Diplomarbeit Stefan Neher - 2 -
______________________________________________________________________
Abstract:
Der Schwerpunkt dieser Diplomarbeit liegt auf einer Untersuchung der vier Städte Budapest, Prag, Warschau und München. Dabei befasst sich die Untersuchung mit geeigneten Märkten für Investitionen deutscher institutioneller Investoren in Büroimmobilien. Dies erfolgt bei den vier Städten und ihren Ländern mittels Analyse und Darstellung der Büromärkte sowie unter rechtlichen und steuerlichen Immobilienaspekten. Es wird außerdem auf die allgemeinen und wirtschaftlichen Rahmendaten der dazugehörigen Länder eingegangen.
Anhand eines eigens entwickelten Bewertungsmodells erfolgt die Analyse und Auswer- tung der Bürostandorte.
Diplomarbeit Stefan Neher - 3 -
Inhaltsverzeichnis
Darstellungsverzeichnis 5
Abk ürzungsverzeichnis 6
1. Einleitung 7
1.1 Zielsetzung der Arbeit 7
1.2 Aufbau der Arbeit 9
2. Investitionscharakteristiken für institutionelle Büromärkte 10
2.1 Standortentscheidungen aus immobilienspezifischer Sicht 10
2.1.1 Hygienefaktoren 10
2.1.2 Motivatoren 12
2.2 Allgemeine und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für
B üromärkte 13
2.2.1 Infrastruktur 13
2.2.2 Wachstum und Inflation 15
2.2.3 Arbeitslosenquoten 19
2.2.4 Lebensqualität 22
2.3 Immobilienspezifische Rahmenbedingungen 23
2.3.1 Allgemeines zu den Städten und ihren Ländern 24
2.3.2 Büroflächenbestand 26
2.3.3 Neubauvolumen 30
2.3.4 Leerstand 34
2.3.5 Nachfrage nach Büroflächen 37
2.3.6 Mieten 42
2.3.6.1 Vermietungskonditionen 42
2.3.6.2 Miethöhen 43
2.3.7 Renditen 46
2.4 Rechtliche und steuerliche Aspekte bei Immobilientransaktionen 50
2.4.1 Rechtliche Aspekte bei Immobilientransaktionen 50
2.4.1.1 Abwicklung des Grunderwerbs 50
2.4.1.2 Immobilienerwerb durch Ausländer 52
2.4.2 Steuerliche Rahmenbedingungen bei Immobilientransaktionen 53
Diplomarbeit Stefan Neher - 4 -
______________________________________________________________________
2.4.2.1 Steuerliche Aspekte beim Immobilienankauf 53
2.4.2.2 Aspekte der laufenden Besteuerung 56
2.4.2.3 Steuerliche Aspekte beim Immobilienverkauf 61 2.5 Währungsrisiko 64
3. Bewertungsmodell 65
4. Analyse der einzelnen Büromärkte anhand des entwickelten Bewertungsmodells 67
5. Schlussbetrachtung 73 5.1 Zusammenfassung 73 5.2 Ausblick 76 Anhangverzeichnis 77 Literaturverzeichnis 89 Quellenverzeichnis 105
Diplomarbeit Stefan Neher - 5 -
______________________________________________________________________
Darstellungsverzeichnis
Darstellung 1: Die Erreichbarkeit von Regionen 14
Darstellung 2: Veränderung des realen BIP in % 19
Darstellung 3: Inflation gegenüber dem Vorjahr in % 19
Darstellung 4: Arbeitslosenquoten der Erwerbspersonen in % 21
Darstellung 5: Entwicklung des Flächenangebots der vier Städte 29
Darstellung 6: Fertigstellungen der Büroflächen in Prag 31
Darstellung 7: Leerstandsquoten der vier Städte 36
Darstellung 8: Neubauvolumen und Vermietungsleistung in Budapest 38
Darstellung 9: Nachfrage, Neubauvolumen und Leerstand in Prag 39
Darstellung 10: Neubauvolumen und Vermietungsleistung in Warschau 40
Darstellung 11: Umsatz, Leerstand und Fertigstellungen in München 42
Darstellung 12: Mietpreise und Leerstandsraten in Budapest 44
Darstellung 13: IVG Immobilien-Barometer-Europa 4. Quartal 2005 49
Darstellung 14: Steuersätze bei der laufenden Besteuerung 61
Diplomarbeit Stefan Neher - 6 -
______________________________________________________________________
Abkürzungsverzeichnis
Abs. Absatz AfA Abschreibung für Abnutzung ADI Ausländische Direktinvestitionen BIP Bruttoinlandsprodukt BRD Bundesrepublik Deutschland ca. circa CBD Central Business District CZK Tschechische Kronen DBA Doppelbesteuerungsabkommen EU Europäische Union Einw. Einwohner EStG Einkommenssteuergesetz EWR Europäischer Wirtschaftsraum EWU Europäische Währungsunion GewStG Gewerbesteuergesetz GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung Hrsg. Herausgeber HUF Ungarischer Forint i.H.v. in Höhe von KG Kommanditgesellschaft KSt Körperschaftssteuer Mio. Millionen OHG Offene Handelsgesellschaft o.J. ohne Jahr PAIZ Polnische Agentur für Informationen und ausländische Investitionen PLN Polnische Zloty Qm Quadratmeter (m²) u.a. unter anderem USt Umsatzsteuer WWU Wirtschafts- und Währungsunion
Diplomarbeit Stefan Neher - 7 -
______________________________________________________________________
1. Einleitung
Die EU-Erweiterung zum 1. Mai 2004 ist vollzogen. Sie bringt neue Märkte und Chancen, aber auch Risiken mit sich. Seit Anfang dieses Jahrtausends haben deutsche Inves-toren verstärkt in den zentraleuropäischen Städten Budapest, Prag und Warschau investiert. Dies lag an der positiven wirtschaftlichen Entwicklung, den höheren Renditen und der aufgrund ihrer zentralen Lage gewonnenen wirtschaftlichen Bedeutung. Die von den Kapitalanlagegesellschaften und ihren Immobilienfonds (geschlossen-, offene- und Spezialfonds) verzeichneten hohen Mittelzuflüsse der letzten Jahre machen die Erschließung weiterer Immobilienmärkte notwendig und begründen die Aktualität dieser Diplomarbeit. Insgesamt flossen 2004 fast 4 Milliarden Euro nach Zentral- und Osteuropa, davon allein 1,4 Milliarden nach Polen. 1 Von deutschen Initiatoren sind bei Anlegern für Immobilienengagements in Polen, Tschechien und Ungarn im Jahr 2005 über 300 Mio. Euro eingesammelt worden. 2003 waren es erst 75,2 Mio. Euro. 2
