Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort. 1
2 Definition des Begriffs „Hochleistungssport“ 2
2.1 Definition „Hochleistungssport“ nach Kaminski. 2
3 Definition des Begriffs „Kindheit“ 3
4 Verbindung von Kindheit und Hochleistungssport. 4
5 Pro und Contra Kinderhochleistungssport. 4
5.1 Soziale Perspektive. 4
5.2 Pädagogische Perspektive. 5
5.3 Entwicklungspsychologische Perspektive. 7
5.4 Medizinische Perspektive. 9
5.5 In Bezug auf die Schule. 10
6 Zur Schwierigkeit der Diskussion über den Kinderhochleistungssport. 12
7 Schlussbemerkung. 13
8 Literatur. 14
II
1 Vorwort
Der Kinderhochleistungssport hat in den letzten Jahren unserer Gesellschaft ein steigendes Interesse erfahren und an Bedeutung gewonnen. Dabei wurde er zu einem kontrovers diskutierten Thema, das immer wieder von Kritikern angegriffen, sowie von Befürwortern verteidigt wird. Die Äußerungen derjenigen, die den Kinderhochleistungssport ablehnen, reichen von „Leistungsknecht“ und „Muskelmaschine“ bis hin zu dem Vorwurf der Kinderarbeit, sowie der Meinung, durch den Hochleistungssport käme es zum Verlust der Kindheit. Die kritische Einschätzung des Kinderhochleistungssport wird in folgenden Zitaten herausgestellt: „Fort mit einem Hochleistungssport, der Kinder nicht mehr Kinder sein lässt“ (Paschen, 1980, o. S.) fordert der Hamburger Sportpädagoge Konrad Paschen. „Was sich früh krümmt, wird auf Dauer krumm“, heißt es bei Jürgen Funke. Er meint, „Rekord und Medaillen seien eine flüchtige Ware, frühes Kinderleid dagegen bleibendes Schicksal“ (Funke, 1983, o. S). Ebenso kritisiert Eckhard Meinberg dieses Thema:
„Auf Höchstleistung getrimmte Kinder sind nicht nur vom Paradies ausgeschlossen, sondern sie müssen sich auch auf ein Leben in der Hölle einrichten. Statt die behütenden Hände des lieben Gottes zu spüren, streckt der arglistige Teufel offenbar seine Hände nach ihnen aus. Kinderhochleistungssport ist etwas Diabolisches“ (Meinberg, 1995, S. 97).
Diese Äußerungen zielen alle auf eine Reizverarmung der Umwelt dieser Kinder, auf eine Überbetonung des Leistungsgedankens sowie auf entwicklungspsychologische und medizinische Auswirkungen ab.
Im Gegenzug sprechen die Befürworter davon, dass dem Kind neue Möglichkeiten aufgezeigt werden, sich selbst zu erkunden, seinem Bewegungsdrang nachzukommen, sowie positive wie auch negative Erfahrungen zu sammeln. Ihrer Meinung nach sollte nach dem Prinzip „was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ so früh wie möglich mit dem Hochleistungssport begonnen werden, um effektive Erfolge erzielen zu können. Allerdings ist der Hochleistungssport nur in wenigen Sportarten aus dem Jugendalter ins Kindesalter vorverlegt worden. Dabei handelt es sich vornehmlich um Einskunstlauf, Rhythmische Sportgymnastik, Kunstturnen sowie Schwimmen. Bei anderen Sportarten hat man erkannt, dass die Vorverlegung der Trainings- und Wettkampfphase in das Kindesalter
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weder aus trainingswissenschaftlichen Gründen angebracht, noch aus motivationalen Gründen wünschenswert ist.
Ausgehend von den Definitionen der Begriffe des Hochleistungssports und der Kindheit, werde ich die Vor- und Nachteile des Kinderhochleistungssport aus sozialer, pädagogischer, entwicklungspsychologischer und medizinischer Sicht herausstellen. Abschließend wird dann noch auf die Schwierigkeit der Diskussion über den Kinderhochleistungssport eingegangen.
