ii
INHALTSVERZEICHNIS
Abk ürzungsverzeichnis v
Abbildungsverzeichnis vi
Tabellenverzeichnis vi
1 Einleitung 1
2 Betrachtung des deutschen Heimtiermarktes 3
2.1 Beziehung des Menschen zum Tier. 3
2.2 Strukturdaten. 5
2.2.1 Heimtierpopulation. 5
2.2.2 Soziodemografisches Profil der deutschen Heimtierhalter 7
2.3 Entwicklung des Marktvolumens und Marktteilnehmer. 8
2.3.1 Umsatz durch Fertignahrung 8
2.3.2 Umsatz durch Zubehör 10
2.3.3 Verteilung des Umsatzes auf den LEH und Zoofachhandel 11
2.4 Inhabergeführter Zoofachhandel 14
2.4.1 Betriebsformen 14
2.4.1.1 Zoofachhandels- und Spezialgeschäfte. 14
2.4.1.2 Serviceorientierte Zoofachmärkte. 16
2.4.2 Die Bedeutung von Verbundgruppen für den inhabergeführten
Zoofachhandel 17
2.4.2.1 Begriffsbestimmung Verbundsysteme 18
2.4.2.2 Die Sagaflor AG als größte Verbundgruppe der
Heimtierbranche 20
iii
2.5 Franchisesysteme auf dem deutschen Heimtiermarkt 22
2.5.1 Begriffsbestimmung Franchising 23
2.5.2 Die Betriebsform discountorientierter
Heimtierbedarf -Fachmärkte 24
2.5.3 Die Fressnapf Tiernahrungs GmbH als erfolgreichstes
Franchiseunternehmen auf dem Heimtiermarkt. 26
3 Gegenüberstellung von inhabergeführtem Zoofachhandel und
Franchisesystemen des Heimtiermarktes 29
3.1 Profilierungsmöglichkeiten über die Leistungsgestaltung 29
3.1.1 Sortiments- und Produktpolitik. 29
3.1.1.1 Einheitlichkeit versus Einzigartigkeit. 29
3.1.1.2 Einführung von Eigenmarken 33
3.1.1.3 Zubehörprodukte für die Heimtierbestattung 36
3.1.2 Preispolitik 37
3.1.2.1 Preisgestaltung. 37
3.1.2.2 Sonderangebote und Rabattsysteme 39
3.1.3 Servicepolitik 42
3.1.3.1 Qualifikation des Personals 42
3.1.3.2 Ergänzend angebotene Service- und Dienstleistungen. 44
3.1.3.3 Standort. 48
3.1.3.4 Ladenöffnungszeiten 49
3.1.4 Kommunikationspolitik 50
3.1.4.1 Mediawerbung 52
3.1.4.2 Öffentlichkeitsarbeit 54
3.1.4.3 Verkaufsförderung durch die Ladengestaltung und die Tier-
bzw. Produktpräsentation 58
3.1.4.4 Internetauftritt 60
3.2 Einkaufsverhalten von Heimtierhaltern in Bezug auf die
Einkaufsst ätte. 62
3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse 64
iv
4 Zukünftige Rahmenbedingungen für den deutschen Heimtiermarkt
und daraus resultierende Zukunftstrends. 67
4.1 Politische und volkswirtschaftliche Entwicklungen 67
4.2 Einzelhandelsspezifische Veränderungen 69
4.3 Alterung der deutschen Gesellschaft 70
4.4 Sozioökonomische Einflussfaktoren. 72
5 Schluss. 74
Literaturverzeichnis 75
v
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
AG Aktiengesellschaft BbT Bundesverband der beamteten Tierärzte e.V. BBE Die Betriebsberatung Einzelhandel bbw Betriebswirtschaftliche Beratung für die Wirtschaft BfT Bundesverband für Tiergesundheit e.V. DAG Deutsche Angestelltengewerkschaft DFV Deutscher Franchiseverband e.V. e.V. eingetragener Verein GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung HBV Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen HDE Hauptverband des Deutschen Einzelhandels IfH Institut für Handelsforschung an der Universität zu Köln IVH Industrieverband Heimtierbedarf e.V. KPMG eines der größten Wirtschaftsprüfungs- und Beratungs-
Matr.-Nr. Matrikel-Nummer MDR Mitteldeutscher Rundfunk o. V. ohne Verfasserangabe pet Fachmagazin für die Heimtier- und Gartenbranche TVT Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. Zooma Zoofachmarkt Beteiligungs GmbH zza Zoologischer Zentral Anzeiger, Fachmagazin der Heimtierbranche ZZF Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V.
