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Brautpreis - Definitionen, Fallbeispiele und Vergleich

Title: Brautpreis - Definitionen, Fallbeispiele und Vergleich

Seminar Paper , 1998 , 11 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: MA Kamuran Kayhan (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Summary Excerpt Details

In den Jahren 1929 bis 1931 wurde eine hitzige Debatte darüber geführt, welche der beiden Bezeichnungen "bride-price" und "bride-wealth" zutreffender wären, um den Transfer von Waren und Geld bei der Heirat zu bezeichnen. Einige Anthropologen setzten den Begriff "bride-price" mit dem Kauf und Verkauf von Frauen in Verbindung, was von vielen kritisiert wurde. Evans Pritchard (1931) schlug vor, den neutralen Begriff "bride-wealth" zu benutzen, um zu verhindern, daß durch den Begriff "bride-price" die Annahme entsteht, es handle sich um eine kommerzielle Transaktion.
Diese Ansicht erhielt die breite Zustimmung der Anthropologen, unter welchen sich die Tendenz entwickelte, den Begriff "bride-price" zu meiden. Mittlerweile werden die beiden Begriffe jedoch synonym benutzt, weil unter den Anthropologen Einigkeit darüber besteht, daß der Transfer von Waren oder Geld bei der Heirat keinen Kauf/Verkauf der Frau darstellt, denn meistens hat die Braut Mitspracherechte bei ihrer Vermählung (vgl. Levinson & Ember:1996:152).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zum Begriff Brautpreis

2. Definitionen

3. Theoriediskussion

4. Fallbeispiele

4.1. Die Sonjo

4.2. Die Ingessana

5. Vergleich der beiden Fälle

6. Schlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das anthropologische Phänomen des Brautpreises, wobei das primäre Ziel darin besteht, diesen Begriff theoretisch einzuordnen, kritisch zu hinterfragen und anhand konkreter Fallbeispiele in unterschiedlichen sozialen Kontexten zu analysieren.

  • Etymologische und konzeptionelle Debatte um "bride-price" versus "bride-wealth".
  • Gegenüberstellung und kritische Prüfung ethnologischer Definitionen von Heiratszahlungen.
  • Diskussion theoretischer Ansätze (Struktur-Funktionalismus, Marxismus, Strukturalismus).
  • Fallstudien zu den Sonjo (reines Brautpreissystem) und den Ingessana (Kombination mit Brautdienst).
  • Analyse sozioökonomischer Funktionen sowie der Resilienz dieser Institution gegenüber sozialem Wandel.

Auszug aus dem Buch

1. Zum Begriff Brautpreis

In den Jahren 1929 bis 1931 wurde eine hitzige Debatte darüber geführt, welche der beiden Bezeichnungen „bride-price“ und „bride-wealth“ zutreffender wären, um den Transfer von Waren und Geld bei der Heirat zu bezeichnen. Einige Anthropologen setzten den Begriff „bride-price“ mit dem Kauf und Verkauf von Frauen in Verbindung, was von vielen kritisiert wurde. Evans Pritchard (1931) schlug vor, den neutralen Begriff „bride-wealth“ zu benutzen, um zu verhindern, daß durch den Begriff „bride-price“ die Annahme entsteht, es handle sich um eine kommerzielle Transaktion.

Diese Ansicht erhielt die breite Zustimmung der Anthropologen, unter welchen sich die Tendenz entwickelte, den Begriff „bride-price“ zu meiden. Mittlerweile werden die beiden Begriffe jedoch synonym benutzt, weil unter den Anthropologen Einigkeit darüber besteht, daß der Transfer von Waren oder Geld bei der Heirat keinen Kauf/Verkauf der Frau darstellt, denn meistens hat die Braut Mitspracherechte bei ihrer Vermählung (vgl. Levinson & Ember:1996:152).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zum Begriff Brautpreis: Dieses Kapitel thematisiert die historische Debatte über die Terminologie der Heiratszahlungen und die Entwicklung hin zu einer neutraleren Betrachtungsweise des Begriffs.

2. Definitionen: Hier erfolgt eine präzise Abgrenzung des Brautpreises von der Mitgift sowie eine Darlegung der Funktionen von Heiratszahlungen als Kompensation und Legitimationsinstrument.

3. Theoriediskussion: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene ethnologische Strömungen wie den Struktur-Funktionalismus oder den Marxismus und deren unterschiedliche Deutungsansätze bezüglich des Brautpreises.

4. Fallbeispiele: Die Fallbeispiele der Sonjo und der Ingessana dienen dazu, die theoretischen Konzepte in realen, unterschiedlichen soziokulturellen Kontexten zu veranschaulichen.

5. Vergleich der beiden Fälle: In diesem Kapitel werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden untersuchten Gruppen hinsichtlich ihrer Heiratszahlungen und der sozialen Abhängigkeiten gegenübergestellt.

6. Schlußbetrachtung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die anhaltende Relevanz und Widerstandsfähigkeit der Institution des Brautpreises trotz Modernisierungsprozessen.

Schlüsselwörter

Brautpreis, Heiratszahlung, Ethnologie, Heiratsvermittlung, Sozialstruktur, Brautdienst, Kompensation, Heiratsmarkt, Struktur-Funktionalismus, Sonjo, Ingessana, Sozioökonomie, Tradition, Ehe, Anthropologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem anthropologischen Konzept des Brautpreises, seiner theoretischen Einordnung und seiner praktischen Ausgestaltung in verschiedenen Gesellschaften.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Definition, der theoretischen Diskussion durch verschiedene ethnologische Schulen sowie der vergleichenden Analyse von Fallbeispielen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, den Brautpreis als soziale Institution zu durchleuchten, Vorurteile bezüglich eines reinen "Kaufs" von Frauen abzubauen und die ökonomische sowie soziale Funktion zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf der Analyse etablierter ethnologischer Theorien und der Auswertung von Fallstudien (Sekundärliteratur) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen, die ethnologische Theoriediskussion sowie die detaillierte Beschreibung und den Vergleich der Heiratsbräuche bei den Sonjo und Ingessana.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Brautpreis, Heiratszahlung, ethnologische Theorien, soziale Kompensation und interkulturellen Vergleich beschreiben.

Wie unterscheidet sich der Brautpreis bei den Sonjo von dem bei den Ingessana?

Während bei den Sonjo primär ein hoher Brautpreis in Form von Ziegen gezahlt wird, fordern die Ingessana zusätzlich zum Brautpreis die Ableistung eines mehrjährigen Brautdienstes durch den Bräutigam.

Welche Rolle spielt die Familie beim Brautpreis-System laut der Arbeit?

Die Familie ist zentral, da sie die Verhandlungen führt, den Brautpreis mitfinanziert (Gegenseitigkeit) und durch die Heiratszahlung oft eine soziale Kontrolle über das junge Paar ausübt.

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Details

Title
Brautpreis - Definitionen, Fallbeispiele und Vergleich
College
University of Cologne  (Institut für Völkerkunde)
Course
Proseminar B: Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten
Grade
2,0
Author
MA Kamuran Kayhan (Author)
Publication Year
1998
Pages
11
Catalog Number
V62009
ISBN (eBook)
9783638553384
ISBN (Book)
9783638902106
Language
German
Tags
Brautpreis Definitionen Fallbeispiele Vergleich Proseminar Einführung Arbeiten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
MA Kamuran Kayhan (Author), 1998, Brautpreis - Definitionen, Fallbeispiele und Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62009
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