TU Chemnitz-Zwickau, Germanistische Sprachwissenschaft
Proseminar: Sprache in deutschen Popmusiktexten
Sommersemester 2004, 5. Semester
Punk und die Cultural Studies
von: Nelli Schulz
INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung 3
2. Entstehung von Punk 4
3. Cultural Studies 6
3.1. Jugendstudien der Cultural Studies 7
3.2. Cultural Studies am Beispiel von Dick Hebdige 8
4. Sprachanalyse von Punk-Texten 11
5. Zusammenfassung 12
6 Literaturverzeichnis 13
1. Einleitung
„Punk war eine Explosion. Heftig, kurz, aber mit großen Auswirkungen. Er zertrümmerte unsere wohleingerichteten Einschätzungen von gut und böse, schön und häßlich, heil und kaputt. Punk war ein Stil, ein subkultureller Code, und wurde so Teil des popgeschichtlichen Repertoires.“ (Kemper / Langhoff / Sonnenschein 2002, 186)
„Punk vertritt keine Ideologie. Für was soll man auch sein, wenn alles Scheiße ist? Punk ist nichts als eine hässliche Pose, das Bekenntnis, Müll zu sein.“ (Wagner 1999, 123)
Punk als d i e Subkultur der siebziger Jahre, die trotz ihres schnellen Verschwindens große Aufmerksamkeit erhielt, damals wie heute. Diese Arbeit möchte das Entstehen der Punk-Bewegung beleuchten und dabei vor allem auf die Forschungsergebnisse der Cultural Studies eingehen unter dem Aspekt Popmusiktexte als Gegenstand sprach- und kulturwissenschaftlicher Analysen.
2. Entstehung von Punk
Der Anfang des Punks wird mit dem ersten Auftritt der Band Sex Pistols datiert. Sie spielen am 26.11.1976 den Song Anarchy in the U.K.. Später wird dieser als stilbildend gelten, da hier schon in typischer Weise die gesellschaftliche Ordnung provoziert wird. Im Dezember des Jahres 1976 wird in London das Roxy eröffnet, der erste „Punk-Tempel“. Der „Tod“ des Punk folgt schnell. Erklärt wird dies durch die Kommerzialisierung; die Bands kommen „von der Straße“, spielen in einfachen Clubs und in Garagen. Plötzlich bietet man ihnen Plattenverträge an und Punk wird zum „Trend“. Andrew Edwards, Public Relations Manager der Stranglers, sagt bereits 1979:
„Punk ist nur noch ein Witz, es hat nichts mehr mit dem zu tun, was es mal war. Punk hat so gut wie nichts von dem erreicht, was er einmal wollte, zumindest nicht in England. Er hat sich in einen kommerziellen Karneval verwandelt, und zwar so schnell, daß die Leute, die damit angefangen haben und die ursprünglicher Ideen hatten, die Kontrolle verloren haben. Plattenfirmen und Medien haben so schnell ein Geschäft daraus gemacht, daß alle Kreativität, alle Ideen und Imaginationen verlorengegangen sind. Übrig blieb nur Geld. Punk wurde eine Ware wie jede andere auch. Das war unausweichlich, Punk mußte ein Geschäft werden, traurig ist nur, daß es so schnell passiert ist. Die Leute, die dadurch reich wurden, haben sich dann genauso benommen, wie sich Kapitalisten immer schon benommen haben. Und so wurde die neue Welle schnell die alte Welle.“ ( Kemper / Langhoff / Sonnenschein 2002, 185)
In Deutschland erfährt man erstmals 1977 in dem Zeitungsartikel Punk-Rock. Die Rückkehr der Rotznase, erschienen in der Musikzeitschrift Sounds, von der englischen Punk-Bewegung. Auch Bravo berichtet Ende 1977 darüber in der Serie Alles über Punk-Rock, der Spiegel bringt im April 1978 die Titelgeschichte Punk. Kultur aus den Slums: brutal und hässlich heraus.
Punk nicht nur in dokumentierter Form beginnt1977 in Berlin, wo man die gleichen Voraussetzungen wie in England findet: soziale Spannungen, hohe Jugendarbeitslosigkeit, unbefriedigende Wohnverhältnisse, mangelnde Zukunftsperspektiven.
[...]
Arbeit zitieren:
Nelli Schulz, 2004, Punk und die Cultural Studies, München, GRIN Verlag GmbH
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