vi
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abb. 1 Die Entwicklung der Heimtierpopulation.............................................. 5 Abb. 2 Die Verteilung der verschiedenen Heimtierarten auf die deutschen
Haushalte............................................................................................. 5 Abb. 3 Die Entwicklung des Umsatzes durch Fertignahrung verteilt auf die verschiedenen Tierarten ...................................................................... 8 Abb. 4 Die Entwicklung des Umsatzes durch Heimtierzubehör verteilt auf die verschiedenen Heimtierarten ............................................................. 10 Abb. 5 Die Verteilung des Umsatzes durch Fertignahrung auf den LEH und
Zoofachhandel ................................................................................... 12 Abb. 6 Die Verteilung des Umsatzes durch Zubehör auf den LEH und
Zoofachhandel ................................................................................... 12 Abb. 7 Anforderungen der Verbraucher an ein Geschäft beim Kauf von
Heimtierprodukten.............................................................................. 62
TABELLENVERZEICHNIS
Tabelle 1 Bewertung der Erfolgspotenziale des inhabergeführten Zoofachhandels und der Franchisesysteme............................ 64
1
1 Einleitung
Im letzten Vierteljahrhundert ist der deutsche Heimtiermarkt stetig gewachsen. Begründet wird dies damit, dass immer mehr Menschen ihr Heimtier als vollständiges Familienmitglied anerkennen und somit großen Wert auf gute Pflege und Ernährung ihres Tieres legen. Heutzutage ist es für viele Heimtierhalter üblich, ihr Tier mit Wellness-Produkten oder Dienstleistungen zu verwöhnen. 1
In den 70er Jahren beherrschten noch die traditionellen Zoofachhandelsgeschäfte den deutschen Heimtiermarkt; sie erwirtschafteten jedes Jahr einen Umsatzzuwachs von mindestens 5%. Erst zwischen Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre wurde die Sorge vieler Zoofachhändler über die anhaltende Expansion des Warenhauskonzerns Karstadt im Heimtierbereich größer. Zum ersten Mal fühlte man sich bedroht und die Klagen über Niedrig-und Dumpingpreise wurden zunehmend lauter. Anfang der 90er Jahre gewann dieses Thema dann wirklich an Brisanz; denn mit der Eröffnung des ersten Fressnapf-Marktes im Januar 1990 begann ein tiefgreifender Struktur-wandel, der noch heute anhält und schon viele kleinflächige Zoofach-handelsgeschäfte ihre Existenz gekostet hat. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich das Franchiseunternehmen Fressnapf zur größten Fach-handelskette europaweit. Auch andere Unternehmen starteten zu dieser Zeit ihre Expansion, von denen heute einige zu den führenden Zoofachhandelsbetrieben zählen. Die Zeit der großflächigen Zoofachmärkte, die umfassende Sortimente zu meist günstigen Preisen anbieten, hatte damit begonnen. 2
Die Konzentration auf dem Heimtiermarkt nahm seitdem mehr und mehr zu und die Zahl der Unternehmen ist deutlich gesunken. Außerdem haben auch
