1 Einleitung:
Im Laufe der Geschichte ist es immer wieder zur Entstehung von Großmächten gekommen, die in ihrer Zeit, aus den verschiedensten Gründen, mächtiger und stärker waren als Andere. Beispiele hierfür gibt es zu Genüge, wie etwa das Römische Reich. Allerdings folgte in allen Fällen dem Aufstieg zur Großmacht irgendwann der Fall.
Viele Sozialwissenschaftler beschäftigen daher sich mit dem Thema, wie es zum Aufstieg und zum Niedergang von Hegemonien kommt. Einer von ihnen war Norbert Elias.
Norbert Elias setzte sich in seinem Hauptwerk, dem „Prozess der Zivilisation“ u.a. damit auseinander, wie es dazu kommen kann, das sich ein Staat, bzw. ein paar wenige Staaten, ein Machtmonopol gegenüber anderen Staaten verschaffen konnte. In einem anderen Werk, „Humana Conditio“ beschreibt Elias dies erneut und versucht es anhand von Beispielen aus der Geschichte zu verdeutlichen.
In dieser Arbeit soll das Schaffen von Norbert Elias analysiert und interpretiert werden. Genauer gesagt es soll versucht werden inwieweit sich die, eher theoretisch gehaltenen, Ausführungen im „Prozess der Zivilisation“ mit seinen Ideen zur Entwicklung der Situation im „Kalten Krieg“ vereinbaren lassen.
Hierzu wird, nach einer Kurzbiographie von Norbert Elias, zunächst einmal das Essentielle des „Prozesses der Zivilisation“, genauer des Monopolmechanismus, kurz dargestellt. Im Anschluss daran erfolgt eine kurze Analyse von „Humana Conditio“.
In einem dritten Schritt werde ich versuchen einen Vergleich der beiden Hauptwerke von Elias vorzunehmen, insbesondere ob und inwiefern sich seine Thesen aus dem „Prozess der Zivilisation“ mit seine Ausführungen in „Humana Conditio“ vereinbaren lassen.
Zum Abschluss dieser Hausarbeit werden eine Kritik der Arbeit von Elias und ein Fazit folgen.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG:
2 KURZBIOGRAPHIE DES AUTORS:
3 DER PROZESS DER ZIVILISATION:
3.1 DER MONOPOLMECHANISMUS:
4 HUMANA CONDITIO – DAS LOS DER MENSCHHEIT
4.1 VORÜBERLEGUNGEN:
4.2 USA VERSUS SOWJETUNION:
4.3 SZENARIEN NACH ENDE DES MACHTKAMPFES:
5 INTERPRETATION DES „PROZESSES DER ZIVILISATION“ IN BEZUG ZU „HUMANA CONDITIO“
5.1 DAS BIPOLARE SYSTEM:
5.2 KRITIK DER ARBEIT ELIAS:
6 FAZIT:
7 LITERATUR:
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das wissenschaftliche Schaffen von Norbert Elias, insbesondere die theoretischen Konzepte aus seinem Hauptwerk „Der Prozess der Zivilisation“ im Vergleich zu seinen Ausführungen in „Humana Conditio“. Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit sich die theoretischen Annahmen über den Monopolmechanismus und die Entstehung von Hegemonien auf die historische Situation des „Kalten Krieges“ übertragen lassen.
- Analyse des Monopolmechanismus von Norbert Elias
- Untersuchung der globalen Machtkonstellation während des „Kalten Krieges“
- Vergleich theoretischer Modelle mit historischen Realitäten
- Kritische Würdigung der Prognosefähigkeit von Elias’ Theorien
- Interdependenz von Sozialstruktur und politischer Macht
Auszug aus dem Buch
Der Monopolmechanismus
Neben den angesprochenen Manierbüchern des Mittelalters ist vor allem die sich ausprägende Transformation von der Natural- zur Geldwirtschaft als Auslöser des „Prozesses der Zivilisation“ zu bezeichnen.
Für Elias beginnt dies im 11. Jahrhundert. Zu dieser Zeit gab es eine Reihe kleinerer Gutsherren, die für ihr Gebiet, über ein Gewaltmonopol verfügten. Diese Gutsherren führten untereinander Kriege, um neue Ländereien zu erobern und damit ihre persönliche Macht zu vergrößern, da sie, im Falle eines erfolgreichen Krieges, den Besitz und somit auch die Herrschaftsfunktionen des Besiegten an sich reißen konnten.
Elias konkretisiert diese Annahme, anhand eines Beispiels. Er geht davon aus, dass in einem bestimmten Raum von Menschen Einer gegen Einen kämpft. Da es sich um mehrere solcher Auseinandersetzungen handelt, gibt es nach einer gewissen Zeit eine Reihe von Siegern und eine Reihe von Verlierern. Die Sieger treten nun ihrerseits wieder untereinander in Konkurrenzkampf, während die Verlierer ausscheiden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung bezüglich des Aufstiegs und Niedergangs von Großmächten sowie der Zielsetzung der Analyse von Elias' Werken.
