2
Inhaltsverzeichnis:
S e i t e
1. Rahmenbedingungen zu Mannhardts Schaffenszeit. 3
2. Wilhelm Mannhardt 4
3. Der Fragebogen aus dem Jahr 1865 7
4. Das Nachwirken Mannhardts 10
5. Literaturverzeichnis 12
3
Der Einsatz von Fragebögen im 19.Jahrhundert am Beispiel Wilhelm Mannhardts (Auswertung Weber-Kellermann)
1. Rahmenbedingungen zu Mannhardts Schaffenszeit
Zu Beginn dieser Arbeit möchte ich einen gewissen Rahmen schaffen und auch einige Begriffe klären, damit man versteht, in welcher Zeit und unter welchen Umständen Wilhelm Mannhardt lebte und arbeitete.
Das 19. Jahrhundert brachte zunächst große Veränderungen in der Landwirtschaft: So -um nur einige zu nennen- z.B. durch die Agrarreform, den Übergang von Natural- zur Geldlöhnung, einer allgemeinen Bevölkerungszunahme, die Technisierung und dem Übergang zur Fruchtwechselwirtschaft. 1
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Landwirtschaft begann, sich kapitalistisch zu orientieren und es zu einer Wandlung der ländlichen Sozialstruktur kam. 2 Doch diese Neuentwicklung der ländlichen Bevölkerung wurde vor allem durch die Volkskunde vernachlässigt. So wurde ein romantisierendes Bild des Bauerntums gezeichnet, welches nicht der Realität entsprach. Vor allem durch Herder kam es zu einer Hinwendung zum eigenen Volkstum. Es wurde ein Idealbild des Bauern geschaffen, dasetwas überspitzt ausgedrückt- durch Arbeit, Tracht, Spiel und Gesang geprägt war. 3 Zudem kam es zu einer Aufwertung der frühgermanischen Glaubenswelt und die Altertumsforscher begaben sich zunehmend in mythische Tiefen. 4 Auch die Gebrüder Grimm teilten diese romantische Sichtweise. Wilhelm Mannhardt war bekennender Grimm-Schüler und wollte dementsprechend ihr Werk fortsetzen. 5 Sein Ziel war es, einen „streng wissenschaftlichen Aufbau der Mythologie“ 6 zu entwickeln.
Bei der Begriffsklärung möchte ich den ´Fragebogen` näher erläutern: Ein Fragebogen wird heute vor allem in der empirischen Sozialforschung zur Durchführung standardisierter Interviews verwendet. Er besteht aus einer genau festgelegten Abfolge von Erhebungs- und Testfragen. Besonders beliebt ist der Fragebogen heute auch in der
1 Vgl. Weber-Kellermann 1965, S. 1
2 Vgl. Weber-Kellermann 1965, S. 2
3 Vgl. Weber-Kellermann 1965, S. 3
4 Vgl. Weber-Kellermann 1969, S. 25
5 Vgl. Brednich 2001, S. 365
6 Weber-Kellermann 1969, S. 25
4
Werbebranche, beispielsweise zur Erhebung von Verbraucherinteressen. 7 In der Volkskunde wurde diese Art der Befragung häufig angewandt, obwohl man sich der zu erwartenden Probleme bewusst war. So hatte man bei Fragebogenaktionen -wie auch bei Mannhardt geschehen- nur mit einer relativ geringen Rücklaufquote zu rechnen. Zudem waren die Angaben der oft sehr unter-schiedlichen Gewährspersonen nicht immer zuverlässig und nicht als allgemein gültig anzusehen. 8
2. Wilhelm Mannhardt
Wilhelm Emmanuel Johann Mannhardt wurde am 26.März 1831 als Sohn einer Mennonitenpredigers in Friedrichsstadt an der Eider im Herzogtum Schleswig geboren. Mit 5 Jahren zog seine Familie nach Danzig, da der Vater dort eine Stelle als Prediger annahm und fortan einer eigenen Gemeinde vorstand. Für den jungen Wilhelm folgten nun Jahre des Privatunterrichts. Die Erzählungen der Urgroßmutter und der Mutter regen schon früh Mannhardts Interesse für volkstümliche Geschichte. Doch bereits an dieser Stelle kann man allerdings sagen, dass sein Leben zeitlebens von Verzicht und Enttäuschung gekennzeichnet war. 9 Grund dafür war vor allem seine schwere Krankheit. Wie er selbst schreibt, ist er von sehr schwacher Figur und nur 1, 50 m groß. 10 Wie sehr ihn diese Krankheit und seine asthmatischen Anfällen plagen, schreibt er selbst: „Denn von Geburt an auffallend klein und schwach und oft durch Krankheit dem Rande des Todes nahe gebracht, wurde ich in meinem Wachstum seit dem siebenten Jahr noch mehr durch eine Rückgratsverkrümmung gehemmt, welche trotz aller dagegen angewandten Mittel mehr und im höchsten Grade zunahm und schließlich alle jene Übel erzeugte, welche die Folgen eines aus den Fugen geratenen Gliederbaues sind, Asthma, Nervenschwäche und eine große Langsamkeit der Bewegungen, welche sich in allen meinen Arbeiten mitteilte.“ 11 Allerdings ´nützt` Mannhardt diese Krankheit zur frühen Lektüre von Märchen, Volksliedern und Sagen. Er besucht ab 1842 das Danziger Gymnasium und zeigt Interesse an deutscher Sprache, Literatur und mythologischen Themen. 1848 lernt er Jakob Grimms „Deutsche Mythologie“ kennen: „So habe ich,(…), das schwer errungene Meisterwerk von Anfang bis Ende gelesen - und die Richtung meines Lebens war entschieden.“ 12
7 Vgl. Brockhaus 1988, S. 495
8 Vgl. Brednich 2001, S. 93
9 Vgl. Weber-Kellermann 1965, S. 9
10 Vgl. Weber-Kellermann 1965, S. 10
11 Weber-Kellermann 1965, S. 9f
12 Weber-Kellermann 1965, S. 10
Arbeit zitieren:
Diplom-Germanist / -Journalist Martin Siegordner, 2003, Der Einsatz von Fragebögen im 19. Jahrhundert am Beispiel Wilhelm Mannhardts (Auswertung Weber-Kellermann), München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Martin Siegordner's Text Der Einsatz von Fragebögen im 19. Jahrhundert am Beispiel Wilhelm Mannhardts (Auswertung Weber-Kellermann) ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Martin Siegordner hat den Text Der Einsatz von Fragebögen im 19. Jahrhundert am Beispiel Wilhelm Mannhardts (Auswertung Weber-Kellermann) veröffentlicht
Martin Siegordner hat einen neuen Text hochgeladen
Neu herausgegeben von Florian ...
Florian Speer, Ernst v. Hesse-Wartegg
0 Kommentare