INHALTSVERZEICHNIS
1. GANG DER UNTERSUCHUNG 1
2. WAS MACHT EINEN FINANZPLATZ AUS? 1
3. DER FINANZPLATZ FRANKFURT 3
3.1 ENTWICKLUNG 3
3.2 STÄRKEN-SCHWÄCHEN. 4
4. DER FINANZPLATZ LONDON. 7
5. FRANKFURT, LONDON UND PARIS IM VERGLEICH 8
5.1 INSTITUTIONEN AN EINEM FINANZPLATZ. 10
5.2 WICHTIGE FUNKTIONEN AN EINEM FINANZPLATZ. 11
5.3 ENTSCHEIDENDE STANDORTFAKTOREN 12
5.4 STÄRKEN UND SCHWÄCHEN FRANKFURTS UND LONDON IM VERGLEICH
15
4.5 ROLLE DER EUROPÄISCHEN ZENTRALBANK FÜR DEN FINANZPLATZ
FRANKFURT 18
6. MÖGLICHKEITEN ZUR FÖRDERUNG DES
FINANZPLATZES FRANKFURT 19
7. FAZIT 19
LITERATURVERZEICHNIS II
I
1. Gang der Untersuchung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit internationalen Finanzplätzen und deren Wettbewerbsfähigkeit, im Speziellen mit Frankfurt am Main. Im Folgenden soll ein Überblick über die Entwicklung an den Finanzplätzen dieser Welt gegeben werden. Dabei liegt das Hauptaugenmerk, aus Gründen der Komplexität des Themas, auf den Finanzplätzen Frankfurt, London und Paris. Kapitel zwei führt in die Thematik ein und versucht allgemein darzulegen was einen Finanzplatz ausmacht.
Das dritte Kapitel skizziert zunächst die Entwicklung Frankfurts zum Finanzplatz Nummer eins in Deutschland, bevor anschließend Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken, die der Finanzplatz Frankfurt beherbergt, dargestellt werden. In Kapitel vier soll der Finanzplatz London vorgestellt werden, um schließlich im fünftem Kapitel einen Vergleich zwischen den Finanzmetropolen, wobei Paris noch mit einbezogen wird, anzustellen sowie Determinanten der Finanzplatzattraktivität zu beleuchten bzw. herauszustellen. Dieser Teil der Arbeit stützt sich vor allem auf die Studie von HARRSCHAR-EHRNBORG 1 , in der die Wettbewerbssituation europäischer Finanzzentren anhand von Interviews mit Führungskräften international tätiger Finanzinstitute untersucht wurde. Kapitel sechs beschäftigt sich mit Möglichkeiten, den Finanzplatz Frankfurt für Banken, Versicherungen und für alle weiteren Akteure in diesem Markt aufzuwerten. Abschließend soll in Kapitel sieben auf die Zukunft des Finanzplatzes Frankfurt eingegangen werden und seine Stellung in Europa bzw. seine Bedeutung im Vergleich zu London und Paris dargestellt werden.
2. Was macht einen Finanzplatz aus?
Finanzplätze oder Finanzzentren lassen sich in vier Arten unterteilen. Für inländische Kunden sind hauptsächlich kleine inländische Finanzplätze verantwortlich. An zweiter Stelle stehen regionale Finanzzentren, deren Bedeutung über die Landesgrenzen hinaus gehen. Sogenannte Offshore-Plätze zeichnen sich wiederum durch eine geringe Steuerbelastung und Regulierungsdichte aus und schließlich gibt es die globalen oder internationalen Finanzplätze 2 . Die Finanzplätze London, Paris und Frankfurt gehören zu letzter Kategorie. Einen