1.1 Zielsetzung der Arbeit
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, Prognosen für Investitionschancen und -risiken für deutsche Investoren durch die Osterweiterung der Europäischen Union am Beispiel der 3 Hauptstädte von Ungarn, Tschechien und Polen im Vergleich zu München aufzuzeigen. Für deutsche Investoren sind die Hauptstädte Budapest, Prag und Warschau infolge des größten Angebots an Büroimmobilien die interessantesten Städte in Zentraleuropa und wurden aufgrund einer Reihe von neu aufgelegten geschlossenen Immobilienfonds ausgewählt. Hinzu kommen die geographische Nähe, die wirtschaftliche Bedeutung und die Wachstumsdynamik dieser Städte. Die Immobilienmärkte Budapest, Prag und Warschau waren in der Vergangenheit nur unzureichend entwickelt und boten in Bezug auf Büroräumlichkeiten kaum Alternativen zu München. München wurde als einer der wichtigsten Immobilienstandorte Deutschlands und aufgrund des Studienortes als Vergleich ausgewählt. Jüngst sorgte eine Erhebung des Researchinstituts Bulwien Gesa für Aufsehen. Demnach ist München mit einem Büroflächenbestand
1 Wiktorin, Anne: Zweiter Zug gen Osten. In: Raum & mehr, Immobilienmagazin der DIFA, Sonderausgabe Herbst
10, Hamburg, 2005, S.13
2 Haimann, Richard: Risiken an Osteuropas Büromärkten. In: Financial Times Deutschland, 1. Dezember 2005,
Hamburg, 2005, S. 24
Diplomarbeit Stefan Neher - 8 -
______________________________________________________________________
von 21 Millionen Quadratmeter sogar der größte Büromarkt in Deutschland. 3 Aufgrund der raschen wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre, verbunden mit einer massiven Neubautätigkeit, wird die Konkurrenz für München als Immobilienstandort ständig stärker.
Im Rahmen dieser Arbeit werden die Kriterien für deutsche institutionelle Investoren 4 bei Ihrer Standortentscheidung dargestellt. Unter institutionelle Investoren versteht man Großunternehmen wie Versicherungen, Pensionskassen und Kapitalanlagegesellschaften, die große Summen veranlagern. 5 Auf das Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften (KAGG) wird nicht eingegangen. Aus der Sicht der Investoren wird untersucht, ob Investitionen in Büroimmobilien in den genannten Städten in Zentraleuropa noch sinnvoll sind, da sich die Risiken höher als in München erweisen und die Renditen gesunken sind. Es könnte eine Überhitzung der Märkte in Zentraleuropa eintreten.
Die richtige Standortwahl ist für Investoren entscheidend.
Die Arbeit möchte aufzeigen, ob nur der Miet- und Kaufpreis und die entsprechende Rendite im Rahmen der gesamtwirtschaftlichen Faktoren für die Standortwahl zugrunde gelegt werden oder auch sogenannte „harte“ oder „weiche“ Einflussfaktoren als Qualität eines Standortes für Investitionsentscheidungen herangezogen werden. 6 Im ersten Moment erscheinen Budapest, Prag und Warschau aufgrund der Wachstumsdynamik und der Rendite überlegen, doch auch München hat seine Vorzüge. Die Untersuchung legt ihren Schwerpunkt auf innere City-Lagen. Zur Vollständigkeit werden auch die Daten für die jeweilige gesamte Stadt genannt.
Es ist allerdings zu bedenken, dass die Betrachtung von Immobilienmärkten immer nur eine Momentaufnahme ist und der manchmal sehr schnelle Wandel dieser Märkte es
3 IVG Immobilien-Barometer (Hrsg.): Europäische Büromärkte 2. Quartal 2005, Bonn, 2005, S. 4, unter:
http://www.ivg.de/de/content_1201017.html, Abrufdatum 16.11.2005
4 vereinfacht wird künftig von Investoren gesprochen
5 fondsABC: Terminus institutioneller Anleger, o.O., 2006, unter: http://www2.oenb.at/dictionary/termini.php?EIN-
TRAG_ID=3500&page=1&was=terminus&string=&LNG=YY&PHPSESSID=9ec978124abb1e0, Abrufdatum
30.03.2006
6 Price Waterhouse Coopers (PwC) (Hrsg.): Wien-Prag-Budapest: Büromärkte im Wettbewerb: Corporate Finance
Real Estate, Wien, Mai 2004, S. 5
Diplomarbeit Stefan Neher - 9 -
______________________________________________________________________
notwendig macht, vor einer Investition die aktuellen Entwicklungen zu berücksichtigen.
Diese Diplomarbeit soll einen grundlegenden Einblick in die Büromärkte der vorgestellten Städte ermöglichen, kann jedoch keinesfalls als Ersatz für eine umfassende Beratung vor einer Investition betrachtet werden.
1.2 Aufbau der Arbeit
Im ersten Kapitel werden die Zielsetzung und der Aufbau der Arbeit erläutert.
Im ersten Abschnitt des zweiten Kapitels werden zunächst zur Untersuchung der gestellten Fragen die unterschiedlichen Faktoren der Standortwahl betrachtet. Es werden die aus immobilienspezifischer Sicht standortentscheidenden Hygienefaktoren und Mo-tivatoren aufgezeigt.
