Inhaltsverzeichnis: Seite
0. Einleitung 1
1
1. Die Figur des Meisterfaun
1.1. Reale Hintergründe des Faun 4
1.2.Erscheinen des Meisterfaun im Werk
1.2.1. Im 2.Band des „Wundertäters“ 6
1.2.2. Im 3.Band des „Wundertäters“ 9
2 Die Beziehung zwischen Meisterfaun und Büdner
2.1 Das Über-Ich und/oder das Fantasieprodukt Meisterfaun 12
2.2 Das Verschwinden des Faun und/oder die Transformation des Ichs 18
3 Konklusion 21
4 Anmerkungen 25
5 Literaturverzeichnis 2
26
1 Diese Arbeit folgt den Regeln der neuen Rechtschreibung.
2 Um eine leichtere Identifizierung von Zitaten zu ermöglichen und den Fußnotenapparat übersichtlich zu
gestalten , werde ich in diesem mit verkürzten Literaturangaben arbeiten. Textbelege aus verwendeter
Prim ärliteratur werden mit Autorinitialen, abgekürztem Titel vollständiger Titel siehe Abkürzungsverzeichnis
und der Seitenangabe versehen. Die Belege aus der Sekundärliteratur werden durch Autor, Jahreszahl und
Seitenangabe nachgewiesen. Die vollständigen Angaben zur verwendeten Literatur befinden sich im
Literaturverzeichnis
0 Einleitung
Nach fünf Jahren der intensiven Arbeit am dritten Band des Wundertäters und einem zwei Jahre währenden „Ringen“ um dessen Veröffentlichung erscheint dieser schließlich im Jahr 1980. Dieser Zeitraum spiegelt sich in authentischer Weise in Strittmatters erst 1990 veröffentlichtem Werk „Die Lage in den Lüften“ wider.
In ähnlicher Tradition steht auch das 1981 veröffentlichte, jedoch bereits in den 1960-er Jahren verfasste Werk „Selbstermunterungen“, das in ähnlicher Weise Auskunft gibt über Strittmatters Selbstverständnis und die neue poetische Konzeption. 3 So ist für den 21.Mai 1976 4 vermerkt: „Der Entschluß, den WUNDERTÄTER III ohne Rücksicht auf parteipolitische Konventionen und so zu schreiben, daß er einzig der Wahrheit dient (oder dem, was ich für die Wahrheit halte), leitete einen neuen Abschnitt in meinem Leben und in meiner Arbeit ein.“ 5 Dieser „neue Abschnitt“ seines Lebens sei geprägt durch die „Befreiung“ 6 , vor allem von der parteilichen „Sektiererei“ 7 , welche er „im dritten WUNDERTÄTER künstlerisch abhandeln“ wird 8 . Je weiter die Arbeit an eben jenem Roman voranschreitet, je sicherer scheint sich Strittmatter zu sein, wie er am 24.Januar 1977 äußert, er „schreibe ... gar zum ersten Mal von der Position aus, daß nicht veröffentlicht werden wird, was ich schreibe, und auch, was ich dann schreiben werde, wird aus politischen Gründen nicht veröffentlicht werden.“ 9 Dies bezeichnet er als „das große Abenteuer“ seiner „letzten Lebensjahre“. 10
3 Allgemeiner Trend Ende der 1960-er, der sich in den 1970-er Jahren zu einem neuen Anspruch der DDR-Literaten katalysiert, in ihren Werken subjektiver Authentizität und einer individuellen Wahrnehmung sowie künstlerischen Reflexion von Realität Ausdruck zu verleihen. Vgl. Kändler, Klaus, 1984. Wie Eckhard Thiele schildert, emanzipierten sich hierbei auch linientreue bzw. nicht dem System entgegenstehende Literaten. Eine allgemeine Befreiungstendenz von vorgegebenen Parteiansprüchen ist zweifelsohne zu verzeichnen. Vgl. Thiele, Eckhard, 1995, S.24 In den 1970er Jahren begann Strittmatter bewusst damit, sich einen „endgültigen literarischen Kosmos aus biographischen Erinnerungen und den Erfahrungen vieler Jahre zu schaffen, eine neue Ordnung, bei der eins sich aufs andere bezieht“, wie Drommer hervorhebt. Drommer, Günther, 2002 [2000], S.176
