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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Grundstruktur von Smarts Utilitarismus und Williams
zentrale Kritikpunkte
2.1 Grundstruktur von Smarts Utilitarismus
2.2 Williams Darstellung des Konsequenzialismus und
seine Kritik an ihm
2.3 Das Prinzip des Eudaimonismus
3. Regel- vs. Handlungsutilitarismus
4 S c h l u s s w o r t e
5. Bibliographie
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1. Einleitung
Die folgende Auseinandersetzung mit dem Utilitarismus erhebt nicht den Anspruch den über hunderte von Jahren geführten Diskurs vollständig widerzuspiegeln. Sie möchte eine Auswahl zentraler Thesen des Utilitarismus vorstellen und sich kritisch mit ihnen auseinandersetzen.
Um einen Fuß in dieses verminte und unebene Terrain zu setzten werden exemplarisch je ein Vertreter der Verfechter- und der Gegnerseite utilitaristischen Denkens ausgewählt.
Der moderne Philosoph John J.C. Smart stellt sich in eine Reihe mit den klassischen Utilitaristen J.S. Mill, J. Bentham und H. Sidgwick. Als selbsternannter Handlungsutilitarist repräsentiert er den klassischen Utilitaristen.
Bernard Williams, ein erklärter Gegner des Konsequenzialismus und a fortiori des Utilitarismus, stellt den Gegenpart dar. Williams setzte sich erstmals 1972, in seinem Buch "Morality - An Introduction to Ethics" mit dem Utilitarismus auseinander. Kurz darauf folgte die Veröffentlichung seines Essays "A critique of utilitarianism", welches zusammen mit Smarts Verteidigung "An outline of a system of utilitarian ethics" veröffentlicht wurde.
Um dem vorgegebenen Rahmen einer Hausarbeit gerecht zu werden, beschränke ich mich im Folgenden auf die Diskussion einiger der zentralen Streitpunkte zwischen Smart und Williams, welche Stellvertreterfunktion im geführten Diskurs einnehmen sollen.
Es erscheint sinnvoll, mit einer Darstellung von Smarts utilitaristischem Grundgerüst zu beginnen, um Williams Kritik einen Nährboden zu verschaffen.
Der darauf folgende Abschnitt beschäftigt sich mit der konsequenzialistischen Grundstruktur, welche notwendiger Teil jedes utilitaristischen Systems ist.
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Im Anschluss daran wird die Frage gestellt, ob der Utilitarismus eine hedonistische oder eine nichthedonistische Wertbasis haben soll, d.h. ob das Glück als einzig intrinsisches Gut zugelassen werden soll oder nicht. Abschließend wird die von Brandt eingeführte Unterscheidung zwischen Handlungs- und Regelutilitarismus diskutiert.
2. Die Grundstruktur von Smarts Utilitarismus und Williams
zentrale Kritikpunkte
2.1 Grundstruktur von Smarts Utilitarismus
Seit Jeremy Bentham im 18. Jahrhundert das Nutzenprinzip nicht nur zur Erklärung beobachteten Verhaltens heranzog, sondern es zu einem ethischen Postulat ausbaute, gehört der Utilitarismus bis heute zu einer der wichtigsten moralphilosophischen Positionen in der Ethik. 1 Im Laufe seiner Entwicklung hat er sich dabei in eine beinnahe verwirrende Zahl von Positionen und Unterpositionen ausdifferenziert.
Eine klassische Position vertritt John J. C. Smart, der als moderner Vertreter des traditionellen Utilitarismus auftritt. Smart definiert den Utilitarismus als "die Lehre, dass die Richtigkeit von Handlungen anhand ihrer Konsequenzen zu beurteilen sei" 2 . Genauer führt er dazu aus:
"Nur dasjenige Handeln ist richtig, das aufgrund seiner Konsequenzen nützlich ist für das
größtmögliche Glück aller von dem Handeln betroffener Personen, den Handelnden
eingeschlossen." 3
1 Vgl. …..: "Die Wohlfahrtstheorie auf der Grundlage kardinaler Messbarkeit und interpersoneller Vergleichbarkeit von Nutzen - unter besondere Berücksichtigung des klassischen Utilitarismus", Diplomarbeit Köln 1999
2 J.J.C. Smart: "Extremer und eingeschränkter Utilitarismus", in: Höffe, O. (Hrsg.): "Einführung in die utilitaristische Ethik", 3. Auflage, Tübingen 2003, S. 167
3 Smart, in: Höffe 2003, S. 172f.
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Smarts utilitaristisches Moralprinzip lässt sich folglich als eine Mischung aus Eudaimonismus und Konsequenzialismus beschreiben. Eudaimonistisch ist es, da die gewünschte Eigenschaft von Handlungen darin besteht, dass Glück der Menschen zu maximieren und konsequenzialistisch, da der moralische Wert jeder Handlung immer von deren Konsequenzen abhängt.
Wie vor ihm schon J. Bentham 4 lehnt es Smart ab, eine philosophische Begründung des utilitaristischen Moralprinzips zu liefern. Als überzeugter Anhänger des "Non-Kognitivismus" postuliert er, dass jeder Versuch, fundamentale ethische Prinzipien zu begründen, zum Scheitern verurteilt sei, da Moralprinzipien immer nur Ausdruck unserer grundlegenden Einstellungen zur Welt sind, und nicht die Produkte einer intellektuellen Anschauung oder apriorischen Argumentation. 5 Smart ist sich bewusst, dass er mit seiner Ethik vermutlich nicht alle Menschen überzeugen können wird. Dieser Umstand redet, so Smart, jedoch keiner Widerlegung das Wort, sondern zeigt vielmehr, wie viele Menschen traditionalistischen, religiösen, unwissenschaftlichen, konfusen oder einfach egoistischen Überzeugungen anhängen. 6
Wie bereits deutlich geworden sein sollte, vertritt Smart eine eindeutig universalistische Version des Utilitarismus und stellt sich somit gegen egoistisches, ebenso wie gegen altruistisches Denken und Handeln.
"The utilitarian's ultimate moral principle, (…) expresses the sentiment not of altruism but of
benevolence, the agent counting himself neither more nor less than any other person." 7
Wie vor ihm schon Bentham, Mill und Sidgwick erfährt auch Smart heftige Kritik an seinem utilitaristischen Moralkonzept. Einer der modernen Gegner des Utilitarismus ist Bernard Williams, der seine Kritik in vielen Punkten direkt auf die Thesen Smarts bezieht.
4 Jeremy Bentham:" An Introduction to the Principles of Morals and Legislation, zitiert in J.H. Burns (Hrsg.):
The Collected Works of Jeremy Bentham, London 1970, p. 41.
5 Smart, in: Höffe 2003, S. 10
6 J.J.C. Smart: "An outline of a system of utilitarian ethics", in: "Utilitarianism for and against", Cambridge 1963, S. 7f
7 Smart, 1963, S. 32
Arbeit zitieren:
Peggy Schirmer, 2005, Das utilitaristische System von J.J.C. Smart und Bernard Williams , München, GRIN Verlag GmbH
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