I
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis II
1 Einleitung 1
2 Grundlagen der Kuppelproduktion. 2
2.1 Begriffsbestimmung der Kuppelproduktion. 2
2.2 Problembereiche bei der Kalkulation von Kuppelprodukten 3
3 Kalkulationsverfahren für Kuppelprodukte 5
3.1 Traditionelle Verfahren 5
3.1.1 Restwertrechnung 5
3.1.2 Verteilungsrechnung. 7
3.2 Modernes Verfahren: Päckchen- und Bündelrechnung. 10
3.3 Kritische Würdigung der Kalkulationsverfahren 12
4 Fazit 13
Literaturverzeichnis 14
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Beispiel einer Kuppelkalkulation nach der Restwertrechnung .................................6 Abbildung 2: Beispiel einer Kuppelkalkulation nach der Verteilungsrechnung
zu Marktpreisen .........................................................................................................8 Abbildung 3: Beispiel einer Kuppelkalkulation nach der Deckungsbeitragsrechnung eines leitproduktbezogenen Päckchens.............................................................................11
1
1 Einleitung
Das interne Rechnungswesen nimmt in einem Unternehmen eine zentrale Stellung ein. Es bildet das wirtschaftliche Geschehen des Betriebes ab und unterstützt die Entscheidungsträger in vielfältiger Weise. Im Mittelpunkt des internen Rechnungswesens steht die Kosten- und Leistungsrechnung. Mit ihrer Hilfe werden Faktorverzehr- und Gütererstellungsprozesse zahlenmäßig abgebildet. Die Kosten- und Leistungsrechnung liefert Daten, welche die Grundlage für die Dokumentation, Planung und Kontrolle innerhalb eines Unternehmens bilden. Die bedeutendste Größe hierfür sind sicherlich die Kosten, die in einem Produktionsprozess anfallen. Durch ihre Erfassung und Verrechnung wird dargestellt, welche Kosten an welcher Stelle wofür entstanden sind. Die so ermittelten Angaben fließen mit in die Programmplanung ein, wodurch festgestellt werden kann, ob die Produktion eines Gutes oder einer Dienstleitung wirtschaftlich ist oder nicht. Es ist jedoch nicht immer in allen Bereichen einer Produktion möglich, die Herstellkosten eines Produktes eindeutig zu bestimmen. Zu einem derartigen Bereich gehört die Kuppelproduktion. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass verschiedenartige Produkte nicht unabhängig voneinander produziert werden können, sondern zwangsläufig gemeinsam anfallen. 1 Diese Verbundenheit innerhalb des Produktionsprozesses ist auch im Weiteren problematisch, wenn in der Kostenträgerrechnung die Kosten pro erzeugte Produkteinheit ermittelt werden sollen. Das Kostenverursachungsprinzip als zentrales Prinzip der Kostenverrechnung wird bei der Kuppelproduktion per Definition verletzt. Die mittels einer Kalkulation stattfindende Kostenverrechnung ist für die Entscheidungsfindung innerhalb eines Unternehmens jedoch von großer Bedeutung. Sie dient bspw. zur Ermittlung von Preisunter- und -obergrenzen von Absatz- und Einsatzgütern sowie zur Bewertung von Beständen. Aus diesem Grunde wurden zusätzlich zu den Standardkalkulationsverfahren Methoden entwickelt, die versuchen, das Problem der fehlenden Verursachungsgerechtigkeit bestmöglich zu lösen.
Im Folgenden soll zunächst der Begriff der Kuppelproduktion definiert und eine detaillierte Problembeschreibung erstellt werden. Daraufhin werden verschiedene Verfahren vorgestellt, die zur Kalkulation von Kuppelprodukten angewendet werden können, um abschließend deren Vor-und Nachteile zu diskutieren.
1 Vgl. Haberstock, L. (2005), S. 166.
2
2 Grundlagen der Kuppelproduktion
2.1 Begriffsbestimmung der Kuppelproduktion
Die in der Literatur am weitesten verbreitete Definition von Kuppelproduktionsprozessen geht auf Riebel zurück. „Produktionsprozesse, bei denen naturgesetzlich oder technologisch bedingt zwangsläufig zwei oder mehr Produktarten hervorgehen, werden gewöhnlich als Kuppel- oder Koppelproduktion, daneben auch als primär verbundene Koppelproduktion bezeichnet.“ 2 Die aus dem gemeinsamen Produktionsprozess hervorgehenden Güter bezeichnet man als Kuppelprodukte, Spaltprodukte, Zwangsanfallprodukte oder auch gekoppelte Produkte. 3 Die Kuppelproduktion ist in der Praxis sehr weit verbreitet, vor allem in der chemischen Industrie. 4 In nahezu jedem Produktionsprozess fallen Kuppelprodukte an, so ist bspw. auch Wärme, die bei nahezu jeder Produktion entsteht, ein Kuppelprodukt, welches als Nebenprodukt unter Umständen genutzt werden kann oder als Abfall entsorgt werden muss. Ein typisches Beispiel für einen Kuppelproduktionsprozess sind Kokereien, in denen aus Steinkohle Koks, Gas, Teer, Benzol und Ammoniak gewonnen wird. Weiterhin kann z.B. aus Rohöl in Raffinerien Schweröl, Leichtöl, Benzine, Gas und andere Stoffe hergestellt werden. Selbst die Zerlegung und Verarbeitung von Tieren zu verschiedenen Fleischsorten, Häuten und Fellen stellt einen Kuppelproduktionsprozess dar. 5
Die Gesamtheit der in einem Kuppelproduktionsprozess entstehenden Produkte wird Kuppelproduktbündel genannt. Diese können in Haupt- und Nebenprodukte unterschieden werden. Das Hauptprodukt (main-product) stellt im Allgemeinen das Ziel der Produktion dar, während das Nebenprodukt (by-products) bzw. die Abfälle (wastes) aufgrund der Zwangsläufigkeit, die auf Naturgesetzlichkeiten im Spaltprozess beruht, mit anfällt. 6 Steht ausschließlich das Hauptprodukt im Fokus und soll die Abfallquote so gering wie möglich gehalten werden, spricht man von zweckgerichteter Kuppelproduktion. Die Produktion kann jedoch auch auf eine optimale Stoffverwertung ausgerichtet werden. Hierbei sollen die Nebenprodukte und auch die vermeintlichen Abfälle durch Weiterverarbeitung oder artgerechte Entsorgung, durch die weitere Kosten entstehen können, optimal verwertet werden. 7 Eine Rückführung und Wiedernutzung von Abfällen im Produktionsprozess, wie z.B. anfallende Wärme, wird als Recycling bezeichnet. 8 An diesem Punkt spielen auch umweltpolitische Aspekte eine immer wichtiger werdende Rolle. Ein ökolo- 2 Riebel,P. (1996), S. 993.
3 Vgl. Riebel, P. (1970a), S. 994.
4 Vgl. Kilger, W. (1973), S. 342.
5 Vgl. Kilger, W. (1987), S. 354.
6 Vgl. Riebel, P. (1970b), S. 1243.
7 Vgl. Riebel, P (1970b), S. 1244 f.
8 Vgl. Corsten, H. (2004), S. 252 f.
Arbeit zitieren:
Carsten Bette, 2006, Probleme und Möglichkeiten der Kalkulation von Kuppelprodukten (Kuppelproduktion), München, GRIN Verlag GmbH
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Probleme und Möglichkeiten der Kalkulation von Kuppelprodukten
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