4 Die Strittmatters verweilen zur Kur im slowakischen Kurort Piešt’any im Flusstal des Waag.
5 E.S., DLidL, S.118
6 Insbesondere die Arbeit am WIII empfindet er als solche. E.S., DLidL, S.118
7 Wobei Strittmatter einschränkend hinzufügt: „Von der Eingleisigkeit, die Marxismus und Partei für mich waren, kam ich innerlich zwar auch rasch, aber äußerlich sehr mühsam los.“ 4.April 1977, Ebd., S.149
8 Ebd., S.118
9 Im Eintrag für den 22. bis 24.April 1978 heißt es hierzu: „Erprobt habe ich mich noch nicht darin, etwas zu schreiben, was wahrscheinlich erst nach meinem Tode veröffentlicht werden kann. Aber das will und muß ich jetzt lernen.“ Dies bedeutet auch jede von außen motivierte, vor allem jede politisch motivierte, Veränderung als „Selbstverrat“ abzulehnen. Ebd., S.161
10 Ebd., S.141. Seit Strittmatter sich dem neuen Selbstverständnis verschrieben hat, fühlt er sich auch zunehmend beschattet und verfolgt. Auskunft hierüber geben u.a. die Einträge vom 17.4.1973, 29.9.1975, 22.1.1977, 24.1. 1977, 18.3.1977, 8.4.1979, 2.5.1979, 13,9.1980. Im Verlauf des sich zeitlich hinziehenden Prozesses der Veröffentlichung des „WIII“, schreibt Strittmatter vier Tage nachdem er das Manuskript abholen ließ, „ich gehe umher wie ein Mörder, der bangt, daß man seine Tat bald entdecken wird.“ Er fügt hinzu: „Ob Rechts-, ob Links-Diktatur, in beiden wird der Geist vergewaltigt. In der einen wird der anderen vorgeworfen, daß sie den Menschengeist knechtet, und umgekehrt.“ Jeder der sich diesem Missstand reflektierend zuwende, sei von einem an Stärke zunehmenden Gefühl bestimmt, „ein Ketzer, ein Verbrecher zu sein. Er ist allein, und derer, die der Diktaturen lobsingen, sind viele.“ 8.April, Ebd., S.155
1
In „Kindlers Neuem Literatur Lexikon“ wird Strittmatters poetisches Hauptanliegen mit der poetischen Behandlung des „‚Anderswerden[s] de[s] Menschen’“ beschrieben. Maßgeblich würden hierbei der Interaktion und (Selbst-)Reflexion der Figuren, insbesondere deren Konflikten und ihrer Bewältigung, Ausdruck verliehen. Der „autobiographische Bezug, die Gestaltung naiver Helden, eine bildhafte Sprache, die auch Dialektformen einbezieht, und die Verwendung satirischer und ironischer Mittel [zählen] zu den wichtigsten Elementen seiner Schreibweise“ 11 . Dabei ist diesen Werken immanent, den Prozess des Anderswerdens des menschlichen Individuums in vielfältiger Hinsicht darzustellen. 12 Ausdruck dieser Persönlichkeitsentwicklung sind sowohl die autobiographischen Schriften
„Selbstermunterungen“ 13 und „Die Lage in den Lüften“ wie auch die autobiographische Züge tragende „Wundertäter“- und „Laden“-Trilogie.
Hans Richter beschreibt, die Eigenart Strittmatters liege darin, als ein „trotzig-selbstbewußter Autodidakt und ‚Selbstdenker’“ darauf zu pochen, „die eigene Begegnung mit dem Leben“ zu suchen und daraus Erfahrung zu gewinnen. 14 Dieser Prozess der Sinnsuche, der Sinnbildung, der Sinnverfolgung, der Sinnfindung, der Sinnerfüllung sowie der Sinnbewahrung ist prägendes Kennzeichen der Entwicklung des in der Wundertätertrilogie auftretenden Helden Stanislaus Büdner. 15
Günter Drommer markiert den „plebejisch-kleinbürgerliche[n] Stanislaus Büdner“ 16 als das Alter ego Strittmatters und den Wundertäter III als die „lange vorgedacht[e] literarisch[e] Generalrevision der politischen Zustände im Lande“ 17 .