1 In Anlehnung an Majer-Abele, Ralf (2004b), S. 6.
2 Siehe ebenda.
2
branchenfremde Handelsgruppen, insbesondere der Lebensmitteleinzel-handel, das Potenzial des Heimtiermarktes erkannt, betätigen sich seit einigen Jahren ebenfalls in der Branche und ziehen im Tierfuttersegment beachtliche Umsatzanteile auf sich. Aufgrund der zunehmend wachsenden Konkurrenz kommt dem Preis eine immer größere Bedeutung zu. Doch neben der ‚Geiz ist geil’-Mentalität vieler Verbraucher gibt es auch einen Gegentrend, bei dem die Verbraucher auf immer ausgefeiltere und hochwertigere Produkte setzen. In Bezug auf letzteren ist der inhabergeführte Zoo-fachhandel mit seinem hochqualifizierten Fachpersonal sehr bedeutend. 3
Ziel dieser Arbeit ist es, die Erfolgspotenziale der kleinen bis mittelständischen inhabergeführten Zoofachhandelsbetriebe und die der größten Unternehmen des deutschen Heimtiermarktes, der Franchisesysteme, im Vergleich herauszustellen. Außerdem wird mit Hilfe der Ergebnisse ein Überblick darüber gegeben werden, wie sich die Situation dieser beiden Handelsgruppen in Zukunft wahrscheinlich weiterentwickeln wird. Dazu wird im folgenden Kapitel zunächst der deutsche Heimtiermarkt beschrieben. Hierzu wird zuerst auf die Beziehung des Menschen zum Tier eingegangen, danach werden bedeutende Marktdaten der Branche von 2001 bis 2005 aufgeführt und schließlich werden der inhabergeführte Zoofachhandel und die Franchisesysteme differenziert beschrieben. Im dritten Kapitel werden dann der inhabergeführte Zoofachhandel und die Franchisesysteme in Bezug auf die Erfolgspotenziale verglichen, wobei insbesondere auf die Sortiments-, Preis-, Service- und Kommunikationspolitik eingegangen wird. Anschließend wird ein Einblick in das Einkaufsverhalten von Heimtierhaltern bezüglich der Einkaufsstätte gegeben und das Kapitel schließt mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse. Das vierte Kapitel handelt schließlich davon, wie bestimmte Veränderungen im Umfeld des Heimtiermarktes das Potenzial der untersuchten Formate zukünftig beeinflussen werden.
3 Angeregt durch Majer-Abele, Ralf (2004b), S. 6. Siehe auch Toeller, Torsten (2004), S. 20.
3
2 Betrachtung des deutschen Heimtiermarktes
2.1 Beziehung des Menschen zum Tier
Schon seit Beginn der Menschheitsgeschichte herrschte eine sehr enge Beziehung zwischen Mensch und Tier. Die einen sehen dies in dem Verhältnis vom Urmenschen zum Urtier begründet, die keine genaue Abgrenzung gegeneinander kannten. Andere begründen dies mit der frühen Domestikation und der daraus resultierenden Abhängigkeit voneinander. Das Tier war für den Menschen Nahrungs- und Gefahrenquelle und er musste ein Tier, bevor er es erlegen konnte, genau beobachten. Dadurch lernte er vieles über aber auch von ihm, z.B. welche Pflanzen essbar waren und welche nicht. Jedoch tauchten Tiere, vor allem Hunde, auch schon sehr früh (Forscher gehen von der Altsteinzeit aus) als treue Begleiter des Menschen auf; sie wurden unter anderem als Helfer bei der Jagd oder als Arbeitstier genutzt. In vielen Frühkulturen wurden Menschen mit ihren Tieren zusammen begraben. In Gräbern fand man Überreste vor allem von Hunden und Pferden. 4
Heute benutzt der Mensch das Tier auch zu seinem Zweck, als Nahrungsquelle, als Forschungs-, Status- oder Sammelobjekt, aber vor allem wird ihm die Funktion des Sozialpartners oder Freundes zugeteilt. Während es kaum noch Arbeitstiere gibt, wächst die Zahl der Heimtiere stetig weiter. Dieses Phänomen wird meist mit dem grundlegenden Bedürfnis des Menschen, sich an die Natur zu binden, begründet. Der Mensch kann dieses Bedürfnis durch das Halten eines Heimtieres ausleben. Dem Heimtier wird eine sehr große psychosoziale Bedeutung zugeschrieben. Umfragen ergaben z.B., dass ein Hund einem Menschen genauso viel bedeuten kann wie ein Mensch. Dieser
