Fachhochschule Potsdam
Culture and Social Concept – Alternative Konzepte und Finanzierungsmöglichkeiten Sozialer Arbeit
Lutz Küken
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 2
2. Bestandsaufnahme der aktuellen Finanzierungssituation Sozialer Arbeit ... 3
2.1. Finanzierung über öffentliche Mittel ... 5
2.2. Finanzierung durch nichtöffentliche Mittel ... 7
3. Finanzierung Sozialer Arbeit im Vergleich zu Non-Profit-Organisationen anderer Bereiche ... 8
3.1. Kultur ... 9
3.2. Ökologie ... 11
4. Ausbau alternativer Möglichkeiten der Finanzierung kleiner und mittlerer sozialer Vereine und Projekte ... 13
4.1. Sozial-Sponsoring ... 16
4.1.1. Definition ... 19
4.1.2. Das Sponsoring-Konzept ... 22
4.1.3. Sozial-Sponsoring anhand praktischer Beispiele ... 29
4.2. Professionelle Erschließung und Pflege von SpenderInnen ... 30
4.2.1. Definition und Geschichte ... 30
4.2.2. Instrumente zur Akquisition und Pflege von SpenderInnen ... 34
4.2.3. Spendenbeispiele in der Praxis ... 40
Organisation ... 42
4.3. Event-Marketing im Dienste Sozialer Arbeit ... 43
5. Möglichkeiten und Potentiale zur Erschließung neuer Finanzierungsmöglichkeiten ... 44
5.1. Konzeptionelle Veränderungen der Sozialen Arbeit ... 45
5.2. Sozialmarketing ... 47
5.2.1. Produktgestaltung – das soziale Leistungsangebot ... 49
5.2.2. Preisgestaltung ... 50
5.2.3. Distributionspolitik – Vertriebskanäle sozialer Arbeit ... 51
5.2.4. Kommunikationspolitik – die soziale Kommunikation ... 52
5.3. Die Medien als Kommunikationsinstrument für Soziale Arbeit ... 53
6. Auswirkungen alternativer Finanzierungswege auf die Soziale Arbeit ... 55
7. Nutzung neuer Finanzierungsmöglichkeiten an Beispielen sozialer Vereine und Projekte der Stadt Potsdam ... 57
7.1. Breitband e.V. ... 59
7.2. Chill out e.V. ... 61
7.3. Rückenwind e.V. ... 65
8. Agenturen als Mittler zwischen Sozialer Arbeit und neuen Finanzierungsquellen ... 69
8.1. Neues Handeln Köln ... 71
8.2. Gesellschaft für Sozialmarketing ... 71
9. Culture & Social Concept – der Entwurf einer Existenzgründung ... 72
10. Schlußbemerkung ... 76
11. Literatur ... 79
1. Einleitung
„Ein weiterer Aufschrei ging in dieser Woche durch die freie Szene der Kultur- und Jugendträger. Sie fürchten um die Existenz ihrer Einrichtungen und Projekte, da das Land sein Kontingent an Strukturanpassungsmaßnahmen (SAM) auf ein Viertel gestrichen hat. ... Ebenso sinkt die Zahl der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM). Viele Klubs und Beratungsangebote für Kinder und Jugendliche sind mit Personal aus diesem „zweiten“ Arbeitsmarkt besetzt, einige hängen sogar davon ab.“1
Die Meldung der Potsdamer Lokalpresse ist ein Spiegel der Situation in vielen sozialen und kulturellen Einrichtungen. Es fehlt an personeller Ausstattung und entsprechenden Finanz- und Sachmitteln. Die desolate Haushaltslage in vielen Kommunen, den Ländern und beim Bund, zwingt die Politik seit geraumer Zeit zum radikalen Sparen. Die enorme Verschuldung soll abgebaut und Kosten auf den einzelnen Bürger umgelagert (private Altersvorsorge) werden. In diesem Zusammenhang wird seitens der politisch Verantwortlichen der Umbau des Sozialstaates diskutiert und mit umstrittenen Reformen versucht die erste Rot-Grüne Bundesregierung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, diesen umzusetzen.
