Autor: Andreas Holzer
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Einleitung
1. Die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit
2. Aktive Arbeitsmarktpolitik: Definition, Abgrenzung und Ziele
3. Aktive Arbeitsmarktpolitik in Österreich
4. Aktive Arbeitsmarktpolitik in Großbritannien
Zusammenfassung
Literaturverzeichnis
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Seit Beginn der 80er Jahre steigt die Arbeitslosigkeit in den OECD Ländern und wurde zunehmend zu einem Massenproblem. In den 90ern prophezeiten manche Autoren wie z.B. Jeremy Rifkin "das Ende der Arbeit", oder in der "Globalisierungsfalle" wurde die Zukunft der Industriegesellschaften als 20:80 Gesellschaft beschrieben, wenn nicht von gesellschaftlicher und staatlicher Seite interveniert würde. Wie die Zukunft der Arbeitsgesellschaft auch immer aussehen wird und ob die Arbeitsgesellschaft langfristig überwunden werden kann, bleibt offen.
Tatsache ist, dass durch Flexibilisierung und Deregulierung die prekären oder atypischen Beschäftigungsverhältnisse zunehmen, dass ein Auseinanderklaffen zwischen Hochqualifizierten und Geringqualifizierten am Arbeitsmarkt beobachtet werden kann, dass die Rate der Langzeitarbeitslosigkeit tendenziell ansteigt. Der Anstieg der Arbeitslosenrate hat meist auch den Beginn der sogenannten Sozialschmarotzer Debatte zur Folge. Anstatt sich über die Umverteilung und Neuverteilung von Arbeit Gedanken zu machen, wird das Problem der Arbeitslosigkeit meist individualisiert und die Betroffenen werden stigmatisiert.
Aus diesem Grund möchte ich im ersten Kapitel kurz der Frage nachgehen, welche psychischen Auswirkungen Arbeitslosigkeit haben kann, um auch klar zu machen, dass Arbeitsmarktpolitik in der Arbeitsgesellschaft mehr ist als bloße Zusammenführung von Angebot und Nachfrage.
Im zweiten Kapitel soll die angebotsorientierte Position der Nachfrageorientieten Position in der Ökonomie gegenübergestellt werden und die Arten und Ursachen der Arbeitslosigkeit beschrieben werden. Schließlich soll der Begriff der aktiven Arbeitsmarktpolitik definiert und abgegrenzt werden.
Im dritten Kapitel werden die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in Österreich behandelt und im vierten Kapitel schließlich die aktive Arbeitsmarktpolitik in Großbritannien. 'LH$XVZLUNXQJHQYRQ$UEHLWVORVLJNHLW
Am 11.11.1999 hat der Sozialpsychologe Klaus Ottomeyer im Rahmen der Ringvorlesung Polis und Psyche einen Vortrag über Traumata gehalten, Traumata, die vor allem durch Kriege ganze Bevölkerungsgruppen betreffen. Interessant war vor allem das breite Spektrum,
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das Traumata verursachen kann. Neben Misshandlungen, Vergewaltigungen usw. wird in manchen Lehrbüchern der Sozialpsychologie auch der Arbeitsplatzverlust als mögliche Ursache für Trauma genannt. Also Menschen, die sich über ihren Arbeitsplatz definieren, können durch Verlust in eine Situation geraten, die professionelle Hilfe erfordert. Die schlimmste mögliche Auswirkung des Arbeitsplatzverlustes ist wohl der Selbstmord. Lechner berichtete im Zusammenhang mit Arbeitsstiftungen im Proseminar Arbeitsmarktpolitik von ehemaligen VÖST-Arbeitern, die in eine Stiftung geschickt wurden, von mehreren Selbstmord Fällen. Ich glaube, diese Tatsachen können nicht der Verantwortung des Individuums zugeschrieben werden und beweisen für mich, dass die Gesellschaft und der Staat eine gewisse Verantwortung für die sogenannten Modernisierungsverlierer übernehmen muss.
Ich erinnere mich an die Kreisky-Worte .. lieber ein paar Milliarden mehr Schulden ..., die heute sooft kritisiert werden, in denen sich für mich aber persönliche Betroffenheit manifestiert. Um es pathetisch zu formulieren: Ich glaube, die Politik ist sozial kalt geworden, der Markt wird zum Schiedsrichter über menschliche Schicksale erhoben, ja und es gibt eine Ideologie der Rechtfertigung dafür:
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Spätestens seit den großen Studien zum Thema Langzeitarbeitslosigkeit (Marienthal) wissen wir, dass Rückzug, Zerfall von Familien und Ausweglosigkeitsgefühle mögliche Konsequenzen sein können. Man müsste einmal diese sozialen Kosten mitberechnen, um zu
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sehen, dass sich aktive Arbeitsmarktpolitik durchaus ,,auszahlt".