2 Definition des Begriffs „Hochleistungssport“
Der Begriff des Hochleistungssports wird sehr häufig in der Literatur verwendet, aber klare Definitionen sind in der gängigen Fachliteratur nur kaum oder gar nicht zu finden. Daher möchte ich mich im Folgenden mit der Definition Kaminskis auseinandersetzten, der in seinem Werk „Kinder und Jugendliche im Hochleistungssport“ eine gute und brauchbare Definition gefunden hat.
2.1 Definition „Hochleistungssport“ nach Kaminski
Zu dem Begriff des Hochleistungssports findet Kaminski eine einfache, aber schlüssige Definition. Er erklärt hierbei, dass beim Hochleistungssport der Athlet sein Training in bestimmter und intensiverer Weise betreibt als ein gängiger Leistungssportler. Zusätzlich stützen sich Trainer und Athlet laut Kaminski im Hochleistungssport auf wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse wie Sportmedizin, Biomechanik und Sportpädagogik. Außerdem legt Kaminski zugrunde, dass der Sportler eventuell ein Sportinternat besucht und an
Trainingsmaßnahmen an Leistungszentren oder an zentralen Lehrgängen teilnimmt. Nach dieser Definition betreiben diejenigen Athleten Hochleistungssport, die dem A-, B. bzw. C-und D- Kader angehören. (Kaminski, 1984, S. 60)
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3 Definition des Begriffs „Kindheit“
Eine lange Zeit wurden Kinder als kleine Erwachsenen gesehen. „Die Kindheit als ein besonderer und eigenständiger Abschnitt der menschlichen Entwicklung, ist in diesem Sinne eine vergleichsweise späte ‘Erfindung’ und Entdeckung (Mitte des 18. Jahrhunderts), die wir dem genialen Jean Jacques Rousseau verdanken“ (Grupe, 1996, S. 36).
Zu dem Begriff der Kindheit gibt es in der Fachliteratur viele verschiedene Definitionen. Die Brockhaus Enzyklopädie von 1970 gibt eine geeignete Definition des zeitlichen Rahmens der Kindheit, allerdings unter dem Stichwort „Kind“ und nicht „Kindheit“: „Kind, der Mensch von seiner Geburt bis zur beginnenden Reife“ (Brockhaus, 1970, S.157). Hier wird die Kindheit nicht mit einem bestimmten Alter bzw. einem bestimmten Zahlenwert abgeschlossen, sondern mit dem Wert „beginnende Reife“. Dieser Zeitpunkt ist bekanntlich bei jedem Menschen individuell verschieden. Des Weiteren definiert Brockhaus den Begriff Kindheit wie folgt: „Kindheit ist ein wichtiger Abschnitt des geistig-seelischen und körperlichen Wachstums“ (Brockhaus, 1970, S.157). Demgegenüber stehen mehrere öffentlich-rechtliche Gesetze, die von einer Altersgrenze von 14 Jahren ausgehen. Der Deutsche Sportbund (DSB) bezieht seine Thesen zum Thema „Kinder im Leistungssport“ vom 04.06.1983 auf Kinder bis zur Geschlechtsreife, welche bei Mädchen um das 12. Jahr, bei Jungen um das 13. Lebensjahr eintreten soll.
Das Familienrecht jedoch erlaubt eine solche Eingrenzung des Kindesbegriffs nicht. Die elterliche Sorge besteht grundsätzlich für die gesamte Zeit der Minderjährigkeit, also bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres (§§2, 1626 I 1 BGB). Es ist zwar weitgehend anerkannt, dass mit zunehmendem Alter des Kindes seine Selbstbestimmung die Fremdbestimmung durch die Eltern zurückdrängt - dies aber unter dem grundsätzlichen fortbestehenden Dach der elterlichen Sorge. Bis zur Volljährigkeit haben letztlich die Eltern rechtlich zu verantworten, was mit ihrem Kind geschieht. Familienrechtlich ist daher nicht ersichtlich, warum die Eltern auf dem Gebiet des Leistungssports vom 14. Lebensjahr des Kindes an oder gar früher aus dieser Verantwortung entlassen werden könnten oder sollten.
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Arbeit zitieren:
Stefanie Vater, 2005, Pro und Contra Kinderhochleistungssport, München, GRIN Verlag GmbH
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