2
„Er hält es mit dem Wortsinn des Namens „Novelle“, der „Neuigkeit“ heißt. Was er mit unbeweglicher Miene vorbringt, sind Neuigkeiten, unerhört; und die Spannung, in der sie den Leser halten, hat etwas unheimlich Spezifisches. Sie ist Besorgnis, Schrecken, das Grauen vor dem Rätselhaften, Zwiespalt der Vernunft, der ängstliche Eindruck, daß Gott sich irrt, - ‚Verwirrung des Gefühls’. Es ist nicht zuviel gesagt: Er weiß auf die Folter zu spannen - und fertigzubringen, daß wir’s ihm danken.“ 1
1 Mann, Thomas (1968), S. 221f.
3
Inhaltsverzeichnis
Seite
1 Einleitung 5
2 Theoretische Aspekte der unerhörten Begebenheit 9
2.1 Literarhistorischer Kontext und Forschungslage 11
2.2 Charakteristika der Begebenheit bei Kleist 16
2.2.1 Wahrscheinlichkeit und Wahrheit 16
2.2.2 Der Zufall als konstitutives Element
der Begebenheit 19
2.2.3 Schein und Sein - der Konflikt
in der Begebenheit 20
2.2.4 Begebenheit ohne Grenzen? 22
3 Die Inszenierung der Gesellschaftskritik 24
3.1 Die dramatischen Elemente der Novelle 24
3.2 Moral oder Gesellschaftskritik - der
„soziale Sinn“ in Kleists Novellen 27
3.3 Zwischenbilanz 30
4 Justiz: unerreichbare Gerechtigkeit? 32
4.1 Individuum und Rechtsstaat: der Fall
Michael Kohlhaas 32
4.1.1 Parallelität von Recht und Unrecht 33
4.1.2 Die Willkür des Junkers 36
4.1.3 Das Standesvorurteil 38
4.1.4 Vetternwirtschaft und Korruption 39
4.1.5 Der Gesellschaftsvertrag und seine Auflösung 40
4.1.6 Zwischen Genugtuung und Rachsucht 41
4.2 Gott als Rechtsinstanz? Justiz im „Zweikampf“ 43
4.3 Zwischenbilanz 45
5 Familie: ein gebrechliches Element der Gesellschaft 47
5.1 Marode Familienstrukturen - „Die Marquise von O...“ 47
5.2 Lieblosigkeit und familiäre Dysfunktionalität in den Novellen 55 5.3 Zwischenbilanz 60 6 Religion: Missbrauch des christlichen Wertesystems 61
6.1 Scheinheiligkeit und Fanatismus -
6.2 Wunderglaube und Bigotterie 69 6.3 Zwischenbilanz 73 7 Exkurs: das Vorurteil in der „Verlobung in St. Domingo“ 73 8 Fazit 78 9 Literaturverzeichnis 81 9.1 Quellen 81 9.2 Sekundärliteratur 81 9.3 Allgemeine Hilfsmittel 85
5
1 Einleitung
Die Novellen von Kleist sind in der Literaturwissenschaft ein vielfach bearbeitetes Objekt der Forschung. Häufig steht im Mittelpunkt des Interesses seine Darstellung gesellschaftlicher Phänomene wie Liebe, Vertrauen und familiäre Konflikte, Fragen nach Recht und Gerechtigkeit oder der Religion. Jeder dieser Bereiche wurde schon mehrfach untersucht und anhand variierender Fragestellungen durch neue Aspekte bereichert. Auch diese Arbeit schließt die Darstellung der Gesellschaft in den Novellen Kleists nicht aus. Ausgangspunkt ist jedoch hier ein zentraler Begriff aus der Novellentheorie: Es soll untersucht werden, in welcher Beziehung die unerhörte Begebenheit zur Darstellung der Gesellschaftskritik in den Novellen steht.
