Früherkennung als Aufgabe des Risikomanagement
Kurzfassung
Die vorliegende Arbeit greift den Themenkomplex des Risikomanagement auf. Ein Au fgabengebiet im Risikomanagement wird durch die Früherkennung von Risiken abgebildet. Ziel der Arbeit ist es, die Positionierung der Früherkennung im Risikomanagement aufzuzeigen und darzulegen, welche Instrumente in diesem Zusammenhang als sinnvoll angesehen werden. Im Rahmen der Arbeit werden verschiedene Ansätze vorgestellt, die teilweise in Kombination zueinander einen relevanten Beitrag zur Früherkennung von Risiken und Chancen leisten. Vorwiegend wird dabei der gesamt- und finanzwirtschaftliche Bereich eines Unternehmens fokussiert.
Die Arbeit ist in drei Kapitel aufgeteilt. Im ersten Kapitel wird der Aufbau sowie die Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit erläutert. Des Weiteren werden die wesentlichen Begriffe Früherkennung, Risiko und Risikomanagement in ihren theoretischen Grundl agen kurz erläutert. Zum Abschluss des ersten Kapitels wird die Stellung der Früherkennung im Risikomanagement vor den gesetzlichen Anforderungen erörtert.
Im Anschluss werden ausgewählte Ansätze des Risikomanagement, die zur Früherkennung geeignet erscheinen bzw. diese unterstützen, in ihrer Konzeption dargestellt und bewertet. Zunächst werden die Risikokennzahlen Value-at-Risk und Cash-Flow-at-Risk veranschaulicht. Ergänzend dazu werden die bewährten und vorwiegend strategisch orientierten Ansätze der Szenario-Technik und Portfolio-Analyse vorgestellt. Als relativ neues Instrument im Risikomanagement wird abschließend die Balanced Chance and Risk Card in ihrer Funktion beschrieben.
Das letzte Kapitel greift die Stellung des Risikomanagement nochmals unter Bezu gnahme auf eine Studie auf. Ferner werden die Instrumente aus dem zweiten Kapitel hinsichtlich ihrer Einsatzhäufigkeit in der Praxis bewertet. Abschließend wird ein Aus- blick auf die künftige Entwicklung des Risikomanagement gegeben.
I
Fr üherkennung als Aufgabe des Risikomanagement
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis II
Formelverzeichnis. II
Abk ürzungsverzeichnis III
1 Einführung. 1
1.1 Aufbau der Arbeit 1
1.2 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit. 1
1.3 Begriffsbestimmungen. 2
1.3.1 Früherkennung 2
1.3.2 Risiko 4
1.3.3 Risikomanagement 4
1.4 Stellung der Früherkennung im Risikomanagement vor dem rechtlichen Hintergrund des
Kontroll - und Transparenzgesetzes (KonTraG) 6
2 Instrumente zur Früherkennung im Risikomanagement 8
2.1 Value at Risk (VaR) 8
2.1.1 Konzeption 8
2.1.2 VaR-Berechnungsmethoden 9
2.1.3 Bewertung 11
2.2 Cash-Flow at Risk (CFaR) 12
2.2.1 Konzeption 12
2.2.2 CFaR-Berechnungsmethoden. 12
2.2.3 Bewertung 14
2.3 Szenario-Technik. 14
2.3.1 Konzeption 14
2.3.2 Entwicklung von Szenarien 16
2.3.3 Bewertung 16
2.4 Portfolio-Analyse. 17
2.4.1 Konzeption 17
2.4.2 Unschärfenpositionierung 17
2.4.3 Bewertung 18
2.5 Balanced Chance- and Risk-Card (BCR-Card) 19
2.5.4 Konzeption 19
2.5.5 Bewertung 22
3 Kritische Würdigung und Ausblick 22
Literaturverzeichnis XI
II Früherkennung als Aufgabe des Risikomanagement
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1-1: Generationen von Früherkennungssystemen................................................................... 2 Abbildung 1-2: Prozesse des Risikomanagement .................................................................................... 5 Abbildung 1-3: Zusammenhang zwischen Risikomanagementsystem, Früherkennungssystem und
internem Überwachungssystem ..................................................................................... 7 Abbildung 2-1: Dichtefunktion und VaR bei normalverteilten Risikowerten ............................................... 9 Abbildung 2-2: Szenario-Trichter........................................................................................................... 15 Abbildung 2-3: Bereichspositionierung .................................................................................................. 18 Abbildung 2-4: Balanced Chance- and Risk-Card (BCR-Card) .............................................................. 20
