Gliederung:
1. Begriffsklärung „Ballade“ S. 1
2. Wesenszüge der Ballade
3. Inhalte von Balladen
4. Einteilung von Balladen nach Brednich
5. Quellenverzeichnis
1. Begriffsklärung „Ballade“
Die Bezeichnung Ballade stammt aus dem lateinischen bzw. italienischen und bedeutet ursprünglich „Tanzlied“. In den romanischen Literaturen des Mittelalters ist sie bekannt unter dem strophischen Tanzlied provenzalischer Herkunft mit Kehrreim, gesungen zum Reihen- und Kettentanz (mit Refrain), dessen Melodie und Text von den Troubadouren stets weiterentwickelt wurde. Diese anonymen Tanzlieder (Balladen) wurden mündlich tradiert, daher fortwährend zersungen oder umgedichtet. Die kunstvoll geformte Ballade fand in Frankreich im 14. und 15. Jh. (u.a. bei F.Villon) ihren Höhepunkt. Mit der Ausbreitung der ritterlichen und höfischen Kultur gelangte der höfische Reihen- und Kettentanz auch nach Deutschland. Hier wurde die lyrische Form des Tanzliedes mit episch-dramatischen Inhalten gefüllt. Es entstand die Ballade als gesungenes Erzähllied, das als Volksballade weite Verbreitung fand. Bislang gehörte sie zum Liedgut der Unterschichten. Die systematische Sammlung der alten Volksballaden erfolgte im letzten Drittel des
18. Jh. (in Deutschland von J.G. Herder „Volkslieder“ 1778/79).
Diese Sammlungen gaben den Anstoß zur Entstehung der neuzeitlichen Kunstballaden. Sie wurden besonders von G. A. Bürger („Leonore“), J.W.Goethe („Erlkönig“, „Die Braut von Korinth“), F. Schiller („Der Taucher“, „Die Bürgschaft“), dann von weiteren wie A. von Droste –Hülshoff gepflegt.
Die Kunstballade des 18.Jh. schrieb ein Verfasser für ein literarisch gebildetes Publikum.
2. Wesenszüge der Ballade
Gottfried Auguste Bürger verwendete wesentliche Bausteine der Volksballade und erschloss durch die Verbindung von epischem Bericht, lyrischer Stimmungsmalerei und dramatischer Handlung neue Wirkungsfelder für dieses Genre.
Gottfried August Bürger (1747-1794) öffnete die Ballade - als Ur-Ei der Dichtung - für aktuelle, zeitkritische Themen und wandte sich breiten Leserschichten zu. Epochenmachend wirkte seine „Leonore“.
Ein bestimmter Wesenszug seiner Lyrik ist ihre Volkstümlichkeit: er strebte nach „Klarheit, Bestimmtheit, Abrundung, Ordnung und Zusammenklang der Gedanken und Bilder.“
Arbeit zitieren:
Andrea Schlafke, 2003, Die Ballade, München, GRIN Verlag GmbH
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