Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung - 2-
2. Hauptteil - 2-
2.1. Übersetzung - 2-
2.2. Kommentar - 3-
2.2.1. Übersetzungskommentar - 3-
2.2.2. Überlieferung - 4-
2.2.3. Übersetzungsvergleich - 7-
2.2.4. Wortanalyse - 8-
2.3. formale Analyse - 9-
2.4. Gattungsproblematik -11-
2.4.1. Wechsel -11-
2.4.2. Frauenlied -13-
2.4.3. Frauenlied/Botenlied -14-
2.4.4. Freundschaftslied -14-
3. Schlussteil -15-
Literaturverzeichnis -16-
1
1. Einleitung
In meiner Arbeit befasse ich mich mit den ersten beiden Liedern (1C und 2C) des Kürenbergs. Der von Kürenberg ist der erste namentlich bekannte Minnesänger, man weiß jedoch nur wenig über ihn. Es gibt mehrere Dokumente, die unterschiedliche Kürenbergs bezeugen, und daher vermutet man seine Schaffenszeit zwischen 1150 und 1160 in Oberösterreich. Andere gehen jedoch auch davon aus, dass der von Kürenberg seinen Namen aus dem vierten Lied (4C) bekommen hat, da die Texte vorher anonym waren. Das Wappen des Kürenbergs im Codex Manesse soll entsprechend dem Namen eine Handmühle zeigen.
Im Mittelpunkt der Forschung der Kürenberg-Lieder stehen das Falkenlied und der Zinnenwechsel. Die beiden hier behandelten Strophen, deren Zusammengehörigkeit der zu einem Ton in der Forschung umstritten ist, verdienen jedoch ebenso große Aufmerksamkeit, nicht zuletzt, da sie am Anfang der Kürenberg-Lieder in den Handschriften zu finden sind. Uneinig ist man sich auch über die Zugehörigkeit zu einer Gattung, obwohl man überwiegend von einem Wechsel ausgeht. Diese Gattungsproblematik möchte ich an meiner Arbeit näher untersuchen.
2. Hauptteil
2.1. Übersetzung
7,1-1C Einen sehr lieben Freund
7,10-2C Warum erinnerst du mich an das Leiden, mein so lieber
2.2. Kommentar
2.2.1. Übersetzungskommentar
Der Einfachheit halber wähle ich eine eigene Verszählung: Die Strophe 7,1-1C wird mit I angegeben, die Strophe 7,10-2C wird mit II benannt. Die Verse werden mit arabischen Ziffern von 1 bis 5 numeriert. I,1 vil] sehr 1
I,1
I,2 daz ist loeblîch] Inversion zwecks Parallelismus I,3 die] dieser. Demonstrative Übersetzung nach Schweikle (demonstrativ, nach Schweikle) 4 I,3 minne] zugeneigt sein 5
I,4 holt si] lieblich gewogen sei 6 . Man kann an dieser Stelle nicht mit Sicherheit sagen, ob es sich um einen Ausdruck für eine Liebesbeziehung handelt. Daher habe ich einen neutralen Ausdruck gewählt, der sowohl eine Freundschafts- als auch eine Liebesbeziehung bezeichnen kann. I,5 man] erinnere 7 (Moser/Tervooren)
I,5 redeten] geredet haben. Tempusangleichung, da im Hauptsatz Präsens steht und die Vorzeitigkeit hierzu mit Perfekt ausgedrückt wird. I,5 do] als 8 I,5 ze jungest] zuletzt 9
1 vgl. Lexer, Matthias (Hrsg.): Mittelhochdeutsches Wörterbuch. Stuttgart 1992. Band III. Sp. 349
2 vgl. Sievers, Eduard: Bemerkungen zu des Minnesangs Frühling. PBB 12 (1887). S. 492
3 vgl. Anm. 1: Lexer. Band II. Sp. 1361
4 vgl. Schweikle, Günther: Die mittelhochdeutsche Minnelyrik. Darmstadt 1977. S. 119
5 vgl. Benecke, Georg Friedrich/Müller, Wilhelm/Zarncke, Friedrich (Hrsg.): Mittelhochdeutsches Wör-
terbuch. Stuttgart 1990. S. 183-184
6 vgl. Anm. 1: Lexer. Band I. Sp. 1327-1328; Anm. 6: BMZ. Band I. S. 703-704
7 vgl. Moser, Hugo/Tervooren, Helmut: Des Minnesangs Frühling. 38. Auflage. Stuttgart 1988. S. 24
8 vgl. Anm. 1: Lexer. Band I. Sp. 445
9 vgl. Anm. 1: Lexer. Band I. Sp. 1490
3
II,1 wes] warum 10 II,1 manst] erinnerst 11
II,1 mîn vil liebe
II,2 geleben] erleben/überleben. Beide Varianten sind möglich und ergeben einen Sinn. II,3 verliuse] verliere 14 . Potentialer Konjunktiv II,4 lâze] ließe. Potentialer Konjunktiv
II,4
II,5 und alle andere man] und auch alle anderen Männer. „diu liute“ aus II,4 sehe ich als bestimmte Leute an, „alle andere man“ als Verallgemeinerung.