Im zweiten Abschnitt des zweiten Kapitels wird auf die allgemeinen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die einen Staat auch nach außen repräsentieren, eingegangen. Dazu zählen gesamtwirtschaftliche Rahmendaten wie BIP, Inflation, Arbeitslosigkeit sowie der „harte“ Standortfaktor Infrastruktur.
Im dritten Abschnitt des zweiten Kapitels werden die grundlegenden immobilienspezifischen Rahmenbedingungen dargestellt. Die wesentlichen Kerngrößen Bestand, Neubauvolumen, Leerstand, Nachfrage, Mieten und Rendite werden direkt gegenübergestellt.
Im vierten und fünften Abschnitt werden sowohl die rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen als auch das Währungsrisiko betrachtet. Trotz Beitritt der Länder in die EU besteht ein Wechselkursrisiko, welches die Renditen senken oder heben kann. Dafür erleichtern die neuen Beitrittsländer den Grunderwerb und bieten für Investoren zusätzliche steuerliche Anreize.
In Kapitel drei und vier wird zur Analyse und Auswertung der einzelnen Faktoren ein eigens konzipiertes Bewertungsmodell vorgestellt und eine Punktewertung vollzogen.
Diplomarbeit Stefan Neher - 10 -
______________________________________________________________________
Die Analyse erfolgt unter den Gesichtspunkten des vordringlichen Interesses deutscher Investoren.
Kapitel fünf enthält eine Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse dieser Diplomarbeit und einen Ausblick auf die zukünftig zu erwartende Entwicklung der Büromärkte in den untersuchten Städten sowie eine Empfehlung für die Standortwahl für Investoren.
2. Investitionscharakteristiken für institutionelle Büromärkte
Die Rahmenbedingungen für Büromärkte werden neben allgemeinen, volkswirtschaftlichen und immobilienspezifischen Faktoren auch durch rechtliche und steuerliche Fak-toren ergänzt. In diesem Kapitel wird ausführlich auf die Rahmenbedingungen für In-vestoren eingegangen.
2.1 Standortentscheidungen aus immobilienspezifischer Sicht
Zunächst werden die unterschiedlichen Faktoren der Standortwahl im Allgemeinen betrachtet.
2.1.1 Hygienefaktoren
Unter Hygienefaktoren versteht man jene Standortfaktoren, die bei Nichterfüllung einen Standort von vornherein ausschließen. In dem Maße, in dem sich diese an unterschiedliche Standorte angleichen, wächst die Bedeutung anderer Faktoren als Motivatoren bei der Standortwahl. Die meisten harten Faktoren wirken dabei als Hygienefaktoren (z.B. Rechtssicherheit, staatliche Einflussnahme; vgl. Anhang 1 auf S. 72). Diese können zu Motivatoren 7 werden und umgekehrt.
7 Erläuterung der Motivatoren unter 2.1.2
Diplomarbeit Stefan Neher - 11 -
______________________________________________________________________
Von besonderer Bedeutung für einen Standort sind das gesamtwirtschaftliche Umfeld, die politische Stabilität und Rechtssicherheit sowie der Umfang der staatlichen Einflussnahme. Unabhängig von individuellen Bedürfnissen setzt man jedoch in jedem Fall eine Grundversorgung mit Verkehrs-, Informations- und Telekommunikationsinfrastruktur im weitesten Sinne voraus.
Nicht zu vergessen ist des Weiteren die künftige demographische Entwicklung der Bevölkerung. Zur Bevölkerungszahl und deren Struktur nach Alter, Geschlecht, Nationalität, Familienstand kommt noch deren Verteilung als wesentlicher Bestandteil hinzu. 8 Bis zum Jahr 2050 soll die europäische Erwerbsbevölkerung im Alter zwischen 20 und 64 Jahren von jetzt 61 % auf 53% der Gesamtbevölkerung sinken. Dies liegt vor allem an der Alterung der Bevölkerung. 9 Der Bevölkerungsrückgang schmälert kontinuierlich die Zahl der Arbeitskräfte und damit den Bedarf an Büroflächen. Obwohl die Flächen der einzelnen Büros überwiegend bei den Führungskräften anwachsen, steigt der Flächenbedarf pro Arbeitsplatz nicht, da die wachsende Anzahl an Großraumbüros den gestiegenen Flächenbedarf wiederum schmälert. Beispielhaft sei angeführt, dass die Berater sogar bei einer renommierten Unternehmensberatung kein eigenes Büro mehr erhalten, sondern Rollcontainer und wechselnde Schreibtische. In Deutschland ist die Nachfrage nach Büroflächen aufgrund der Bevölkerungsentwicklung bereits seit 1995 rückläufig, in Ungarn seit dem Jahr 2000, gefolgt von Tschechien seit 2005. Für Polen wird dieser Trend für 2010 vorausgesagt. 10 In München soll als positive Ausnahme die Zahl der Beschäftigten im tertiären Sektor bis 2015 um 50 Tsd. zunehmen. Bis dahin würden demnach zusätzlich 2,5 Mio. m² Bruttogeschossfläche benötigt, um die Nachfrage nach Büroflächen zu decken. 11
Auf immobilienspezifischer Seite stellt die Rendite für den Investor die wichtigste Kenngröße dar. Die Rendite ergibt sich aus Kaufpreis, laufenden Erträgen, Wertveränderungen, laufenden Kosten, Transaktionskosten sowie dem Verkaufserlös. 12 Deren Nachhaltigkeit wird über die momentanen Vertragskonditionen hinaus von der Ent- 8 Bucher,Hansjörg: Künftige demographische Entwicklung, Berlin, 2005, unter:
http://www.bbr.bund.de/index.html?/raumordnung/bevoelkerung/entwicklung.htm
9 Tessaring, Manfred/Wannan, Jennifer: Berufsbildung - der Schlüssel zur Zukunft, In: CEDEFOP zur Maastricht-
Studie, Luxemburg, 2004, S. 23, unter: http://www.vetconference-maastricht2004.nl/pdf/Synthesis_DE.pdf, Ab-
rufdatum 09.11.2005
10 Brounen, D./Eichholz, P.: EPRA-Studie, o.J.. In: Die Welt, 18. November 2005, Hamburg, 2005, S. 23
11 IVG Immobilien Barometer (Hrsg.): Europäische Büromärkte 2. Quartal 2005, Immobilienmarkt im Fokus: Mün-
chen, Bonn, 2005, S. 4, unter: http://www.ivg.de/de/content_1201017.html, Abrufdatum 16.11.2005
12 Gondring, Hanspeter: Immobilienwirtschaft, Vahlen Verlag, München, 2004, S. 636, 767
Diplomarbeit Stefan Neher - 12 -
______________________________________________________________________
wicklung des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage bestimmt, die je nach Makro-und Mikrolage auch innerhalb eines Standortes erheblich variieren kann. Die Marktentwicklung hat auch für den Mieter erhebliche Bedeutung, etwa bei einer Verlängerung des Mietvertrages oder einem Wechsel des Standortes.
