Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis................................................................................................ I
Abbildungsverzeichnis II
Abk ürzungsverzeichnis II
1 Einleitung 1
2 Definition von Schattenwirtschaft 2
3 Methoden zur Erfassung der Schattenwirtschaft. 6
3.1 Direkte Methoden. 6
3.2 Indirekte Methoden 7
3.2.1 Monetäre Ansätze. 7
3.2.2 Input-Ansatz (Physikalische Inputmethode) 16
3.3 Kausale Methoden 18
4 Schlussbetrachtung 21
Literaturverzeichnis 1
I
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Die Volkswirtschaft als Dual Economy .......................................... 3 Abbildung 2: Klassifikation schattenwirtschaftlicher Aktivitäten.......................... 4 Abbildung 3: Die Grundidee der monetären Ansätze ......................................... 8
Abkürzungsverzeichnis
Abb. - Abbildung Bd. - Band BIP - Bruttoinlandsprodukt BRD - Bundesrepublik Deutschland Bzw. - beziehungsweise d. h. - das heißt etc. - et cetera (lateinisch): und so weiter EU - Europäische Union f. - folgende ff. - fortfolgende i.e.S. - im engeren Sinn i.w.S. - im weiteren Sinn Nr. - Nummer o. g. - oben genannt OECD - Organization for Economic Cooperation and Development S. - Seite vgl. - vergleiche VGR - Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung z. B. - zum Beispiel
II
1 Einleitung
Mitte der 1970-er Jahre stieg die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und der Politiker in den Industriestaaten bezüglich des Phänomens der Schattenwirtschaft beträchtlich. Heute rückt dieses durch die enorm steigenden Arbeitslosenquoten, die Finanzierungsprobleme der öffentlichen Haushalte, aber auch durch zunehmende Staats- und Politikverdrossenheit wieder in das Visier der offiziellen Wirtschafts- und Sozialpolitik. Das Interesse der Öffentlichkeit an dem Thema Schattenwirtschaft und deren Regulierung ist enorm. Doch wie soll etwas gemessen werden, das versteckt, also gar nicht sichtbar ist? Die Schwierigkeiten beginnen bereits mit der Definition des Begriffs und dem Bestandteil der Betrachtung. Auch durch eine „Arbeitsdefinition“ (siehe Kapitel 2) kann dem nicht entgegengewirkt werden. Wie in den folgenden Kapiteln erkennbar sein wird, werden - je nach Ansatz - bei der Messung verschiedene Bereiche nicht berücksichtigt. Des Weiteren wird die Erfassung der Größe der Schattenwirtschaft dadurch erschwert, dass es nicht im Interesse der Beteiligten liegt, die Behörden auf ihre illegalen Aktivitäten aufmerksam zu machen. Die Gefahr einer Bestrafung ist sehr hoch. Die Tätigkeiten im Schattensektor lassen jedoch in unterschiedlichen Bereichen Spuren zurück, durch deren Analyse die Größe der Schattenwirtschaft ermittelt werden kann. Das Nachgehen dieser Spuren hat den großen Vorteil, dass im Allgemeinen kein Grund für die Beteiligten besteht, diese zu verwischen. Oft sind die Spuren das Ergebnis des Versuchs, die Tätigkeit im Schattensektor zu verheimlichen. Dabei wird meist den Spuren nachgegangen, welche die Schattenwirtschaft in der monetären Sphäre hinterlässt. Die verschiedenen Methoden zur Messung der Größe und des Umfangs der Schattenwirtschaft sind Gegenstand dieser Arbeit. Bei diesen Ansätzen wird zwischen den direkten und indirekten Methoden bzw. den Kausalen Methoden unterschieden. Die quantitative Erfassung der Schattenwirtschaft ist bedeutend, da systematische Verzerrungen der makroökonomischen Indikatoren zu fehlgeleiteten wirtschaftspolitischen Maßnahmen führen können, der Staat beträchtliche Verluste an Steuereinnahmen erleidet und letztlich die Flucht in die Schattenwirtschaft als Indikator für Missbehagen der Bevölkerung gesehen werden kann.