11 Walter, Jens, 1988, 129f.
12 Auskunft hierüber geben die „Selbstermunterungen“ und „Die Lage in den Lüften“, inwieweit sich die autobiographischen Schriften auf die Werke, insbesondere die Wundertäter- und Ladentrilogie übertragen lassen, ist eine nicht leicht zu beantwortende Frage. Zumindest dienen die autobiographischen Schriften dazu ein hilfreiches Instrument, die Beziehung zwischen Werk und Autor und den Einfluss autobiographischer Komponenten transparenter zu gestalten, ohne dabei jedoch einen Generalschlüssel der Interpretation darzustellen.
13 Siegfried Rönisch hebt die „Selbstermunterungen“ hervor, „als ein Dokument, das Einblick gewährt in die komplizierte Arbeitswelt eines Künstlers.“ Dabei liege „[d]ie Besonderheit der Aufzeichnungen [...] darin, daß Beobachtungen, Einfälle, Meditationen, Stimmungen wie auch spontane Reaktionen in eine Form gebracht wurden, die das Spruchhafte, Sentenzartige akzentuiert.“ In: Rönisch, Siegfried, in: Geerdts, Hans Jürgen, 1982, S.27.
14 Vgl. Richter, Hans, in: Geerdts, Hans Jürgen, 1982, S.25
15 Wie Klaus Jarmatz herausstellt, „bewegt den Schriftsteller jetzt immer stärker die Frage, was der einzelne aus seinem Leben macht, wie der einzelne in diesen Kämpfen zurechtkommt“ und hierbei „[d]ie Forderung, den Sinn des eigenen Lebens herauszufinden“, appellierend zu formulieren. Jarmatz, Klaus, 1982, S.14
16 Walter, Jens, 1988, S.130
17 Drommer, Günther, 2002 [2000], S.185; Vgl. Ders., Ebd., S.90
2
Diese Aussage ist durchaus zutreffend, jedoch ist sie zu allgemein und verleitet dazu, in diesem Werk nur die persönliche, und auf das Politische reduzierte, Abrechnung des Autors mit dem DDR-Regime zu sehen. 18 Der Roman ist mehr als dieses, er ist u.a. die Literatur gewordene Umsetzung des neuen poetischen Konzeptes Strittmatters. 19 Darin ist als wesentlicher Bestandteil enthalten, die poetische und dies bedeutet fantasievolle und damit höchst subjektive Durchdringung der Realität. Ein(!) Ausdruck dieser Auseinandersetzung mit Realität ist die Figur des Meisterfaun, die im zweiten und dritten Band der Wundertätertrilogie zu einem sporadisch spontan aber in steter Regelmäßigkeit auftretenden Begleiter des Protagonisten Stanislaus Büdner wird.
Anspruch dieser Arbeit ist es, das Wesen dieser Figur, ihre Beziehung „zu“ Büdner bzw. das Verhältnis zwischen diesen beiden Persönlichkeitsteilen zu ergründen. In diesem Sinne wird in Abschnitt 1 zunächst ergründet, auf welcher realen Grundlage Strittmatter den Faun entwarf. 20 Daran schließt sich die nähere - eher deskriptiv zusammenfassende - Betrachtung der Figur im zweiten und dritten Teil der „Wundertäter“-Trilogie an. 21 Eine tiefgehende Analyse der Figur des Meisterfaun nehme ich in Abschnitt 2 vor. Dieser Abschnitt dient zum einen der näheren Analyse des Faun selbst und zum anderen der Hervorhebung kennzeichnender Wesensmerkmale der Beziehung zwischen Faun und Büdner. Schließlich soll hier der Aspekt der Persönlichkeitsspaltung auf ihren Charakter und ihre Bedeutung für die Romanfigur Büdner hin entschlüsselt werden. Es soll auch analysiert werden, mit welchen Problemsituationen der Faun in Zusammenhang gebracht werden kann und welchen Part er in der Bewältigung dieser Situationen einnimmt. Hierfür werde ich die unmittelbare Handlungsebene des Romans verlassen und sowohl Arbeiten der Psychologie als auch Auszüge aus autobiographischen Schriften Strittmatters einbeziehen. Abschnitt 2.2 befasst sich mit dem finalen Ende des Beziehungsverhältnisses zwischen „Meisterfaun“ und dessen „Schüler“ Stanislaus.