1 Vgl. Harrschar-Ehrnborg (Finanzplatzstrukturen in Europa 2002).
2 Vgl. Holtfrerich (Finanzplatz Frankfurt 1999), S. 17.
1
modernen Finanzplatz zeichnet mehr als eine bestimmte Anzahl von Banken aus. Dazu gehört die Technik und Organisation des Marktes, die Infrastruktur sowie die für Finanzplätze relevanten gesetzlichen und administrativen Regeln. Die meisten Finanzzentren sind durch Konzentration der wichtigsten Elemente gekennzeichnet. Diese Konzentration sind zumeist durch historisch gewachsene Strukturen entstanden, was aufgrund der Kommunikationsmöglichkeiten in der Vergangenheit ein Qualitätsmerkmal darstellte. 3 Auf den Finanzmärkten treten heute neben Banken und Börse auch Fondgesellschaften, Versicherungen und Großunternehmen in Erscheinung. Die Bedeutung der internationalen Finanzplätze für die Wirtschaft des jeweiligen Landes und die weltweite Wirtschaft ist dadurch weiter angestiegen. Unter einem internationalen Finanzplatz oder Finanzzentrum soll ein Ort mit hoher Konzentration von in- und ausländischen Finanzinstituten verstanden werden, wobei die Institute über internationale Geschäftbeziehungen verfügen und sowohl Anbieter als auch Anleger auf dem Finanzmarkt aus dem In-und Ausland kommen. 4 Kindleberger hat in einer Studie schon 1974 nachgewiesen, dass sich in der Regel ein Finanzzentrum pro Land herausbildet. Dies ist vor allem mit der hohen Liquidität und den damit verbundenen niedrigeren Transaktionskosten, die aus einer Zentralisierung resultieren, zu erklären. Je größer ein Finanzmarkt ist, desto höher ist die Liquidität der emittierten Papiere. Dies hat zur Folge, dass weitere Emittenten angezogen werden. 5 Was auf nationalen Ebenen schon abgelaufen ist, steht Europa noch bevor. Mit Schaffung der Währungsunion und dem Wegfall des Wechselkursrisikos ist ein weiterer Schritt hin zu einem Allfinanzzentrum für Europa gemacht worden. Im Zuge der Globalisierung scheint es nur noch die Frage zu geben, wer sich im Wettbewerb der Finanzplätze durchsetzen wird.
3 Vgl. Bördlein (Finanzdienstleistungen in Frankfurt am Main 1999), S.74ff.
4 Vgl. Pulm (Die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Frankfurt im internationalen
Vergleich 1993), S. 6f.
5 Vgl. Kindleberger (The Formation of Financial Centers 1974), S.10.
2
3. Der Finanzplatz Frankfurt
3.1 Entwicklung
Frankfurt war vor 1870 der wichtigste Finanzplatz in Deutschland, bis es seine Position an die neue Hauptstadt Berlin im Zuge der Gründung des deutschen Reiches abgeben musste. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg und mit der Entscheidung der Alliierten, die Bank Deutscher Länder, der Vorläufer der deutschen Bundesbank, in Frankfurt anzusiedeln, wurde der Weg für Frankfurt zum Finanzplatz Nummer eins in Deutschland geebnet. Den Ausschlag für Frankfurt gaben hier seine zentrale Lage, der große Flughafen und nicht zuletzt der Hauptsitz des amerikanischen Militärs. Grote bezeichnet die Entscheidung für Frankfurt als „historischen Unfall“, der Frankfurt erst in die Lage versetzte, zu einem nationalen Finanzzentrum aufzusteigen. 6 In den folgenden Jahren und Jahrzehnten verlegten die großen deutschen Banken ihre Zentralen nach Frankfurt. Hauptgrund war die Anwesenheit der Zentralbank, welche Marktkonditionen für die Teilnehmer festlegen und Liquidität zur Verfügung stellen konnte. Zudem machten Kommunikations- und Zahlungssysteme der Vergangenheit die Nähe zur Zentralbank für Banken, die täglich am Geldmarkt operierten, erforderlich. 7 Ebenso siedelten sich ausländische Banken in Frankfurt an und trugen somit zum Wachstum des Bank- und Börsenwesens erheblich bei. Frankfurt ist heute das für Deutschland mit Abstand dominierende Finanzzentrum. Stuttgart 8 und München stellen zwar in Deutschland nicht unbedeutende Größen dar, dennoch werden über die Deutsche Börse AG 84% des gesamten deutschen Aktienhandels abgewickelt. 9 Vor allem durch die Entscheidung, Frankfurt zum Sitz der Europäischen Zentralbank zu machen, wurden vor noch nicht allzu langer Zeit Stimmen laut, die Frankfurt in der Zukunft als größtes europäisches Finanzzentrum, noch vor London, sahen. Diese Entwicklung lässt sich zur Zeit nicht mehr erkennen. Dazu hat sicherlich auch der allgemeine konjunkturelle Abschwung beigetragen sowie strukturelle Probleme der deutschen Wirtschaft und ein schwieriges Marktumfeld für die Deutsche Börse AG durch den Vertrauensverlust in die Anlageform Aktie