1
2 Definition von Schattenwirtschaft
Die folgende Arbeitsdefinition soll den Begriff der Schattenwirtschaft umschreiben, da von diesem Begriff keine einheitliche oder „richtige“ Definition existiert: 1 „Unter dem Begriff Schattenwirtschaft [i.w.S.] werden alle jene Leistungen zusammengefaßt, die normalerweise zum Sozialprodukt gerechnet werden müßten, aber aus welchen Gründen auch immer, nicht im offiziellen Sozialprodukt enthalten sind.“ 2 Diese Definition wird unter anderem von Edgar L. Feige, Friedrich Schneider, Bruno Frey und Werner Pommerehne und Herald Lubell verwendet. Philip Smith definiert Schattenwirtschaft als marktbasierte Produktion von Gütern und Dienstleistungen, ob legal oder illegal, die der Aufdeckung in den offiziellen Schätzungen des Bruttosozialprodukts entgehen. 3 Im Allgemeinen wird die Schattenwirtschaft als „Abwahl geltender Normen für wirtschaftliche Tätigkeit“ bewertet oder als „Emigration aus den etablierten Arbeits-formen“ aufgefasst. 4
Die folgende systematische Abgrenzung des Begriffs von Cassel und Caspers, bei der die reinen Finanzaktionen nicht enthalten sind, konnte inzwischen weite Verbreitung und Akzeptanz in der Literatur erlangen. Hier wird der Bereich der reinen Steuerhinterziehung durch Finanztransaktionen, wie beispielsweise Steuerflucht oder Scheinfirmengründung, nicht betrachtet. An dieser Stelle dient das Konzept der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) als Abgrenzungskriterium. 5
Um wichtige Problemaspekte nicht von Anfang an definitorisch auszublenden, sollte der Begriff der Schattenwirtschaft weit genug gefasst sein. Es erscheint aus diesem Grund sinnvoll, von einer zweigeteilten Volkswirtschaft, bzw. Dual Economy, wie in Abbildung 1 dargestellt, auszugehen.
1 Vgl. Schneider/Enste (2000), S. 5.
2 Pommerehne/Kirchgässner (1994), S. 851.
3 Vgl. Schneider/Enste (2000a), S. 78.
4 Vgl. Schneider/Enste (2000), S. 5.
5 Vgl. Schneider/Enste (2000), S. 5 f.
2
Die öffentliche Wirtschaft zählt zu dem offiziellen Sektor (First Economy) einer Volkswirtschaft. Hierzu gehören die Aktivitäten der öffentlichen Haushalte und der staatlichen Unternehmen. Des Weiteren umfasst der offizielle Sektor die Privatwirtschaft, der die erwerbswirtschaftlichen Aktivitäten der privaten Haushalte und privaten Unternehmen zugeordnet werden. Insgesamt handelt es sich um alle Tätigkeiten, die staatlich administriert und besteuert werden. Alle privatwirtschaftlichen Aktivitäten, die nicht in die Sozialproduktrechnung eingehen, obwohl sie zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung beitragen, lassen sich unter dem Begriff Schattenwirtschaft i.w.S. (Second Economy) zusammenfassen. Diese stehen sozusagen im „Schatten“ der offiziellen Wirtschaft und damit auch der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Unter die Selbstversorgungswirtschaft fällt hauptsächlich die Deckung des Eigenbedarfs, jedoch auch die bedarfswirtschaftlichen Aktivitäten von privaten Selbstversorgungsorganisationen, die ohne Entlohnung und freiwillig erfolgen und deren Produktion aufgrund der VGR-Konventionen nicht erfasst wird bzw. nicht erfassbar ist.
3
Die Schattenwirtschaft im engeren Sinn hingegen müsste im Grunde der VGR-Konzeption entsprechend im Wertschöpfungsbeitrag erfasst werden. Dies gelingt jedoch durch die privatwirtschaftlichen Ausweichstrategien nicht; häufig sind diese erwerbswirtschaftlichen Aktivitäten mit der Hinterziehung fiskalischer oder parafiskalischer Ausgaben, wie z. B. Steuern, Abgaben oder Gebühren verbunden. 6 Durch Abbildung 2 soll eine Übersicht über die Aktivitäten, die allgemein zur Schattenwirtschaft gezählt werden, gegeben werden.
Der Hauptanteil der Schattenwirtschaft i.e.S. ergibt sich aus der Schwarzarbeit. Die Konzentration auf den Aspekt der Besteuerung führt dazu dass, Schattenwirtschaft i.e.S. definiert wird als die ökonomischen Aktivitäten umfassend, die grundsätzlich steuerpflichtig wären, wenn sie dem Finanzamt nicht verheimlicht würden. Die Abgrenzung dieser Arbeitsdefinition wurde in der Abbildung grau gekennzeichnet. Von der Schattenwirtschaft ausgeschlossen werden demnach die Produktion in privaten Haushalten und die freiwillige Arbeit für wohltätige Zwecke. Der wichtigste Anteil des erwerbswirtschaftlichen Bereichs der Schattenwirtschaft ist die Schwarzarbeit, die vorwiegend nebenberuflich oder von Unternehmen als Teilbereich der gesamten Tätigkeiten ausgeübt wird. Der Schwarzarbeiter, der nebenbei am Wochenende oder abends zusätzliche
6 Vgl. Cassel/Caspers (1984), S. 2 f.
4
Arbeit zitieren:
Melanie Hörstmann-Jungemann, 2006, Empirische Modelle und das mit ihnen ermittelte Ausmaß der Steuervermeidung, Steuerumgehung und Steuerhinterziehung, München, GRIN Verlag GmbH
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