In den Bemühungen um eine einheitliche Definition der Gattung „Novelle“ findet auch heute noch der Begriff der „unerhörten Begebenheit“ Verwendung. Doch obwohl er seit Goethe als wichtiges Element der Novelle verstanden wird, ist seine Begrifflichkeit bislang nicht klar eingegrenzt. Ein Teil der Arbeit ist deshalb der Darstellung besonderer Eigenschaften der unerhörten Begebenheit im Allgemeinen und bei Kleist im Besonderen gewidmet. Die allgemeine Definitionsproblematik des Begriffs „Novelle“ kann dabei weitgehend unberücksichtigt bleiben. Sie kommt nur dort zur Sprache, wo sie für die „unerhörte Begebenheit“ von Bedeutung ist. Das Gleiche gilt für die Differenzierung zwischen den Begriffen „Novelle“ und „Erzählung“, die in der Forschung noch immer diskutiert wird. 2
Es ist für diese Arbeit wenig relevant, welche Kriterien zum heutigen Stand der Forschung allgemein für eine Novelle festgelegt sind, sofern sie nicht die Begebenheit unmittelbar betreffen und ob und inwiefern Kleists
2 Beide Begriffe werden in dieser Arbeit synonym für folgende Werke Kleists gebraucht: „Michael Kohlhaas“, „Die Marquise von O...“, „Das Erdbeben in Chili“, „Die Verlobung in St. Domingo“, „Das Bettelweib von Locarno“, „Der Findling“, „Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik“ und „Der Zweikampf“.
6
Erzählungen in dieses Gefüge passen. Vielmehr erscheint es sinnvoll, die novellentheoretischen Ansätze - angefangen bei Zeitgenossen Kleists bis hin zur modernen Forschung - lediglich auf den Bereich der unerhörten Begebenheit hin zu untersuchen. So soll dann eine für diese Arbeit gültige Definition der unerhörten Begebenheit entstehen, die es ermöglicht, den Zusammenhang zwischen der Begebenheit und der kritischen Inszenierung der Gesellschaft zu untersuchen. Die allgemeine Entwicklung des Begriffs „Novelle“ kann hier als bekannt vorausgesetzt werden, ebenso die Geschichte der Novelle als Erzählform. Die Entwicklung der unerhörten Begebenheit hingegen soll genauer untersucht werden.
Der zweite Teil der Arbeit widmet sich der Beziehung zwischen der unerhörten Begebenheit und der jeweiligen gesellschaftskritischen Leistung der einzelnen Novellen. Jeweils ein größeres Kapitel soll sich mit den Themen „Recht und Gerechtigkeit“, „Familie“ und „Religion“ befassen. Darin wird je eine Novelle exemplarisch untersucht und vergleichbare Problemstellungen in anderen Novellen Kleists ergänzend dargestellt. Der Exkurs zur „Verlobung in St. Domingo“ soll abschließend die Problematik des Vorurteils darstellen und diese wiederum in Relation zur unerhörten Begebenheit setzen. Ein abschließendes Fazit stellt dann noch einmal überblicksartig die Ergebnisse der Untersuchung dar. 3
Einen ersten Zugang zum Thema ermöglicht der von Goethe geprägte Begriff der „unerhörten Begebenheit“. Dabei dürfen die Differenzen zwischen beiden Dichtern nicht außer Acht gelassen werden. So distanziert sich Kleist mit seinen Erzählungen von der Tradition, Novellen in einer Rahmenhandlung zu verankern und als Novellensammlung zu präsentieren, wie es seit Boccaccios „Decamerone“ bekannt ist. Goethe
3 Bis auf wenige Ausnahmen, die dann in gesonderten Fußnoten vermerkt sind, werden Quellenzitate aus: KLEIST, HEINRICH VON: Sämtliche Werke und Briefe. Hrsg. v. Helmut Sembdner. Zweibändige Ausgabe in einem Band. Band II. München 2001. entnommen und mit der Seitenzahl versehen.
7
hat mit den „Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten“ eben dieses Muster aufgegriffen und anstelle der Pest den Krieg als Hintergrundgeschehen gewählt. Kleists Erzählungen hingegen sind Einzelnovellen, sie stehen formal isoliert nebeneinander. Wenn sie auch durch Ähnlichkeiten in den thematischen Bereichen durchaus miteinander verknüpft sind, werden sie jedoch nicht durch eine gemeinsame Erzählsituation geeint. Auch ist überliefert, dass Goethe Kleists Talent zwar anerkannte, aber von den extremen Charakteren seiner Dramen und Erzählungen eher abgestoßen war:
„Mir erregte dieser Dichter, bei dem reinsten Vorsatz einer aufrichtigen Teilnahme, immer Schauder und Abscheu, wie ein von der Natur schön intentionierter Körper, der von einer unheilbaren Krankheit ergriffen wäre.“ 4
Diese Stellungnahme Goethes lässt sich auch auf die Unterschiede zwischen den Novellen und damit den unerhörten Begebenheiten der beiden Dichter übertragen. Bei allen Unterschieden im Hinblick auf Biographie und Werk lässt sich dennoch ein Bezug zwischen den Zeitgenossen Kleist und Goethe herstellen. Kleists Erzählungen enthalten stets ein zentrales Element, das Goethe später als wichtigstes Kennzeichen einer Novelle benennt: die „unerhörte Begebenheit“. „Nach Goethe ist die Novelle nichts ‚anders als eine sich ereignete unerhörte Begebenheit’. Wenn einer, so ist es Kleist, der diese Begriffsbestimmung erfüllt hat, und für die Kennzeichnung seiner Erzählkunst ist keine andere Definition nötig.“ 5
Kleist hat also die spätere Begriffsbestimmung vorerfüllt. Was aber ist der Zweck dieser unerhörten Begebenheit? Welche Leistung erbringt sie im Rahmen der Novelle? In dieser Arbeit soll versucht werden, die unerhörte Begebenheit in den Novellen von Kleist als Element einer kritischen Inszenierung der Gesellschaft zu analysieren. Dabei dient Goethes Definition als Ansatzpunkt. AUST kritisiert zwar „die über persönliche und zeitliche Unterschiede hinwegspringende Gleichschaltung des Kleistschen Erzählwerkes mit Goethes Wort von der sich ereigneten unerhörten Begebenheit [...]“ 6 ,