4 Siehe Thor, S. (30.08.01), Online im Internet.
4
biete Schutz und ein Sicherheitsgefühl und stelle zwischenmenschlichen Kontakt sowie eine Verbindung zur Natur her. 5
Außerdem ist man heute davon überzeugt, dass Haustiere die Psyche des Menschen beeinflussen. Man begreift das Heimtier als denkendes und fühlendes Wesen, dessen Psyche mit der des Menschen in enge Austauschbeziehung getreten ist. Fest steht, dass Haustiere einen positiven Einfluss auf das Einfühlungsvermögen und Selbstbewusstsein eines Menschen haben. Studien zeigen, dass Kinder mit einem guten Verhältnis zum Tier psychisch insgesamt stabiler sind als ohne Haustier. Auch haben Arbeitslose, die im Besitz eines Hundes sind, einen gut strukturierten Alltag und neigen zu mehr Lebensfreude, wogegen Arbeitslose ohne Hund stark zu Verwahrlosung neigen. Es gibt viele weitere Studien mit derartigen Ergebnissen. 6
Weiterhin spiegelt sich im Haustier die Mentalität des Besitzers wieder. In diesem Zusammenhang beschäftigte sich Diplompsychologe Jens Lönneker vor allem mit Katzen, deren Zahl in den Haushalten jedes Jahr weiter zunimmt. Er sagt, die Katze, das unnahbarste und somit geheimnisvollste Haustier, passe sehr gut in unsere Zeit. Auf der einen Seite sei die Katze Ruhepol und der Inbegriff von Heimelichkeit, auf der anderen Seite sei sie Einzelgänger. Sie sei genauso multioptional wie unsere Gesellschaft. Man wolle sich nicht mehr festlegen und sich keiner Auswahlmöglichkeiten berauben lassen. Die Katze stehe für Ungebundenheit und stelle einen Ausgleich zur Mechanisierung und Singlegesellschaft dar. Katzenbesitzer erhofften sich unbewusst, dass ein Stück der widerstandsfähigen Überlebenskunst der Katze auf sie abstrahlt. 7
5 In enger Anlehnung an Thor, S. (30.08.01), Online im Internet.
6 Angelehnt an Seyfert, Christoph (08.05.06), Online im Internet.
7 Vgl. ebenda.
5
2.2 Strukturdaten
2.2.1 Heimtierpopulation
Die folgenden Diagramme zeigen, wie sich die Heimtierpopulation von 2001 bis 2005 entwickelt hat. Die Population für 2002 sowie die Daten für Gartenteiche mit Fischen und für Terrarien 2001 wurden nicht erhoben.
Abb. 1 Die Entwicklung der Heimtierpopulation
Originalquelle: IVH (Hrsg.), abrufbar unter ZZF (Hrsg.) (05/06a-e), Online im Internet.
Abb. 2 Die Verteilung der verschiedenen Heimtierarten auf die deutschen Haushalte Originalquelle: IVH (Hrsg.), abrufbar unter ZZF (Hrsg.) (05/06a-e), Online im Internet.
6
Die Katze ist 2005 als beliebtestes deutsches Heimtier in 15,4% der Haushalte vertreten. Ihre Population stieg von 2001 bis 2005 stetig an. Dies ist wie im vorangehenden Kapitel schon erwähnt nicht zuletzt auf ihren Charakter zurückzuführen, der ein Spiegelbild unserer heutigen Gesellschaft darstellt. Es folgen die Kleintiere (Meerschweinchen, Hamster, Zwergkaninchen u. a.). Trotz der gestiegenen Populationszahl hielten 2005 weniger Haushalte Kleintiere als in 2001. Dies ist wohl auf die Empfehlung von Experten zurückzuführen, Kleintiere artgerecht, d.h. entsprechend ihrem sozialen Charakter zu mehreren zu halten. Auch die Population der Hunde nahm zu, jedoch sind sie 2005 in kaum mehr Haushalten anzutreffen als 2001. Dies liegt hauptsächlich in öffentlichen Diskussionen über gefährliche bzw. aggressive Hunde begründet. Außerdem sind die Hundesteuer und Tierversicherungen im Jahr 2004 teurer geworden. 8 Ziervögel haben offensichtlich stark an Beliebtheit verloren. Dies liegt möglicherweise daran, dass Stubenvögel viel Schmutz machen, da sie gerne mal Körner oder Sand aus dem Käfig schmeißen; außerdem will man ihnen heutzutage mehr Raum bieten. 9 Auch die Zahl der Haushalte mit Aquarien sank von 2001 bis 2005. Während die Verbreitung von Gartenteichen mit Fischen von 2003 bis 2005 geringfügig anstieg, blieb die Zahl der Terrarien weitestgehend konstant.
