Inhaltsverzeichnis Seite I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis II
1 Einleitung und Problemstellung 1
2 Studienfinanzierungsmodelle 2
2.1 Welche gutstheoretische Eigenschaft besitzt das Gut „Hochschulbildung“ 2
2.2 Contra Studiengebühren 4
2.2.1 Allokative Begründung für Steuerfinanzierung 4
2.2.2 Distributive Begründung für Steuerfinanzierung 5
2.2.2.1 Längsschnittanalyse auf Basis von Lebenseinkommen 5
2.2.2.2 Querschnittanalyse auf Basis von Jahreseinkommen 5
2.2.3 Meritorische Begründung für Steuerfinanzierung 6
2.2.4 Finanzielle Begründung für Steuerfinanzierung 7
2.3 Pro Studiengebühren 7
2.3.1 Argumente gegen Steuerfinanzierung 7
2.3.1.1 Allokative Begründung gegen Steuerfinanzierung 7
2.3.1.2 Distributive Begründung gegen Steuerfinanzierung 8
2.3.1.2.1 Längsschnittanalyse auf Basis von Lebenseinkommen 8
2.3.1.2.2 Querschnittanalyse auf Basis von Jahreseinkommen 9
2.3.1.3 Meritorische Begründung gegen Steuerfinanzierung 9
2.3.1.4 Finanzielle Begründung gegen Steuerfinanzierung 9
2.3.2 Auswirkungen von Studiengebühren 10
2.3.2.1 Effizienzwirkung von Studiengebühren 10
2.3.2.2 Distributive Effekte von Studiengebühren 11
2.3.2.3 Meritorische Effekte von Studiengebühren 12
2.3.2.4 Finanzierungseffekte von Studiengebühren 12
2.4 Alternative Finanzierungsmodelle 12
3 Ergebnisse der Argumentationen unter Berücksichtigung des australischen
Gebührenmodells 13
4 Zusammenfassung und Schlussfolgerung 15
Literaturverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis Seite II
Abkürzungsverzeichnis
a.a.O. am angegebenen Ort
bzw. beziehungsweise
CHE Centrum für Hochschulentwicklung
d.h. dass heißt
DSW Deutsches Studentenwerk
f. folgende
ff. fort folgende
HECS Higher Education Contribution System
Hrsg. Herausgeber
i.V.m. in Verbindung mit
Jg. Jahrgang
Mio. Millionen
Nr. Nummer
S. Seite
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands
u.a. unter anderem
vgl. vergleiche
Vol. Volume
z.B. zum Beispiel
Einleitung und Problemstellung Seite 1
1 Einleitung und Problemstellung
Das Thema Studiengebühren sorgt nicht nur in Deutschland immer wieder für heftige Diskussionen. Der Fokus wird in dieser Arbeit allerdings auf Deutschland gelegt, um eine intensive Auseinandersetzung mit diesem Thema zu ermöglichen.
Die Befürworter des bisherigen steuerfinanzierten Systems plädieren für eine Beibehaltung aus im wesentlichen verteilungspolitischen Überlegungen. So wird insbesondere von Chancengleichheit und Verteilungsgerechtigkeit gesprochen, die durch Studiengebühren verletzt werden würden. Befürworter von Studiengebühren sehen überwiegend Vorteile hinsichtlich Effizienzsteigerungen und einer besseren Hochschulfinanzierung. Daher konzentrieren sich die ökonomischen Argumentationen Für und Wider Studiengebühren auch im Kern auf die damit einhergehenden Allokations-, Distributions- und Finanzierungseffekte.
Die Diskussion Pro und Contra Studiengebühren muss im Zusammenhang mit der historischen und aktuellen Situation an den deutschen Hochschulen gesehen werden.
