Inhaltsverzeichnis 2
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Obersächsische Dialekt
2.1 Geschichte der Obersächsischen Dialektregion und deren Auswirkungen
auf die Dialektbildung
2.2 Generelle Merkmale des Obersächsischen Dialekts
3 Untersuchung in Dresdner Grundschulen
3.1 Ziel, Bedingungen und Aufbau der Untersuchung
3.2 Analysematerial
3.2.1 Diktattexte
3.2.2 Bildergeschichtentexte
3.3 Fehlerbeschreibung
3.3.1 Fehlerkategorisierung
3.3.2 Gegenüberstellung von Standardsprache / verschriftung und
Kindersprache/ verschriftung
3.3.2.1 Erläuterung zu dem Aufbau der Tabellen
3.3.2.2 Gegenüberstellung von Standardsprache / verschriftung und
Kindersprache/ verschriftung
3.4 Auswertung und evtl. Dialekteinflüsse
4 Konzeptentwicklung zur Behebung dialektal verursachter
Rechtschreibfehler
Inhaltsverzeichnis 3
4.1 Konzeptentwicklung in fünf Schritten nach Löffler
4.2 Entwicklung einer eigenen Konzeptentwicklung anhand der
Plosivschreibung
4.2.1 Kategorisierung der Positionen, in denen die entsprechenden
Laute/Buchstaben vorkommen
4.2.2 Fehleranalyse: In welchen Positionen entstehen Fehler?
4.2.3 Wo bieten Pilotsprache und Syllabieren grundsätzlich Hilfe?
4.2.4 Können durch Differenzierungstraining Lernwörter zu Mitsprechwörtern
werden?
4.2.5 Prinzipien und Regeln nutzen (Lernwörter werden zu Nachdenkwörter)
5 Resümee
6 Literaturangaben
4 Einleitung
1 Einleitung
In meiner Hausarbeit setze ich mich mit dem Einfluss des Obersächsischen Dialekts auf die Schreibung von Grundschulkindern auseinander. Motivierend für die Themenwahl war der Praxisbezug. Die Hausarbeit ist nicht nur eine rein textbezogene wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema, sondern gibt auch Raum für eigene Untersuchungen, um anschließend eigene Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Ich werde dabei unter anderem auf Texte von Cordula Löffler bei der Entwicklung eines Förderkonzepts in fünf Schritten eingehen.
Im ersten Teil meiner Arbeit werde ich die obersächsische Dialektregion vorstellen. Die Geschichte der Region und deren Auswirkung auf die Dialektbildung soll kurz beschrieben werde. Vorgestellt werden außerdem, die sich daraus ergebenden, generellen Merkmale des Dialekts. Anschließend stelle ich die von mir durchgeführte Untersuchung vor und werte sie aus. Dabei gehe ich vor allem auf die Fehleranalyse der Kinderschreibungen ein. Ein aus dem Untersuchungsergebnis entwickeltes mögliches Förderkonzept für die Kinder soll zum Schluss meiner Arbeit gezeigt und anschließend im Resümee reflektierend diskutiert werden.
2 Der Obersächsische Dialekt
2.1 Geschichte der Obersächsischen Dialektregion und deren Auswirkungen auf die Dialektbildung
Die ersten Besiedlungen finden in den klimabegünstigten Landschaften Sachsens statt. Fruchtbare Löß- und Auenlandschaften, wie die Leipziger Tieflandsbucht, Bautzen und die Gebiete an der Elbe mit Kessellage, werden bevorzugt besiedelt.
Die angesiedelten germanischen Stämme, wie die Hermunden und später die Burgun- den, ziehen im Zuge der Völkerwanderung im 3./4. Jahrhundert nach Westen ab. Dar-
5 Der Obersächsische Dialekt
aufhin lassen sich die Slawen (Sorben) aus dem Osten in den alten Wohngebieten östlich der Saale nieder. Damit wird die Saale die Grenze zwischen den alten und neuen Siedlern, also zwischen Germanen auf der einen und Slawen auf der anderen Seite.
Das fränkische Großreich der Karolinger, unter Karl dem Großen, führt zwischen 805 und 806 erste Feldzüge gegen die Slawischen Siedler durch. Die Verlagerung der deutschen Bevölkerung nach dem Osten gelingt jedoch erst 929, durch den Sieg Heinrich I. über einen der stärksten Sorbenstämme. Zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert setzten Siedelbewegungen in den westlichen Teil Obersachsens aus allen Richtungen ein. Aus den niederdeutschen, mitteldeutschen, mainfränkischen und nordbairischen Gebieten strömen Siedler, die die sorbische Bevölkerung in den Osten verdrängen. Eine endgültige Vertreibung oder Unterwerfung der Slawen gelingt allerdings nicht.
