Inhaltsverzeichnis:
Einleitung....................................................................................................................................3
Hauptteil: Schulseelsorge eine besondere Form der pädagogischen Interakti-
on“...............................................................................................................................................4
1. Schulseelsorge und ihre Wurzeln 4
1.1 Begriff und Geschichte 4
1.2 Schulseelsorge oder Schulpastoral 6
1.3 Arbeitsformen der Schulseelsorge 7
2. Seelsorgekonzeptionen des 20 Jahrhunderts 9
2.1 Das Problem des Verhältnisses Theologie und Psychologie 9
2.2 Kerygmatische Seelsorge 9
2.3 Pastoralpsychologische Seelsorge 11
2.4 Weitere Seelsorgekonzeptionen 12
2.5 Wie handle ich nun als schulischer Seelsorger richtig 13
3. Schulseelsorge und Religionsunterricht 14
Literaturverzeichnis..................................................................................................................15
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Einleitung
Schulseelsorge – eine besondere Form der pädagogischen Interaktion. Warum? Ich denke gerade deshalb, weil sie die Möglichkeit bietet, Interaktionen zwischen Schüler und Schüler, Lehrer und Schüler, Lehrer und Lehrer bzw. auch die Interaktion von Eltern und Lehrern auf eine ganz besondere Weise zu beleben.
Schulseelsorge versteht sich in erster Linie als Begleitung, sowohl bei Prozessen innerhalb des Schulalltags, als auch innerhalb der einzelnen Individuen der Schule selbst. Schulseelsor- ge ist dabei offen für jede Form von Zusammenarbeit. In erster Linie steht sie durch Bera- tungsgespräche mit eher privaten Inhalt von Schülern- und Schülerinnen und deren Eltern sowie den Kollegen und Kolleginnen zur Verfügung. Daneben kann sie aber auch durch ge- meinsame Veranstaltungen zur geistigen Besinnung, Orientierungstagen usw., Gefühlen, Ängsten, aber auch einfach nur inneren Gedanken zum Ausdruck verhelfen. In dieser Funkti- on geht Schulseelsorge weit über die Institution des Beratungslehrers hinaus, insbesondere aufgrund ihrer christlichen Lebenseinstellung. Im Gespräch mit Schülern oder Lehrern ist sie da um Zuzuhören. Sie bietet keine Therapien an, kann aber psychologische Begleitung ver- mitteln.
In dieser Hausarbeit soll im ersten Teil auf die Wurzeln der Schulseelsorge und ihren Arbeits- formen eingegangen werden. Danach werden im zweiten Teil verschiedene Seelsorgekonzep- tionen aus dem 20. Jahrhundert vorgestellt und es soll danach gefragt werden, ob und wie diese für die Schulseelsorge von Nutzen sind. Im letzten Teil wird kurz darauf eingegangen, wie sich Religionsunterricht und Schulseelsorge ergänzen können.
Die Hausarbeit soll und will die Institution der Schulseelsorge lediglich kurzgefasst vorstel- len, damit sich der Leser ganz allgemein ein Bild von dieser besonderen Form der Interaktion machen kann.
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Hauptteil: „Schulseelsorge – eine besondere Form der pädagogischen In-
teraktion“
1. Schulseelsorge und ihre Wurzeln
1.1 Begriff und Geschichte
Die Bezeichnung „Schulseelsorge“ kam um etwa 1950 im katholischen Raum auf und um- fasste alle pastoralen Bemühungen, Kinder und Jugendliche über den Religionsunterricht und den Schulgottesdienst hinaus zum Glauben und zur religiösen Praxis zu erziehen. Die damali- ge kerygmatische (das Evangelium verkündende) Ausrichtung des Religionsunterrichts be- günstigte die Vorstellung, pastorale und religionskirchliche Vollzüge auf das Engste mit der Schule verbinden zu können. Auch im evangelischen Raum blieb der Begriff „Schulseelsor- ge“ zunächst fremd, weil „Seelsorge“ an sich nicht so sehr als institutionalisierbare und orga- nisierbare Veranstaltung, sondern als beratend-heilende und vergebende Zuwendung zum Einzelnen verstanden wurde. Die Reformen des Schul- und Bildungswesens seit 1965/1970 und die Entscheidung, den Religionsunterricht schultheoretisch im Schnittpunkt von Theolo- gie und Pädagogik, von Gesellschaft und Kirchen zu begründen, beendete dann vollends das Miteinander von Schule, Unterricht und Seelsorge. Die Kirchen stiegen dafür intensiv in die Diskussion um die Zukunft der öffentlichen Schule ein, modernisierten das freie kirchliche Schulwesen, festigten den konfessionellen Religionsunterricht, forcierten die Fortbildung der Religionslehrerschaft und bauten pastorale Angebote (z.B. Gestaltung von Schulgottesdiens- ten, Schaffung von Stellen zur Beratung und Krisenintervention) aus. Man ließ sich nicht mehr von der Überlegung leiten, was man selbst als Kirche von der Schule habe, sondern was man im Sinne eines uneigennützigen Dienstes zugunsten der Schule zu leisten fähig und be- reit ist.
