I n h a l t s v e r z e i c h n i s S e i t e
0 E i n l e i t u n g 0 3
1. Pädagogische Qualität 04
1.1. Allgemeine Kennzeichen Pädagogischer Qualität 04
1.2. Pädagogische Qualität´ für Schulkinder nach Strätz (2003) 05
1.3. Pädagogische Qualität´ in Tageseinrichtungen für Kinder
nach Tietze (2003) 05
1.4. Qualitätssicherung im Rahmen der aktuellen Qualitätsdiskussion 08
2. Der Kriterienkatalog von Strätz (2003) 10
2.1. Zentrale Leitgedanken 11
2.2. Theoretischer Hintergrund 11
2.3. Qualitätsbereiche 12
2.4. Anwendungsbezug 16
3. Der Kriterienkatalog von Tietze (2003) 16
3.1. Zentrale Leitgedanken 16
3.2 Theoretischer Hintergrund 17
3.3 Qualitätsbereiche 17
3.4. Anwendungsbezug 19
4 Z u s a m m e n f a s s u n g 1 9
4.1. Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Bezug auf die Qualtitätsbereiche beider
Kriterienkataloge 19
4.3. Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Bereich der praktischen
Anwendung 21
5. Literaturverzeichnis 23
2
0. Einleitung
Der Qualitätsbegriff unterliegt einem historischen Wandel und ist abhängig von kulturellen Traditionen. So wurde in den 50er Jahren eine gute Qualität nicht-elterlicher Betreuungs- und Erziehungsformen durch Begriffe wie Wärme und Pflege definiert. In den 60er und 70er Jahren lag der Schwerpunkt auf der Förderung der kognitiven Entwicklung der betreuten Kinder. „In den 80er und 90er Jahren hingegen wird eine breitere Definition einer guten Qualität verfolgt, die sich auf das `ganze´ Kind richtet und neben kognitiver Stimulierung auch Gesundheits- und Sicherheitsaspekte sowie soziale und emotionale Unterstützung des Kindes umfaßt.“ (ROSSBACH 1993, S. 9)
Mit Veränderungen in der Familie (z.B. Zunahme von AlleinerzieherInnen und mütterlicher Berufstätigkeit) ging auch ein positiver Einstellungswandel zum Kindergarten einher. In der pädagogischen und psychologischen Forschung ist die Erarbeitung von Qualitätskriterien für die Kleinkindbetreuung in den letzten Jahren zu einem vorherrschenden Thema geworden.
Angesichts dieser gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre erhalten qualitativ hochwertige Angebote für Schul- und Vorschulkinder eine immer größere Bedeutung. Der Bedarf ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und entspricht in den westlichen Bundesländern nicht der Nachfrage. Neue Angebotsformen für Schulkinder werden geschaffen und ergänzen das klassische Angebot des Hortes. In den östlichen Bundesländern konnte in Horten ein Platzangebot erhalten werden, das deutlich höher liegt, als in den westlichen. Im Zusammenhang mit dem Ausbau (in den westlichen Bundesländern) sowie der zunehmenden Profilbildung jeder Einrichtung sind Bewertungsmaßstäbe und Instrumente zu entwickeln, damit die Qualität der unterschiedlichen Angebotsformen und einzelner Einrichtungen festgestellt und weiterentwickelt werden kann.
3
1999 entstand deshalb das bundesweite Projekt „Nationale Qualitätsinitiative im System der Tageseinrichtungen für Kinder“ bestehend aus fünf Teilprojekten:
„Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder“ und „Qualität für Schulkinder in Tageseinrichtungen“ gehören den Teilprojekten I bis III an. Sie werden in der vorliegenden Arbeit näher besprochen und am Ende miteinander verglichen.
Ein großer Teil der Arbeit besteht aus der Beschreibung „Pädagogischer Qualität“ allgemein und im Speziellen nach den Auffassungen von Strätz (2003) und Tietze (2003).
1. Pädagogische Qualität
Eine Definition von pädagogischer Qualität kann sein: von Individuen und Institutionen
kontrollierbare Bedingungen, die empirisch nachweislich zur Verbesserung des Lernerfolgs
und der erzieherischen Wirkung institutioneller Bildung beitragen.
Eine allgemeine Definition zum Begriff „pädagogische Qualität“ lässt sich leider nicht finden.
Man findet lediglich getrennte Definition zu beiden Begriffen:
Qualität: (lateinisch >Beschaffenheit, Eigenschaft) die,
1) allgemein: Gesamtheit von charakteristischen Eigenschaften, Beschaffenheit; Güte… (vgl.: http://www.brockhaus.de/suche/index.php?begriff=qualit%E4t&bereich=mixed)
4
Qualität ist die Übereinstimmung von Ist und Soll, also die Erfüllung von Erfordernissen und Erwartungen. Mit Qualität wird oft etwas durchgängig Hochwertiges bezeichnet. Die Planung, Steuerung und Kontrolle aller derart stützenden Tätigkeiten ist das Qualitätsmanagement und das Total Quality Management
(vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Qualit%C3%A4t).