18 Drommers Strittmater-Biographie beschränkt sich stark auf den gesellschaftskritischen Charakter des Buches, ist deshalb jedoch nicht weniger informativ, reduziert das Werk Strittmatters jedoch allzu sehr auf das politisch-kritische und mindert hierdurch den Ausdruck (lebens-)philosophischer Aspekte in Strittmatters Werken.
19 Bereits in Bezug auf die „Selbstermunterungen“ betont Dieter Schiller, diese seien „„tagebuchartige Meditationen des Autors“. Die Selbstermunterungen stellten den spät veröffentlichten Ausdruck Strittmatters dar, sich einem neuen poetischen Konzept verschrieben zu haben, d.h. eine neue Art der poetischen Auseinandersetzung mit Realität vollzogen zu haben. Schiller, Dieter, in: Geerdts, Jürgen, 1982, S.30
20 Auch wenn vorwegzunehmen ist, dass die diesbezüglichen Informationen trotz des sehr umfassenden Fundus von autobiographischen Schriften eher spärlich gesät sind.
21 Diese erhebt nicht den Anspruch umfassend zu sein und dient lediglich als Einführung in das Werk, wobei ich gewisse Akzente setze, mithilfe derer ich für die Arbeit wichtige Aspekte hervorhebe.
3
Hierbei ist zu klären, inwieweit die Frage des Faun, nach dem Sinn der Existenz Büdners, im Verlauf seiner Entwicklung beantwortet werden konnte und die Existenz des Faun nicht länger notwendig erscheint, er sich hierbei jedoch keineswegs auflöst, sondern wenig später in einen anderen Zustand transformiert wird. Im letzten Abschnitt dieser Arbeit werden die Erkenntnisse schließlich zusammengeführt und weitergehend interpretiert.
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1 Die Figur des Meisterfaun
1.1 Reale Hintergründe des Faun?
„Zu manchen Erfindungen haben wir noch ein Verhältnis
wie jener Zauberlehrling im Goethe-Gedicht; nur daß wir nicht auf den Meister hoffen dürfen, der uns da hilfreich beispringt. Wir müssen sie selber meistern.“
Erwin Strittmatter 22
„Das hölzerne Männchen, [...] Es war ein kleiner Meisterfaun, eine Figur, die durch einen meiner Romane geht.“ 23 Der Meisterfaun, in der Realität, nicht mehr als „ein fingerhutgroßes Männchen aus dunkelbraunem Holz“. 24 Und hier scheint bereits die Beschreibung des realen Hintergrundes dieser Figur an ihre Grenze zu stoßen. 25 Anhand der Äußerungen Strittmatters über den Schreibprozess des Wundertäters lassen sich jedoch weitergehende Aussagen herausfiltern. So klein die physische Vorlage 26 des Meisterfauns erscheinen mag, umso größer ist ihre über die physische Erscheinung hinaus gehende Bedeutung. Mithilfe der „Selbstermunterungen“ lässt sich der Faun - mit Strittmatters Worten - als ein Teil der „Apparaturen“ beschreiben, mit denen die „Mystiker ... schon vor Jahrtausenden von der ‚Einheitlichkeit aller Lebewesen’“ sprachen, „ohne die Hilfe von Mikroskopen und Isotopen in Anspruch genommen zu haben. Heutzutag allerdings mißtraut man [vor allem die Wissenschaft ist gemeint] den ‚Apparaturen’, mit denen sie ihre Erkenntnisse gewannen.“ 27 Dem Faun mutet etwas Mystisches, Metaphysisches an und somit wächst ihm eben jener Charakter des Meisters des Zauberlehrlings zu. Er ist neben der Schmetterlingskönigin und dem Neck aus der Jugend eine Figur gewordene Projektion aus der Innenwelt, dem Unterbewusstsein des Stanislaus Büdner heraus.
22 E.S., Se, S.42
23 Drommer, Günther, 2002 [2000], S.209
24 Ebd.. Die Figur wird hier im Zusammenhang mit einer Grenzkontrolle während der alljährlichen Kurreise in die Slowakei erwähnt.
