Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 1
2. VERÄNDERUNG DES WWW 4
2.1 STANDARDISIERUNG DESIGN 7
2.2 WEITERVERWENDBARKEIT 8
2.3 MEDIENUNABHÄNGIG / MEDIENÜBERGREIFEND 10
2.4 MITWIRKUNG TEILHABE 12
2.5 NUTZERFREUNDLICHKEIT 15
2.6 VERBREITUNG / VERÖFFENTLICHUNG 17
3. MÖGLICHE PROBLEMFELDER 19
3.1 SICHERHEIT 19
3.2 PRIVATSPHÄRE 21
3.3 UMSETZBARKEIT 22
4. WIRTSCHAFTLICHKEIT NUTZEN 24
4.1 LONG TAIL 24
4.2 NEUE TECHNIKEN 26
4.3 ERLÖSMODELLE 28
4.4 SOFTWARE 30
5. FAZIT 32
LITERATURVERZEICHNIS 34
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 - E-Commerce Umsatz in Westeuropa
Abbildung 2 - Beispiele zur Entwicklung von Web 1.0 zu Web 2.0
Abbildung 3 - Ausschnitt aus chicagecrime.org
Abbildung 4 - Keyword-Popularity "Podcast" bei Technorati
Abbildung 5 - Socialight.com - Eindrücke und Informationen weitergeben
Abbildung 6 - Myspace.com - größte Freunde-Plattform in den USA
Abbildung 7 - Wachstum der 10 größten Wikipedias
Abbildung 8 - Einstiegsseite von Google Suggest
Abbildung 9 - Amazon.com - The Long Tail
Abbildung 10 - Auswirkungen von Blogs auf das Konsumentenverhalten
Abbildung 11 - Erlösmodellsystematik im Internet
Abbildung 12 - Suchinterface des Opera Browsers
III
Abkürzungsverzeichnis
AJAX Asynchronous Javascript and XML API Application Program Interface Blog Weblog CMS Content Management System DSL Digital Subscriber Line HTML HyperText Markup Language IP Internet Protocol ISP Internet Service Provider Link Hyperlink PDA Personal Digital Assistant RSS Really Simple Syndication UMTS Universal Mobile Telecommunications System VoIP Voice over Internet Protocol WWW World Wide Web (kurz: Web) XHTML eXtensible HyperText Markup Language W-Lan Wireless Local Area Network XML eXtensible Markup Language
1. Einleitung
Der große Internetboom auf den Börsenmärkten begann um das Jahr 1995. Zu Beginn der so genannten Dotcom-Ära spross eine große Anzahl von Internetunternehmen aus dem Boden. Während dieser Zeit wurden Gründern Milliarden von Dollern für StartUps und Zukäufe bereitgestellt. Am 10. März 2000 erreichte die US-Technologiebörse Nasdaq mit einem Wert von 5048,62 Punkten ihren Höchststand. 2 Die Blase platzte und viele Anleger, sowie Firmen zogen sich aus dem Internet zurück. Nach einem erstaunlichen Höhenflug brach die Technologiebörse innerhalb weniger Monate auf 2000 Punkte ein und erreichte mit knapp 1000 Punkten im Oktober 2002 einen Tiefstand. 3 Hieraus ergab sich zunächst das Ende der großen Dotcom-Ära.
Nunmehr fünf Jahre nach dem Börsencrash vieler Dotcoms kehrt die Interneteuphorie zurück in die Unternehmen und das private Leben. Das World Wide Web (WWW; oft auch kurz als Web oder W3 bezeichnet) wächst rasant und ebenso die Zahl der User. Die Nutzungsgebühren sinken seit Jahren und simultan nehmen das Interesse und die Anwendungen zu - das Internet wird zum Allgemeingut. Eine Informationsflut an Daten ist in den Tiefen des WWW zu durchforschen. Wichtiger denn je ist es, relevantes Wissen zu finden und diese daraufhin zu filtern. Weltweit vernetzte Datenbanken entstehen dank kostenloser Open Source Software 4 und ermöglichen Usern ihr Wissen zu veröffentlichen und zu konferieren. Die Internetgemeinschaft wächst stetig und immer mehr User möchten an den Möglichkeiten des WWW teilhaben und partizipieren. Anfang 2006 gab es weltweit ca. 1 Milliarde Internetnutzer, was eine Steigerung von über 180% im Vergleich zum Jahre