Mit einem Wechsel in der Bildungspolitik Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre, mit starken Zugangserleichterungen zu allen höheren Bildungseinrichtungen, begann die Zahl der Studenten stark anzuwachsen. 1 Im Wintersemester 1975/76 gab es 837.000 2 Studenten an deutschen Hochschulen, im Wintersemester 2000/01 betrug die Zahl 1.766.000 3 . Dies entspricht einem Wachstum von rund 110%. Hingegen fiel der Anstieg an Wissenschaftlerstellen wesentlich geringer aus. 4 Dies führt zu negativen
Konsequenzen an den Hochschulen, die sich u.a. in verlängerten Studienzeiten und verschlechterten Betreuungsrelationen von Professoren zu Studenten zeigt. 5
1 Vgl. Peters, H-R., Wege zum Gleichgewicht auf dem Sektor der Hochschulausbildung, in: WiSt – Wirtschaftswissenschaftliches Studium, 25. Jg. (1996), Heft 9, S. 456f.
2 Vgl. Peters, H-R., a.a.O., S. 457.
3 Vgl. Deutsches Studentenwerk (Hrsg.), Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in der Bundesrepublik Deutschland 2000 – 16. Sozialerhebung, Zusammenfassung, online im Internet: URL: http://www.studentenwerke.de/erheb/index.htm [Stand: 13.10.2001], (im folgenden zitiert als: „DSW, 16. Sozialerhebung - Zusammenfassung“), S. 2.
4 Vgl. Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Hrsg.), Jahresgutachten 1998 / 1999, (im folgenden zitiert als: „Sachverständigenrat, a.a.O.“), S. 248.
5 Vgl. Sachverständigenrat, a.a.O., S. 248.
Studienfinanzierungsmodelle Seite 2
Im Jahr 1998 wurden durchschnittlich laufende Ausgaben (Grundmittel) für Lehre und Forschung in Höhe von 13670 DM je Student getätigt. 6
Die Zusammensetzung der Studierenden nach sozialer Herkunft 7 hat sich im Zeitverlauf
erheblich verändert. 1982 stammten aus der „höchsten“ Herkunftsgruppe 17%, aus der „gehobenen“ Gruppe 36%, aus der „mittleren“ Gruppe 34% und aus der „niedrigen“ Gruppe 23% der Studenten. Im Jahr 2000 verteilten sich die Studenten wie folgt: „hoch“: 33%, „gehoben“: 26%, „mittel“: 28%, „niedrig“: 13%. 8 Es erfolgte also
insbesondere eine Abnahme von Studenten der unteren sozialen Gruppen sowie eine Zunahme von Studenten der hohen Gruppe.
Vor diesem Hintergrund erfolgt in Kapitel 2 zu Beginn eine gutstheoretische Betrachtung der Hochschulbildung. Es schließen sich in Kapitel 2 die Abschnitte der Contra und Pro Argumente zu Studiengebühren an. Abschließend werden in diesem Kapitel alternative Finanzierungsmodelle vorgestellt. In Kapitel 3 werden die Erkenntnisse aus beiden Argumentationslinien aufbereitet und in diesem Zusammenhang knapp das australische Hochschulgebührenmodell dargestellt. Das Kapitel 4 enthält eine Zusammenfassung und Schlussfolgerung aus dieser Arbeit.
2 Studienfinanzierungsmodelle
2.1 Welche gutstheoretische Eigenschaft besitzt das Gut „Hochschulbildung“?
Ausgang jeder ökonomisch fundierten Argumentation Für oder Wider Studiengebühren ist die Betrachtung des Gutes „Hochschulbildung“. Von wesentlicher Bedeutung ist, ob es sich hierbei um ein privates, öffentliches oder gemischtes Gut handelt. 9 Eine
Finanzierung über Steuern ist dann gerechtfertigt, wenn Hochschulbildung ein überwiegend öffentliches Gut darstellt, also Marktversagen vorliegt. Ist hingegen von
6 Vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.), Grund- und Strukturdaten 2000/2001, Berlin 2001, S. 277.
7 Die Einteilung nach sozialer Herkunft wurde vom Deutschen Studentenwerk übernommen. Sie erfolgt auf Basis der beruflichen Stellung und Bildungsabschlusses der Eltern der Studierenden. Es ergibt sich eine soziale Gruppeneinteilung nach „hoch“, „gehoben“, „mittel“, „niedrig“. Vgl. für Methodische Ableitung: Deutsches Studentenwerk (Hrsg.), Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in der Bundesrepublik Deutschland 2000 – 15. Sozialerhebung, online im Internet: URL: http://www.studentenwerke.de/erheb/index.htm [Stand: 13.10.2001], S. 113.