Formelverzeichnis
Formel 2-1: Value at Risk ..................................................................................................................... 11 Formel 2-2: Cash-Flow at Risk.............................................................................................................. 13 Formel 2-3: Discounted Cash Flow ....................................................................................................... 21 Formel 2-4: Economic Value Added...................................................................................................... 21
III Früherkennung als Aufgabe des Risikomanagement
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung BCR-Card Balanced Chance and Risk Card bzw. beziehungsweise CF Cash-Flow CFaR Cash Flow at Risk d.h. das heißt DCF Discounted Cash Flow EaR Earnings at Risk EBIT Earings before Interests and Taxes EBT Earnings before Taxes EVA Economic Value Added f. folgende ff. fort folgende ggf. gegebenenfalls GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung i.d.R. in der Regel i.e.S. im engeren Sinn i.S. im Sinn i.w.S. im weitesten Sinn KGaA Kommanditgesellschaft auf Aktien KonTraG Kontroll- und Transparenzgesetz MVA Market Value Added ROI Return on Investment sog. so genannte u.a. unter anderem VaR Value at Risk vgl. vergleiche z.B. zum Beispiel
1 Früherkennung als Aufgabe des Risikomanagement
1 Einführung
1.1 Aufbau der Arbeit
Die Arbeit gliedert sich in drei Kapitel auf. Zu Beginn wird auf die Problemstell ung und die Zielsetzung der Arbeit eingegangen. Anschließend werden die wesentlichen Begriffe Früherkennung, Risiko und Risikomanagement definiert, da diese in unmittelbarem Z usammenhang zum Thema der Arbeit stehen. Ferner wird die Stellung bzw. die Entwic klung der Früherkennung im Risikomanagement vor dem rechtlichen Hintergrund, der durch das Kontroll- und Transparenzgesetz gegeben ist, kurz beleuchtet.
Im zweiten Kapitel werden geeignete Ansätze und Instrumente zur Früherkennung innerhalb des Risikomanagement dargestellt und voneinander unabhängig bewertet. In der abschließenden Zusammenfassung wird das Themengebiet einer kritischen Würdigung unterworfen und ein Ausblick auf die weitere Entwicklung des Risikomanagement gegeben.
1.2 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
Das Risikomanagement hat vor dem Hintergrund spektakulärer Unternehmenskrisen immer mehr an Bedeutung gewonnen. Unter Berücksichtigung dieses Aspektes und dem der sich entwickelnden Corporate Governance (Unternehmensführung und überwachung) ist im Mai 1998 das Kontroll- und Transparenzgesetz (KonTraG) verabschiedet worden. Das KonTraG verpflichtet in erster Linie börsennotierte Unternehmen, neben einem Überwachungssystem ein Risikomanagementsystem einzurichten. 1
Eine zentrale Aufgabe des Risikomanagementsystem ist die Früherkennung von Risiken. In Abstimmung mit dem Überwachungssystem soll die Früherkennung dazu be itragen, den weiteren Fortbestand von Unternehmen zu gewährleisten. An die gesetzlichen Anforderungen des KonTraG anknüpfend soll die Früherkennung im engeren Sinn bestandsgefährdende Risiken in ihrer Entwicklung erkennen, um Ihnen rechtzeitig entgegenzusteuern zu können. 2
1 Vgl. Wolf/Runzheimer (2003), S. 21.
2 Vgl. Meyding/Mörsdorf (1999), S. 5 ff.
2 Früherkennung als Aufgabe des Risikomanagement
Zentrale Aufgabe dieser Arbeit ist es aufzuzeigen, wie sich die Früherkennung im Risikomanagement positioniert und welche Instrumente zur Früherkennung von Risiken geeignet erscheinen, diesen präventiv zu begegnen.