1 Sixtus, M. (2005), Web.
2 Vgl. Arbeter, M. (2004b). Web.
3 Vgl. Arbeter, M. (2004a), Web.
4 Der Quellcode der Open Source Software (OSS) liegt offen und kann so von jedermann untersucht und entsprechend seinen Bedürfnissen angepasst und verändert werden. Die Weiterverbreitung des weiterentwickelten Programms ist gestattet, wenn der Programmierer seinerseits den Quellcode der verbesserten Software offen legt. Folglich bildet sich um die meisten Programme ein großer Kreis interessierter Programmierer.
2000 beziffert. 5 Der Umsatz der E-Commerce Branche erreicht neue Höchststände und auch die Zukunft sieht erfolgversprechend aus. Von 2003 bis 2007 erwartet der Deutsche Multi-Media Verband (DMMV) ein Umsatzwachstum von 476,7 Milliarden auf 2423,2 Milliarden Euro. 6 Diese auf Westeuropa beruhenden Schätzungen geben ein Wachstum von über 500% an.
Neben den Nutzungskosten ist eine weitere Tatsache entscheidend für die zunehmende Relevanz des Internets - die Technik. Eine Breitbandanbindung (DSL) ist nahezu überall in Deutschland verfügbar und das bereitgestellte Internet wird immer schneller. 8 Aktuelle Programme und Anwendungen stellen dem User Unmengen von Möglichkeiten dar und werden übersichtlicher und einfacher zu handhaben. Dieses hilft dem User, sich mit dem Netz zu verbinden, um sich medial auszutauschen. Von Vielen unbemerkt entsteht ein zweiter Internetaufschwung und einige Börsenkurse liegen schon deutlich über dem Niveau von März 2000. Allerdings wurde in den vergangenen Jahren „die Spreu vom Weizen getrennt“ und heute arbeiten erfolgreiche Unternehmen meist profitabel und zukunfts-orientiert. Die Chancen für einen Erfolg stehen gut. Dank neuen Techniken und günstigen Verbindungen wird sich Einiges im Internet verändern.
Die jüngste Entwicklung und die viel gepriesene Zukunft des Internet lässt sich unter einem Namen zusammenfassen: Web 2.0. Die Medien haben sich auf den Begriff gestürzt und ihn
5 Vgl. o.V. (2006c), Web.
6 Vgl. Henning, B. (2004), S. 6 (Web). 7 Quelle: Henning, B. (2004), S. 6 (Web).
8 Vgl. Wirtz, B. (2005), S. 577f.
in kürzester Zeit unter den Internetusern verbreitet - fast 23 Millionen Mal ist die Suchphrase „Web 2.0“ in Google zu finden. 9
In der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit soll geklärt werden, was sich hinter dem Buzzword 10 Web 2.0 verbirgt und ob sich das WWW in einem Umbruch in ein neues Web-Zeitalter befindet. Die Arbeit wurde zwischen Januar und Februar 2006 während der „Studium in der Praxis“ (SIP) Phase an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Bielefeld geschrieben. Bei dieser Arbeit handelt es sich nicht um eine Pro-Contra Analyse. Das Geschehen um Web 2.0 wird ausführlich erklärt und Geschäftsmodelle hieraus dargelegt.