Das ist der Hintergrund, vor dem Sozialarbeit ein zunehmend wachsendes Aufgabenfeld zu bearbeiten hat.
In der hier vorliegenden Arbeit soll die Möglichkeit der Akquisition bisher wenig genutzter alternativer Finanzierungsmöglichkeiten untersucht werden. Nach einer kurzen Bestandsaufnahme wird untersucht, wie Organisationen anderer Nonprofit-Bereiche auf die veränderte Haushaltssituation der öffentlichen Hand reagiert haben, wobei insbesondere die Nutzung von Sponsoring-Mitteln besprochen wird.
Im Hauptteil werden Chancen und Grenzen des Sozial-Sponsorings und der Einwerbung von Spenden vorgestellt und diskutiert. Es wird besprochen, wo Ressourcen in der Sozialarbeit vorhanden sind, die zur Erschließung bisher wenig genutzter Finanzierungsquellen beitragen könnten. Sozialmarketing als Weg und Methode ist einer der zentralen Punkte der Betrachtung. Dabei treten ideologische Bedenken zugunsten der Möglichkeiten von Veränderung in den Hintergrund.
„Oft gab es ideologische Einwände und Diskussionen, besonders über den Zusammenhang zwischen Fundraising und Abbau des Sozialstaates und über den Einfluß der Wirtschaft auf gemmeinnützige Vereine. Das Interesse an der Thematik und die neu gewonnenen Erkenntnisse führten allerdings in vielen Fällen nicht zum Handeln und zu großen Veränderungen in der Alltagsarbeit. Staatliche Geldgeber waren und sind immer noch die Wunschpartner der meisten Nonprofit-Organisationen.“2
Im weiteren wird die Situation von drei Potsdamer Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege vorgestellt. Anhand der geführten Informationsgespräche soll aufgezeigt werden, wo Ressourcen in der Praxis liegen und wie der Standpunkt einzelner SozialarbeiterInnen zu alternativen Finanzierungsformen ist.
Abschließend wird die Möglichkeit der Nutzung von Beratern und Agenturen besprochen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den Anforderungskriterien, welche SozialarbeiterInnen bei einer eventuellen Zusammenarbeit beachten müssen. In diesem Zusammenhang wird ein erster Entwurf, einer vom Verfasser dieser Arbeit während des Studiums der Sozialarbeit/Sozialpädagogik entwickelten Idee, einer Existenzgründung vorgestellt.
2. Bestandsaufnahme der aktuellen Finanzierungssituation Sozialer Arbeit
Die Finanzierung Sozialer Arbeit in der Bundesrepublik Deutschland muß immer im Zusammenhang mit den System der sozialen Sicherung und der Wohlfahrtspflege betrachtet werden.
Zum gegliederten System sozialer Sicherung gehören die Versicherung, mit den Hauptsäulen Renten-, Kranken-, Unfall-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung, die Versorgung, bestehend u.a. aus Kindergeld, Erziehungsgeld, Kriegsopferversorgung, Wohngeld, sowie der Fürsorge mit den Leistungen der Sozial-, Jugend- und Gesundheitshilfe.3
Bei der Wohlfahrtspflege muß zwischen öffentlicher und freier Wohlfahrtspflege differenziert werden. Zur öffentlichen Wohlfahrtspflege gehört die kommunale Wohlfahrtspflege, als einer der Kernbereiche kommunaler Selbstverwaltung und die staatliche Wohlfahrtspflege (Bund und Länder), welche vor allem hoheitliche Aufgaben wahrnimmt.
[...]
1 Alexander Engels In: Märkische Allgemeine 3./4. Februar 2001 S.15
2 Marita Haibach „Handbuch Fundraising“ S. 13
3 Hans Flierl „Freie und öffentliche Wohlfahrtspflege“ S. 4ff.
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Lutz Küken, 2001, Culture and Social Concept – Alternative Konzepte und Finanzierungsmöglichkeiten Sozialer Arbeit, Munich, GRIN Publishing GmbH
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