Es gibt eine Vielzahl von Definitionen des Terrorismus. Sie sind abhängig von den kulturellen und politischen, als auch religiösen und intellektuellen Hintergründen des Betrachters. So versuchte Gerry Adams mit dem Zitat „one man’s freedom fighter is another man’s terrorist“ 1 die vergangenen Aktionen der IRA, im Vergleich mit denen der Al Qaida, zu rechtfertigen. Doch außer Acht gelassen wird, dass der Freiheitskampf im klassischen Sinne dort aufhört und zum Terrorismus wird, wo zivile beziehungsweise nicht-kämpfende Ziele angegriffen werden. 2 Die allgemeine Definition des Terrorismus gründet auf dem Wort Terror, welches sich aus dem lateinischen Wort terrere, in Schrecken versetzen, ableitet. Terrorismus ist die systematische Verbreitung von Angst und Schrecken durch eine Gewaltaktion, die einem übergeordneten Zweck dienen sollen, wie zum Beispiel einem politischen Umbruch. So definieren die Vereinigten Staaten ihrem Strafgesetzbuch Terrorismus wie folgt: „Unter einem Akt des Terrorismus wird jegliche Handlung verstanden, die (A) eine gewaltsame oder menschliches Leben gefährdende Handlung einschließt, welche die Strafgesetze der Vereinigten Staaten oder irgendeines Staates verletzt, oder verletzten würde, wenn sie innerhalb des Geltungsbereiche der Gesetzgebung der Vereinigten Staaten oder irgendeines ihrer Staaten begangen würde; und die (B) allem Anschein darauf abzielen, (I) die Zivilbevölkerung einzuschüchtern oder zu nötigen, (II) die Politik einer Regierung durch Einschüchterung oder Nötigung zu beeinflussen, oder (III) die Haltung einer Regierung durch Mord oder Geiselnahme zu beeinflussen.“ [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Definitionen des Terrorismus
2. Erscheinungsformen des Terrorismus
2.1 Separatistischer Terrorismus als Folge regionaler Konflikte
2.2 Religiös motivierter Terrorismus
2.3 Staatsterrorismus
2.4 Neue Erscheinungsformen des Terrorismus
3. Der ‚Krieg’ gegen den Terrorismus von ‚Innen’
3.1 Erstes Anti-Terror-Paket
3.1.1 Finanzielle Maßnahmen
3.1.2 Vereinsgesetz
3.1.3 Strafgesetz
3.2 Zweites Anti-Terror-Paket
3.2.1 Bundesgrenzschutzgesetz
3.2.2 Passgesetz und das Gesetz über Personalausweise
3.3 Luftsicherheitsgesetz
3.4. Grenzschutztruppe 9 (GSG-9)
3.4.1 Gründung
3.4.2 Einsatzgebiete
3.4.3 Mogadischu 1977
3.4.3 Bad Kleinen 1993
3.5 Schlussbetrachtung
4. Der ‚Krieg’ gegen den Terrorismus von ‚Außen’
4.1 Die Allianz der Willigen
4.2 Der Medienkrieg
4.3 Amerikas neue Nuklearstrategie
4.4 Finanzkontrolle
4.5 Informationsbeschaffung
4.6 Militärische Lösungen
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den „Krieg gegen den Terrorismus“ und analysiert dabei vergleichend die staatlichen Strategien Deutschlands, der USA und Großbritanniens. Im Zentrum steht die Frage, wie Nationalstaaten auf die veränderten Bedrohungslagen reagieren, welche innen- und außenpolitischen Maßnahmen sie ergreifen und in welchem Spannungsfeld sich diese Sicherheitspolitik zwischen dem Schutz der Bevölkerung und dem Erhalt rechtsstaatlicher Prinzipien bewegt.
- Definitionen und Erscheinungsformen des modernen Terrorismus
- Staatliche Anti-Terror-Maßnahmen im Inneren (Gesetzespakete, Luftsicherheit, GSG-9)
- Die internationale Koalitionsbildung („Allianz der Willigen“)
- Die Rolle der Medien als Instrument im Antiterrorkampf
- Asymmetrische Kriegsführung und neue militärische Strategien der USA
Auszug aus dem Buch
2.4 Neue Erscheinungsformen des Terrorismus
In den letzten paar Jahren, insbesondere seit 2001, haben sich die klassischen Formen des Terrorismus verändert. Von größter Bedeutung sind hier der Cyber- und Informationsterrorismus sowie der Internationale Terrorismus
Cyberterrorismus und Informationsterrorismus sind gezielte, politisch motivierte Angriffe auf oder mit Hilfe von Informationstechnologie.
