Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Definitionen und Erläuterungen 3
2.1 Was ist eine SMS? 3
2.2 Was ist eine E-Mail? 4
3. Nutzungshäufigkeiten und Nutzungsmotive 6
3.1 Nutzungshäufigkeiten und Nutzungsmotive der SMS 6
3.2 Nutzungshäufigkeiten und Nutzungsmotive der E-Mail 7
3.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede 8
4. Linguistische Analyse/ Linguistische Auffälligkeiten 10
4.1 Durchgängige Kleinschreibung 10
4.2 Bigraphen 11
4.3 Orthographie 11
4.3.1 Verdreher 12
4.3.2 Anschlagfehler 13
4.4 Akronyme und Abkürzungen 14
4.5 Ideogramme 16
4.6 Reduktionen 17
4.7 Anreden und Verabschiedungen 18
4.8 Iterationen 19
5. Zusammenfassung und Ergebnissicherung 20
6. Literaturverzeichnis 22
7. Anhang 24
1. Einleitung
Das ständige Piepsen, Klingeln und Vibrieren ist aus dem heutigen Alltag kaum noch wegzudenken. Überall können Menschen beobachtet werden, die ihr Mobiltelefon nicht nur für seine ursprüngliche Telefonfunktion benutzen, sondern sich vielmehr darauf verstehen, kurze Texte über die Telefontastatur in ihre mobilen Begleiter einzutippen. Gerade bei Jugendlichen, aber auch Erwachsenen gewinnt die textbasierte Zusatzfunktion immer mehr an Beliebtheit und stellt das ursprüngliche Telefonieren zunehmend in den Schatten. Während die SMS-Funktion noch vor wenigen Jahren eher eine neumodische Spielerei war, die nur den technisch Interessierten ein Begriff war, ist sie heute zur absoluten Normalität geworden.
In jedem Seminar, in jedem Kaufhaus, in jedem öffentlichen Gebäude verrät ein einfacher Blick, dass die Allgemeinheit nicht mehr auf dieses Kommunikationsmittel verzichten möchte. Im Jahr 2001 waren schon 50 Millionen Bundesbürger im Besitz von Mobiltelefonen. 1 Hiervon verschickten 86% regelmäßig Kurzmitteilungen. Im Gegensatz zu einem Telefonat, ermöglicht das Verfassen einer SMS-Kurzmitteilung, an beinahe jedem Ort, eine diskrete und unauffällige Kommunikation mit nicht anwesenden Personen jeden Alters. Mittlerweile ist die Behauptung zu äußern, dass die SMS aus unserem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Im Jahr 2003 wurden in Europa monatlich durchschnittlich 16 Milliarden Kurzmitteilungen versendet. Die Einsatzfunktionen der SMS sind vielfältig. So werden sie mittlerweile nicht nur als schlichte Informationsweitergabemittel benutzt, sondern auch zur Versendung von beispielsweise Weihnachts- und Ostergrüßen oder von lustig empfundenen Textpassagen und Witzen. Vor kurzem wurde sogar eine Zahlungsfunktion durch den SMS-Versandt eingeführt.
Diese Arbeit setzt sich mit der SMS- und E-Mail-Kommunikation auseinander. Neben einer Definition, Nutzungsmotiven und der Nutzungshäufigkeit der SMS und Email, behandelt der Text im Schwerpunkt die linguistischen Auffälligkeiten der genannten Kommunikationsmittel. Hierbei sollen Gemein- 1 vgl.http://de.wikipedia.org/wiki/Mobiltelefon [03.07.2005; 09:22]
1
samkeiten und Unterschiede der beiden Kommunikationsformen miteinander verglichen werden. Welche linguistischen Auffälligkeiten treten auf? Bei welchen gleichen sich SMS und Email? Bei welchen treten Unterschiede auf?
Dass gerade die Email als Vergleichskommunikationsform für die SMS gewählt werden kann, hat mehrere Gründe: Zu nennen ist die asynchrone Kommunikationsform, in welche beide Formen einzuordnen sind. Trotz der relativ schnellen Übertragung der verfassten Texte, ist in beiden Fällen eine direkte Interaktion nicht möglich. Es ist ein wesentlicher Unterschied zu synchronen- , zum Beispiel dem Telefon, und den fast synchronen Kommunikationsmitteln (z.B. Chat) zu erkennen. 2 Weiterhin ist festzustellen, dass es sich sowohl bei der SMS, als auch bei der E-Mail, um Kommunikationsformen im Medium der Schrift handelt.
Auch die im prototypischen Fall gegebene adressatengerichtete Eins-zu-Eins-Kommunikation ist ein weiteres Kriterium, dass eine Vergleichsarbeit von SMS und E-Mail zulässt. 3 Als Textgrundlagen dieser Arbeit dienen neben der herkömmlichen Literatur auch gesammelte SMS-Kurzmitteilungen, welche aus einer Übermittagbetreuung der Sekundarstufe I stammen und eigene privat gesammelte E-Mails. Die im Text verwendeten E-Mails und SMS, werden im Anhang vollständig angegeben.
2 vgl. Dürscheid 2004, S. 149f
3 vgl. Dürscheid 2002, S. 94 f
2
2. Definitionen und Erläuterungen
Im folgenden Abschnitt werden die Kommunikationsmittel SMS und Email definiert, vorgestellt und in ihren Eigenarten erläutert.
2.1 Was ist eine SMS?
Der Name „SMS“ ist ein Akronym für „Short Message Service“ ( übersetzt: Kurzmitteilungsdienst oder Kurznachrichtendienst ) und ist eine Bezeichnung für eine Technik zur Übertragung kurzer Nachrichtentexte mit Hilfe von Mobiltelefonen. Der Sender hat die Möglichkeit, über die Wähltastatur einen kurzen Text einzugeben und diesen als Textnachricht an einen anderen Benutzer zu senden.