Immer bedeutender wird die technische Ausstattung bezüglich Datentechnik und einer entsprechenden Klimatechnik, um ein angenehmes Arbeitsklima zu schaffen. Als Hy-gienefaktoren sind ebenso von Wichtigkeit die Wirtschaftlichkeit des Gebäudes - insbesondere bei großen Flächen - und die Verkehrserschließung für Mitarbeiter und Kunden, insbesondere durch den öffentlichen Nahverkehr.
2.1.2 Motivatoren
Motivatoren sind meist weiche Faktoren, können aber auch harte Faktoren wie die Steuerpolitik sein. Die Bedeutung von Motivatoren ist in den vergangenen Jahren gestiegen, da heute fast alle wichtigen Hygienefaktoren im mitteleuropäischen Raum gleichermaßen gut erfüllt sind. Zu den harten Faktoren der Motivatoren gehört neben der Steuerpolitik auch die Wirtschaftsförderung, die im Rahmen von Standortentscheidungen wesentlichen Einfluss ausüben kann. Ebenso spielt bei der Wahl eines Standortes die Nähe unternehmensnaher Dienstleistungen und die Wettbewerbersituation eine Rolle. Langfristig sind hohe Mieten und damit gute Renditen in der Regel nur zu erzielen, wenn auch diese Determinanten erfüllt sind. Kurzfristige Boomphasen wie in den neuen Bundesländern nach der Grenzöffnung stellten sich für viele Investoren als Geldvernichtung heraus, da die Mieten eingebrochen sind.
Teilweise zieht es Investoren gerade an Standorte, an denen bereits eine Konzentration von Mitbewerbern zu finden ist. Andererseits streben Investoren aber auch bewusst eine Vorreiterrolle in eine neue Region einer Stadt an, da dort in der Regel die Preise (z.B. Kaufpreis, Miete) niedriger sind und bei Etablierung der Region höhere Renditen erwirtschaftet werden können. 13
Wichtig sind auch schwerer messbare Faktoren wie die Effizienz und Kooperationsbereitschaft von Behörden und Verbänden. Das „Image“ ist der bedeutendste weiche
13 PwC: Wien-Prag-Budapest: Büromärkte im Wettbewerb, 2004, S. 7
Diplomarbeit Stefan Neher - 13 -
______________________________________________________________________
Standortfaktor insgesamt oder einer einzelnen Lage im Besonderen. Dazu zählt auch die Akzeptanz des Standorts. Bietet dieser eine deutlich schlechtere Lebensqualität, kann dies zu Problemen der Vermietung und damit sinkenden Mieten führen. Bei der Qualität eines Standortes überlagern emotionale Faktoren oder Klischees teilweise die tatsächliche Situation. 14
Auf die einzelne Immobilie konkret angewendet spielt die Drittverwendungsmöglichkeit für andere Nutzungen oder andere Nutzer eine wichtige Rolle. Aufgrund der zunehmenden Volatilität der Märkte müssen sonst Umbauten mit großem Aufwand vorgenommen werden. Ausstattungsstandards und die Versorgung mit Dienstleistungen innerhalb des Gebäudes oder in der näheren Umgebung treten dahinter zurück. Insgesamt können die weichen Motivatoren eher dazu beitragen, das sich ein Standort gegenüber entwickelten Konkurrenzstandorten abgrenzen und profilieren kann. 15
Eine Übersicht der Hygienefaktoren und Motivatoren gibt Anhang 1.
2.2 Allgemeine und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Büromärkte
Vor der Analyse der immobilienspezifischen Rahmenbedingungen zur Beurteilung einer Immobilieninvestition ist eine eingehende Analyse der allgemeinen und volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen der einzelnen Länder und ihrer Hauptstädte notwendig. Denn diese sind Grundvoraussetzung für langfristig erfolgreiche Immobilieninvestments.
2.2.1 Infrastruktur
Die Infrastruktur und insbesondere die Verkehrsinfrastruktur bildet im Rahmen der Hygienefaktoren einen wichtigen „harten“ Faktor für internationale Standortentscheidungen. Ein Blick in die europäische Wachstumskarte zeigt, dass überdurchschnittliche
14 PwC: Wien-Prag-Budapest: Büromärkte im Wettbewerb, 2004, S. 7
15 PwC: Wien-Prag-Budapest: Büromärkte im Wettbewerb, 2004, S. 7
Diplomarbeit Stefan Neher - 14 -
______________________________________________________________________
Einkommen und hohes Wachstum zwar nicht automatisch mit guter Verkehrsanbindung einhergehen, aber sehr oft. 16 Eine bestehende und gutausgebaute Verkehrsinfrastruktur ist eine weitere Grundlage für die Anziehung von Firmen und für die Erzielung von hohen Mieten und Renditen . Es zeigt sich ein eindeutiger positiver Zusammenhang.
