X. gehört zur Gemeinde Y., Stadt Z.. Die Grundschule liegt am Rande einer Siedlung in ländlicher Umgebung. X. verfügt über einen eigenen kleinen Bahnhof, nach O. sind es ca. 20 km.
Heute besuchen insgesamt 163 Schüler die Klassen eins bis vier, welche jeweils zweizugig sind. Der Anteil von Kindern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist beträgt vierzehn Prozent. Zwanzig Prozent der Schüler sind „Buskinder“, die übrigen kommen mit dem Rad oder zu Fuß zur Schule. Einige Kinder, die jenseits der Bahnlinie wohnen, werden von ihren Eltern gebracht, da in der Überquerung der Bahnlinie teilweise eine Gefahr gesehen wird.
Der Schultag beginnt für die Schüler/-innen mit der offenen Anfangphase zwischen 8:00 und 8:20. Dieser Zeitraum bietet den Kindern die Möglichkeit sich auf das Lernen einzustellen, mit anderen Kindern in Kontakt zu kommen und sich mit selbstgewählten Aufgaben zu beschäft¬igen. Für die Lehrerin ist dies eine gute Möglichkeit mit den Schüler/-innen ins Gespräch zu kommen und anders herum. Insgesamt entspannt diese Regelung den Schultagesbeginn und bietet zusätzlich Raum zur Mitarbeit von Eltern, z. B. als Lesemutter etc.
Als verlässliche Halbtagsschule bietet die Schule für die Kinder, die vor der fünften Stunde Schulschluss haben die Möglichkeit, sich bis 13:00 in der „Betreuung“ auf zu halten. Dort spielen die Kinder Gesellschaftsspiele, basteln oder beschäftigen sich mit den Spielzeugen. Falls Bedarf besteht, dass die Kinder noch länger in der Schule bleiben, können die Eltern sie für die Betreuung des Fördervereins anmelden. So können die Kinder in der Zeit von 7:45 bis 15:00 vor und nach der Schulzeit betreut werden. Diese Zeit können die Kinder ohne Zwang unter der Betreuung von pädagogischem Personal verbringen und auf Bestellung auch ein Mittagsessen einnehmen. Die Möglichkeit zur Betreuung besteht auch in den Ferien, jedoch nicht in den Sommerferien.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Grundschule X.
1.1 Rahmenbedingungen der Schule
1.2 Personelle Besetzung
1.3 Räumlichkeit und Ausstattung
1.4 Die Atmosphäre an der Schule
2. Die Praktikumsklasse
2.1 Die Klasse 1b
2.2 Der Leistungsstand der Klasse
3. Hospitation
3.1.1 Erörterung der theoretischen Grundlagen und Festlegung des Beobachtungsschwerpunktes
3.1.2 Hospitationsprotokoll
3.1.3 Reflexion unter Berücksichtigung des Schwerpunktes
3.2.1 Umstände zur Erhebung der Schüler-Einzelfallstudie
3.2.2 Eine Schüler-Einzelfallstudie
4. Eigene Unterrichtsversuche
4.1 Die Rahmenbedingungen
4.2 Sachanalyse
4.3 Zielformulierung
4.3.1 Richtziel
4.3.2 Grobziel
4.3.3 Feinziel
4.4 Methodische Begründung
4.6 Verlaufsplan
4.7 Durchführungsprotokoll
4.7 Reflexion der Stunde
5. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dokumentiert die Erfahrungen aus einem allgemeinen Schulpraktikum an einer Grundschule. Das primäre Ziel besteht darin, den Schulalltag theoretisch fundiert zu beobachten, Unterrichtsrituale zu analysieren und eine gezielte Schüler-Einzelfallstudie zur diagnostischen Einschätzung von Lernprozessen durchzuführen.
