I. Inhaltsverzeichnis
I. Inhaltsverzeichnis II
II. Abbildungsverzeichnis III
III. Abkürzungsverzeichnis IV
1. Aufgabenstellung, Relevanz und Gang der Arbeit 1
2. Theoretische Grundlagen 2
2.1 Der Wirkungsbereich der Unternehmung 2
2.2 Portfolioplanung 5
2.2.1 Das portfoliotheoretische Modell 5
2.2.2 Das Markt-Modell 8
3. Operative Portfolioplanung 8
3.1 Lebenszyklusanalyse 9
3.2 Portfolio-Matrix-Technik 12
3.2.1 Wachstums-Marktanteils-Portfolio 12
3.2.2 Branchenattraktivitäts-Geschäftsfeldstärken-Portfolio 14
3.3 Kritische Betrachtung 16
4. Einfluß auf den Wirkungsbereich der Unternehmung 17
5. Zusammenfassung 21
IV. Literaturverzeichnis 23
II
II. Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Veränderung des Portfoliorisikos und Einfluß unterschiedl. Korrelation
Abbildung 2: Linearisierung des Lebenszyklus
Abbildung 3: Matrixdarstellung des Wachstums-Marktanteils-Portfolios
Abbildung 4: Beispiel: Branchenattraktivitäts-Geschäftsfeldstärken-Portfolios
Abbildung 5: Portfoliooptimierung am Beispiel der Siemens AG
Abbildung 6: Entwicklung von Fremdkapital und Unternehmerrendite
Abbildung 7: Zyklikalität und Wertentwicklung im Halbleiterbereich
III
III. Abkürzungsverzeichnis
a. a. O. am angegebenen Ort A&D Automation & Drives BCG Boston Consulting Group BGB Bürgerliches Gesetzbuch EoS Economies of Scale EU Europäische Union ex nunc (Lat.) von nun an ff. fortfolgend G Gewinn Ggf. Gegebenenfalls Hrsg. Herausgeber(in) ICM Information & Communication Materials ICN Information & Communication Networks Jg. Jahrgang KMU Kleine und mittelständische Unternehmen PG Power Generations
ρ
Korellationskoeffizient σ „ Sigma“, Volatilität σ 2 Portfoliovarianz S. Seite SGE Strategische Geschäftseinheit(en) U Umsatz Vgl. Vergleiche Vol. Volume
IV
1. Aufgabenstellung, Relevanz und Gang der Arbeit
Im Rahmen des Seminars „Wirkungsbereich der Unternehmung“ des Lehrstuhls für Strategisches Management und Organisation an der Handelshochschule Leipzig dient diese Seminararbeit der wissenschaftlichen Darstellung von Konzepten der Portfolio-Theorie als Erklärungsansatz für den Wirkungsbereich der Unternehmung. Hierbei steht insbesondere die Untersuchung möglicher integratorischer Grenzen im Fokus der Betrachtung. Die Abgrenzung der Aufgabenstellung ergibt sich aus der Aufteilung der relevanten Modelle zur Bestimmung des Wirkungsbereichs unter den Seminarteilnehmern.
Die Diskussion über optimale Unternehmensgrößen und kritische Massen ist seit langem Gegenstand akademischer Untersuchung und Diskussion. Basierend auf der Konzeption der Theorie der Unternehmung nach COASE und WILLIAMSON ist die Unterscheidung von Unternehmung und Umwelt auch in der Betriebswirtschaftslehre anerkannt und verankert 1 . Angesichts der andauernden Diskussion des Themas vor dem Hintergrund tiefgreifenden strukturellen Wandels sowie intensiven technologischen Fortschritts, spielt die Frage nach den Grenzen der Unternehmung scheinbar eine zentrale Rolle in der modernen betriebswirtschaftlich-ökonomischen Theorie 2 . Die Frage nach den Grenzen der Unternehmung wird durch die Notwendigkeit fortwährenden Unternehmenswachstums gerechtfertigt. SCHMALENBACHs Erkenntnis der Kostendegression über steigende Ausbringungsmengen erklärt einen Trend zu Überkapazitäten und damit entstehenden Wettbewerb und Preiskampf 3 . In der Eigenschaft des Gewinnmaximierers ist der Unternehmer veranlaßt diese Economies of Scale durch weitere Senkung seiner variablen Kosten auszubauen. SMITHs These der Arbeitsteilung, der Spezialisierung als Ursprung des Wohlstands ist somit erneut bestätigt 4 . SMITH führt weiter, daß die Arbeitsteilung durch die Ausdehnung, also Größe des jeweiligen Marktes limitiert ist. Auf der Suche nach stärkerer Spezialisierung und größeren EoS postuliert VON WEIZSÄCKER das Gesetz der wachsenden Distanzkostendegression im Zuge technischen Fortschritts: Die Kosten (pro
1 Vgl. COASE, R.H. (1937), The Nature of the Firm, in: Economica, Vol. 4 (1937), S. 386-405 und vgl.
WILLIAMSON, O. E., (1985), The Institutions of Capitalism, London/New York
2 Vgl. SCHMIDT, R. H., Die Grenzen der (Theorie der) multinationalen Unternehmung, in: BÜHNER, R.,
HAASE, K. D., WILHELM, J. (Hrsg.) (1995), Dimensionierung des Untenehmehmens, S. 74 ff.