Eine Studie von von Weissentannen Mels 17 aus dem Jahre 2005 ermöglicht einen Vergleich der Erreichbarkeit der Städte München, Budapest, Prag und Warschau. Nach dem Gesamtindex aller Verkehrsmittel zeigt sich deutlich, dass die internationale Standortzentralität Münchens besser ist als die der Mitbewerber. Im Vergleich mit anderen europäischen Mitbewerbern belegt München den 14. Platz. Trotz der strategischen Lage im Zentrum Europas mit guten Verbindungen zu bestehenden westlichen und entstehenden östlichen Märkten belegt Prag nur Platz 58. Dies könnte sich ändern, wenn das Autobahnnetzwerk bis zum Jahr 2007 verdoppelt wird. Es ist bereits mit 55.427 km Straßen 1.Klasse und Autobahnen das dichteste Straßennetz in Mittel- und Osteuropa. Gleichzeitig soll die Tschechische Republik an europaweite Strecken für Hochgeschwindigkeitszüge angeschlossen werden. 18 Die Städte Warschau und Budapest liegen abgeschlagen auf den Plätzen 81 und 82. Auch im internationalen Städteranking bezüglich der Erreichbarkeit im Straßenverkehr oder mit der Bahn verändern sich die Positionen nicht wesentlich. 19 Darstellung 1: Die Erreichbarkeit von Regionen
16 von Weisstannen Mels, Andreas Christoph Bleisch: Die Erreichbarkeit von Regionen, Diss. Universität Basel,
2005, S. 46 f., unter: http://pages.unibas.ch/diss/2005/DissB_7206.pdf , Abrufdatum 27.10.2005
17 von Weissentannen Mels, Andreas Christoph Bleisch.: Erreichbarkeit von Regionen, 2005
18 CzechInvest (Hrsg.): Investitionsklima in der Tschechischen Republik, Mai 2004, Prag, 2004, S. 7, unter:
http://www.czechinvest.org/web/pwci.nsf/dwnl/3910ED108425A66DC1256FAB00392A6A/$File/Investitionskli
ma.pdf, Abrufdatum 03.11.2005
19 von Weissentannen Mels, Andreas Christoph Bleisch.: Die Erreichbarkeit von Regionen, 2005, S. 218 ff.
Diplomarbeit Stefan Neher - 15 -
______________________________________________________________________
2.2.2 Wachstum und Inflation
Der Wirtschaftsraum der Beitrittsländer befindet sich durch die hohe wirtschaftliche Dynamik, das vorhandene Marktpotential sowie durch niedrige Standort- und Produktionskosten im internationalen Vergleich in einer guten Position. Die schwierigste Phase des wirtschaftlichen Umbruchs scheint in vielen Beitrittsländern überwunden und das Vertrauen der Investoren in die Märkte groß. 20 Nach dem jährlich von A.T Kearney Inc. ermittelten FDI Confidence Index 21 liegen Polen, Tschechien und Ungarn seit 2002 unter den Top 20. Deutschland liegt unter den Top 5. Dieser Index verfolgt den möglichen Einfluss politischer, wirtschaftlicher und legislativer Veränderungen auf ausländische Direktinvestitionen.
Ungarns Wirtschaftswachstum hat sich in den Jahren 2000 bis 2003 verringert. Ausgehend von einer Veränderung des BIP von 5,1% im Jahr 2000 schwächte sich das Wirtschaftswachstum bis zum Jahr 2003 auf 3,0% ab, steigerte sich dann allerdings wieder auf 4,2% im darauffolgenden Jahr. Für das Jahr 2005 und ebenso für 2006 wird eine gleichbleibend konstante Entwicklung an die 4% Wachstum erwartet. 22 Ungarn zeichnete sich in den vergangenen Jahren im europäischen Vergleich durch ein überdurchschnittliches hohes Wachstum des Bruttosozialprodukts aus. 64,2% des Bruttoinlandsprodukts sind 2004 im Dienstleistungssektor entstanden. Bemerkenswert ist dabei, dass das ungarische Wirtschaftswachstum zu einem großen Teil auf die Investitionstätigkeit zurückgeht. 23 Des Weiteren hat der private Konsum seit Anfang 2005 wieder ein beachtliches Lebenszeichen abgegeben. 24
Die Exportquote beträgt rund 65%. 33% der ungarischen Exporte gehen nach Deutsch-land. Infolge der hohen Exportquote leidet Ungarn besonders unter einer Wachstumsschwäche auf den Hauptexportmärkten. 25
20 PwC: Wien-Prag-Budapest: Büromärkte im Wettbewerb, 2004, S.8
21 A.T. Kearney, Inc. (Hrsg.): FDI Confidence Index, The Global Business Policy Council, Volume 7, o. O., Oktober
2004, S. 44
22 Pudschedl, Walter: Ungarn: Euroeinführung 2010 wackelt beträchtlich. In: CEE-Report 4-2005, Bank Austria
Creditanstalt, Wien, 2005, S.1, unter: http://www.ba-ca.com/de/index.html, Abrufdatum: 02.11.2005
23 HGA Capital (Hrsg.): Mitteleuropa IV Fonds, Bürohaus „Oktogon Haz“, Hamburg, 2005, S. 23
24 Pudschedl, Walter: Ungarn, Wien, 2005, S. 1
25 Gawron, Bettina: Polen, Ungarn und Tschechien wachsen stark. In: Sicheres Geld, Sonderausgabe November
2005, Bonn, 2005, S. 4
Diplomarbeit Stefan Neher - 16 -
______________________________________________________________________
Das verlangsamte Wirtschaftswachstum ging einher mit einer Verringerung der Inflationsrate, die von 10,0% im Jahr 2000 auf 4,7% im Jahr 2003 sank. Damit setzte sich trotz der Wachstumsbeschleunigung die Senkung der Inflationsrate von 28,2% aus dem Jahr 1995 auf 4,7% im Jahr 2003 fort. Im Jahr 2004 stieg die Inflation zwar wieder auf 6,8% 26 , ist aber im darauffolgenden Jahr 2005 auf 3,8% gesunken. 27 Hintergründe für den rascheren Preisanstieg im Jahr 2004 waren zum Teil „Einmaleffekte“, die durch den Beitritt zur EU bedingt waren, aber auch - wie überall - gestiegene Rohstoffpreise. 28 Im Jahr 2006 soll die Inflation bedingt durch die generelle Mehrwertsteuersenkung auf nur 2,1% zurückgehen. 29 (Vgl. Darstellung 2 und 3 auf S. 13)
Das stabile Wirtschaftswachstum und die rückläufige Inflation der letzten Jahre verdankt Ungarn seiner konsequenten Haushaltspolitik. Der Kreditwürdigkeit Ungarns kommt dies zugute. Die international tätige Ratingagentur Standard & Poors bewertete Ungarn im August 2005 kurzfristig mit A1 30 und langfristig mit A-. 31 Der Budapester Immobilienmarkt erhielt insgesamt ein „AA“-Rating, was für ein „sehr geringes Investmentrisiko“ steht und mit einem weit unterdurchschnittlichen Angebot bei sehr hoher Nachfrage und sehr hoher Wertzunahme begründet wurde. 32 Weitere Ratingergebnisse und Vergleiche ausgewählter europäischer Länder gibt Anhang 2.