- Beobachtung und Analyse von schulischen Rahmenbedingungen und Unterrichtsatmosphäre
- Einsatz und Funktion von Unterrichtsritualen in der Grundschule
- Diagnostik individueller Lernstände, insbesondere im Bereich Mathematik
- Planung, Durchführung und Reflexion von eigenen Unterrichtsversuchen im Deutschunterricht
- Berufliche Selbsterfahrung und Reflexion der Rolle als Praktikantin im Schulalltag
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Erörterung der theoretischen Grundlagen und Festlegung des Beobachtungsschwerpunktes
Der Schwerpunkt der Unterrichtsbeobachtung soll auf dem Einsatz von Unterrichtsritualen bzw. von der Ritualisierung des Unterrichts liegen. Wie die Diskussion über die geeignete Bezeichnung gibt es auch keine eindeutige Definition was als Unterrichtsritual angesehen werden kann oder soll (vgl. Kaiser 2003, S.15 u. 3). Im Folgenden wird der Einfachheit halber der Begriff Ritual bzw. Unterrichtsritual genutzt werden. Zur Füllung des Begriffs wird auf das ausführliche Kapitel zur Findung von Definitionsansätzen, in dem Buch „1000 Rituale für die GrundSchule“, von Astrid Kaiser zurückgegriffen. Sie fasst unter Berücksichtigung von ungleichen Ansätzen unterschiedlichen Alters und Schwerpunkten folgende Merkmalsliste zusammen:
Rituale werden interaktiv von mehreren Personen (der Klasse, dem Jahrgang, der Schule) hergestellt und gemeinsam getragen
Rituale bestehen aus festen, sich wiederholenden Handlungsmustern
Rituale bilden ein bestimmtes soziales System
In Ritualen kommt eine gemeinsame Leitidee zum Ausdruck
Rituale haben einen besonderen Charakter, der sie von Alltagsformen abhebt
Rituale sind immer ganzheitlich angelegt und umschließen emotionale Dimensionen
Rituale bekommen für die beteiligten Personen einen hohen Stellenwert und entwickeln sich zu unverzichtbaren Formen
Rituale sind an ein bestimmtes szenisches Arrangement gebunden
Rituale sind an bestimmte gegenständliche Elemente gebunden, die zum Teil festgelegt, zum Teil variabel sind
Rituale vollziehen sich immer auch auf einer emotional-symbolischen ebene und sind in ihrer Bedeutung wie Wirkung nicht vollständig erklärbar.
(Kaiser 2001, S. 5)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Grundschule X.: Dieses Kapitel beschreibt die soziokulturellen Rahmenbedingungen, die personelle Ausstattung sowie die räumliche Lernumgebung der Schule.
2. Die Praktikumsklasse: Hier erfolgt eine detaillierte Charakterisierung der Klasse 1b unter besonderer Berücksichtigung der sozialen Struktur und der heterogenen Leistungsstände der Schülerinnen und Schüler.
3. Hospitation: Dieser Abschnitt widmet sich der theoretischen Einbettung von Unterrichtsritualen, einem ausführlichen Hospitationsprotokoll und einer Einzelfallstudie zur Lernstanddiagnostik.
4. Eigene Unterrichtsversuche: Dieses Kapitel enthält die Planung, didaktische Begründung, den Verlaufsplan sowie die Durchführung und Reflexion einer eigenen Unterrichtseinheit im Fach Deutsch.
5. Resümee: Die Autorin zieht ein Fazit über ihren Lernzuwachs, die Bedeutung didaktischer Planung und ihre persönliche berufliche Orientierung als zukünftige Lehrkraft.
Schlüsselwörter
Allgemeines Schulpraktikum, Grundschule, Unterrichtsrituale, Erstschreibunterricht, Lesen durch Schreiben, Lernstanddiagnostik, Einzelfallstudie, Unterrichtsplanung, Reflexion, Schriftspracherwerb, heterogene Lerngruppen, Lehrerrolle, Unterrichtsbeobachtung, Didaktik, Grundschulalltag.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit reflektiert die Praxiserfahrungen einer Lehramtsstudentin während ihres allgemeinen Schulpraktikums an einer Grundschule.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Analyse von Unterrichtsritualen, die diagnostische Betrachtung der Lernstände von Grundschülern sowie die Planung und Umsetzung eigener Unterrichtseinheiten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die wissenschaftlich reflektierte Auseinandersetzung mit der Institution Schule, um ein Verständnis für komplexe Lernvorgänge und die professionelle Lehrerrolle zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf qualitative und unsystematische Unterrichtsbeobachtungen, Hospitationsprotokolle sowie eine diagnostische Einzelfallstudie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Beobachtung der schulischen Rahmenbedingungen, die Analyse der Klassensituation, die Untersuchung von Unterrichtsritualen und die ausführliche Dokumentation einer selbst geplanten Unterrichtseinheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind: Schulpraktikum, Unterrichtsrituale, Lernstanddiagnostik, Schriftspracherwerb und Lehrerrolle.
Welche Bedeutung hat das „Kind der Woche“ im Unterricht?
Das „Kind der Woche“ dient als ritualisierter Ankerpunkt, um den Erwerb von Buchstaben und die Sprachproduktion mit einer persönlichen Note zu verknüpfen und den Schülern Sicherheit zu geben.
Warum spielt die Rechenkette bei der Einzelfallstudie eine so große Rolle?
Die Rechenkette ist das vertraute Hilfsmittel der Schülerin S., das ihr Sicherheit bietet, obwohl sie aufgrund ihrer unökonomischen Arbeitsweise und Fixierung auf die Reihenfolge der Zahlen langsamer arbeitet als ihre Mitschüler.
- Arbeit zitieren
- Anika Möller (Autor:in), 2006, Bericht - Allgemeines Schulpraktikum ASP, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63309