8 Vgl. DSW, 16. Sozialerhebung - Zusammenfassung, S. 9.
9 Vgl. Müller-Böling, D., Deutscher Studienfonds zur Qualitätssicherung der Hochschulen, (CHE Centrum für Hochschulentwicklung, Arbeitspapier Nr. 8), Gütersloh 1995, (im folgenden zitiert als: „Müller-Böling, D., Studienfonds“), S. 4f.
Studienfinanzierungsmodelle Seite 3
einem privaten Gut auszugehen, so muss eine Gebührenfinanzierung stattfinden. 10 Ein
öffentliches Gut wird in der Regel anhand dreier Kriterien definiert: Es weist hohe
positive externe Effekte auf, das Ausschlussprinzip greift nicht und es herrscht keine Rivalität um dieses Gut. 11 Daraus ist zu folgern, dass eine steuersubventionierte
Hochschulbildung gerechtfertigt wäre, wenn die gesamtwirtschaftlichen positiven Effekte größer als die individuellen Erträge wären. 12 Würde das Ausschlussprinzip
versagen oder keine Konsumrivalität herrschen, so wäre ebenfalls eine
Steuerfinanzierung denkbar. Zum Ausschlussversagen kann es zum einen durch
technische Unmöglichkeit und zum anderen aufgrund enormer Kosten zur
Durchsetzung des Ausschlusses kommen. Nichtrivalität ist gegeben, wenn das Gut in unbegrenztem Maße zur Verfügung steht. 13 Private Güter zeichnen sich durch die
gegenteiligen Merkmale aus. Sollte also für die Hochschulbildung das Ausschlussprinzip gelten, was zugleich die Rivalität umfasst, 14 und die positiven
externen Effekte gering sein, so wäre eine Gebührenfinanzierung zu folgern. 15 Weist
hingegen die Hochschulbildung Merkmale von privaten und öffentlichen Gütern auf, so handelt es sich um ein gemischtes Gut. 16 Folglich müsste auch eine gemischte
Finanzierung erfolgen.
Allgemein wird in der Volkswirtschaftslehre Marktversagen allein mit ineffizienter Ressourcenverteilung in Verbindung gebracht. 17 In der Diskussion um die
Hochschulbildung wird neben dem Marktversagen im allokativen auch auf das Marktversagen im distributiven Sinne eingegangen. 18 Dem Aspekt der meritorischen
Gutsbetrachtung wird nur untergeordnete Bedeutung beigemessen.
10 Vgl. Hansjürgens, B., Studiengebühren: Zwischen Effizienz und Verteilungsgerechtigkeit, in: Lenel, H. O., Molsberger, J., Gröner, H., Schüller, A., Oberender, P. (Schriftleitung), Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft, Stuttgart 1999, S. 260f.
11 Vgl. Petersen, H-G., Finanzwissenschaften I, 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Stuttgart 1993, S. 140f.
12 Vgl. Hansjürgens, B., a.a.O., S. 261ff.
13 Vgl. Petersen, H-G., a.a.O., S. 141.
14 Vgl. Petersen, H-G., a.a.O., S. 140f.
15 Vgl. Dilger, A., Eine ökonomische Argumentation gegen Studiengebühren, in: WiSt, Heft 6, 2000, S.
309.
16 Vgl. Dilger, A., a.a.O., S. 309f.
17 Vgl. Petersen, H-G., a.a.O., S. 139.
18 Vgl. u.a. Hansjürgens, B., a.a.O., S. 266, Sachverständigenrat, a.a.O., S. 249.
Arbeit zitieren:
Tobias Riefe, 2001, Pro-Contra Studiengebühren, München, GRIN Verlag GmbH
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