Tschechiens Wirtschaftswachstum schwächte sich von 3,3% im Jahr 2000 bis auf 1,5% im Jahr 2002 ab. Seit dem Jahr 2003 erholte sich die wirtschaftliche Entwicklung mit einem Wachstum von 3,7% wieder und stieg bis Ende 2005 auf 4,8%. 2006 soll die Wachstumsrate bei 4,4% liegen. Die Warennettoexporte und die anhaltend hohen Investitionen ausländischer Unternehmen erwiesen sich neuerlich als Schlüsselfaktor für
26 Eurostat (Hrsg.)/Statistisches Bundesamt 2005: Inflationsrate und reale Wachstumsrate des BIP, Luxemburg,
2005, S.1, unter: http://europa.eu.int/portal?_pageid=1090,30070682,1090_33076576&_dad=portal&_schema=-
PORTAL, Abrufdatum 17.01.2006
27 Deutsche Capital Management AG (DCM), Europafonds 1 Budapest KG: Eine Investition in das neue Europa,
München, 2005, S. 16
28 Gawron, Bettina: Polen, Ungarn und Tschechien wachsen stark. In: Sicheres Geld, Sonderausgabe November
2005, Bonn, 2005, S. 5
29 Pudschedl, Walter: Ungarn, 2005, S. 2
30 Die Spannweite reicht von der Bestnote AAA+ bis nicht kreditwürdig mit D
31 UNIDO, Polen, 2003, S. 18
32 HGA: Mitteleuropa IV Fonds, 2005, S. 27
Diplomarbeit Stefan Neher - 17 -
______________________________________________________________________
die Konjunktur. 33 Seit 9 Jahren weist das Land das kräftigste Wirtschaftswachstum unter den neuen EU-Ländern aus. Vor allem der stetig wachsende Mittelzufluss ausländischer Direktinvestitionen hat der tschechischen Wirtschaft nach 1999 aus der Krise geholfen. So liegt Tschechien bei den direkten kumulierten Auslandsinvestitionen pro Kopf an der Spitze der mittel- und osteuropäischen Länder. 34
Prag, die Region mit dem höchsten BIP je Einwohner in den neuen Mitgliedstaaten, erreicht mit 153% des EU-25-Durchschnitts bereits 2002 Rang 14. 35
Die Inflationsrate von 3,9% im Jahr 2000 wuchs im Jahr 2001 auf 4,5% und reduzierte sich bis auf - 0,1% im Jahr 2003. Im Jahr 2004 stieg die Inflation auf 2,6% und ist im Jahr 2005 wieder auf sehr moderate 1,7% gesunken. Für das Jahr 2006 wird eine Inflationsrate von 2,2% prognostiziert. 36
Zusammen mit der einsparungsorientierten Haushaltspolitik hat sich Tschechien mittlerweile einen sehr guten Platz unter den Länderratings geholt. So wird Tschechien von mehreren internationalen Ratingagenturen mit den Spitzennoten A- bzw. A1 bewertet. 37
Polens Wirtschaft wächst seit 1998 mit Raten um die 4%. Nur in den Jahren 2001 und 2002 lag das Wirtschaftswachstum aufgrund der weltweiten Konjunkturflaute bei 1,0% bzw. 1,4%. Im Jahr 2004 lag das Wachstum u.a. durch den EU-Beitritt bei sehr guten 5,4%. Im Jahr 2005 verlangsamte sich das Wachstum auf 3,2%. Die niedrigere Wachstumsrate ist aber vor allem durch das außerordentlich hohe Wachstum im ersten Quartal 2004, wegen der Vorzieheffekte vor dem EU-Beitritt, bedingt. Für die kommenden Jahre werden Wachstumsraten zwischen 4 und 5% prognostiziert. 38
33 Sobisek, Pavel: Tschechische Republik - Die Wachstumsfaktoren heißen Export und Infrastrukturausbau. In:
CEE-Report 4-2005, Bank Austria Creditanstalt, Wien, 2005, S. 1, unter: http://www.ba-ca.com/de/index.html,
Abrufdatum 02.11.2005
34 Vgl. Anhang 3
35 Eurostat (Hrsg.): Regionen - Statistisches Jahrbuch 2005, Luxemburg, 2005, S. 32, unter: http://www.eds-
destatis.de/index.php, Abrufdatum 17.01.2006
36 Eurostat/Statistisches Bundesamt 2005: Inflationsrate, 2005, S.1
37 Vgl. Anhang 2
38 Holzhacker, Hans: Polen: Wie ernst ist die Wachstumsschwäche. In: CEE-Report 4-2005, Bank Austria Credi-
tanstalt, Wien, 2005, S. 1, unter: http://www.ba-ca.com/de/index.html, Abrufdatum 05.11.2005
Diplomarbeit Stefan Neher - 18 -
______________________________________________________________________
Die aktuelle Wirtschaftsstruktur nähert sich bereits jener der bisherigen EU-15-Mitgliedsstaaten an. Die Bruttowertschöpfung erfolgt inzwischen zu mehr als 50% im Dienstleistungssektor. 39
Im Jahr 2003 sank die Inflation auf 0,7% von 10,1% im Jahr 2000. Die Inflationsrate fiel 2004 mit 3,5% erwartungsgemäß höher aus als in den Jahren zuvor. Ursache hierfür waren das hohe Wirtschaftswachstum und durch den EU-Beitritt bedingte Preissteigerungen. 40 Für die kommenden Jahre werden wieder niedrigere Inflationsraten erwartet. 41 Nach 1,9% im Jahr 2005 soll die Inflation im Jahr 2006 bei 2,5% liegen. 42
Beim Länderrating kann Polen noch nicht mit Tschechien und Ungarn mithalten, ist aber mit BBB+ bzw. A2 auf einem guten Weg.