1.3 Begriffsbestimmungen
1.3.1 Früherkennung
Früherkennungssysteme lassen sich aus heutiger Sicht nach drei Generationen bzw. nach operativ und strategisch unterscheiden. Die wirtschaftswissenschaftliche Literatur verwendet die Begriffe Frühwarnung, Früherkennung und Frühaufklärung für die Gen erationen der Früherkennungssysteme (siehe Abb. 1-1). 3 Auffallend dabei ist die häufig synonyme Verwendung der Termini.
Die Frühwarnung und Früherkennung, also die ersten beiden Generationen werden aufgrund ihrer Konzeption den operativen Systemen zugeordnet. Die dritte Generat ion hingegen wird den strategischen Systemen zugewiesen. 4
Aufgabe der Früherkennung der ersten Generation ist es, latente Bedrohungen und Risiken auf Basis von Kennzahlen und Hochrechnungen aufzuzeigen. Erstere werden im Rechnungswesen (z.B. Cash-Flow, Umsatz, Liquidität) erhoben und werden auch als "hard facts" bezeichnet, da sie auf rein qualitativen Fakten aufbauen. 5
3 Vgl. Diederichs (2004), S. 124 f.
4 Vgl. Burger/Buchhart (2002), S. 72; Wolf/Runzheimer (2003), S. 55.
5 Vgl. Horváth (2002), S. 400.
3 Früherkennung als Aufgabe des Risikomanagement
Sobald mehrere Kennzahlen in einem sachlogischen und rechentechnischen Zusammenhang zueinander gesetzt werden, entstehen Kennzahlensysteme wie z.B. das Du-Pont-System zur Ermittlung des ROI. Um Frühwarnungen auf Grundlage der Kennzahlen zu empfangen, müssen für diese obere und untere Schwellenwerte definiert werden. 6 Die darauf aufbauenden Hochrechnungen erheben neben den Soll-Ist-Vergleichen auch Soll-Wird-Vergleiche. Ziel der Hochrechnungen ist es, die Abweichungen ("Wird"-Werte) von den Norm- bzw. Sollwerten bereits im Entstehungsstadium zu erkennen, um angemessen reagieren zu können. 7
Der Frühwarnung schließt sich die zweite Generation, die Früherkennung an. Diese setzt auf Indikatoren, mit denen unternehmensinterne und -externe Entwicklungen zu einem Zeitpunkt erfasst werden sollen, in dem sie noch nicht als Risiko oder Chance unmittelbar spürbar sind. Durch Beobachtungen im gesamten Unternehmensumfeld (z.B. Gesamtwirtschaft, Politischer Bereich, Kapitalmarkt, etc.) können Indikatoren mit qualitativem und quantitative m Informationsgehalt festgelegt werden. 8 Ein möglicher Indikatorenkatalog geht aus Anhang 1 hervor. Um Entwicklungen bzw. Warnungen aufzuzeigen, müssen für Frühwarnindikatoren analog zu Kennzahlen Sollwerte und Tol eranzgrenzen fixiert werden. 9 Die Ausrichtung an Indikatoren ermöglicht einen zeitlichen Vorlauf zur Einleitung von Maßnahmen bzw. Strategien, in dessen Folge sich die Steuerbarkeit eines Unternehmens optimiert. 10
Die höchste Entwicklungsstufe der Früherkennungssysteme ist die erfolgspotentialorientierte Frühaufklärung. Die Frühaufklärung fungiert als eine Art strategisches Radar, das versucht, Informationen vorwiegend qualitativer Natur über relevante Veränderu ngen frühestmöglich zu erkennen. 11 Den Impuls für diese Entwicklung lieferte im Jahr 1979 Ansoff mit seinem Konzept der schwachen Signale (weak signals). Ziel des Konzeptes auf die Frühaufklärung übertragen ist die frühzeitige Erfassung der schwachen Signale.
6 Vgl. Wolf/Runzheimer (2003), S. 54.
7 Vgl. Wolf/Runzheimer (2003), S. 54.
8 Vgl. Burger/Buchhart (2002), S. 74 f.
9 Vgl. Wolf (2003), S. 78.
10 Vgl. Romeike (2005b), S.19.
11 Vgl. Horváth (2002), S. 401.
Arbeit zitieren:
Dipl.-Wirt.Ing. (FH) Christian Müller, 2006, Früherkennung als Aufgabe des Risikomanagement, München, GRIN Verlag GmbH
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