Kurzzusammenfassung
Diese Seminararbeit befasst sich mit der natürlichen, nachwachsenden Ressource Wald und deren Bewirtschaftung. Zuerst werden drei verschiedene Modelle vorgestellt, anhand derer Entscheidungen über die optimale Nutzung von Wäldern als Rohstofflieferanten getroffen werden können. Es wird sich allerdings schnell zeigen, dass diese Modelle nicht zu einer ganzheitlich effizienten Allokation führen und auch Ursache für ineffiziente Entscheidungen sein können. Im weiteren Verlauf der Arbeit stellt sich heraus, dass häufig falsche Anreize sowohl für ganze Nationen als auch für Landbesitzer bestehen, die zu einer nicht nachhaltigen Waldnutzung führen. Darauf werden einige Konzepte vorgestellt, anhand derer die vorher identifizierten Anreize modifiziert werden oder neue Anreize geschaffen werden können. Die Darstellungen basieren auf den Erkenntnissen von Tom Tietenberg (2005). Schließlich wird dem Einfluss des globalen Holzmarktes auf die Nutzung von Wäldern noch besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
Abstract
This paper deals with the natural, renewable ressource forest and forestry itself. First of all three di erent models will be introduced, with which one may decide about the optimal usage of forests as suppliers of raw materials. It will be discovered, that those models not only cannot lead to a holistic e cient allocation, but also might be the cause for ine cient decisions. Succeedingly it is found, that in many cases perverse incentives take place, either for whole nations or for landowners, that lead to a not sustainable use of forests. Following several concepts will be introduced, with which these incentives can be modified or new incentives can be created. The statements base an the findings of Tom Tietenberg (2005). Finally special attention is drawn to the influence of the global wood market to the use of forests.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hintergrunde zur Waldnutzung
2.1 Wald als Rohstofflieferant (Entscheidungsmodelle)
2.2 Wald als Flache fur diverse Nutzungsformen
3 Einfluss des Marktes auf die Waldnutzung
3.1 Marktliberalisierung
3.2 Wechselkurse
3.3 Marktentwicklung
4 Quellen fur ineffiziente Entscheidungen
4.1 Falsche Anreize
4.2 Armut in Entwicklungslandern
5 Ansatze zur Verlangsamung oder Umkehrung der Waldvernichtung
5.1 Nachhaltige Forstwirtschaft
5.2 Gesetzgebung
5.3 Veranderung der Anreize
5.4 Lizenzvergabe
6 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Seminararbeit untersucht die ökonomischen und ökologischen Zusammenhänge der Waldnutzung, analysiert ineffiziente Entscheidungsstrukturen und evaluiert politische sowie marktwirtschaftliche Lösungsansätze zur Vermeidung der globalen Waldvernichtung.
- Analyse ökonomischer Entscheidungsmodelle für die optimale Waldnutzung
- Einfluss globaler Marktentwicklungen und Handelsstrukturen auf den Walderhalt
- Identifikation perverser Anreizsysteme und institutioneller Fehlsteuerungen
- Bewertung von Schutzinstrumenten wie Zertifizierungen, Debt-Nature-Swaps und Conservation Easements
Auszug aus dem Buch
2.1 Wald als Rohstofflieferant (Entscheidungsmodelle)
Der Eigner eines Waldes sieht sich immer von der Uberlegung konfrontiert, wie er diesen Wald nutzen soll. Dies ist aus verschiedenen Grunden kein triviale Entscheidung, denn Holz stellt einerseits ein veräußerbares Erzeugnis dar, andererseits ist ein intakter Wald ein kapitales Gut. Eine weitere Schwierigkeit stellt das langsame Wachstum von Holz dar, weshalb Entscheidungen immer einen langfristigen Charakter haben. Zusätzlich ist die Forstwirtschaft einer Menge von Externalitäten unterworfen, die das Finden einer effizienten Allokation erschweren.