1.1 Allgemeine Kennzeichen Pädagogischer Qualität
Der Begriff der „pädagogischen Qualität“ bezeichnet einerseits die Güte, den Wert und die Beschaffenheit der Institution Kindergarten und aller mit ihr in Verbindung stehender Absichten und Initiativen in erziehungswissenschaftlicher Perspektive (vgl. Hartmann, 1996). Des weiteren umfasst der Begriff alle Maßnahmen, Mittel, Methoden und Regelungen zur Erziehung, welche bewusst eingesetzt werden und darauf abzielen, bestimmte Bedingungen und Veränderungen zur Erziehung innerhalb eines bestimmten Sozialisationsbereiches zu treffen.
1.2
1.2. `Pädagogische Qualität´ für Schulkinder nach Strätz (2003) Eine genaue Definition der pädagogischen Qualität findet man im QUAST- Kriterienkatalog nicht. In der momentanen Diskussion über Qualität lassen sich zwei Richtungen unterscheiden, die auch Strätz aufgegriffen hat:
1. „Qualität ist das, was die Leute wollen“. Die Zufriedenheit der Nutzerinnen und Nutzer steht im Vordergrund.
2. „Qualität ergibt sich, wenn das getan wird, was getan werden soll“. Hier geht es um die Übereinstimmung mit bestimmten Erfordernissen, z.B. mit rechtlichen Vorgaben und/oder fachlichen Kriterien (kindliche Grundbedürfnisse und
entwicklungspsychologische Erkenntnisse) (Strätz u. a., 2003).
Auf die Frage, wer an der Definition von Qualität beteiligt werden sollte und wessen Perspektive notwendig ist, um einen möglichst umfassenden Begriff von Qualität zu erhalten, kommt QUAST zu folgender Antwort:
5
1.3. `Pädagogische Qualität´ in Tageseinrichtungen für Kinder nach Tietze (2003) Eine allgemein akzeptierte Antwort auf die Frage, was pädagogische Qualität ausmacht, ist laut Tietze schwierig. (Tietze u. a., 2003).
Er spricht davon, dass Qualität abhängig von der Perspektive des jeweiligen Betrachters ist. Heutzutage spricht man von „Qualität in Tageseinrichtungen“ und versteht oft etwas jeweils anderes darunter. In Abhängigkeit davon, welche Bezugsgruppen die Frage nach der Qualität stellen, fallen die Antworten potentiell unterschiedlich aus.
So ist die Qualität einer Einrichtung aus Sicht der Eltern, die aufgrund ihrer Erwerbstätigkeit auf eine lange Öffnungszeit für ihr Kind angewiesen sind, anders dargestellt als für die dort arbeitenden Erzieherinnen, die einen Arbeitsplatz vorziehen dürften, der ihnen keinen Schichtdienst oder eigene familienunfreundliche Arbeitszeiten abverlangt. Wiederum andere Bewertungsmaßstäbe bezüglich der Qualität von Einrichtungen dürften aus der Sicht des Beschäftigungssystems und seiner Vertreter im Zuge ihres Interesses an einer gut ausgebauten und kostengünstigen Infrastruktur für ihre Arbeitnehmer, die zugleich Eltern sind, zur Geltung kommen. Und nicht zuletzt stellt sich im Sinne einer eigenständigen Perspektive aus Sicht der betreuten Kinder - auch wenn diese ihr Interesse und ihre Bewertung aufgrund ihres geringen Alters kaum klar artikulieren können - die Frage nach der Qualität der Einrichtung als Lebensraum und Anregungsraum, in dem sie einen großen Teil ihrer Wachzeit mit Freude oder Unlust und Langeweile verbringen und von dem für ihre Entwicklung wichtige Impulse ausgehen oder auch unterbleiben. Man kann also die Perspektiven wie folgt zusammenfassen: Perspektiven der Eltern: Eltern gehen bei der Beurteilung von Kinderbetreuungseinrichtungen von sehr heterogenen Lebenssituationen und Standpunkten aus: u. a. von der Sicherung des Familieneinkommens durch Erwerbstätigkeit, von den Kosten der Betreuungs-formen, von unterschiedlichen Erziehungsvorstellungen, von verschiedenen Wünschen nach
6
bestmöglicher Förderung ihrer Kinder. Das Vorhandensein von Plätzen und die Frage der Vereinbarkeit der Öffnungszeiten mit der eigenen Arbeitszeit sowie die Entwicklungs- und Fördermöglichkeiten für die Kinder stehen im Vordergrund.
Die Perspektive der Fachleute, wie ErzieherInnen, InspektorInnen, WissenschafterInnen: Es herrscht Einigkeit darüber, dass Kinder das Gefühl haben müssen, dass man sie liebt, respektiert und ihnen zuhört. Sie sind auf die Zuwendung, den Umgang mit Menschen und eine anregende Umgebung angewiesen. Neben dem professionellen Interesse an der Förderung der kindlichen Entwicklung und der Qualität der frühkindlichen Lernumwelt sind noch die berufliche Situation, die Berufszufriedenheit und die Qualität des Arbeitsplatzes von ErzieherInnen wichtig.