Die wirtschaftliche Entwicklung Polens in der Vergangenheit und die Prognosen zeigen, dass Polen sich zu einem sicheren und stabilen Investitionsstandort entwickelt hat und diese Stellung weiter festigt. Die Privatisierung ist sehr weit fortgeschritten, die Arbeitskosten sind relativ niedrig und die Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland und den anderen europäischen Nachbarn sind gefestigt und wachsen weiter. 43
Deutschlands Wirtschaftswachstum betrug im Jahr 2000 noch 2,9%, ging aber in den Folgejahren bedingt durch einen allgemeinen Konjunkturabschwung bis auf -0,1% im Jahr 2003 zurück. Nach einem Aufschwung im Jahre 2004 auf 1,6% und einem Rückgang 2005 auf 0,9% gehen die Prognosen für 2006 von einem Konjunkturaufschwung auf 1,8% aus. 44 In München wuchs das BIP im Jahr 2005 mit 2,3% stärker als in den anderen deutschen Großstädten. 45
39 Gawron, Bettina: Polen, Ungarn und Tschechien wachsen stark, 2005, S. 3
40 Gawron, Bettina: Polen, Ungarn und Tschechien wachsen stark, 2005, S. 3
41 Eurostat/Statistisches Bundesamt Deutschland 2005: Inflationsrate, 2005, S. 1
42 Auswärtiges Amt, Polen: Wirtschaft und Umweltpolitik, Berlin, 2005, unter: http://www.auswaertigesamt.-
de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=12&land_id=136#3, Abrufdatum 06.11.2005
43 Jones Lang LaSalle (Hrsg.): Warsaw City Profile September 2005, Warschau, 2005, S. 3, unter:
http://www.research.joneslanglasalle.com/?LanguageID=1&CountryID=76&ParentCountry=4&CountryLeveL=1,
Abrufdatum 17.11.2005
44 Internationaler Währungsfond (IWF)(Hrsg.): Höheres Wachstum für Deutschland, Washington/Berlin, 18. Januar
2006, unter: http://de.today.reuters.com/news/newsArticle.aspx?type=economicsNews&storyID=2006-01-
18T184747Z_01_HAG867653_RTRDEOC_0_DEUTSCHLAND-IWF-KONJUNKTUR-ZF.xml, Abrufdatum
25.01.2006
45 Catella Eureal (Hrsg.): Büromarkt Deutschland - Frühjahr 2005, Berlin/Frankfurt, 2005, S. 5; 45 Landeshauptstadt
München, Referat für Arbeit und Wirtschaft: Münchner Jahreswirtschaftsbericht 2004, München, 2004, S. 7
Diplomarbeit Stefan Neher - 19 -
______________________________________________________________________
Die Inflationsraten sind im Vergleich zu den zentraleuropäischen Ländern sehr stabil. Die Inflation bewegt sich seit dem Jahr 2000 konstant in einem Korridor zwischen 1,0% und 2,0%. 46
Deutschland hat durch das Länder-Rating AAA die höchste Bonität. Das spart Zinskosten bei der Geldbeschaffung. Standard & Poors gibt Bayern als einzigem Land „AAA-Bestnote“. 47 Eine Zusammenfassung der vorausgehenden Ausführungen gibt Darstellung 2 und 3:
Darstellung 2: Veränderung des realen BIP in %
Darstellung 3: Inflation gegenüber dem Vorjahr in %
2.2.3 Arbeitslosenquoten
Ungarns wirtschaftlicher Aufschwung zeigt sich auch deutlich durch sinkende Arbeitslosenquoten. Es gelang die Arbeitslosenquoten in Höhe von 10,4% im Jahr 1995 auf
46 Eurostat/Statistisches Bundesamt Deutschland 2005: Inflationsrate, 2005, S. 1
47 Bayrische Staatskanzlei (Hrsg.): Spitzennote für Bayern: Standard & Poors gibt Bayern als einzigem Land „AAA-
Bestnote“, München, 2004, unter: http://www.bayern.de/Presse-Info/PM/2004MRat/Mrat_041214.htm#0, Abruf-
datum 03.11.2005
Diplomarbeit Stefan Neher - 20 -
______________________________________________________________________
5,7% im Jahr 2001 zu senken. Im Jahr 2002 ist die Quote bei 5,7% geblieben und danach in den Jahren 2003 bis 2004 leicht auf 6,1% gestiegen. 48 2005 gab es einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 7,3%. Im andauernden Jahr 2006 soll eine Trendumkehr auf 6,9% einsetzen. 49
Tschechien wies 1995 eine relativ geringe Arbeitslosenquote in Höhe von 4,1% auf. Bis zum Jahr 2004 gab es jedoch mehr als eine Verdopplung auf 10,3%. 50 Im Lichte der soliden wirtschaftlichen Aktivitäten erscheint der Rückgang der Zahl der Arbeitslosen auf 9,7% der Erwerbsbevölkerung im Jahr 2005 jedoch kaum zufriedenstellend. Nach Prognosen soll sich die Zahl im Jahr 2006 leicht auf 9,3% verringern. Die Probleme auf dem Arbeitsmarkt sind eher struktureller als zyklischer Natur. 51
