Freizeitgestaltung und bei sozialen Kontakten.
Es war zur Mitarbeit an Maßnahmen, eine intensive Motivationsarbeit seitens der Mitarbeiter notwendig. Dabei kam es häufig zur Verweigerung seitens des Bewohners.
1.2. Darstellung des Hilfebedarfs bei der Aufnahme
Für die individuelle Basisversorgung war eine engmaschige Betreuung notwendig und die alltägliche Lebensführung war nur im Rahmen der vorgegebenen Tagesstrukturen, mit kontinuierlicher Betreuung möglich. In der Gestaltung sozialer Beziehungen zeigte sich Herr Müller zurückhaltend und kontaktarm.
Zudem war er konfliktvermeidend und ging einer Auseinandersetzung aus dem Weg.
In der Freizeitgestaltung zeigte er keine Eigeninitiative. Herr Müller nahm aber, nach Motivation der Mitarbeiter, an den Angeboten des Hauses teil. Diese Teilnahme war jedoch Tagesformabhängig.
Herr Müllers Kommunikation war aufgrund der eingeschränkten Merkfähigkeit durch immer wiederkehrende Fragen und Ausführungen geprägt. Zu Konservationen musste Herr Müller angesprochen werden. Hier zeigte er nur selten eigeninitiative.
Er benötigt psychische Hilfen in Form von Einzelgesprächen und Gruppengesprächen. Es war eine engmaschige Betreuung in den alltäglichen Tagesstrukturen notwendig.
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Medizinische Hilfe wurde ihm angeboten, indem die Mitarbeiter seine Arzttermine organisiert haben und er auch zu den Terminen begleitet wurde. Die Medikamente wurden von der zuständigen Mitarbeiterin eingestellt und vergeben.
Im Rahmen der Arbeits- und Beschäftigungstherapie war seine Mitarbeit sehr eingeschränkt und durch Passivität geprägt.
2.0. Erbrachte Hilfeleistungen
• Einzelgespräche
• Gruppengespräche
• Arbeitstherapie
• Beschäftigungstherapie
• Hilfe bei administrativen Aufgaben
• Begleitung zu Arztbesuchen
• Begleitung zu Freizeitaktivitäten
• Hilfestellung bei der Körper- und Wäschepflege
• Motivation und Begleitung zu Spaziergängen
• Motivation und Begleitung zu Stadtbesuchen
• Gedächtnistraining/ Hirnleistungstraining
• Enger Kontakt zu den gesetzlichen Betreuer
• Familiengespräche
• Motivationsarbeit zu gesundem Verhalten
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3.0. Projektziele
a) Die Verbesserung des Allgemeinzustandes Psychisch:
• Einzelgespräche zur Psychohygiene
• Hirnleistungstraining Physisch:
• Körperliche Beschwerden reduzieren (Arztbesuche initiieren)
• Verbesserung der Körperpflege durch Aufmerksammachen des
• Aktivierung durch Spaziergänge
b) Hilfen bei seiner zeitlichen und örtlichen Orientierung
• Strukturierung des Tagesablaufes durch einen Zeitplan.
• Hilfestellung bei der Einhaltung des Tagesablaufes.
• Gegebenenfalls Beschilderung im Haus zum Auffinden bestimmter Orte.
• Begleitende Spaziergänge und Stadtbesuche zur Verbesserung der Orientierung.
• Gedächtnistraining
c) Hilfen bei der sozialen Integration
• Motivation und gegebenenfalls unterstützende Begleitung zu Gruppen- oder Freizeitangeboten im Haus.
d) Motivation im Freizeitbereich
• Anbieten von Freizeitangeboten
• Motivation zur Teilnahme an Freizeitangeboten des Hauses
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4.0. Studienziele
(1 1) ) Durch persönlichen Kontakt und der Arbeit mit alkoholkranken (
Menschen mehr über die Krankheit Sucht/ Abhängigkeit lernen. (2 2) ) Theoretische Grundlagen in der Praxis anwenden und deren ( Wirksamkeit reflektieren.
(3 3) ) Ausbau, Stabilisierung und Reflektion der eigenen und professionellen ( Identität.
(4 4) ) Berufliche Erfahrungen sammeln und erweitern. (
(5 5) ) Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit. (
(6 6) ) Vorhandenes Wissen, im Bereich Sucht und Abhängigkeit, anhand von (
Primär- und Sekundarliteratur ausbauen und neues Wissen (z.B. über spezielle Krankheiten wie das Korsakow-Syndrom) dazu gewinnen. (7 7) ) Überprüfen und gegebenenfalls Verändern des Nähe und (
Distanzverhältnisses zum Klienten bzw. Klientel.
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5.0. Durchführungsschritte
5.1. Spaziergänge
Durch die Spaziergänge sollte Herr Müller aktiviert werden und seine Physische Gesundheit verbessern. Des Weiteren, eine Verbesserung der Orientierung in der Umgebung des Wohnheims und in der Nahe gelegenen Stadt erwirken. Die Spaziergänge in der Umgebung sollten jeden Morgen um 9.00 Uhr stattfinden, die Spaziergänge in der Stadt bei Bedarf. Für die morgendlichen Spaziergänge hatte ich eine halbe Stunde eingeplant, die ich im Laufe des Feldprojektes aufstocken wollte. Dies sollte gewährleisten, dass sich Herr Müller langsam und durch kontinuierliches Training an die Bewegung gewöhnt. Während der Zeit des Feldprojektes war Herr Müller nur sehr schwer zu den Spaziergängen zu motivieren. Er äußerte häufig seine Unlust oder brachte Schmerzen im Knie oder der Hüfte an, weswegen er nicht mitgehen könne. Nach dem Angebot, nur eine kleine Runde zu gehen um wenigstens ein wenig Bewegung und frische Luft zu haben, war er meist bereit spazieren zu gehen. Der Spaziergang zeigte sich als sehr hilfreich um mit Herr Müller ins Gespräch zu kommen. Auffallend war, dass er sich während der Spaziergänge nicht von mir entfernte oder sich mit anderen Bewohnern unterhielt. Mein anfängliches Ziel, die Spaziergänge in ihrer Dauer zu erweitern, stellte sich als nicht erreichbar heraus. Im Durchschnitt war die Dauer 35 min., die sich als ausreichend herausstellte.
