Gliederung
1. Einleitung
1.1 Elfriede Jelinek: Kurzbiographie
2. „Raststätte oder Sie machens alle“
2.1 Inhaltliche Zusammenfassung
2.2 Interpretation einzelner charakteristischer Passagen
3. Reaktionen aus der Öffentlichkeit
3.1 Vor der Uraufführung
3.2 Nach der Uraufführung
3.3 Persönliche Stellungnahme Elfriede Jelineks
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Keine andere Autorin Österreichs ist in der Öffentlichkeit so umstritten wie Elfriede Jelinek. Sie befragt in ihren Texte immer wieder kritisch die österreichische Gesellschaft und Mentalität. Seit der Uraufführung ihres Theaterstückes „Burgtheater“ (1985) wird sie in Österreich als „Nestbeschmutzerin“ beschimpft und ist eine Reizfigur in der Öffentlichkeit ersten Ranges. Unabhängig davon, ob man Jelineks Texte gelesen hat oder nicht – an der politischen sowie medialen Hetzjagd beteiligte sich jedermann gern. Die öffentliche Wahrnehmung Jelineks läuft dabei völlig unabhängig von der wissenschaftlichen Auseinandersetzung, die sich darum bemüht, sachliche Überlegungen zu Jelineks politischer Sprachanalyse und ihren Verfahren anzustellen. Öffentliche Skandalisierung und Personalisierung erzeugen Bilder der Autorin, hinter denen ihre Texte verschwinden.
Das beste Beispiel für diese Schilderungen ist das Theaterstück „Raststätte oder Sie machens alle“. Noch vor der Uraufführung 1994 kommt es zu skandalträchtiger Medienberichterstattung. Es kommt bereits im Vorfeld zu öffentlichen Protesten, so hart wird Jelinek in den Medien kritisiert und als „Sexistin“ verpönt.
Inzwischen erwartet die Öffentlichkeit regelrecht einen neuen Skandal in Form von neuen Texten von ihr. Dafür wird sie geliebt und gehasst. Ob PolitikerInnen, JournalistInnen, Tages- und Wochenzeitungen, Rundfunk und Fernsehen, Intellektuelle, Theaterleute, politische AktivistInnen, Kirchenvertreter oder LeserbriefschreiberInnen – jeder scheint etwas zu Elfriede Jelinek zu sagen zu haben.
In der folgenden Arbeit möchte ich untersuchen, ob Elfriede Jelinek tatsächlich nur den Skandal provoziert, oder ob sie auch etwas zu sagen hat. Lassen sich all die sprachlichen Provokationen (primär in „Raststätte oder Sie machens alle“) zu politischen und gesellschaftskritischen Aussagen entwirren? In welcher Rolle sieht Elfriede Jelinek sich selbst? „Raststätte oder Sie machens alle“ - literarisches Kunstwerk oder pornographischer Skandal?
1.2 Elfriede Jelinek: Kurzbiographie
Biographische Daten:
20.10.1964 geboren in Mürzzuschlag / Steiermark als Halbjüdin 1952 – 1964 Schulausbildung in Wien, Ballett- und Musikunterricht 1964 – 1967 Studium: Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte, Universität Wien
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1971 Konservatoriumsabschluss als Organistin
1972 – 1973 Aufenthalte in Berlin und Rom
1974 Eintritt in die KPÖ, Heirat mit Informatiker Gottfried Hünsberg
1991 Austritt aus der KPÖ
Wichtige Preise:
1972 Österreichisches Staatsstipendium für Literatur
1979 Drehbuchpreis des Innenministeriums der BRD
1986 Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln
1989 Würdigungspreis der Stadt Wien für Literatur
1995 Bremer Literaturpreis
1998 Georg-Büchner-Preis
2002 Berliner Theaterpreis
Engagement/Aktionen:
Seit den achtziger Jahren setzt sich Elfriede Jelinek in Österreich für gesellschaftspolitische Initiativen ein und rückt sich damit ins Licht der Öffentlichkeit. Sie unterstützt Organisationen, die gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus auftreten, und nimmt Stellung zur Ausländerfrage wie zur Asylgesetzgebung. Hält sie 1991 bei der Demonstration gegen Fremdenhass eine Rede, so reagiert sie 1993 auf das „Ausländervolksbegehren“ der FPÖ mit zwei Essays. Ihr Engagement gilt auch alternativen, gesellschaftskritischen Medien, und sie setzt sich für Intellektuelle, die für ihre Haltung suspendiert werden, ein. Als Feministin protestiert sie gegen Projekte, die Frauen und ihre Position in der österreichischen Öffentlichkeit zu schwächen drohen, und unterstützt Initiativen, die den Frauen mehr Öffentlichkeit verschaffen. So protestiert sie gegen den Plan eines verpflichtenden Sozialdienstes für Mädchen (1993), engagiert sich für das Projekt eines Frauenraums und hält im Mai 2000 beim ersten „Frauenauftakt“ der Donnerstagsdemonstrationen eine Rede.
2. „Raststätte oder Sie machens alle“
2.1 Inhaltliche Zusammenfassung
Bei diesem Stück handelt es sich rein formal um eine klassische Komödie, die aus drei Akten besteht. Rein inhaltlich setzt „Raststätte“ sich satirisch mit dem Stoff der Mozart-Oper „Così fan tutte“ auseinander (obgleich es sich in diesem Fall um ein Drama handelt).
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Quote paper:
Katja Schiemann, 2006, Elfriede Jelineks 'Raststätte oder Sie machens alle' - literarisches Kunstwerk oder pornographischer Skandal?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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DOI
Die Intermedialität von Brechts Theaterkonzeption
Communications - Media History
Scholary Paper (Seminar), 20 Pages
Die Volksstückhaftigkeit von Bertolt Brechts "Herr Puntila und se...
German Studies - Modern German Literature
Bachelor Thesis, 27 Pages
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Elfriede Jelinek: Tradition, Politik und Zitat
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