ABBILDUNGSVERZEICHNIS II
1 EINLEITUNG 1
2 WAS BEDEUTET LEBENSLANGES LERNEN 2
3 DIE MEGATRENDS 4
3.1 MEGATREND 1 4
3.2 MEGATREND 2 5
3.3 MEGATREND 3 5
3.4 MEGATREND 4 5
3.5 MEGATREND 5 6
3.6 MEGATREND 6 6
3.7 MEGATREND 7 6
3.8 MEGATREND 8 7
3.9 MEGATREND 9 7
3.10 SCHLUSSFOLGERUNGEN 8
4 INFORMELLES LERNEN 11
4.1 DEFINITION UND ABGRENZUNG DES INFORMELLEN LERNEN 11
4.2 INFORMELLE BERUFLICHE LERNWEGE 12
4.3 MOTIVE DER WEITERBILDUNGSTEILNEHMER 14
4.4 BETEILIGUNGEN AN INFORMELLER BERUFLICHER WEITERBILDUNG 14
4.5 AKZEPTANZ DES INFORMELLEN LERNENS 15
5 SELBSTGESTEUERTES LERNEN 16
5.1 WAS BEDEUTET SELBSTGESTEUERTES LERNEN 17
5.2 ABGRENZUNG SELBSTGESTEUERTES UND FREMDGESTEUERTES LERNEN 17
5.3 DIE NOTWENDIGKEIT DES SELBSTGESTEUERTEN LERNENS 18
6 FINANZIERUNG DES LEBENSLANGEN LERNENS 19
7 DAS BLK-MODELLVERSUCHSPROGRAMM LEBENSLANGES LERNEN 22
7.1 LAUFENDES PROJEKT IN NIEDERSACHSEN 24
8 SCHLUSSBEMERKUNG 25
LITERATURVERZEICHNIS III
ABBILDUNG 1: ERWERBSTÄTIGE NACH TÄTIGKEITSGRUPPEN 1985 UND 2010 8
ABBILDUNG 2: INFORMELLE BERUFLICHE WEITERBILDUNG 13
ABBILDUNG 3: WEITERBILDUNGSTEILNAHME 1979 2000 IM VERGLEICH 13
ABBILDUNG 4: MOTIVE DER WEITERBILDUNGSTEILNEHMER 14
ABBILDUNG 5: BETEILIGUNG AN INFORMELLER BERUFLICHER WEITERBILDUNG IM BUNDESGEBIET
BEI AUSGEWÄHLTEN GRUPPEN VON ERWERBSTÄTIGEN 1994 2000 15
Lebenslanges Lernen 1
1 Einleitung
„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ – eine altbekannte Redewendung, welche heutzutage jedoch an Bedeutung verloren hat. Lernen hört nicht nach der Schule, Ausbildung oder dem Studium auf, sondern es begleitet die Menschen ein Leben lang.
Lebenslanges Lernen ist das Schlüsselwort wenn es darum geht, dem wachsenden Konkurrenzkampf auf dem Arbeitsmarkt standzuhalten, einen Berufs- oder Schulabschluss nachzuholen oder sich einfach nur weiterzubilden. Nicht ohne Grund bieten ca. 85% aller deutschen Unternehmen ihren Mitarbeitern Weiterbildungsmöglichkeiten durch Kostenbeteiligung oder eigene Maßnahmen an, denn je höher der Ausbildungsstand ist, desto größer ist auch der Drang nach Weiterbildung.
Aber was genau bedeutet lebenslanges Lernen? Auf diese Frage soll das zweite Kapitel eine ausführliche Antwort geben. Es wird beschrieben, was unter dem Begriff des lebenslangen Lernens zu verstehen ist, welche Ziele mit dem lebenslangen Lernen verbunden sind und warum es immer wichtiger wird ein Leben lang zu lernen.
Grund für die steigende Bedeutung des lebenslangen Lernens ist der Wandel der sich derzeit in der ganzen Welt vollzieht. Diese Entwicklungstendenzen, auch Megatrends genannt, werden ausführlich im dritten Kapitel beschrieben.
Um diesem Wandel standhalten zu können, reicht das Wissen, welches in Kindheit und Jugend erworben wurde, nicht aus. Ständige Lernprozesse und kontinuierliche Weiterentwicklung sind hierzu notwendig. Dabei können die Lernprozesse zum einen auf formellem und zum anderen auf informellem Weg ablaufen. Auf die Definition und Abgrenzung des informellen Lernens wird im vierten Kapitel eingegangen. Ferner werden die informellen beruflichen Lernwege sowie die Motive der Weiterbildungsteilnehmer genannt. Das die informellen Bildungswege für die Lernenden an Bedeutung gewinnen, wird anhand der wachsenden Teilnehmerzahlen deutlich, was in Kapitel 4.4 aufgezeigt wird. Derzeit fehlt es jedoch noch an mangelnder Akzeptanz von Seiten der Gesellschaft. Die Problematik der fehlenden Akzeptanz und Honorierung von Wissen, welches auf informellem Wege erworben wurde, wird im Anschluss an Kapitel 4.4 dargestellt.