Es gab vier Ausnahmen, an denen die Spaziergänge 50 min. dauerten. An diesen Tagen war Herr Müller sehr motiviert und wir hatten gutes Wetter. Während der Spaziergänge setzte sich Herr Müller häufig auf die Bänke, die am Rande des Weges standen. Von hier aus war es schwer, ihn zum weitergehen zu motivieren.
Die Spaziergänge waren sinnvoll um Herr Müller zu mehr Bewegung zu ermuntern, was ihn gesundheitlich förderte.
Zudem haben die Spaziergänge und die dadurch entstehenden Gespräche, die Beziehung gefestigt und Vertrauen geschaffen.
Mein Eindruck war, dass sich Herr Müller bei den Spaziergängen besser öffnen konnte und entspannter war.
Allerdings habe ich den Zeitaufwand, ihn zu den Spaziergängen zu motivieren, unterschätzt. Ich habe gelernt, dass es sinnvoll ist, dem Klienten Alternativen zu bieten. Hier möchte ich als Beispiel einen Auszug aus meiner
Feldprojektdokumentation vom 02. Mai 05 zitieren: „Ich ging zu Herr Müller aufs Zimmer um ihn an den Spaziergang um 9.00 Uhr zu erinnern. Er sagte mir, dass er keine Lust habe und ihm außerdem noch sein Fuß wehtun würde [Pilzerkrankung unter dem linken Zeh] und er deshalb nicht gehen könne.
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Ich bot ihm an, das wir nur eine kleine Runde laufen und er seine Hausschlappen anbehalten könne damit sein Zeh platz hat und geschont wird. Auf dieses Angebot ging Herr Müller ein. Der Spaziergang dauerte 30 min.“ Des Weiteren habe ich gemerkt, dass es manchmal sinnvoll ist, mit dem Klienten in einer neutralen Umgebung zu reden. Dies hat sich bei Herr Müller bewährt, da er sich während der Spaziergänge besser öffnen konnte und er von anderen Dingen gesprochen hat als im Wohnheim.
Die Inhalte waren meist sehr persönlich und er erzählte mir häufiger, bei den Spaziergängen, dass es ihm nicht so gut geht. Diese Gespräche waren im Wohnheim nicht möglich und wurden von ihm nicht gesucht.
5.2. Gedächtnistraining/ Hirnleistungstraining
Das Gedächtnistraining bzw. Hirnleistungstraining 1 sollte Herr Müllers Merkfähigkeit und Allgemeinzustand (psychisch) verbessern. Hierzu informierte ich mich zuerst im Internet, durch Fachliteratur 2 und Informationsgesprächen mit der Ergotherapeutin im Haus, von der ich auch viele der Übungen erhielt, die ich mit Herrn Müller erarbeitet habe. Wir legten fest, dass die Übungen ca. eine halbe Stunde dauern sollten. Zu den Übungen kam Herr Müller immer gerne und arbeitete meist motiviert mit. Bei den Übungen mit Zahlen äußerte er seine Unlust, arbeitete sie aber trotzdem durch. Hier sah man aber das er nicht so konzentriert arbeiten, wie z.B. bei den Übungen „Buchstabensalat“.
Hier war eine Verbesserung feststellbar. Die ersten Blätter erarbeitete er in ca. 25 - 30 min. Zum Schluss des Feldprojektes waren es nur noch 13 - 18 min. Übungen, die mit Bildern illustriert waren, wollte er nicht lösen und gab an, das diese für Kinder wären und nicht für einen erwachsenen Mann. Das Gedächtnistraining, wie auch die Spaziergänge, waren hilfreich um Herr Müller einen regelmäßigen Tagesablauf vorzugeben. Zudem war es für Herrn Müller eine sinnvolle Beschäftigung und eine Abwechslung zu seinen gewohnten Kreuzworträtseln. Allerdings war für mich objektiv nicht feststellbar, ob sich durch die Gedächtnisübungen seine Merkfähigkeit verbessert hat. Bei den Übungen Buchstabensalat war im Laufe des Projektes eine Verbesserung zu verzeichnen, was aber auch auf die Übung schließen lässt und nicht zwangsläufig auf eine verbesserte Merkfähigkeit. Ich denke die Gedächtnisübungen waren sinnvoll, aber nicht mit dem primären Ziel der Verbesserung der Merkfähigkeit. Vielmehr eine Stabilisierung des aktuellen Zustandes.
1 Siehe Anhang
2 Hirnleistungstraining und Belastungsprobe. Ein Leitfaden für Therapeuten. Verlag Modernes Leben, Dortmund 1995
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Arbeit zitieren:
Jennifer Grün, 2006, Einzelbetreuung eines Klienten mit Korsakow-Syndrom, München, GRIN Verlag GmbH
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