3 Vgl. SCHMALENBACH, E. (1949), Der freien Wirtschaft zum Gedächtnis, Köln u.a. 1949
4 Vgl. SMITH, A. (1776) An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations, zuerst erschienen
London 1776, hier zitiert nach der Everyman´s Library, London 1964
1
Einheit) zur Überwindung von Distanzen sinken hiernach mit steigender Strecke 5 . Das Problem fehlenden Marktvolumens in regionalen Märkten zur Steigerung von Arbeitsteilung und EoS ist daher Treiber für die ständige Ausdehnung dieser Märkte. Die Makroökonomie zeigt, daß in diesen nunmehr großen Märkten bei zumindest oligopolistischer Organisation die Teilnehmer Preisnehmer und Mengenanpasser sind. Die Teilnahme am Markt unter der bereits erwähnten betriebswirtschaftlichen Gewinnmaximierungsabsicht zwingt somit zur Wettbewerbsfähigkeit. Aus einer gemäß DARWIN evolutorischen Betrachtung kann die zu erwartende Mutation der Unternehmen als Innovation wahrgenommen werden, sowohl in erfolgreicher als auch in erfolgloser Ausprägung 6 . Diese Selektion wird im Markt durch die Wirkungskräfte von Angebot und Nachfrage unter Wettbewerb vorgenommen. Im Zuge dieser Konzentrationseffekte steigt die durchschnittliche Unternehmensgröße. Aus dieser klassischen Betrachtung hergeleitet, besteht also sowohl für Unternehmen als auch für Märkte ein gesetzesmäßiger Zwang zu Größenwachstum. Die Frage nach den integratorischen Grenzen der Unternehmung ist somit ein wesentlicher Faktor bei der Formulierung von Unternehmensstrategien.
Diese Arbeit wird sich im Folgenden über einige Definitionen dem Wirkungsbereich der Unternehmung nähern, theoretische Wachstumskonzepte beleuchten und die hierfür relevanten strategischen Überlegungen erläutern. Im Anschluß daran soll das theoretische Konzept der Portfoliotheorie und seine Anwendung in der Unternehmensstrategie dargelegt und kritisch gewürdigt werden.
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Der Wirkungsbereich der Unternehmung
Im engeren Sinne ist ein Unternehmen jede Einheit, unabhängig von ihrer Rechtsform, die eine wirtschaftliche Tätigkeit ausübt. Dazu gehören insbesondere auch jene Einheiten, die eine handwerkliche Tätigkeit oder andere Tätigkeiten als Einpersonen - oder Familienbetriebe ausüben sowie Personengesellschaften oder Vereinigungen, die regelmäßig einer wirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen 7 . Eine eindeutige Bestimmung der
5 Vgl. WEIZSÄCKER, C. C., (1995), Der Wettbewerb der Unternehmensgrößen- Eine evolutorische
Betrachtung, in: in: BÜHNER, R., HAASE, K. D., WILHELM, J. (Hrsg.) (1995), Dimensionierung des
Untenehmehmens, S. 24 ff.
6 Vgl. DARWIN, C., bei WEIZSÄCKER, a. a. O., S. 27
7 vgl. Europäische Kommission, (2003) Definition Europäischer Kleinst-, Klein und Mittelunternehmen,
Empfehlung 2003/361/EG EU, Artikel 1, Brüssel, online bei:
http://europa.eu.int/comm/enterprise/enterprise_policy/sme_definition/index_de.htm
2
Unternehmung als Rechtsbegriff liegt jedoch nicht vor. Das Verständnis der Unternehmung im weiteren Sinne als ein, von Personen durchzuführendes Vorhaben ermöglicht die Betrachtung des Unternehmerbegriffs nach §14 BGB. Hiernach ist ein Unternehmer, jede natürliche oder juristische Person oder eine rechtsfähige Personengesellschaft, die bei Abschluß eines Rechtsgeschäfts in Ausübung ihrer gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit handelt. Ergo kann die Unternehmung im ökonomischen Sinne als Vorhaben zur Erreichung eines wirtschaftlichen Ziels verstanden werden. Aufgrund der unterschiedlichen Optima aus Sicht der volks- und betriebswirtschaftlicher Theorie soll, ex nunc die Maximierung des Ertragswertes des vom Eigentümer eingebrachten Kapitals (Shareholder Value) als Ziel der Unternehmung betrachtet werden. Generisch ergeben sich zwei Ansätze zur Erreichung dieses Ziels: Die Steigerung der Erfolgwirksamkeit der bisherigen
Unternehmensaktivitäten, sowie die Erweiterung der Unternehmensaktivitäten auf neue Märkte, Produkte und/oder neue Stationen der Wertschöpfungskette.