4 Goethe, Johann Wolfgang von: Ludwig Tiecks Dramaturgische Blätter, 1826. Zit. n. Sembdner (1984): Nachruhm, S. 208.
5 Samuel (1972), S. 76.
6 Aust (1990), S. 73.
8
bezieht sich damit aber insbesondere auf Forschungsansätze, die diese „Gleichschaltung“ als Beweis dafür nutzen, dass die Erzählungen Kleists als Novellen zu bezeichnen sind. Allein aufgrund der Datierung der Goetheschen Definition 15 Jahre nach Kleists Tod ist eine solche Beweisführung natürlich unzulässig und wenig sinnvoll. Für diese Arbeit soll Goethes Äußerung als Ansatz für eine Untersuchung der Novellen Kleists dienen, weil sie in einem Satz die Eigenheit der Novelle zusammenfasst, wie sie insbesondere bei Kleist zu beobachten ist. Die Fragestellung soll dabei aber weder missverstanden werden als Versuch, die Erzählungen der Definition nach Goethe zu unterwerfen, noch ihre Bezeichnung als Novelle durch die jeweilige Existenz einer unerhörten Begebenheit zu rechtfertigen. Vielmehr soll untersucht werden, welchen Stellenwert die unerhörte Begebenheit bei Heinrich von Kleist für die gesellschaftskritische Darstellung einnimmt.
Dass Kleist ein kritischer Beobachter der Gesellschaft war, muss nicht mehr bewiesen werden. Diese Arbeit soll zeigen, wie er die Besonderheit der Gattung Novelle, die unerhörte Begebenheit, nutzte, um gesellschaftliche Zustände zu hinterfragen und kritisch darzustellen. In der Forschung mangelt es nicht an Untersuchungen zur Gesellschaftskritik bei Kleist; jede seiner Novellen ist mehrfach untersucht und interpretiert worden. 7 Der Zusammenhang aber zwischen dem wichtigen Element der Novelle und ihrer Leistung für die gesellschaftskritische Darstellung in seinem Werk ist bislang noch nicht eingehend untersucht. Diese Lücke soll mit vorliegender Arbeit geschlossen werden.
7 Vgl. zur Forschungslage Grathoff (2000), S.11f., Schunicht (1981), S. 91f. und Müller- Salget (2002).
9
2 Theoretische Aspekte der unerhörten Begebenheit
Kaum eine Gattungsdefinition ist in der Literaturwissenschaft undiskutiert und durchgehend akzeptiert. Die verschiedenen Herangehensweisen der Forschung führen immer wieder dazu, dass ein Begriff nicht einheitlich verwendet wird und ihm verschiedene Bedeutungen zugeordnet sind. Schon der Begriff „Gattung“ selbst wird unterschiedlich verwendeteinerseits im Sinne der Gattungstrias Epik, Dramatik, Lyrik, andererseits im Sinne untergeordneter Textsorten wie etwa der Novelle. 8 Der Begriff der „Novelle“ stellt dabei keine Ausnahme, sondern eher ein Extrembeispiel für die Problematik literaturwissenschaftlicher Definitionen dar. Der Gegenstand der Novelle ist nach wie vor für die Forschung ein definitorisch unlösbares Problem, die Vielzahl der als Novellen bezeichneten Werke und die Verschiedenheit ihrer Ausformungen machen es offensichtlich unmöglich, eine endgültige Bestimmung festzulegen. 9 Auch ist es noch nicht gelungen, die zahlreichen Novellentheorien mit der Praxis, also den tatsächlich produzierten Novellen in Einklang zu bringen.
