INHALTSVERZEICHNIS:
1. EINLEITUNG Seite 3
2. DAS HISTORISCHE UMFELD Seite 3
3. DIE SYSTEME DER POLITISCHEN ÖKONOMIE Seite 5
3.1 DAS SYSTEM DER MERKANTILISTEN Seite 5
3.2 DAS SYSTEM DER PHYSIOKRATIE Seite 8
4. DIE SYSTEME DER POTLITISCHEN ÖKNOMIE IM VER-
GELICH : GEMEINSAMKEITEN UND UNTERSCHIEDE Seite 9
5. WOHLSTAND DER NATIONEN Seite 11
5.1 KRITIK AM MERKANTILISMUS Seite 11
5.2 KRITIK UND WERTSCHÄTZUNG DER PHYSIOKRATIE Seite 15
6. SCHLUSSBETRACHTUNG Seite 17
7. LITERATURVERZEICHNIS Seite 18
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1. EINLEITUNG:
In der vorliegenden Proseminararbeit möchte ich das Verhältnis von Adam Smith zur merkantilistischen Wirtschaftsweise des Absolutismus und zur Schule der Physiokratie erläutern. Zuerst werde ich die wirtschaftlichen und politischen Ziele des Merkantilismus und der Physiokratie etwas genauer darstellen. Danach werde ich beide Systeme vergleichen und in Relation dazu den Wohlstand der Nationen von Adam Smith stellen und auf dessen Kritik an beiden Systemen näher eingehen.
„Mit dem Namen Adam Smith werden im allgemeinen drei Begriffe verbunden: die unsichtbare Hand, die Arbeitsteilung und ökonomischer Liberalismus.“ (Winter/Rommel 1999, 7) Weniger geläufig aber ist, dass Adam Smith auch ein Moralphilosoph war, der das Wesen des Menschen untersuchte. „1776 hatte Adam Smith (1723 - 1790) sein Werk Untersuchung über die Natur und die Ursachen des Wohlstands der Nationen [An Inquiry into the nature and causes into the Wealth of Nations] veröffentlicht - eine monumentale, in fünf ‚Bücher’ gegliederte Abhandlung von mehr als 1000 Seiten.“ (Fischermann 1999, 1) Smith schuf ein einheitliches System der liberalen Wirtschaftslehre, in der er die Ideen seiner Vorgänger zusammenfasste und erweiterte. Seine Lehre fußte auf den Ideen der Aufklärung, des Naturrechts und der englischen Moralphilosophie. Die Quelle des nationalen Reichtums sei nicht der Geldvorrat (vgl. Merkantilismus) oder die landwirtschaftliche Produktion (vgl. Physiokratie), sondern die geleistete Arbeit des Volkes. Die Ergiebigkeit der Arbeit werde durch die Arbeitsteilung gesteigert und eine Vorrausetzung dafür, sei das Funktionieren des Marktautonomismus, der über den Marktpreis Angebot und Nachfrage zum Ausgleich bringe. Die treibende Kraft aller wirtschaftlichen Vorgänge sei der Eigennutz, den Smith als wirtschaftliches Ordnungsprinzip ansah. Wirtschaftpolitisch forderte Smith den Freihandel und dass der Staat möglichst wenig eingreife, da der freie Wettbewerb zu einer natürlichen Harmonie des sozialen und wirtschaftlichen Lebens führe. Mit dem Wohlstand der Nationen gelang Smith ein Klassiker. „Smith zählt, zusammen mit David Ricardo und John Stuart Mill, zu den Begründern der sogenannten klassischen Nationalökonomie.“ (Winter/Rommel 1999, 7) Smiths Ideen wirken auch noch in den heutigen Marktwirtschaften nach.
2. DAS HISTORISCHE UMFELD:
Das Fundament des kapitalistischen Welthandels legten während des 15. und des 16. Jahrhunderts die Königshäuser von Portugal und Spanien. Beide Staaten versuchten das Welthandelsmonopol an sich zu reißen und verhinderten dadurch daheim die private Kapitalakkumulation, was schließlich zum wirtschaftlichen Niedergang der Länder führte.
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Nach dem erfolgreichen Aufstand der städtischen Bourgeoise gegen die spanische Herrschaft hatten sich in den heutigen Niederlanden die „Vereinigten Provinzen“ zu einer Republik zusammengeschlossen, in welcher der Privatkapitalismus während des 17. Jahrhunderts die größten Fortschritte machte. Die Industrie entwickelte sich und der Fortschritt war besonders im Textilsektor spürbar. Die ausländische Konkurrenz allerdings zwang Holland seine liberale Politik aufzugeben. In ganz Westeuropa förderte der Staat Industrie und Handel. Er schützte die einheimische Produktion durch hohe Zölle und erschloss dem Handel Absatzmärkte in anderen europäischen Ländern und in den Kolonien. Dabei wurde meist mit Handelsverträgen operiert (z. B. der Methuen-Vertrag zwischen England und Portugal von 1703). Der Aufschwung des europäischen Kapitalismus war von verbissenen Konkurrenzkämpfen der Großmächte begleitet.