2.2.2. Überlieferung
Schon H. W. J. Kroes stellte fest, dass I und II „ziemlich schlecht überliefert“ 17 sind. Daher ist hier ein Übersetzungsvergleich auch gleichzeitig ein Editionsvergleich. Kroes geht, wie viele andere auch, von einem Fehler in der ersten Halbzeile aus, da der Text ansonsten keinen Sinn ergeben würde. Christel Schmid hat sechs verbreitete Konjekturen gegenübergestellt 18 . Die Konjekturen von Lachmann („vil lieber friunde vâren“), Bartsch („vil lieber friunde fremden“) und Joseph („vil lieber friunde scheiden“) 19 scheiden für mich aus, da sie einen zu großen Eingriff in den Text vornehmen und friunt in den Plural (fruinde) setzen. Sievers sagte hierzu: Ein „pluralisches friunt oder friundinne wird man […] nur erwarten dürfen, wo etwa von mehreren liebespaaren im glei- 10 vgl.Kasten, Ingrid/Kuhn, Margherita: Deutsche Lyrik des frühen und hohen Mittelalters. Frankfurt am
Main 1995. S. 45
11 vgl. Anm. 1: Lexer. Band I. Sp. 2028-2029; Anm. 7: Moser/Tervooren. S. 24
12 vgl. Anm. 7: Moser/Tervooren. S. 24
13 vgl. Anm. 1: Lexer. Band I. Sp. 2217
14 vgl. Anm. 1: Lexer. Band III. Sp. 162-163
15 vgl. Anm. 7: Moser/Tervooren. S. 24
16 vgl. Anm. 7: Moser/Tervooren. S. 24
17 Kroes, H. W. J.: Kürenbergiana. In: Neophilologus 36 (1952). S. 89
18 vgl. Schmid, Christel: Die Lieder der Kürenberg-Sammlung. Einzelstrophen oder zyklische Einheiten?
Göppingen 1980. S. 106
19 alle drei Zitate aus: Anm. 18: Schmid. S. 106
4
Arbeit zitieren:
Daniel Steinbach, 2005, Der von Kürenberg: "Vil lieber vriunt (verliesen)" (1C) und "Wes manst du mich leides" (2C) ein Wechsel?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Kindliches Stottern in Diagnostik und Therapie: Problemfelder der aktu...
Seminararbeit, 23 Seiten
Die Überlieferung der epischen Werke Hartmanns von Aue
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Gedichtinterpretation von 'Sachliche Romanze' von Erich Kästne...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 17 Seiten
Erinnerungsstrukturen in W. G. Sebalds Prosa
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Magisterarbeit, 90 Seiten
Daniel Steinbach hat den Text Der von Kürenberg: "Vil lieber vriunt (verliesen)" (1C) und "Wes manst du mich leides" (2C) ein Wechsel? veröffentlicht
Daniel Steinbach hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare