Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung 3
2. Befriffsbestimmung 4
2.1. Geistige Behinderung 4
2.2 Ästhetische Erziehung 4
3. Die Bedeutung der Wahrnehmung in der Ästhetische Erziehung 6
4. Einblick in die Geschichte der ästhetischen Erziehung 8
4.1 Die Idee einer ästhetischen Praxis in der Heilpädagogik nach Georgens und
Deinhardt 8
4.2 Zur Praxis der heilpädagogischen-ästhetischen Erziehung nach Georgens und
Deinhardt 9
4.3 Die Übertragung des Konzeptes von Georgens und Deinhardts in die heutige Zeit
10
5. Schwerpunkte ästhetischer Erziehung 12
5.1 Ästhetische Erziehung als Basale Pädagogik 12
5.2 Ästhetische Erziehung als pädagogische Kunsttherapie 14
5.3 Ästhetische Erziehung als Kunstpädagogik 15
6. Fazit 17
Literaturverzeichnis 18
2
1. Einleitung
Kunst ist eine elementare, natürliche Aktivität aller Kinder. Dies ist bei behinderten Kindern nicht anders. Jedes Kind – auch das behinderte Kind – ist mit einem kreativen potential ausgestattet, dessen Entwicklung früh in der Kindheit beginnt. Die kreativen Erfahrungen eines behinderten Kindes unterscheiden sich von den anderen (nicht-behinderten) Kindern – entsprechend der Art und dem Grad der Behinderung – lediglich in dem Ausmaß mentaler und / oder physischer Fähigkeiten zum Problemlösen.
Ich sehe Kunst in diesem Zusammenhang als „ästhetische Erziehung“ an. Ästhetische Erziehung entwickelt sich aus der Wahrnehmung von Objekten, Beziehungen, Kontrasten, Prozessen usw. Ästhetische Erziehung ermöglicht einen Ausdruck, der lebensnotwendig ist. Ästhetische Erziehung ist Kommunikation. Für behinderte Menschen, die oft gravierende Schwierigkeiten in der verbalen und schriftlichen Kommunikation haben, bietet ästhetische Erziehung eine wichtige Möglichkeit, ihre Gedanken und Gefühle, durch die verschiedensten Methoden, mitzuteilen.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der ästhetischen Erziehung in der Praxis der Heilpädagogik. Hierzu ist es zunächst notwendig, die Personengruppe der geistig behinderten Menschen näher zu umschreiben. Im Anschluss an diese Umschreibung werde ich den Begriff der ästhetischen Erziehung und den der Wahrnehmung, innerhalb der ästhetischen Erziehung, näher beschreiben, um im nächsten Schritt auf eine der historischen Wurzeln der ästhetischen Erziehung einzugehen. Im letzten Teil meiner Arbeit möchte ich drei verschiedene Schwerpunkte der ästhetischen Erziehung darstellen, um ihre jeweiligen Intentionen in der Praxis der Heilpädagogik darzustellen.
3
2.Befriffsbestimmung
2.1. Geistige Behinderung
Die Vielzahl der Definitionen, die versuchen den Begriff "geistige Behinderung" zu beschreiben und einzugrenzen, verdeutlichen die mit
diesem Begriff verbundenen Schwierigkeiten. Diese entstehen, da sich Behinderung nur im Vergleich zur Normalität beschreiben lässt. Aber was bedeutet Normalität, wo liegen die Grenzen zur Behinderung? Und wer ist überhaupt in der Lage, diese Grenzen zu beurteilen?
Für die folgende Arbeit möchte ich eine ganzheitliche Sichtweise zugrunde legen, die „geistige Behinderung als komplexes soziales Phänomen von sich wechselseitig bedingenden und verstärkenden Faktoren“ 1 versteht. Vor diesem Hintergrund möchte ich „[…] geistige Behinderung als Etikett betrachten, das Menschen auferlegt wird, die angesichts spezifischer Beeinträchtigung aus kognitiver, motorischer, sensorischer, emotionaler, sozialer und aktionaler Ebene und darauf abgestimmter Bewältigungsstrategien einen entsprechenden ressourcen – orientierten Unterstützungsbedarf (neede support) zur Verwirklichung der Grundphänomene menschlichen Lebens benötigen, der von lebensweltbezogenen Maßnahmen (environmental changes) nicht losgelöst betrachtet werden darf.“ 2
2.2 Ästhetische Erziehung
Ästhetische Erziehung heißt „Ausrüstung und Übung des Menschen in der "Aisthesis" (altgriech.) - in der Wahrnehmung“ 3 . Von ästhetischer Erziehung kann heute nur vor dem Hintergrund einer langen Entwicklung und Tradition gesprochen
1 Theunissen, Georg: Pädagogik bei geistiger Behinderung und Verhaltensauffälligkeiten, Klinkhard 2000
2 ebd.
3 Theunissen, Georg: Zur ästhetischen Erziehung bei Menschen mit geistiger Behinderung: In Theunissen, G.
(Hrsg.): Kunst, ästhetische Praxis und geistige Behinderung. Bad Heilbrunn, 1997 4
werden, die ihren Ursprung in der Kunstphilosophie hat. Erste Kunsttheorien basieren auf erkenntnistheoretischen Ableitungen und stellen den Versuch dar, die Kunst als das Schöne zu beschreiben. Als Beispiel für eine solche „Theorie des Schönen“ können Friedrichs Schillers Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen genannt werden. F. Schiller, der den Begriff der ästhetischen Erziehung 1795 prägte, sah in einer dritten Kraft – dem Spieltrieb – Wege, die Polarisierung zwischen Sinnlichkeit und Vernunft mithilfe der ästhetischen Erziehung produktiv zu überwinden. Zu Beginn der 70er-Jahre stand nicht mehr die kulturpessimistisch eingestellte musische Bildung im Mittelpunkt kulturbezogener Sozialarbeit. Man beachtete verstärkt die spezifischen Wahrnehmungsweisen der Mitglieder unterschiedlicher sozialer Schichten, Milieus und Gruppen, bezogen auf deren Umwelt. Die Tätigkeitsfelder der ästhetischen Erziehung sind seitdem nicht nur bildnerische, darstellerische sozialkommunikative Formen wie Aktionstheater, Spielmobil, Stadtteilaktionen sowie körper- und bewegungsbezogene Mitmach-Angebote. Unter dem Schlagwort "Lernen mit allen Sinnen" wurden ab Anfang der 80er Jahre die sinnlichen, lustbetonten Aspekte herausgestellt.
Eine allgemeingültige Definition ästhetischer Erziehung für die Arbeit mit geistig behinderten Menschen gibt es bis heute nicht. Aus diesem Grund möchte ich mich hierbei auf eine Aussage von G. Theunissen beziehen:
„Unter ästhetischer Erziehung verstehen wir das pädagogische Bemühen, mit einem (geistig)behinderten Menschen in Beziehung zu treten und ihn auf dem Hintergrund dieses zwischenmenschlichen Verhältnisses mittels ästhetischer Materialien und Prozessen zur Selbstverwirklichung in sozialen Bezogenheiten zu befähigen.“ 4 4 Theunissen, Georg: Zur ästhetischen Erziehung bei Menschen mit geistiger Behinderung: In Theunissen, G.
(Hrsg.): Kunst, ästhetische Praxis und geistige Behinderung. Bad Heilbrunn, 1997 5
Quote paper:
Dipl. Soz.Päd/Soz.Arb. Stephanie Nickel, 2005, Ästhetische Erziehung bei Menschen mit geistiger Behinderung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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