25 Im Rahmen dieser Arbeit kann ich nicht auf den mythologischen Hintergrund der Figur eingehen. Jedoch wird in den nachfolgenden Abschnitten zum Teil der mythologische Gehalt angedeutet und zum Teil näher beschrieben.
26 Oder sofern nicht Vorlage, dann zumindest das Abbild des Meisterfaun.
27 E.S., Se, S.17
5
Durch diese werden Stanislaus unterbewusste Wesenszüge sichtbar gemacht und bieten eine Ebene zur (Selbst-)Reflexion. Es kann angenommen werden, dass Strittmatter selbst in einem Prozess der Meditation 28 einen Grad 29 der „Kommunikation“ zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein erreichte. So spricht er im Falle Büdners bezüglich einer Änderung im Roman (WIII) davon, dass Friede Zaroba diesem eine Schreibempfehlung für die Zukunft zutragen soll, die wiederum lediglich bestätigen soll, was Stanislaus bereits in einem Zustand der Meditation wahrgenommen hat. 30 Sowohl Büdner als auch Strittmatter scheinen demnach dazu fähig „Unhörbares hörbar und Unsichtbares sichtbar [zu] machen“ und zu jenen Menschen zu gehören, die dieses „ohne Apparate“ 31 , d.h. in einem Zustand der geistigen Vertiefung können.
1.2 Erscheinen des Meisterfaun im Werk
1.2.1 Im 2.Band des „Wundertäters“
„‚Wozu lebst du?’“
Mit dieser Frage konfrontiert der Meisterfaun, ein von Düften von Erde und Gras begleitetes Wesen, Stanislaus bei seinem ersten Erscheinen. 32 „Er erschien Stanislaus als ein mahnendes oder überredendes, auch ironisierendes Geschöpf.“ Dabei ähnelte der Meisterfaun „manchmal dem geistlichen Würdenträger Simos von der Ägäerinsel, häufiger einem russischen Bauern mit struppigem Haupthaar und einem Bart, der vom Rande der Augenhöhlen bis zum Gürtelstrick reichte, mit Augen, die hinter zerzausten Brauen lagen und wie Scherben hinter Schlehdorngesträuch blitzten.“ 33 Hier offenbart sich ein „unbeweisbare[s] Wesen“, dass „ein Wesen aus Ahnungen und Verstand“ 34 zu sein scheint. Büdners erste Antwort auf die oben gestellte Sinnfrage nach dem Sein beschränkt sich inhaltlich auf seine biologische Funktion als arterhaltender Faktor, worauf der Meisterfaun mit Entschiedenheit antwortet: „‚Ein Mensch muß ausforschen, wozu er überdies hier ist.’“ 35
28 Ein Zustand den er in DLidL sehr häufig erwähnt und der sich als ein Zustand der tiefgehenden Kontemplation darstellt, in welchem es möglich ist, wesentliche Gedanken seiner Werke zu entwickeln. „Man muß sie [die Meditation] nötig haben wie Brot“. E.S., 2.September 1975, DLidL, S.104 Meditierend versuchte Strittmatter auch „die ungeklärte Lage um den Roman [WIII] zu verdrängen.“ Ebd., 3.März 1979, S.184f.
29 Der in dieser Arbeit nur unzureichend näher ergründet werden kann.
30 E.S., 30.April 1978, DLiDL, S.167
31 Ders., Se, S.43
32 „Seine Einbildungskraft war stark, und eines Tages erschien ihm die Schmetterlingskönigin, und sie besuchte ihn hinfort, und [...] beflügelten ihn, bis ihm die Eifersucht auf eine gewisse Lilian Pöschel das Blut vergiftete. Da erschien ihm die Schmetterlingskönigin nicht mehr. War sie seine verkleidete Jugend gewesen? Möglich! Aber Stanislaus trauerte der Schmetterlingskönigin nicht nach. (...) In einer solchen ‚Sendepause’ erschien Stanislaus zum ersten Mal jenes Wesen, das er später den ‚Meisterfaun’ nannte.“ E.S., WII, S.52
33 Ebd., S.53
34 Ebd.
35 Ebd.
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Stephan Altmann, 2006, Eine Betrachtung der Figur des Meisterfaun im "Wundertäter III" von Erwin Strittmatter, München, GRIN Verlag GmbH
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