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Samir Amin, Der ungleiche Tausch

Titel: Samir Amin, Der ungleiche Tausch

Hausarbeit , 2002 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dipl. Verwaltungswissenschaftler Ulrike Weh (Autor:in)

BWL - Handel und Distribution
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit der Antike versuchten die Menschen durch den Austausch von Waren mit anderen Ländern die engen Grenzen ihrer Ökonomie zu erweitern und sich dadurch Konsum- und Produktivitätsalternativen zu ermöglichen. Charakteristisch bei diesem Handel war, dass er, bezogen auf die Region, den Gegenstand und den Handelspartner überwiegend freiwillig und selektiv stattfand. Nach einer langen Zeit der Kolonialisierung begann mit dem Ende des 2. Weltkrieges eine Phase der grundsätzlich freien, aber durch vielfältige wirtschaftliche und politische Interessen dennoch protektionistischen Welthandels. Durch die wachsende Bedeutung des Fertigwarenhandels und damit des Warenaustauschs zwischen den Fertigwarenproduzenten sowie die rasch zunehmende Macht multinationaler Konzerne, begannen sich die Gewichte im Welthandel noch stärker als zuvor zu den klassischen Industrieländern hin zu verschieben. Ein Geflecht bi- und multilateraler Verträge und Abkommen, geprägt von Traditionen und Erfahrungen, bildet die Grundlage der heutigen Welthandels- und Weltwirtschaftsordnung. Das Konzept des freien Welthandels basiert auf der Annahme, dass sich dadurch die weltweite Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen verbessert. Meistens wird stillschweigend davon ausgegangen, dass von den Wohlfahrtsgewinnen alle am Handel beteiligten Nationen und eventuell sogar in gleichem Umfang profitieren. Die Praxis zeigt aber, dass unterschiedliche polit-ökonomische Ausgangsbedingungen und die damit im Zusammenhang stehende ungleiche Verteilung von Macht zu ungleichen Tauschbeziehungen führen. Bisher gibt es keinen theoretischen Ansatz, der dieses Phänomen vollständig erklärt. Allerdings wurden, vor allem zwischen 1960 und 1975, verschiedene Lösungsansätze veröffentlicht. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf den Thesen von Arghiri Emmanuel, der mit seinem Werk „L’échange inégal“ die Öffentlichkeit erstmals auf dieses Thema aufmerksam machte. Es wird zunächst erklärt, warum überhaupt internationaler Handel stattfindet. In diesem Zusammenhang wird das Theorem der komparativen Kosten erläutert. Im folgenden wird dargelegt, ob und warum Handel unfair sein kann. Wie bereits erwähnt, bietet Emmanuels Theorem hier einen Erklärungsversuch an. Nach verschiedenen Kritiken an diesem Modell, folgt die Problematik der Messung von Ungleichem Tausch und damit eine Betrachtung der Terms of Trade. Abschließende wird betrachtet, welche Rolle der Ungleiche Tausch im Welthandel spielt. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ricardo´s Theorem der komparativen Kosten

3. Emmanuel´s Theorie des Ungleichen Tauschs

3.1 Prämissen

3.2 Thesen

3.3 Der Ungleiche Tausch im weiteren Sinne

3.4 Der Ungleiche Tausch im engeren Sinn

4. Kritik an Emmanuel´s Theorie

4.1 Bettelheim

4.2 Busch

4.3 Elsenhans

4.4 Schmidt

5. Terms of Trade

5.1 Die Net Barter Terms of Trade

5.2 Die Commodity Terms of Trade

5.3 Die Single Factoral Terms of Trade

5.4 Die Terms of Trade und ihre Bedeutung für den Ungleichen Tausch

Busch

Prebisch

6. Samir Amin´s Aspekte der Ungleichen Entwicklung

7. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen des "Ungleichen Tauschs" im internationalen Handel, um zu klären, warum trotz theoretischer Annahmen des freien Welthandels eine ungleiche Macht- und Wohlstandsverteilung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern besteht. Das primäre Ziel ist die kritische Analyse der Thesen von Arghiri Emmanuel und deren Ergänzung durch Ansätze von Samir Amin, um die Mechanismen hinter der ungleichen Entwicklung aufzudecken.

  • Theoretische Grundlagen des komparativen Kostenvorteils nach Ricardo.
  • Detaillierte Untersuchung von Emmanuels "Unequal Exchange"-Modellen.
  • Kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen ökonomischen Perspektiven (Bettelheim, Busch, Elsenhans, Schmidt).
  • Funktionsweise und Aussagekraft von "Terms of Trade"-Indizes in diesem Kontext.
  • Die Perspektive von Samir Amin auf ungleiche Entwicklung und globale Machtstrukturen.

Auszug aus dem Buch

3. Emmanuel´s Theorie des Ungleichen Tauschs

Emmanuel nimmt folgende Prämissen an: Es gibt in seinem Modell nur zwei Produktionsfaktoren (Arbeit und Kapital). Steuern bleiben bei seiner Betrachtung ebenso außen vor, wie Zinsen und Transportkosten. Er geht also von einem „perfect system of free trade“ (1972: 37) aus, ohne dies näher zu spezifizieren.

Des Weiteren geht er davon aus, dass die Menge den Preis bestimmt, dass es eine bestimmte Anzahl an unabhängigen Arbeitern in jeder Volkswirtschaft gibt und dass diese nur eine Qualität von Arbeit verrichten (Homogenität der Faktoren).