Beschränkt ist diese Kommunikationsform jedoch auf 160 Zeichen, bestehend aus Buchstaben, Sonderzeichen, Zahlen und Leerzeichen. Für weiteren Kommunikationsbedarf muss entweder eine weitere, unabhängige SMS verfasst werden, oder der Sender nimmt die automatische Aufteilung längerer SMS-Texte in mehrere Kurzmitteilungen seitens der Mobilfunkbetreiber in Anspruch.
Verschickte SMS werden vom Mobiltelefon an einen Dienstleister ( in der Regel der Mobilfunkbetreiber) gesendet, welcher die Kurzmitteilungen unmittelbar an den Mobilfunkbetreiber des Empfängers weiterleitet. Dieser überträgt sie letztendlich auf das Mobiltelefon des Rezipienten. Für die Dienstleistung der Weiterleitung der verfassten SMS, verlangen die Mobilfunkbetreiber momentan, pro Kurzmitteilung 9 bis 49 Cent. Im Regelfall kann von 19 Cent ausgegangen werden.
Während die meisten Kurzmitteilungen auf Mobiltelefonen verfasst und versendet werden, besteht mittlerweile die Möglichkeit, SMS über das Internet zu verschicken. Dieses Angebot wird mittlerweile stärker genutzt, da zum einen die Eingabe über eine PC-Tastatur komfortabeler ist, und zum anderen der Versandt wesentlich kostengünstiger angeboten wird.
3
Für den Einsatz der SMS haben sich mittlerweile eigene Verben etabliert. Neben „simsen“, „es-em-es-en“ hat sich auch das Verb „texten“ in der deutschen Umgangssprache sehr verbreitet.
Seit ca. zwei bis drei Jahren wird die SMS durch einen weiteren Service, der MMS, erweitert. Dieser Dienst bietet die Möglichkeit Bilder, Videos, Animationen und Töne zu verschicken. Aufgrund der deutlich höheren Kosten, hat es die MMS jedoch bislang noch nicht geschafft, die SMS abzulösen.
2.2 Was ist eine E-Mail?
Eine E-Mail (deutsch: elektronischer Brief) ist ein Medium, welches es erlaubt, Nachrichten, welche sowohl aus Text, als auch aus Audio-, Video- und Graphikdateien bestehen können, von einem Computer zu einem Anderen weltweit zu senden.
Technische Vorraussetzung für diese Kommunikationsform ist ein Computer, welcher mit einem E-Mail-Programm (z.B. Thunderbird, Pegasus, Outlook) oder einem Webbrowser (z.B. Mozilla Firefox, Netscape oder Internet Explorer) ausgestattet ist. Weiterhin wird zum Verschicken von E-Mails ein Internetzugang benötigt. Auch das Besitzen eine E-Mail-Adresse ist unbedingt notwendig. Zahlreiche Firmen und Institutionen bieten diese Adressen, ver-bunden mit diversen Serviceleistungen, entweder kostenfrei oder entgeldpflichtig an. Simultan zur realen Postadresse, verweist auch die E-Mail-Adresse auf Adressanten und Absender und ist somit für die Zustellung nötig.
Nach dem Absenden der verfassten E-Mail wird die Nachricht automatisch an einen geographisch nahen Internetserver weitergeleitet. Dieser leitet die E-Mail an weitere Server weiter, bis diese an ihrem vorgesehenen Bestim-mungsort, dem Computer des Adressaten, angekommen ist. Auch hier sind ähnliche Vorgänge zum realen Brief- bzw. Postversandt zu erkennen. Ein normaler Brief wird ebenfalls an einen geographisch nahen Weiterleiter gegeben. Gleichzusetzen wäre in diesem Fall also der Briefkasten bzw. ein na-
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hes Postamt. Auch hier wird der Brief über weitere Institutionen, in mehreren Schritten übertragen, bis er letztendlich beim Adressaten ankommt.
Während die Übermittlung von Briefen im weltweiten Versandt bis zu mehrere Wochen beanspruchen kann, dauert dies bei der E-Mail im Regelfall nur wenige Sekunden. Anders als beim normalen Postversandt, kann sich die Darstellung der verschickten E-Mail, je nach eingesetzten Betrachterprogramm des Empfängers, leicht verändern. Charakteristisch für alle E-Mails sind jedoch vier wesentliche Bestandteile: Angaben über den Absender, den Empfänger und über den Betreff der verfassten Nachricht, die üblicherweise im „Header“ der E-Mail enthalten sind. Im Anschluss hieran folgt der verfasste Text als vierte Komponente. 4 Die E-Mail ist circa 36 Jahre alt und wurde vom amerikanischen Militär erfunden. Innerhalb des Arpanet, dem Vorläufer des heutigen Internet, bot sie die Möglichkeit, auch im Krisenfall über dieses Medium eine schnelle und vielseitige Kommunikationsmöglichkeit aufrechtzuerhalten. 5 Die zweite Benutzergruppe, welche die E-Mail für ihre Zwecke einsetzte, war die Wissenschaft. Erst in den achtziger Jahren wurde auch Privatpersonen der Zugang zu diesem Mittel möglich gemacht.
4 vgl. Rundkehl, Schlobinski, Siever 1998, S. 31
5 vgl. http://paedpsych.jk.uni-
linz.ac.at/PAEDPSYCH/NETLEHRE/NETLEHRELITORD/GOEBEL/email4.htm [03.07.2005;
16:38]
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Arbeit zitieren:
Martin Kussel, 2005, E-Mail- und SMS-Kommunikation, München, GRIN Verlag GmbH
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