Tom Tietenberg (2005, S. 260ff) stellt verschiedene Modelle zur optimalen Entscheidungsfindung vor. Zuerst wird vom biologischen Standpunkt aus das Wachstum von Bäumen modelliert, das von etlichen Faktoren wie Witterung, Bodenbeschaffenheit, Pflege etc. abhängig ist. Den Uberlegungen liegt folgende Formel zur Beschreibung des Holzvolumens (gemessen in Kubikfuß am Beispiel von Douglas-Tannen) in Abhängigkeit vom Alter eines Baumstandes zugrunde: v = 40t + 3,1t^2 - 0,016t^3
Um einen optimalen Erntezeitpunkt zu bestimmen betrachtet Tieteberg den sogenannten „Mean Annual Increment (MAI)“, den mittleren jährlichen Zuwachs. Dieser wird berechnet, indem das Volumen durch die Anzahl vergangener Jahre geteilt wird. Aus der Formel sowie aus Bild 2.1 ist ersichtlich, dass Bäume nach einer Phase volumenmäßig langsamen Wachstums schneller wachsen, bis sie schließlich ihr Wachstum wieder verlangsamen und schließlich zu einem Ende kommen oder sogar wieder an Volumen verlieren. Folglich wächst auch der „MAI“ bis zu einem Maximum an, um schließlich wieder zu schrumpfen. Genau dieser maximale mittlere jährliche Zuwachs beschreibt den optimalen Erntezeitpunkt, da so am meisten Holzvolumen pro Zeiteinheit erwirtschaftet wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die ökologische und ökonomische Bedeutung des Waldes sowie Darstellung des globalen Problems der Waldvernichtung.
2 Hintergrunde zur Waldnutzung: Theoretische Herleitung von Entscheidungsmodellen für den optimalen Erntezeitpunkt und Analyse des Waldes als konkurrierende Landnutzungsfläche.
3 Einfluss des Marktes auf die Waldnutzung: Untersuchung der Auswirkungen von Marktliberalisierung, Wechselkursen und der wachsenden globalen Nachfrage, insbesondere durch den Aufstieg Chinas.
4 Quellen fur ineffiziente Entscheidungen: Identifikation von falschen ökonomischen Anreizen und des Zusammenhangs zwischen Armut in Entwicklungsländern und Waldverlust.
5 Ansatze zur Verlangsamung oder Umkehrung der Waldvernichtung: Vorstellung von Strategien wie nachhaltige Forstwirtschaft, gesetzliche Regulierung und internationale Kooperationsmodelle zum Waldschutz.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Arbeit mit einem optimistischen Blick auf die Wirksamkeit globaler Kooperationen bei der Etablierung nachhaltiger Waldwirtschaft.
Schlüsselwörter
Waldnutzung, nachhaltige Forstwirtschaft, Holzmarkt, Entscheidungsmodelle, ökonomische Effizienz, Waldvernichtung, Anreizsysteme, Landnutzung, Marktliberalisierung, Debt-Nature-Swaps, Externalitäten, Ressourcenökonomie, globale Erwärmung, Artenvielfalt, Konzessionsvergabe
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Mechanismen, die zur globalen Waldvernichtung führen, und bewertet, wie ökonomische Entscheidungsmodelle sowie politische Rahmenbedingungen den Erhalt dieser natürlichen Ressource beeinflussen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Forstökonomie, der Wirkung globaler Marktkräfte (insbesondere der Holzexporte) und der Identifikation von institutionellen Fehlanreizen, die eine nachhaltige Bewirtschaftung verhindern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Ineffizienzen in der heutigen Waldnutzung zu schaffen und aufzuzeigen, wie durch eine Modifikation von Anreizsystemen und globale Kooperation der Raubbau gestoppt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse ökonomischer Entscheidungsmodelle nach Tom Tietenberg (2005) sowie der Interpretation aktueller Marktdaten und Fallbeispiele aus der Forstwirtschaft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil deckt theoretische Entscheidungsmodelle, den Einfluss globaler Handelsmärkte, die ökonomischen Ursachen für Waldvernichtung sowie konkrete Schutzinstrumente wie Zertifizierungen und Schulden-Natur-Tauschgeschäfte ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Waldnutzung, nachhaltige Forstwirtschaft, ökonomische Effizienz, Externalitäten, Waldvernichtung und globale Marktmechanismen.
Welche Rolle spielt China bei der Waldvernichtung laut der Arbeit?
China fungiert als weltweit größter Importeur von Rundholz und Holzprodukten. Der rasant gestiegene Bedarf führt zu ineffizienten Ernteentscheidungen und illegalem Holzeinschlag in den asiatischen und afrikanischen Lieferantenländern.
Was sind Debt-Nature-Swaps?
Dies sind Finanzinstrumente, bei denen Nichtregierungsorganisationen Auslandsschulden von Entwicklungsländern aufkaufen und diese unter der Bedingung erlassen, dass das betroffene Land spezifische Umweltschutzmaßnahmen zum Erhalt der Wälder umsetzt.
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- Philipp Meyer-Galow (Author), 2006, Speicherbare und erneuerbare Ressource: Wald, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62284