Polens Arbeitslosigkeit ist in den Jahren 1999 bis 2001 von 13,0% auf erschreckende 19,4% gestiegen. Die Gründe dafür liegen insbesondere in der seit 1998 anhaltenden Wachstumsabschwächung der polnischen Wirtschaft, den umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen in defizitären Branchen wie der Kohle-, Stahl- und Bauindustrie sowie den hohen Lohnnebenkosten und dem nach wie vor stark regulierten Arbeitsmarkt. 52 Der Höchststand der Arbeitslosigkeit wurde im Jahr 2002 mit 20,0% erreicht. Seitdem nimmt die Arbeitslosigkeit leicht ab und soll nach Prognosen im Jahr 2006 bei 17,3% liegen. 53 Die Situation wird dadurch erschwert, dass ein kontinuierlicher Produktivitätsanstieg in der Wirtschaft durch Rationalisierungsmaßnahmen einen Zuwachs an Beschäftigung verhindert. 54
Die Jugenderwerbslosenquote übertraf in Polen in neun Regionen die 40%-Marke. 55
Deutschlands Arbeitslosenzahl im Jahr 1999 lag bei 8,4% der Erwerbsbevölkerung. Aufgrund des Wirtschaftswachstums ist die Arbeitslosenquote in den Jahren 2000 und 2001 auf 7,8% zurückgegangen. Seitdem ist die Erwerbslosenquote wieder auf 11,4%
48 Bautier, Phillippe: Erwerbslosigkeit in der EU 25. In: Eurostat, Pressemitteilung 126/2005 vom 7.10.2005, Lu-
xemburg, 2005, S. 6, unter: http://epp.eurostat.cec.eu.int/pls/portal/docs/PAGE/PGP_PRD_CAT_PREREL/PGE_-
CAT_PREREL_YEAR_2005/PGE_CAT_PREREL_YEAR_2005_MONTH_10/1-07102005-DE-AP.PDF,
Abrufdatum 04.11.2005; Eurostat 2005
49 Pudschedl, Walter: Ungarn, 2005, S. 2
50 Sachsen Fonds: Prag, 2005, S. 21
51 Sobisek, Pavel: Tschechische Republik, 2005, S. 1
52 Quaisser, W./Reppegather, A: Polen. In: Osteuropa-Institut München, München, 2001, S. 4, 7
53 Holzhacker, Hans: Polen, 2005, S. 1
54 Gawron, Bettina: Polen, Ungarn und Tschechien wachsen stark, 2005, S. 3
55 Eurostat: Erwerbslosigkeit in der EU 25, Luxemburg, 7. Oktober 2005, S. 1
Diplomarbeit Stefan Neher - 21 -
______________________________________________________________________
im Jahr 2005 gestiegen. Dieser Zuwachs ist auf Restrukturierungsmaßnahmen der Unternehmen und auf fehlendes Wirtschaftswachstum zurückzuführen. Im Jahr 2006 soll nach Prognosen die Arbeitslosenzahl auf 10,4% zurückgehen. 56
Bezogen auf die einzelnen Städte nehmen Budapest und München in Hinblick auf die Arbeitslosenquote im europäischen Vergleich eine gute Position ein. Im Jahr 2005 lagen die Arbeitslosenquoten mit 4,0% bzw. 5,9% 57 unter dem EU-Durchschnitt. Die Arbeitslosenquote von Prag im Jahr 2005 mit 7,0% hält sich ebenfalls noch unter diesem Durchschnitt. Jedoch ist die Quote im Vergleich zu zwei Jahren zuvor von 4,2% stark gestiegen.
Erschreckend sieht die Lage in Warschau aus. Die Arbeitslosenquote hat sich zwar im Vergleich zum Jahr 2004 um 1,1% verbessert, liegt aber immer noch bei 15,0% im Jahr 2005. 58
Generell ist die Zahl der Arbeitsplätze in München innerhalb der letzten 20 Jahre nur marginal gestiegen. Ein Grund hierfür ist die über dem Durchschnitt der europäischen Städte liegende Arbeitsproduktivität. Erst bei hoher wirtschaftlicher Dynamik entstehen auch zusätzliche Arbeitsplätze.
Darstellung 4: Arbeitslosenquoten der Erwerbspersonen in %:
56 Bundesagentur für Arbeit (Hrsg.): Arbeitsmarkt 2004, 53. Jahrgang (Sondernummer), Nürnberg, 30. August 2005,
S. 23, unter: http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/jahr/arbeitsmarkt_2004_gesamt.pdf,
Abrufdatum 02.11.2005
57 Landeshauptstadt München: München. Der Wirtschaftsstandort 2005, S. 7
58 Bautier, Phillippe: Erwerbslosigkeit in der EU 25, 2005, S. 4 ff.
Arbeit zitieren:
Stefan Neher, 2006, Büromärkte für innere City-Lagen Budapest, Prag und Warschau im Vergleich zu München aus Sicht eines deutschen institutionellen Investors, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Neue Investitionsmöglichkeiten offener Immobilienfonds im Rahmen der O...
BWL - Investition und Finanzierung
Diplomarbeit, 112 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Stefan Neher hat den Text Büromärkte für innere City-Lagen Budapest, Prag und Warschau im Vergleich zu München aus Sicht eines deutschen institutionellen Investors veröffentlicht
Stefan Neher hat einen neuen Text hochgeladen
Wallpaper* City Guide Budapest 2012
Real Estate Asset Management für institutionelle Investoren
<BR>Eine theoretische Konzepti...
Michael Trübestein
Home Bias bei privaten und institutionellen Investoren
Eine empirische Studie
Dennis Huchzermeier
0 Kommentare