In dem darauf folgenden Jahrhundert wird das Gebiet in politische Räume mit kirchlicher Verwaltung (Bistümer) eingeteilt. Soziale Unterschiede zwischen den besser gestellten Deutschen und den überwiegend als Bauern lebenden Sorben gaben Anlass für Kämpfe. Bis etwa zum 14./15. Jahrhundert, bestanden die Sprache der deutschen Bevölkerung und die der sorbischen Stämme nebeneinander. Danach klang die Sprache der Slawen langsam aus. (vgl. Becker/ Bergmann 1969, S. 17ff.)
Die deutsche Besiedlung im 11. bis 13. Jahrhundert hat den obersächsischen Dialekt am nachhaltigsten geprägt. Die Hauptbestandteile der heutigen Mundarten (oberdeutsche, mitteldeutsche, niederdeutsche) wurden von den Siedlern mitgebracht. Darauf folgten in den jeweiligen Siedlungsräumen eine Auseinandersetzung und ein Ausgleich der Sprachbestandteile. Man spricht daher auch von dem Obersächsischen Dialekt als Ausgleichssprache. In den folgenden Jahrhunderten haben sich bestimmte Merkmale ausgebreitet, andere wurden verdrängt. Die damaligen Grenzen der Siedlungen sind jedoch noch heute als Mundartgrenzen des obersächsischen Gebietes erhalten geblieben. Die Zusammenhänge werden in Abb. 1 sichtbar.
6 Der Obersächsische Dialekt
Abb. 1:Obersächsiche Dialektregionen aus Becker/Bergmann 1969, S. 299 1
Die Wirksamkeit der Siedlerzüge lässt sich bei dieser Gruppenbildung wieder erkennen. Das Obersächsische lässt sich dementsprechend in mehrere Gruppen einteilen: in die nordbairische Gruppe im Süden des Vogtlandes, in die mainfränkisch-erzgebirgische Gruppe in Teilen des Vogtlandes und im Erzgebirge, in die obersächsisch-meißnische Gruppe (auch osterländisch-meißnische Gruppe genannt) im Großraum Leipzig-Meißen-Dresden und Teilen von Thüringen und in die lausitzsche Gruppe im Osten Sachsens (vgl. Becker/Bergmann 1969, S.30ff.).
Die oberdeutschen Dialektmerkmale (z.B. e-Abfall an Wortendungen) sind durch den mainfränkischen Siedlerstrom am stärksten ins Vogtland getragen wurden. Die Wirksamkeit nimmt nach Osten zu immer weiter ab. Von Norden her schieben sich die Dialektmerkmale der mitteldeutschen Siedlerzüge (z.B. nix statt nichts) hinein. Im Nord-
1 Karl-Marx-Stadt = heutige Chemnitz
7 Der Obersächsische Dialekt
westen Sachsens wird der niederdeutsche Siedlungszug mit seinen Dialektmerkmalen (unverschobenes [pp] im Inlaut) wirksam. (vgl. Becker/Bergmann 1969, S. 52ff.)
2.2 Generelle Merkmale des Obersächsischen Dialekts
Obwohl die Dialektregion des Obersächsischen in mehrere kleinere durch ihre Besiedlungsgeschichte sich voneinander unterscheidende Regionen zu unterteilen ist (s.o.), gibt es doch generelle Merkmale, die all diese obersächsischen Regionen gemein haben.
Das Vokalsystem des Obersächsischen weist vor allem qualitative statt quantitative Unterschiede zur Standardsprache auf. Teilweise treten jedoch nicht regelhafte Kürzungen auf, wie in
.n'9(.
yt
.t.+
.d'9(.
yt
.h'9(.
tmc
.`.vhqc
/o:/
im
Vokaldreieck
gehoben. Bei den Wörtern
Bei den Konsonanten im Obersächsischen kommt es zum einem zu Lenisierungen der Plosive, so dass .o.+ .s.+ und .j . im An- und Inlaut zu .a.+ .c. und .f. werden (Bsp.: weider (weiter), backen (packen)). Zum anderen tritt bei Wörtern mit einem inlautenden /g/ eine Spirantisierung zu einem .W. 2 auf, wie bei (Frache (Frage)). Ein drittes Dialektmerkmal bezüglich der Konsonanten ist die s-Palatalisierung, bei der .r. nach -r zu /R. wird (erscht (erst)). (vgl. Becker/Bergmann 1969, S. 133 ff.)
3 Zur Erklärung der Lautschrift : Altmann/Ziegenhain 2002
Quote paper:
Wanda Kies, 2006, Der Einfluss des Dialekts auf die Schreibung von Grundschulkindern der Obersächsischen Dialektregion, Munich, GRIN Publishing GmbH
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