Ein weiter Aspekt, der durch die soziale Isolation Arbeitsloser berücksichtigt werden soll, ist die Frage der politischen Orientierung dieser Menschen. Es ist doch logisch, dass Modernisierungsverlierer den Strukturwandel nicht mittragen wollen, da sie ja vom größer werdenden Kuchen weniger abkriegen. So ist die Hinwendung so mancher zu autoritären Ideologien erklärbar.
Sennet traf hochspezialisierte IBM-Programmierer, die Anfang der 90er Opfer einer Umstrukturierung wurden. Sie trafen sich regelmäßig im Cafe und diskutierten ihre Lage. Es waren lauter Akademiker,
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So scheint es, dass die Hinwendung zu autoritären Ideologien weniger eine Frage der Bildung als vielmehr eine Frage der persönlichen sozialen Lage zu sein scheint. Wenn die Politik Modernisierungsverlierer vergisst, kann das fatale Auswirkungen haben.
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Sucht man geeignete Instrumente, um Arbeitslosigkeit bekämpfen zu können, müssen zuerst die Ursachen für die Arbeitslosigkeit ergründet werden, jedoch scheiden sich bei dieser Frage bereits die Geister in der Ökonomie. Je nach Denkschule und letztendlich ideologischer Richtung der einzelnen Vertreter der Wirtschaftswissenschaften werden unterschiedliche Gründe für die Entstehung von Arbeitslosigkeit angeführt. Für neoliberale Ökonomen gibt es eigentlich nur die natürliche oder friktionelle Arbeitslosigkeit, die sogenannte Sucharbeitslosigkeit. Jede andere Form ist nach deren Überzeugung freiwillig und durch Staatsintervention hervorgerufen, also z.B. durch zu hohe
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Unterstützungsleistungen, die den Anreiz mindern mit Lohnarbeit sein Leben zu fristen usw.. Dieser Denkschule zufolge müsse man nur die Arbeitsmärkte deregulieren und flexibilisieren und möglichst Staatsinterventionen verhindern, dann würde sich automatisch ein Gleichgewicht am Arbeitsmarkt einstellen, also Arbeitslose würden eben zu niedrigeren Löhnen, versteht sich, einen Platz in der Arbeitsgesellschaft erringen. Der Preis für dieses "Marktgleichgewicht" ist die Hinnahme einer größer werdenden Gruppe von "working poor" in prekären und atypischen Beschäftigungsverhältnissen. In letzter Zeit lassen sich auch zunehmend Sozialdemokraten zu solchen neoliberlalen Experimenten hinreißen. Das Schröder-Blair Papier ist ein guter Beleg dafür:
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Die Aussage, dass sich langfristig ein Arbeitsmarktgleichgewicht einstelle, veranlasste Keynes darauf mit dem Satz "in the long run we are all dead" zu antworten, das war seine Rechtfertigung für die Politik des "deficit spending". Die keynesianische oder nachfrageorientierte Richtung in der Ökonomie erklärt Arbeitslosigkeit aufgrund eines allgemeinen Nachfragemangels am Markt, der durch makkroökonomische Maßnahmen des Staates wie z.B. vermehrte Investitionen abgefangen werden könne. Zerche kommt bei der Beurteilung des Schulenstreits zu folgendem Ergebnis: 2KQHKLHUHLQHDEVFKOLHHQGH$XI]lKOXQJGHU.RQ]HSWHGHU$UEHLWVORVHQTXRWHJHOHLVWHW]X KDEHQVROOWHGRFKGHXWOLFKJHZRUGHQVHLQGDVVPRGHUQH$QVlW]H]XU%HVFKUHLEXQJYRQ $UEHLWVORVLJNHLWVWUXNWXUHOOH$VSHNWHEHWRQHQGLHODQJIULVWLJHLQHPY|OOLJHQ*OHLFKJHZLFKWDXI GHP$UEHLWVPDUNWHQWJHJHQVWHKHQ6LHIKUHQGD]XGDVVHLQH$UEHLWVORVHQTXRWHQDWUOLFK LQIODWLRQVVWDELORGHUTXDVLJOHLFKJHZLFKWLJVHLQNDQQ$QJHVLFKWVGHU]XQHKPHQGHQ $UEHLWVORVLJNHLWLQGHQOHW]WHQ'HNDGHQVWHOOWVLFKGDKHUGLH)UDJHZHOFKHVWUXNWXUHOOHQ 5HIRUPHQJHHLJQHWVLQGGLH$UEHLWVORVLJNHLW]XEHNlPSIHQRKQHDQGHUHUVHLWVGLH %HVRQGHUKHLWHQGHV*XWV$UEHLWIUGLH/HEHQVODJHGHU0HQVFKHQ]XYHUQDFKOlVVLJHQ (LQIDFKH8QWHUVWHOOXQJHQHLQHUIUHLZLOOLJHQ$UEHLWVORVLJNHLWZHUGHQGLHVHQ3UREOHPHQVFKRQ 5 LP$QVDW]QLFKWJHUHFKW
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Arbeit zitieren:
Andreas Holzer, 2000, Aktive Arbeitsmarktpolitik in Österreich und Großbritannien, München, GRIN Verlag GmbH
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