2 KURZBIOGRAPHIE DES AUTORS: Einblick in den Lebenslauf von Norbert Elias und die Grundpfeiler seiner soziologischen Theoriebildung.
3 DER PROZESS DER ZIVILISATION: Erläuterung des Hauptwerks von Elias mit Fokus auf die Entwicklung von Verhaltensnormen und gesellschaftlichen Zwängen.
3.1 DER MONOPOLMECHANISMUS: Detaillierte Betrachtung des Prozesses, bei dem durch Konkurrenz und Transformation zur Geldwirtschaft zentrale Machtmonopole entstehen.
4 HUMANA CONDITIO – DAS LOS DER MENSCHHEIT: Analyse von Elias' Reflexionen zur Machtverteilung im globalen System anlässlich des 40. Jahrestags des Zweiten Weltkriegs.
4.1 VORÜBERLEGUNGEN: Untersuchung der technologischen Entwicklung und der daraus resultierenden Gefahren sowie der Hierarchisierung von Überlebenseinheiten.
4.2 USA VERSUS SOWJETUNION: Betrachtung der bipolaren Weltordnung nach dem Zweiten Weltkrieg und deren Dynamik im Hegemonialkampf.
4.3 SZENARIEN NACH ENDE DES MACHTKAMPFES: Erörterung möglicher Folgen eines Nuklearkrieges und der potenziellen Machtverschiebungen innerhalb der Staatenhierarchie.
5 INTERPRETATION DES „PROZESSES DER ZIVILISATION“ IN BEZUG ZU „HUMANA CONDITIO“: Synthese und Vergleich der theoretischen Grundlagen mit den praxisbezogenen Ausführungen zur Weltlage.
5.1 DAS BIPOLARE SYSTEM: Untersuchung, inwieweit das bipolare System mit dem Konzept des Monopolmechanismus in Einklang zu bringen ist.
5.2 KRITIK DER ARBEIT ELIAS: Auseinandersetzung mit der Einschätzung von Elias zur Unvermeidbarkeit von Kriegen und der Stabilität von politischen Systemen.
6 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Anwendbarkeit von Elias’ Thesen auf historische und politische Entwicklungen.
7 LITERATUR: Auflistung der verwendeten Quellen und weiterführenden Literatur.
Schlüsselwörter
Norbert Elias, Prozess der Zivilisation, Humana Conditio, Monopolmechanismus, Hegemonie, Kalter Krieg, Machtmonopol, Soziologie, Staatenhierarchie, Interdependenz, Sozialstruktur, politische Theorie, Konkurrenzkampf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das theoretische Werk des Soziologen Norbert Elias und prüft, ob seine Konzepte zur Entstehung von Machtmonopolen und Zivilisationsprozessen geeignet sind, die geopolitischen Spannungen der Ära des „Kalten Krieges“ zu erklären.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Monopolmechanismus, die Entstehung von Hegemonialmächten, die Dynamik zwischenstaatlicher Konkurrenzkämpfe und die kritische Reflexion von Elias’ globalen Prognosen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist ein theoretischer Vergleich zwischen Elias' Hauptwerk „Der Prozess der Zivilisation“ und seiner späteren Analyse in „Humana Conditio“, um festzustellen, inwieweit sich seine Thesen zur Machtentwicklung mit der historischen Realität der bipolaren Weltordnung vereinbaren lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine deskriptiv-analytische Methode, bei der er zentrale Konzepte von Elias referiert, anhand historischer Beispiele erläutert und diese anschließend einer kritischen Interpretation unterzieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Monopolmechanismus im historischen Kontext, die geopolitische Situation zwischen den USA und der Sowjetunion sowie die verschiedenen Szenarien nach einem möglichen Ende des Machtkampfes detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Norbert Elias, Monopolmechanismus, Hegemonie, Kalter Krieg und Interdependenz charakterisiert.
Warum kritisiert der Autor Elias’ Prognose bezüglich des Untergangs der Sowjetunion?
Der Autor kritisiert, dass Elias die Möglichkeit einer eigenständigen Transformation oder Auflösung der Sowjetunion nicht in Betracht zog, da Elias fest von einem kriegerischen Untergang im Rahmen eines Hegemonialkampfes ausging.
Wie bewertet der Autor Elias’ Thesen zur Unvermeidbarkeit eines Krieges?
Der Autor bewertet diese These als kritisch, da Elias trotz der durch die Waffentechnologie drohenden Selbstzerstörung der Menschheit einen Krieg für unvermeidbar hielt, was sich rückblickend als falsch erwiesen hat.
- Arbeit zitieren
- Christoph Ohl (Autor:in), 2000, Norbert Elias - Der unendliche Prozess der Zivilisation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/589