Goethes Definition der Novelle als eine „sich ereignete unerhörte Begebenheit“ 10 ist bis heute die bekannteste geblieben. Problematisch ist die Definition aus formalen Gründen: Goethe hat den Satz zu keinem Zeitpunkt schriftlich fixiert, er ist überliefert nach einem Gespräch mit Eckermann. Gegenstand des Gespräches war die Suche nach einem geeigneten Titel für eines von Goethes Werken, das schließlich schlicht als „Novelle“ betitelt wurde. Der Entstehungsrahmen bezeugt, dass die Definition nicht ursprünglich aus dem Willen entstanden ist, eine gültige Gattungsdefinition für die Novelle festzulegen, sondern eher zufällig und
8 Vgl. Polheim (1981), S. 9f.
9 Ebd., S. 13: „Als im 20. Jahrhundert die literaturwissenschaftliche Beschäftigung mit der Novelle, was immer man auch darunter verstand, einsetzte, wiederholte sich das Bild, das von den Autoren des vorangegangenen Jahrhunderts zu gewinnen ist: Eine Vielfalt von zustimmenden und ablehnenden Meinungen und Theorien standen und stehen nebeneinander. Einheitlichkeit gibt es nach wie vor nicht.“ „Und daraus ist zu ersehen, daß es eine allgemeine Anerkennung der Novelle und eine Einigung, was diese überhaupt sei, schon im 19. Jahrhundert nicht gegeben hat.“ und Aust (1990), S. 47: „Selbst für das 19. Jahrhundert ergibt sich kein einheitliches bzw. spezifisches Bild.“ 10 Goethes Gespräch mit Eckermann am 29. Januar 1827. Eckermann (1986), S. 203.
10
auch bedingt durch die Auswahl Eckermanns fixiert wurde. Ähnlich sind auch andere Definitionsversuche aus zeitnahen Epochen für allgemeingültig erklärt worden. 11 Wenn sie auch nicht als solche geplant war, blieb Goethes Definition im Gedächtnis der Literaturwissenschaft, denn sie hält fest, was die Novelle von anderen Formen der erzählenden Literatur unterscheidet. Es ist nicht allein der Umfang, die Figuren oder der Ort, auch nicht die Anwesenheit eines Erzählers als Figur der Rahmenhandlung, welche die Novelle von verwandter Prosa abhebt. Kennzeichnend für die Novelle ist die Begebenheit, die einem oder mehreren Menschen widerfährt, die erzählenswert, interessant, neuartig und unerhört ist.
„Auf das Geschehene kommt es an; Die Psychologie, die Charaktere der Handelnden und Leidenden interessieren uns nicht an und für sich, sondern nur insoweit das Geschehene durch sie bedingt ist.“ 12
Heute findet sich im Duden eine Beschreibung der Novelle als „Erzählung kürzeren od. mittleren Umfangs, die von einem einzelnen Ereignis handelt u. deren geradliniger Handlungsablauf auf ein Ziel hinführt.“ 13 Das zentrale Ereignis - die Begebenheit - bleibt somit selbst bei knappster Beschreibung der Novelle im allgemeinen Sprachgebrauch als konstituierend für diese Gattung erhalten. Die Idee eines bis dato unbekannten und dadurch erzählenswerten Geschehens ist in Grundzügen bereits in der Etymologie des Begriffs Novelle verankert: Der Wortursprung liegt im altprovenzalischen „novela“, das wiederum aus dem lateinischen „novus“, zu deutsch „neu“ abgeleitet ist. Aus „novela“ entwickelte sich dann das französische „nouvelle“ und das italienische
11 Polheim (1981), S. 13: „[...] man übersah, daß diese Autoren selbst sich eher zögernd als bestimmt, eher versuchsweise als abschließend äußerten: Goethe hat seinen Definitionsversuch zu einem bestimmten Anlaß, in Frageform und in einem Gespräch vorgebracht und gar nicht selbst überliefert; auch Tieck und Heyse verfaßten keine großen oder großartigen Novellentheorien, ja nicht einmal eigene Aufsätze, sondern sie haben lediglich in Vorworten das Problem in wenigen Sätzen gestreift, stets auf ihre eigene literarische Situation bezogen.“
12 Jolles, André: Einleitung zur deutschen Übersetzung von Boccaccios Decamerone. Leipzig 1928. S. LXXVII-LXXIX. Zit. n. Kunz (1973), S. 113.
13 Duden (2001), S. 683.
11
„novella“, die deutsche Übersetzung für diesen Begriff lautet Novelle. 14 Schon die Herkunft des Wortes Novelle verweist also auf etwas Neues, damit Unbekanntes und im ersten Wortsinn Unerhörtes.