Insgesamt hat sich die Population der Heimtiere 2001 bis 2005 positiv entwickelt. In mehr als jedem dritten deutschen Haushalt werden Tiere gehalten, wobei Zierfische und Terrarientiere nicht berücksichtigt sind. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern liegt Deutschland 2005 mit 23 Mio. Tieren auf dem fünften Platz. In Russland hält man die meisten Heimtiere (35,7 Mio.), gefolgt von Italien (29,2 Mio.), Frankreich (28,8 Mio.) und Großbritannien (23,9 Mio.). 10
8 So auch pet (Hrsg.) (2004c), S. 18.
9 Angeregt durch Oechsner, Klaus (05/05), Online im Internet.
10 Siehe Originalquelle: IVH (Hrsg.), abrufbar unter ZZF (Hrsg.) (05/06f), Online im Internet.
7
2.2.2 Soziodemografisches Profil der deutschen Heimtierhalter
Heimtiere werden von allen Bevölkerungs- und Altersgruppen gehalten und geliebt. 2005 waren die über 50-Jährigen mit 44% die größte Gruppe der Heimtierhalter. 25% waren 40 bis 49 Jahre alt. Es folgten die 30- bis 39-Jährigen mit 22% und 9% der Tierhalter waren 29 Jahre und jünger. Außerdem ist anzumerken, dass 2005 23% der Haushalte mit Heimtieren 1-Personen-Haushalte waren. 33% waren 2-Personen- und 44% 3-Personen-Haushalte und mehr. Diese Zahlen zeigen, dass es vor allem ältere Leute und/oder Familienhaushalte sind, die sich Heimtiere halten. 11
Der Marketingleiter des mittelständischen Unternehmens Gimborn, industrieller Hersteller von Tierfutter, äußerte sich in einem Interview über die Kernzielgruppe des Unternehmens. Diese sei weiblich und zwischen 40 und 60 Jahre alt. Frauen, die schon mit ihrem Partner zusammengezogen seien und schon Kinder bekommen hätten, würden sich häufig eine Katze anschaffen. Auch junge Frauen würden oft Katzen halten. Während der Familiengründungsphase käme es kaum vor, was ein großes Marketingloch bedeute. An diesen Aussagen ist abzulesen, dass genaue Kenntnisse über das soziodemografische Profil eines Kunden sowie über dessen Lebensphase für Unternehmen, die auf dem Heimtiermarkt tätig sind, sehr bedeutend sind. 12
11 Siehe Originalquelle: IVH (Hrsg.), abrufbar unter ZZF (Hrsg.) (05/06e), Online im Internet.
12 In enger Anlehnung an Heß, Asmus (2005), S. 139.
8
2.3 Entwicklung des Marktvolumens und Marktteilnehmer
2.3.1 Umsatz durch Fertignahrung
Der Gesamtumsatz durch Fertignahrung hat sich von 2001 bis 2005 insgesamt positiv entwickelt. Er stieg von 2.042 Mio. Euro auf 2.289 Mio. Euro an. Lediglich im Jahr 2004 gab es einen Umsatzeinbruch von 68 Mio. Euro, welcher auf die allgemeine Konjunkturflaute Deutschlands in diesem Jahr zurückzuführen war. Das nachstehende Diagramm legt die Entwicklung der Umsätze durch die einzelnen Tierfutterarten der vergangenen Jahre dar.
Abb. 3 Die Entwicklung des Umsatzes durch Fertignahrung verteilt auf die verschie-
denen Tierarten
Originalquelle: IVH (Hrsg.), abrufbar unter ZZF (Hrsg.) (05/06a-e), Online im Internet.
Katzenfutter machte den größten Teil des Umsatzes aus, wobei hier ein Anteil von ca. 70% auf Nassfutter entfiel. Rund 20% wurden durch Trocken- futter und ca. 10% durch Snacks und Katzenmilch umgesetzt. Beim Hunde-
9
futter, welches den zweitgrößten Anteil am Umsatz durch Fertignahrung hatte, lag der Schwerpunkt mit ca. 40% weitestgehend konstant auf dem Trockenfutter (inkl. Halbfeuchtfutter). Es folgten das Nassfutter mit ca. 35% und die Snacks mit ca. 25%. Sowohl der Umsatz durch Katzenfutter als auch der durch Hundefutter hat sich insgesamt positiv entwickelt. 13
Der Umsatz durch Ziervogelfutter hat sich entsprechend den Populationszahlen von Ziervögeln negativ entwickelt. Ebenfalls entsprechend den Populationszahlen entwickelten sich die Umsätze durch Zierfischfutter (inklusive Teichfutter) und sonstiges Heimtierfutter positiv.