Die Perspektive der Kinder richtet sich nach den gegenwartsbezogenen Bedürfnissen der Kinder unter Berücksichtigung ihrer zukünftigen Entwicklung.
Diese Perspektiven weisen Gemeinsamkeiten auf, können aber auch unterschiedlich sein. So hat das Ziel, Müttern die Berufstätigkeit zu garantieren, die Forderung nach verlängerten Öffnungszeiten und Samstags-Betreuungsformen zur Folge, die z.B. den Interessen von Kindergärtnerinnen widersprechen, die selbst Kinder haben. Eine längere Aufenthaltsdauer wirkt sich auch auf die Kinder aus. Ganztagskindergartenkinder haben andere Interessen und Bedürfnisse als Halbtagskindergartenkinder.
Im Spektrum der verschiedenen Perspektiven auf Qualität kommt dem Interesse des Kindes und der an seiner Erziehung interessierten Eltern eine Vorrangstellung zu. In Übereinstimmung mit Definitionen aus der internationalen Literatur (vgl. Tietze u. a., 1998) kann in diesem Sinne von einer qualitativ guten Tagesbetreuung gesprochen werden, wenn diese
N das körperliche, emotionale, soziale und intellektuelle Wohlbefinden und die Entwicklung der Kinder in diesen Bereichen fördert und
N die Familien in ihrer Betreuungs- und Erziehungsaufgabe unterstützt.
Die so beschriebene pädagogische Qualität ist messbar und kann dementsprechend für eine Kindergartengruppe in einer den üblichen sozialwissenschaftlichen Kriterien von Objektivität und Zuverlässigkeit entsprechenden Form bestimmt werden. Allerdings ist ein solches Vorgehen in der deutschen (Kindergarten-) Pädagogik bislang eher unüblich.
7
Arbeit zitieren:
Nadine Voigt, 2005, Pädagogische Qualität , München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung
Seminararbeit, 13 Seiten
Zahlungsverkehr / Überweisung - Unterrichtsentwurf
BWL - Didaktik, Wirtschaftspädagogik
Praktikumsbericht / -arbeit, 24 Seiten
Widerstände im Rahmen eines Organisationsentwicklungsprozesses
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 31 Seiten
Motivation, Lernen und Angst – Zusammenhänge der psychologischen Begri...
Hauptseminararbeit, 50 Seiten
Theoretische Modelle der Angst
Ein Überblick über Definition,...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Hausarbeit, 13 Seiten
Die Fallstudie - Theoretische Grundlagen und Gestaltung nach konstrukt...
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Seminararbeit, 17 Seiten
Übergang vom Kindergarten in die Grundschule in Montessori-Einrichtung...
Examensarbeit, 214 Seiten
Möglichkeiten der Evaluation von Veranstaltungen der Erwachsenenbildun...
Pädagogik - Erwachsenenbildung
Hauptseminararbeit, 24 Seiten
Bestimmung der Dienstleistungsqualität
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit, 13 Seiten
Die gesellschaftliche Kohärenz der Mystik
Eine Darstellung D. Sölles Wer...
Theologie - Systematische Theologie
Seminararbeit, 29 Seiten
Rassismus in der deutschen Gesellschaft seit der Wiedervereinigung
Soziologie - Recht, Kriminalität abw. Verhalten
Examensarbeit, 117 Seiten
Lernmotivation aus pädagogischer Sicht
Motivationstheorien, motivatio...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Hausarbeit, 22 Seiten
Die "negative" und "positive" Erziehung Emils bei ...
Pädagogik - Geschichte der Päd.
Hauptseminararbeit, 26 Seiten
Widerstände im Change Management - Partizipation und Kommunikation als...
BWL - Personal und Organisation
Hausarbeit, 24 Seiten
Qualitätsmanagement in der sozialen Arbeit - nur Pflicht oder auch ein...
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Hausarbeit, 39 Seiten
Nadine Kästner's Text Pädagogische Qualität ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Nadine Kästner hat den Text Pädagogische Qualität veröffentlicht
Nadine Kästner hat einen neuen Text hochgeladen
Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder
Ein nationaler Kriterienkatalo...
Wolfgang Tietze, Susanne Viernickel
Ein Handbuch
Karl-Oswald Bauer, Andreas Bohn, Pierre Kemna, Niels Logemann
Pädagogische Qualität entwickeln
Praktische Anleitung und Metho...
Irene Dittrich, Katja Grenner, Bernd Groot-Wilken, Verena Sommerfeld, Susanne Viernickel, Wolfgang Tietze
Qualität von Grundschulunterricht
Entwickeln, erfassen und bewer...
Kornelia Möller, Petra Hanke, Christina Beinbrech, Anna Katharina Hein, Thilo Kleickmann, Ruth Schages
Pädagogische Wurzeln der Inklusion / Pedagogical Roots to Inclusion
Vera Vojtová, Wolf Bloemers, David Johnstone
Beiträge zum Schwerpunktthema ...
Ferdinand Eder, Angela Gastager, Franz Hofmann
0 Kommentare