Diese Angriffe haben gewaltgleiche Auswirkungen auf Leben und Gesundheit der Bevölkerung oder die wirtschaftliche und/oder politische Handlungsfähigkeit von Staaten. Hierbei werden teilweise auch Streitkräfte mit einbezogen. Dies umfasst Spionage, Desinformation, Aufklärung, und physische Zerstörung von IT-Systemen, sowie Hacking-Angriffe.
Die Pakistanische Hackergruppe G-Force hat beispielsweise die US-Verwaltung angegriffen und drohte damit geheime Regierungsdaten an Osama bin Ladin zu liefern, falls die Angriffe auf Afghanistan nicht eingestellt werden.14
Vom Internationalen Terrorismus kann man dann sprechen,
• Wenn die Zielsetzung und Begründung terroristischer Anschläge sich nicht mehr auf eine begrenzte Region, sondern überregional beziehungsweise global ausprägen.
• Wenn der Aktionsraum terroristischer Aktivitäten nicht mehr regional beschränkt ist, sondern die Aktion überregional beziehungsweise global angelegt ist.
• Wenn die rekrutierten Mitglieder der Terrorgruppen aus unterschiedlichen Ländern stammen.15
Laut Kai Hirschmann reicht bereits eine dieser drei Definitionen um den Internationalen Terrorismus zu bestimmen.
Das erste Mal das man von Internationalen Terrorismus sprechen kann war der 22.07.1986, als die „Volksfront für die Befreiung Palästinas“ (PFLA) eine El-Al Maschine in Rom entführte. Hier wurde zum ersten Mal ein regionaler Konflikt in dass unbeteiligte Ausland getragen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Definitionen des Terrorismus: Das Kapitel erörtert die Problematik der Begriffsfindung und stellt verschiedene Ansätze aus Politik und Strafrecht gegenüber.
2. Erscheinungsformen des Terrorismus: Hier werden unterschiedliche Kategorien von Terrorismus, wie separatistische, religiöse und staatlich geförderte Formen, differenziert betrachtet.
3. Der ‚Krieg’ gegen den Terrorismus von ‚Innen’: Dieser Abschnitt analysiert die deutschen Gesetzgebungsmaßnahmen als Reaktion auf internationale und nationale Bedrohungen.
4. Der ‚Krieg’ gegen den Terrorismus von ‚Außen’: Hier werden die internationalen Strategien, insbesondere der USA, hinsichtlich Militär, Mediennutzung und geheimdienstlicher Aufklärung untersucht.
Schlüsselwörter
Terrorismus, Sicherheitspolitik, Anti-Terror-Paket, GSG-9, Asymmetrische Kriegsführung, Internationale Koalition, Cyberterrorismus, Luftsicherheitsgesetz, Menschenrechte, Rechtsstaat, Geheimdienste, Militärstrategie, Afghanistan, USA, Deutschland
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert den Umgang von Nationalstaaten wie Deutschland und den USA mit der Bedrohung durch den modernen, oft grenzüberschreitenden Terrorismus.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die Arbeit behandelt die juristische Definition, verschiedene Erscheinungsformen des Terrors sowie staatliche Abwehrstrategien im innen- und außenpolitischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Staaten auf terroristische Bedrohungen reagieren und welchen Einfluss diese Sicherheitsmaßnahmen auf demokratische Strukturen haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse sowie einen rechtsvergleichenden Ansatz unter Einbeziehung aktueller Sicherheitsstrategien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung innerstaatlicher deutscher Maßnahmen und die Erläuterung internationaler, primär US-geführter Strategien zur Terrorismusbekämpfung.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind die Asymmetrische Kriegsführung, der internationale Terrorismus sowie die Auswirkungen auf Grundrechte und rechtsstaatliche Standards.
Wie unterscheidet sich die GSG 9 von anderen Polizeieinheiten?
Als spezialisierter Bundesverband ist die GSG 9 für überregionale Einsätze bei schwersten terroristischen Lagen zuständig, im Gegensatz zu den polizeilichen Spezialeinsatzkommandos der Länder.
Was ist die Kernproblematik des Luftsicherheitsgesetzes?
Das Gesetz ist umstritten, da es im Extremfall den Abschuss entführter Passagiermaschinen zur Gefahrenabwehr ermöglicht, was verfassungsrechtliche Fragen bezüglich der Menschenwürde aufwirft.
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- Sascha Vilovic (Author), Martin Gerhard (Author), Benjamin Schramm (Author), 2005, Krieg gegen den Terrorismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58196