13 Siehe Originalquelle: IVH (Hrsg.), abrufbar unter ZZF (Hrsg.) (05/06a-e), Online im
Internet.
10
2.3.2 Umsatz durch Zubehör
Auch der Gesamtumsatz durch Heimtierzubehör hat sich in den letzten Jahren insgesamt positiv entwickelt. Von 733 Mio. Euro im Jahr 2001 stieg er im darauf folgenden Jahr auf 761 Mio. Euro an, in 2003 und 2004 stagnierte er, und 2005 wuchs er noch einmal auf 791 Mio. Euro. Das folgende Diagramm zeigt nun die Verteilung des Umsatzes auf die einzelnen Tierarten, wobei Katzenstreu aufgrund des großen Anteils am Gesamtumsatz eine eigene Position darstellt.
Abb. 4 Die Entwicklung des Umsatzes durch Heimtierzubehör verteilt auf die ver-
schiedenen Heimtierarten
Originalquelle: IVH (Hrsg.), abrufbar unter ZZF (Hrsg.) (05/06a-e), Online im Internet.
Im Bereich Heimtierzubehör haben die Zierfische den größten Anteil am Gesamtumsatz. Zunächst scheint dies angesichts der Populationszahlen von Aquarien und Gartenteichen überraschend. Wenn man jedoch bedenkt, wie teuer eine Erstausstattung (Aquarium inklusive Einrichtung oder sogar eine
11
komplette Gartenteichanlage) und deren kontinuierliche Pflege für Zierfische ist, sind die hohen Umsatzzahlen eine logische Konsequenz.
Auffällig sind auch die Zahlen für Katzenstreu, welches den zweitgrößten Anteil am Umsatz durch Zubehör hat. Eine mögliche Begründung hierfür ist, dass Katzenstreu zur Grundausstattung für Katzen zählt und aufgrund von intensivem Verbrauch regelmäßig angeschafft werden muss.
2.3.3 Verteilung des Umsatzes auf den LEH und Zoofachhandel
Die auf dem Heimtiermarkt tätigen Unternehmen sind vor allem zwei Handelsbereichen zuzuordnen, einerseits dem Zoofachhandel und andererseits dem Lebensmitteleinzelhandel. Zu letzterem zählen Supermärkte, Verbrauchermärkte, Discounter und SB-Geschäfte. Der Zoofachhandel umfasst Zoofachmärkte und Heimtierbedarf-Fachmärkte (nicht tierführend), Zoofach- und -spezialgeschäfte, die Zooabteilungen von Bau- und Gartenmärkten und die Heimtierabteilungen des Landhandels. 14
Die folgenden Grafiken zeigen, wie sich die Verteilung des Umsatzes auf die Handelsbereiche von 2001 bis 2005 entwickelt hat, wobei der Umsatz durch Fertignahrung und der durch Zubehör jeweils einzeln dargestellt wird. Zur Vereinfachung werden die Drogerien, welche ebenfalls Teile ihres Sortiments mit Artikeln für Heimtiere besetzen, mit dem LEH zusammengefasst. Zu vermerken ist noch, dass auch Warenhäuser, der Versandhandel und die Züchter auf dem Heimtiermarkt tätig sind. 15 Da diese Betriebsformen aber nur geringe Umsatzanteile auf sich ziehen, können sie vernachlässigt werden.
14 In Anlehnung an BBE-Unternehmensberatung GmbH (Hrsg.) (1998), S. 321 ff.
15 Siehe ebenda.
Arbeit zitieren:
Carolin Gerhartz, 2006, Erfolgspotenziale des inhabergeführten Fachhandels im Vergleich zu Franchisesystemen auf dem deutschen Heimtiermarkt, München, GRIN Verlag GmbH
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