Lebenslanges Lernen 2
Egal ob Lernen auf formellem oder informellem Weg erfolgt, wichtig ist, dass der Lernende den Lernbedarf feststellt und das Lernen als wichtig ansieht. Tut er es nur weil es andere von ihm erwarten, hat er sicherlich keine Lust dazu und sieht die Notwendigkeit nicht. In diesem Fall wird das Lernen vermutlich nicht von großem Erfolg gekrönt sein. In diesem Kontext spricht man von selbstgesteuertem und fremdgesteuertem Lernen, worauf das fünfte Kapitel eingeht. Des Weiteren wird erklärt, warum das selbstgesteuerte Lernen so wichtig ist.
Mit der Finanzierung des lebenslangen Lernens beschäftigt sich das sechste Kapitel.
Im siebten Kapitel wird ein Einblick in das Modellversuchsprogramm zum lebenslangen Lernen der Bund-Länder-Kommission 1 gewährt und ein derzeit in Niedersachsen laufendes Projekt vorgestellt.
2 Was bedeutet lebenslanges Lernen?
Der Titel der vorliegenden Arbeit lautet „Lebenslanges Lernen“. Zum Verständnis dieses Begriffs sollen die folgenden Definitionen beitragen.
Lebenslanges Lernen bedeutet zum einen, den Wiedereinstieg in Bildungswege zu ermöglichen, und zum anderen die im Beruf erworbenen, aber nicht formal bescheinigten Kompetenzen bestätigen zu lassen und dafür neue Lehr- und Lernformen anzubieten. Lebenslanges Lernen umfasst die Gesamtheit allen formalen, nicht-formalen und informellen Lernens ein Leben lang. Es verbindet die bisher stark segmentierten Bildungsbereiche und integriert Vorschulbildung, schulische Bildung, Berufsbildung, Hochschulbildung sowie allgemeine und berufliche Weiterbildung zu einem aufeinander aufbauenden und vor allem durchlässigen Gesamtsystem. 2
Lebenslanges Lernen soll helfen, das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gesellschaft zu verstärken und Ausgrenzungen weitestgehend zu vermeiden.
1 Wird im Folgenden mit BLK bezeichnet.
2 Vgl. www.bmf.de/de/411.php
Lebenslanges Lernen 3
Zielsetzung hinsichtlich einer Gesamtkonzeption ist es:
• die Bildungsqualität zu erhöhen,
• allen Menschen mehr Chancen zu persönlichen, ihren Begabungen entsprechenden gesellschaftlichen und beruflichen Entwicklungen zu ermöglichen und
• den Standort Europa mitzugestalten. 3
Dabei werden vor allem bildungspolitische Ziele wie die Erhöhung der Transparenz, Verbesserung der Beratung, Sicherung der Qualität aller Bildungsbereiche, Förderung neuer Lehr- und Lernkulturen, Zertifizierung von Weiterbildungsleistungen und Schaffung eines lernförderlichen Umfelds für Menschen in speziellen Lebenslagen verfolgt. Gleichzeitig wird damit die Grundlage für mehr Beschäftigung gelegt. Lebenslanges Lernen ist somit ein wichtiger Innovations- und Wettbewerbsfaktor. 4
Lebenslanges Weiterlernen bzw. lebenslanges Lernen wird in der heutigen Zeit immer wichtiger, da
• das Wissen, welches in der Kindheit und Jugend erworbene wurde, veraltet,
• die Welt ständigen Veränderungen unterliegt, welche mehr geistige Fähigkeiten und neue soziale Kompetenzen fordern,
• die ökologischen, demographischen, ökonomischen und politischen Probleme sich verschärfen und
• ein erfolgreiches Handeln in der Gesellschaft von dem zur Verfügung stehenden Wissen abhängt. 5
Die Notwendigkeit des lebenslangen Lernens wird von Alfred Dohmen wie folgt beschrieben: „Heute nun ist das lebenslange Lernen nicht mehr Ziel fürs Leben, sondern es ist selbst zum Ziel geworden. Was lebenslang gelernt werden muss, das steht in der modernen Zeit nicht mehr zur Debatte, nur das lebenslang gelernt werden muss. Lebenslanges Lernen wird zum lebenslänglichen Lernen“. 6
3 Vgl. www.bmf.de/de/411.php
4 Vgl. Ebenda
5 Vgl. DOHMNEN (1998): S. 10
6 GEIßLER & ORTHEY (1996): S. 38
Lebenslanges Lernen 4
Diese Aussage ist eine logische Konsequenz auf die ständige Weiterentwicklung der Wirtschaft, welche in der Bundesrepublik Deutschland, in Europa und den Rest der Welt erfolgt. Zurückzuführen sind diese Veränderungen auf neun verschiedene Entwicklungstendenzen, welche den Wandel in der Welt beeinflussen. Diese Entwicklungstendenzen werden auch als Megatrends 7 bezeichnet. Im folgenden Kapitel werden diese neun Trends näher beschrieben.