6 Vgl. Grote (The rise of the financial center Frankfurt 2004), S. 21.
7 Vgl. Grote (The rise of the financial center Frankfurt 2004), S. 21 f.
8 Die European Warrant Exchange (EUWAX) in Stuttgart ist Marktführer im deutschen
Optionsscheinhandel, www.euwax-broker.de.
9 Vgl. Barber (Frankfurt as a financial centre, Financial Times 12.06.2002).
3
im Zusammenhang mit dem Einbruch des Neuen Marktes. 10 „Insbesondere die Region München entwickelte sich deutlich dynamischer als FrankfurtRheinMain (...). Insgesamt, wie in den strategisch wichtigen Funktionsbereichen Forschung und Entwicklung, Management und Beratung, hat München die Wachstumsführerschaft übernommen.“ 11 Einiges deutet darauf hin, dass an Frankfurt als Finanzzentrum Deutschlands zumindest gekratzt wird. Durch den Standort der Zentralen der großen Versicherer Allianz und Münchner Rück sowie der HypoVereinsbank in Bayerns Landeshauptstadt besteht hier Potential. Zudem wird die zentrale Stellung Frankfurts durch Entwicklungen im technologischen Bereich in Frage gestellt. Finanztransaktionen sind nicht mehr räumlich gebunden, sie können von jedem beliebigen Ort der Welt ausgeführt werden. Hinzu kommt der Wegfall des Währungsrisiko innerhalb der EU, so dass man im Euro-Raum mit einem ähnlichen Konzentrationsprozess wie bei den nationalen Finanzplätzen rechnen muss. Es wird zu einer Fokussierung auf einen zentralen Finanzplatz kommen.
3.2 Stärken-Schwächen
2002 waren annähernd 80.000 Beschäftigte im Finanzsektor tätig. Frankfurt liegt damit deutlich vor München und weit vor anderen deutschen Wirtschaftszentren. Mit der EZB und der Deutschen Bundesbank sowie der Deutschen Börse und mehreren international renommierten Ausbildungseinrichtungen für das Finanzwesen verfügt Frankfurt über die Voraussetzungen, seine Stellung als Finanzplatz Nummer Eins in Deutschland halten zu können. Hinzu kommt, dass Frankfurt sowohl von der Eu-Osterweiterung profitieren könnte sowie von der vermehrten Ansiedlung koreanischer und chinesischer Handelsunternehmen. 12 Der Versicherungsstandort und Finanzplatz Frankfurt wird durch die Entscheidung der EU-Finanzminister Anfang 2004, den Standort des „Ausschuss(es) der europäischen Aufsichtsbehörden für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung“ -Commitee of European Insurance and Occupational Pension Supervisors (CEIPOS) nach Frankfurt zu geben, eine weitere Aufwertung erfahren.
10 Vgl. Spahn/Busch (FEH-Report No 645 2002), S.40.
11 Vgl. Ring (IHK Gutachten Wirtschaftsstandort Frankfurt am Main - Zusammenfassung
2004), S.3.
12 Vgl. Ring (IHK Gutachten Wirtschaftsstandort Frankfurt am Main - Zusammenfassung
2004), S. 8f.
4
Arbeit zitieren:
Andreas Lante, 2005, Der Finanzplatz Frankfurt-Determinanten der Attraktivität nationaler Finanzzentren, München, GRIN Verlag GmbH
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Finanzplatzwettbewerb in Europa - Paris, London und Frankfurt
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