Der erste Ansatz umfaßt die Verbesserung von Kostenstrukturen und Umsatztreibern der bisherigen Aktivitäten sowie das Desinvestment unprofitabler Geschäftsbereiche. Wie in Kapitel 1 bereits erläutert, ist dieser Ansatz per se nicht ausreichend, um den Anforderungen an Wettbewerb und Marktwachstum gerecht zu werden. Die dauerhafte Notwendigkeit von Wachstum verdeutlicht die Relevanz des zweiten Ansatzes für diese Arbeit. Der zweite Ansatz bezieht sich auf Möglichkeiten des externen Wachstums durch Internalisierung. Die Internalisierungstheorie 8 beruht im Wesentlichen auf dem Wirkungskonzept der Transaktionskostentheorie. Danach sind bestimmte Arrangements unternehmerischer Aktivitäten in der Lage, Transaktionen, die andernfalls über den Markt oder gar nicht ablaufen würden, kostengünstiger als unternehmensinterne Transaktionen abzuwickeln 9 . Allgemein ist das Konzept der Synnergieeffekte durch Internalisierung relevanter Transaktionen einer der wesentlichen Gründe für die Existenz komplexer und internationaler Unternehmen. Eine feingliedrigere Darstellung des Begriffs der Integration wird in der Literatur oft in Anlehnung an ANSOFFs Schema zur relativen Neuheit von
8 Vgl. BUCKLEY, P. J. (1983), New Theories of International Business: Some unresolved Issues, in:
CASSON, M. J. (Hrsg.), (1983) The Growth of the Multinational Enterprise, London, S. 34-50, und Vgl.
BUCKLEY, P. J. (1988), The Limits of Explanation: Testing the Internalization Theory of the Multinational
Enterprise, in: Journal of International Business Studies, Vol. 19 (1988), S. 181-193
9 Vgl. SCHMIDT, R. H. (1995), a. a. O., S. 77
3
Produkten und Märkten erläutert 10 . Hiernach gibt es vier grundsätzliche Dimensionen unternehmerischen Wachstums 11 :
• Die Marktdurchdringung, zur Steigerung der bisherigen Absatzmengen auf den gegenwärtig bedienten Märkten,
• die Produktentwicklung, zur Absatzsteigerung auf den gegenwärtig bedienten Märkten durch Substitution bisheriger durch neue Produkte, • die Marktentwicklung, bei der das Unternehmen Absatzsteigerungen bei bisherigen Produkten auf (geographisch) neuen Märkten erzielt, sowie • die Diversifikation, bei der das Unternehmen sowohl neue Produkte entwickelt als diese auch auf neuen Märkten anbietet 12 .
Für eine allgemeingültigen Betrachtung der möglichen Ausprägungen von Differenzierungsformen läßt sich zunächst eine Unterscheidung zwischen der horizontalen, vertikalen und lateralen Differenzierung der Unternehmung treffen. Die horizontale Dimension betrachtet die Differenzierung des Absatzprogramms, die vertikale Dimension den Integrationsgrad der Prozeßtiefe des Unternehmens innerhalb der Wertschöpfungskette in Richtung Lieferanten („backward integration“) und Kunden („Forward integration“). Eine Erweiterung der Unternehmensaktivitäten auf lateraler Ebene (auch konglomerate Differenzierung) umfaßt die Diversifizierung durch Internalisierung von Leistungen/ Produkten die weitgehend unabhängig und ohne signifikantes operatives Synergiepotential sind. Die Motivation zu konglomerater Diversifikation kann vielseitig begründet sein, so beispielsweise in attraktiven Risiko-Rendite Erwartungen, Möglichkeiten zu operativem Risikomanagement (s. Kapitel 4) oder strategischer Positionierung in neuen Märkten. Die Vielzahl der Wachstumsdimensionen sowie der unterschiedlichen Entscheidungstreibern bei der Wahl der Wachstumsdimension läßt erahnen, daß der Wirkungsbereich der Unternehmung durch unterschiedliche theoretische Konzepte erklärt werden kann.
10 Vgl. ANSOFF, H. I., Strategies for Diversification, Harvard Business Review, Vol. 35, Sept. - Oct. 1957,
S. 113 ff.
11 Vgl. BÜHNER, R. (1995), Strategie und Organisation, Analyse der Unternehmensdiversifikation mit
Fallbeispielen, Wiesbaden, S.22
12 Nach BÜHNER wurde in der empirischen Untersuchung in ANSOFFs Modell die Praxis der diagonalen
(konglomeraten) Diversifikation die für amerikanische Verhältnisse übliche Neigung zur gleichzeitigen
Änderung beider Komponenten des Produkt-Markt-Konzepts des Unternehmens bestätigt. In Europa sind
empirisch jedoch eher vorsichtigere Wachstumsstrategien zu beobachten. Der Diversifikationsbegriff ist
daher für eine allgemeingültige Betrachtung nur bedingt brauchbar und wird daher im Folgenden neu
definiert.
4
Arbeit zitieren:
Markus Bruetsch, 2005, Portfolioplanung als Erklärungsansatz zur Bestimmung des Wirkungsbereichs der Unternehmung, München, GRIN Verlag GmbH
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