Außerdem hält er es für intuitiv und empirisch richtig, dass die Löhne und nicht die Preise die unabhängigen Variablen des Systems sind. (1972: 28)

Emmanuel hält darüber hinaus die Annahme für realistisch, dass der Faktor Kapital international mobil ist, während der Faktor Arbeit vollständig immobil ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung des Welthandels ein und stellt den Ungleichen Tausch als zentrales, bisher theoretisch nicht vollständig erklärtes Phänomen dar, dessen Analyse den Schwerpunkt der Arbeit bildet.

2. Ricardo´s Theorem der komparativen Kosten: Das Kapitel erläutert das klassische Modell Ricardos, das zeigt, wie internationale Spezialisierung basierend auf komparativen Kostenvorteilen grundsätzlich zu Handelsgewinnen und Wohlfahrtssteigerungen führen soll.

3. Emmanuel´s Theorie des Ungleichen Tauschs: Hier werden die Prämissen und die zentralen Thesen von Arghiri Emmanuel vorgestellt, wobei insbesondere die Rolle ungleicher Löhne und internationaler Kapitalmobilität für den Mehrwerttransfer zwischen Ländern beleuchtet wird.

4. Kritik an Emmanuel´s Theorie: Dieses Kapitel fasst die kritischen Einwände namhafter Ökonomen zusammen, die Emmanuels Modell vor allem aufgrund seiner Prämissen, seiner Interpretation von Marx und seiner Ignoranz gegenüber der Nachfrageseite in Frage stellen.

5. Terms of Trade: Es werden verschiedene Indizes zur Messung des Austauschverhältnisses von Import- und Exportgütern definiert und deren begrenzte Aussagekraft für die Bestimmung des tatsächlichen Außenhandelsgewinns diskutiert.

6. Samir Amin´s Aspekte der Ungleichen Entwicklung: Samir Amins Ansatz wird als Erweiterung diskutiert, indem er die ungleiche Entwicklung direkt aus dem komparativen Kostenvorteil herleitet und durch konkrete empirische Werttransfers in der Peripherie belegt.

7. Schluss: Abschließend wird konstatiert, dass der Ungleiche Tausch zwar existiert, Emmanuels Modell jedoch methodische Schwächen aufweist, während Samir Amins Ansatz eine fundiertere Erklärung sowie praktische Lösungsansätze bietet.

Schlüsselwörter

Ungleicher Tausch, Welthandel, Arghiri Emmanuel, komparativer Kostenvorteil, Terms of Trade, Samir Amin, Unterentwicklung, Kapitalmobilität, Arbeitsimmobilität, Mehrwerttransfer, Ausbeutung, Produktionspreise, Weltwirtschaft, Industrieländer, Peripherie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch das Konzept des "Ungleichen Tauschs" im Welthandel, um zu verstehen, warum internationaler Handel systematisch zu Wohlstandsunterschieden zwischen Industrie- und Entwicklungsländern führen kann.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die klassische Außenwirtschaftstheorie nach Ricardo, die Theorie des "Unequal Exchange" von Arghiri Emmanuel, deren Kritik durch verschiedene Ökonomen sowie die Bedeutung von Terms of Trade und die Perspektive von Samir Amin.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob und warum Welthandel trotz gegenteiliger theoretischer Versprechen unfair sein kann, indem Emmanuels Erklärungsansätze auf ihre logische Konsistenz und empirische Belastbarkeit hin geprüft werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse ökonomischer Theorien, kombiniert mit der formalen Darstellung und kritischen Würdigung mathematischer Modellbeispiele zum Mehrwerttransfer.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst das ricardianische Grundmodell sowie Emmanuels verschiedene Modelle zum Ungleichen Tausch detailliert hergeleitet. Darauf folgt eine umfassende Kritik durch Autoren wie Bettelheim, Busch, Elsenhans und Schmidt, bevor Terms of Trade und Samir Amins erweiterte Ansätze diskutiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Ungleicher Tausch, komparativer Kostenvorteil, Terms of Trade, Mehrwerttransfer, Unterentwicklung und globale ökonomische Machtstrukturen.

Was genau kritisiert Bettelheim an Emmanuels Modell?

Bettelheim kritisiert unter anderem, dass Emmanuel den Ausbeutungsbegriff falsch anwende, da es sich in seinem Modell lediglich um eine Umverteilung von Mehrwert zwischen Ländern und nicht um eine Ausbeutungsbeziehung zwischen Arbeiterklasse und Kapitalisten handele.

Welche Schlussfolgerung zieht Samir Amin bezüglich der Überwindung dieses Handelssystems?

Amin argumentiert, dass das bestehende ausbeuterische System nicht von seinem Zentrum aus reformiert werden kann, sondern nur durch eine Veränderung, die von der Peripherie des Weltsystems ausgeht.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Samir Amin, Der ungleiche Tausch
Hochschule
Universität Konstanz  (FB Verwaltungswissenschaft)
Veranstaltung
Entwicklungstheorien
Note
1,0
Autor
Dipl. Verwaltungswissenschaftler Ulrike Weh (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
21
Katalognummer
V57636
ISBN (eBook)
9783638520256
ISBN (Buch)
9783656536765
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Samir Amin Tausch Entwicklungstheorien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl. Verwaltungswissenschaftler Ulrike Weh (Autor:in), 2002, Samir Amin, Der ungleiche Tausch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57636
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