3 Die Megatrends
Die Megatrends stellen aus heutiger Sicht unvermeidbare Trends, die in Zukunft auf uns zukommen werden, dar. Einige dieser Entwicklungen werden sich zu Sackgassen entwickeln, andere dagegen werden sich in der Arbeitswelt durchsetzen. So werden neue Berufe entstehen, andere werden dagegen stark umstrukturiert und manche verschwinden sogar ganz.
Wichtig ist, diese Trends nicht einzeln zu betrachten, sondern als Gesamtheit, da sie sich untereinander beeinflussen.
3.1 Megatrend 1
⇒ Demographische Veränderungen
z.B. Einschnitte in die Bevölkerungspyramide, zunehmende Heterogenität der Vorbildung und des Alters der Auszubildenden, sowie ein wachsender Anteil fremder Nationalitäten in den jeweiligen Bildungssystemen. 8
Aufgrund dieser Veränderungen nimmt das Erwerbspotential immer weiter ab, denn die Altersstrukturen ändern sich. Während die mittleren Jahrgänge (35-50 Jahre) steigen, sinken die jüngeren. Diese Verschiebung hat weitere Konsequenzen, denn jüngere Menschen stehen dem Arbeitsmarkt erst später zur Verfügung. Durch verkürzte Ausbildungszeiten und die Verlagerung von Ausbildungsinhalten in die Weiterbildung könnte dem teilweise entgegen gewirkt werden.
7 Vgl. BUTTLER, F. (1992): Tätigkeitslandschaft 2010. S. 162
8 Vgl. Ebenda
Lebenslanges Lernen 5
Die Zunahme der Erwerbstätigen in den mittleren Jahrgängen ist auch auf die steigende Frauenerwerbstätigkeit zurückzuführen, deren Ursache der Wertewandel, die Bildungsbeteiligung und die geringeren Geburtenrate ist. 9
3.2 Megatrend 2
⇒ Stark wachsende Internationalisierung der Wirtschaft nicht nur im Rahmen der Europäischen Union, sondern im weltweiten Maße, z.B. durch multinationale Unternehmen. 10
Folge ist, dass die interkulturelle Interaktion immer wichtiger wird. Fremdsprachen und Kenntnisse in anderen Kulturen sind notwendig, um der wachsenden Internationalisierung standhalten zu können.
3.3 Megatrend 3
⇒ Fortschreitende Entwicklung von Verfahren einer systembezogenen Rationalisierung, d.h. Verknüpfung von bisher isolierten Zielen und Inhalten der Arbeitsaufgaben, wie z.B. die Verknüpfung von Bank- und Versicherungsgeschäften. 11
Wissen, welches nicht zu stark spezialisiert sondern weit gefächert ist, ist notwendig, um den Anforderungen gerecht zu werden. „Fachidioten“ verlieren an Bedeutung, während fachübergreifende Kenntnisse immer wichtiger werden.
3.4 Megatrend 4
⇒ Zunehmende Zahl technologisch verwertbarer Forschungsergebnisse.
Aufgrund der Gewinnung von neuen Erkenntnissen hat sich in den letzten Jahrzehnten ein technischer Wandel vollzogen. Folge ist, dass immer mehr Arbeitsplätze abgebaut werden können. Durch den technischen Fortschritt werden viele Aufgaben, die früher von Menschen erledigt wurden, von computergesteuerten Maschinen ausgeführt.
9 Vgl. BUTTLER, F. (1992): Tätigkeitslandschaft 2010. S. 173-177
10 Vgl. BUTTLER, F. (1992): Tätigkeitslandschaft 2010. S. 162
11 Vgl. Ebenda
Arbeit zitieren:
Nina Wedig, 2004, Lenbenslanges Lernen, München, GRIN Verlag GmbH
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