„Moderne Schulseelsorge“ versteht sich also als eine neue Form kirchlicher Präsenz in der Schule. Sie soll für die Schüler- und Lehrerschaft eine Art Lebensbegleitung sein, die Ange- bote im Sinne einer erlebbaren christlichen Religiosität bietet. „Schulseelsorge“ im modernen Sinne hat sich also rückblickend aus verschiedenen Teilbereichen, nämlich der Religionspä- dagogik, der Jugendarbeit und der Seelsorge, entwickelt: 1
1 Vgl. BITTER, Gottfried [Hsrg.]: Neues Handbuch religionspädagogischer Grundbegriffe, München, 2002, S.
358/359.
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(1) In der Religionspädagogik setzte sich zunehmend die sog. Schüler- oder Erfahrungs- orientierung durch, d.h. Alltagserfahrungen der Schüler werden im schulischen Lern- prozess reflektiert. Da gleichzeitig die Nähe der Jugendlichen zur Kirche abnahm, sollten die Schüler zum einen im Religionsunterricht lernen, Religion als Dimension der Wirklichkeit wahrzunehmen, zum anderen sollten im und außerhalb des religion- sunterrichtlichen Rahmens den Schülern Angebote gemacht werden, christliche Reli- gion erleben und erfahren zu können. Zu diesen Angeboten zählen u.a. Pausenandach- ten oder Tage der religiösen Orientierung. Darüber hinaus entwickelte sich aber auch eine neue Form der außerschulischen Aktivität, die das Bestreben hatte, den Erzie- hungsauftrag von Schule in Kooperation mit außerschulischen Partnern zu verstärken. In diese Richtung zielte eben auch eine neue Form der Seelsorge.
(2) Die Jugendarbeit stand und steht als eigenes Sozialisationsfeld für Freiwilligkeit, eh- renamtliches Engagement, Selbstbestimmung, Rollenvielfalt usw.. Die Schule dage- gen dehnt ihr Freizeit- und AG-Angebot zeitlich immer mehr nach hinten aus. Die Ju- gendarbeit wird somit verstärkt durch Hauptberufliche getragen. Dennoch will man immer auch da präsent sein, wo die Jugendlichen ihre meistens Zeit verbringen, näm- lich in der Schule oder in Schulnähe. In diesem Sinne kann die Kirche die Träger- schaft für die Schulsozialarbeit mit übernehmen. So können Schulpfarrer und Schul- pfarrerinnen, aber auch Lehrer und Lehrerinnen, durch einen kirchlichen Zusatzauftrag als Schulseelsorger arbeiten. Über den Hintergrund in der Jugendarbeit und dem Reli- gionsunterricht hinaus wollen sie die Bedürfnisse der Schüler und Schülerinnen nach Orientierung und Sinn befriedigen.
(3) Die kirchliche Präsenz im Bereich der Seelsorge reicht über die Militär-, Gefängnis-, Krankenhaus- und Altersheimseelsorge bis hin zur telefonischen Seelsorge oder der Notfallseelsorge. Die Kirche steht aber auch vor der Herausforderung, auch seelsorge- risch im Alltag von Kindern und Jugendlichen präsent zu sein. Schulseelsorge kann als neue Form kategorialer Seelsorge an jungen Menschen verstanden werden, was für die bisher betriebene allgemeine Seelsorge ein kaum betretenes Feld ist. Daher müssen die traditionellen Seelsorgekonzepte ergänzt und angepasst werden. Schulseelsorge soll in Bezug auf die Probleme der jungen Menschen keine Art Therapie sein, sondern eher Beratungs- und Lebensbegleitung.
Schulseelsorge ist aber im Vergleich zum Religionsunterricht nicht rechtlich abgesichert. Sie stellt grundsätzlich ein freies Angebot der Kirche an die Schule dar. Schulseelsorge kann da- durch aber auch freier, unbestimmter und zugleich unabhängiger in der Gestaltung der Koope-
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Klaus Genschmar, 2005, Schulseelsorge - eine besondere Form der pädagogischen Interaktion, Munich, GRIN Publishing GmbH
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