Der Niedergang der Industrie in Spanien, im heutigen Italien und Belgien begünstigte den französischen Aufschwung. Ludwig XIV. setzte das französische Wirtschaftspotential weitgehend dazu ein, um die französische Hegemonie über ganz Europa auszuweiten, wodurch zahlreiche Kriege ausgelöst wurden. Obwohl der Kapitalismus während des 17. Jahrhunderts in England einen besonders raschen Aufschwung nahm, waren auch Frankreich und die Niederlande an der Entwicklung von Handel und Industrie beteiligt, während die übrigen Länder in wirtschaftlicher Stagnation verharrten.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts blühten in England und Frankreich das Finanzgeschäft und die Spekulationen auf. In England wurden durch die hohen Schutzzölle zahlreiche Manufakturen gegründet und der Export nahm schnell zu. Auch in Frankreich war die Wachstumsrate in Industrie und Handel in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts beträchtlich. In der englischen Landwirtschaft fanden tiefgreifende Veränderungen statt. Eine Welle von Landenteignungen setzte ein und die Entwicklung des Handels und der zunehmende Wohlstand der Bourgeoise regten erneut zu Bemühungen an, um die Erträge zu steigern. Die Großgrundbesitzer bemächtigten sich des Brachlands und der Allmenden. In Frankreich verlief die Entwicklung ganz anders. Der alteingesessene Adel und der Hohe Klerus hatten weit besser als in England ihre Stellung als privilegierte Klassen bewahren können. Die Großgrundbesitzer versuchten ihre Einkommen zu erhöhen und die aus dem Gebrauch gekommenen Feudalrechte wieder geltend zu machen. Sie betrieben aber keine quasikapitalistische Bodennutzung auf der Basis der Großproduktion wie in England. In Großbritannien (England und Schottland seit 1707) begann in der Mitte des 18. Jahrhunderts der Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft. Es entstanden die ersten großen Webereien und Manufakturen. Eine regelrechte Bevölkerungsexplosion und die
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Entwicklung neuer Produktionstechniken (Mechanisierung) bewirkten soziale, wirtschaftliche und politische Umwälzungen. Die Industrielle Revolution, die sich in Großbritannien als erstem Staat der Welt vollzog, machte das Königreich zur führenden Wirtschaftsmacht. Die starren Klassenschranken verhinderten jedoch den gesellschaftlichen Aufstieg oder auch eine soziale Veränderung. Eine besondere Gruppe von Menschen konnte und wollte sich damit nicht zufrieden geben. „Der aufkommende Handel mit Europa, den britischen Kolonien und Übersee ermöglichte es einer immer größeren Zahl von meist gut ausgebildeten, zielstrebigen Bürgerlichen, durch erfolgreiche Geschäfte erhebliche Vermögen anzuhäufen und gesellschaftlichen Einfluss zu erringen.“ (Winter/Rommel 1999, 19) In dieser Umbruchphase lebte Adam Smith. Er erkannte, dass der Merkantilismus mit den neuen Produktionsweisen nicht mehr mithalten konnte und das System gegenüber der freien Marktwirtschaft unterlegen war. Aber auch die Schule der Physiokratie beinhaltete als Gegenmodell einige gravierende Fehleinschätzungen der wirtschaftlichen Situation in Frankreich.
3. DIE SYSTEME DER POLITISCHEN ÖKONOMIE:
„Die Zeitspanne, der wir uns nun zuwenden, ist vor allem durch die überaus ausgeprägte Neigung gekennzeichnet, die Autorität der Kirche und den vom Mittelalter überkommenen Glauben an den Primat des Übernatürlichen in Frage zu stellen.“ (Denis 1991, 84-85) Seit dem 13. Jahrhundert waren in Europa Schriften erschienen, in denen Autonomie des Staates gegenüber der Kirche gefordert wurde. In der Renaissance wurde die Aristotelische Theorie vom Staate als ein „natürliches Gebildes“ aufgegeben. Es verbreitete sich die Lehre, dass der Staat die Folge eines Gesellschaftsvertrages sei (z. B. Machiavelli, Thomas Hobbes, Jean-Jacques Rousseau). „Die neue politische Philosophie sah den Staat nicht als eine der Kirche untergeordnete, sondern als eine autonome Einrichtung an.“ (Denis 1991, 86) In Frankreich bildete sich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts die Staats- und Regierungsform des Absolutismus heraus, die unter Ludwig XIV. (1643 - 1715) voll zur Entfaltung kam. Der König beanspruchte einen absoluten Herrschaftsanspruch, aber im Unterschied zum Despoten erkannte er jedoch das göttliche und historische Recht an. Der Absolutismus setzte einen Prozess des Ausbaus staatlicher Macht in Gang (z. B. stehendes Heer und eine straffe Bürokratie). Um die Ausgaben des absolutistischen Staates finanzieren zu können wurde auf die merkantilistische Wirtschaftsweise gesetzt.
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Arbeit zitieren:
Othmar Kolp, 2002, Adam Smiths Kritik am Merkantilismus und an der Physiokratie, München, GRIN Verlag GmbH
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Adam Smiths Kritik am Merkantilismus und an der Physiokratie
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