Im ersten Teil wird der Begriff Web 2.0 definiert und dessen Entstehung erläutert. Außerdem wird aufgezeigt, welche Veränderungen im Internet stattgefunden haben und noch kommen werden. Interessante und erklärende Beispiele 11 werden erbracht, um einen Eindruck zu erlangen, welche Änderungen Web 2.0 mit sich bringt. Des Weiteren dienen die Beispiele zur Erklärung des Begriffes Web 2.0. Es existiert keine feststehende Definition hierfür und einzig innovative Ideen lassen den Begriff genauer erläutern. Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit möglichen Problemfeldern, die durch neue Techniken und Ideen bei Usern und Unternehmen auftreten können. Ziel ist nicht die vollständige Auflistung aller Risiken, sondern die Nennung und Beschreibung von ausgewählten Szenarien. Im folgenden Verlauf wird auf die wirtschaftliche Bedeutung und den Wandel sowie auf den Nutzen für Unternehmen eingegangen. Augenmerk sind ausgewählte Geschäfts- und Erlösmodelle im Internet und die sich dort entwickelnden Veränderungen. Neben einer abschließenden Stellungnahme wird ein Fazit gezogen, im Bezug auf die Entwicklung von Web 2.0.
9 Das Suchergebnis kann aufgerufen werden unter: http://www.google.de/search?hl=de&q=%22web+2.0%22&btnG=Google-Suche&meta.
10 Buzzword: Englisch für "Modewort". Einige solcher Wörter setzen sich durch, andere verschwinden genau so schnell, wie sie aufgetaucht sind.
11 Die Beispiele beziehen sich größtenteils auf Websites und Firmen aus den USA. Dort sind die Pioniere des Web 2.0 zu finden und viele erwähnenswerte Konzepte haben sich durchgesetzt.
2. Veränderung des WWW
Das WWW beruht auf der Entwicklung von Sir Tim Berners-Lee im Jahr 1989. „The dream behind the Web is of a common information space in which we communicate by sharing information.” 12 Ziel war eine Informationsplattform zu schaffen, auf der User ihr Wissen tauschen und kommunizieren konnten. Über die Jahre entwickelte sich das Web immer weiter - schneller, informativer und farbenreicher.
Die erste Form des WWW’s wird mit Web 1.0 klassifiziert. Hintergrund war, dass eine kleine Anzahl von Usern für die Masse im Web publizierte. Große Firmen steckten hinter den wichtigsten Aussagen und Angeboten - Microsoft und Netscape stellten die Internetbrowser, CNN die News und T-Online den Internetzugang. Mit der Zeit wuchs die Informationsvielfalt und ging über in eine Informationsflut, da mehr und mehr Inhalte im Internet von einer steigenden Userzahl veröffentlicht wurden. Allerdings war das Publizieren von Inhalten nur sehr Internet-affinen Nutzern möglich, da hierfür viel Fachwissen benötigt wurde. Die Veröffentlichung von Daten und Inhalten im Internet geschah meist auf statischen HTML-Seiten. 13 Eine erste Erneuerung kam um 1996 als die Einführung von dynamischen und interaktiven Webseiten 14 interessante Veränderungen anpries. Web 1.5 15 spiegelt diese Entwicklung und den Trend zu Chats, Foren sowie Communities wider. Um Inhalte schnell und einfach zu ändern lohnte sich besonders für Firmen der Einsatz von oft teuren Content
12 Vgl. Berners-Lee, T. (2004), Web.
13 HTML wird als Abkürzung für HyperText Markup Language verwendet. Mit dieser Sprache werden statische Internetseiten programmiert und erstellt.
14 Dynamische Websites: Der Web-Browser erkennt, dass es sich nicht um eine in HTML programmierte statische Site handelt, sondern um eine Dynamische Website. Eine Datenbank wird daraufhin abgefragt und die benötigten Inhalte für die Website werden bereitgestellt. Dieser Inhalt wird in ein Raster der Website geladen und im Webbrowser dargestellt.
15 Eine Unterscheidung in Web 1.0 und Web 1.5 findet in der Literatur oft statt. Der „Erfinder“ des Begriffes Web 2.0 O’Reilly hingegen teilt das Web nur in 1.0 und 2.0 auf. Aus O`Reillys Sicht ist das Konzept um 1.5 gleichbedeutend zu Web 1.0.
Arbeit zitieren:
Timm Becker, 2006, Web 2.0 - Mythos oder Realität?, München, GRIN Verlag GmbH
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