2.1 Literarhistorischer Kontext und Forschungslage
Das Phänomen einer besonderen Begebenheit, die Goethe „unerhört“ nennt, taucht schon früh in theoretischen Gedanken zur Novelle auf. Populär wurde der Gattungsbegriff „Novelle“ in Deutschland erst im 18. Jahrhundert, auch wenn sich Erzählformen mit novellistischen Strukturen schon Jahrhunderte zuvor nachweisen lassen. 15 Doch nachdem sich die Gattungsbezeichnung durchgesetzt hatte, häuften sich auch die Versuche, die Novelle definitorisch von anderen erzählenden Texten abzugrenzen. Dies geschieht durch Benennung ihrer Eigenheiten. 1798 hält FRIEDRICH SCHLEGEL fest: „Eine Novelle ist eine witzige Begebenheit[...]“ 16 . Schon hier wird die enge Verbindung zwischen der Novelle und der Begebenheit geknüpft. An anderer Stelle betont er, dass die Begebenheit erst die Novelle ausmacht: „Es spielt eine wichtige Rolle in der Novelle: denn eine Geschichte kann doch nur durch eine solche einzig schöne Seltsamkeit ewig neu bleiben.“ 17 Auch sein Bruder AUGUST WILHELM SCHLEGEL bemerkt, dass erst eine „seltsame Einzigkeit“ 18 die Novelle zur Novelle
14 Erstmalig taucht der Begriff im "Corpus iuris civilis" des byzantinischen Kaisers Justinian (527-565 n.Chr.) auf. Er bezeichnet dort einen Nachtrag zu einem bestehenden Gesetz und wird in diesem Sinne auch heute noch verwendet. Der Beweis eines wortgeschichtlichen Zusammenhangs zwischen juristischem und literarischem Begriff steht allerdings noch immer aus. Vgl. Rath (2000), S. 57. Im literarischen Sinn wird das Wort zum ersten Mal im 13. Jahrhundert in der von einem unbekannten Autor verfassten Novellensammlung „Il Novellino“ verwendet.
15 Vgl. Rath (2000), S. 81f.:„Nationalgefühl und Sprachpflege, von den deutschen Humanisten hochgehalten, haben vermutlich einer Integration des Fremdworts entgegengestanden[...]. Noch Lessing übersetzt 1751 Cervantes Novelas ejemplares als Neue Beispiele.“
16 Schlegel, Friedrich: Literary Notebooks 1797-1801. Hrsg. v. Hans Eichner. London 1957. S. 149. Zit. n. Kunz (1973), S. 36.
17 Schlegel, Friedrich: Athenäumsfragmente (1789). In: Friedrich Schlegel 1794-1802. Seine prosaischen Jugendschriften. Hrsg. v. J. Minor, Bd. 2, Zur deutschen Literatur und Philosophie, 2. Aufl., Wien 1906, S. 271f. Zit. n. Kunz (1973), S. 38. 18 Schlegel, August Wilhelm: Vorlesungen über schöne Litteratur und Kunst. Dritter Teil (1803-1804) Geschichte der romantischen Litteratur. Deutsche Litteraturdenkmale des 18. und 19. Jahrhunderts. Bd. 19. Hrsg. v. J. Minor. Heilbronn (1884), S. 241-248. Zit. n. Kunz (1973), S. 45.
12
macht: „Die Novelle [...] erzählt folglich merkwürdige Begebenheiten [...].“ 19
Auf der bereits erwähnten Suche nach einem Titel für eine seiner Erzählungen äußert sich GOETHE im Gespräch mit ECKERMANN wie folgt: „Wissen Sie was, sagte Goethe, wir wollen es die Novelle nennen; denn was ist eine Novelle anders als eine sich ereignete unerhörte Begebenheit. Dies ist der eigentliche Begriff, und so Vieles, was in Deutschland unter dem Titel Novelle geht, ist gar keine Novelle, sondern bloß Erzählung oder was sie sonst wollen. In jenem ursprünglichen Sinne einer unerhörten Begebenheit kommt auch die Novelle in den Wahlverwandtschaften vor.“ 20
Basierend auf Goethes Formulierung ist die Bezeichnung der Novelle als sich ereignete, unerhörte Begebenheit zum Grundbegriff der Novellendefinition geworden. 21 Um die Bedeutung der unerhörten Begebenheit und ihre Umsetzung als Element einer kritischen Inszenierung der Gesellschaft richtig einschätzen zu können, sollte zunächst der Begriff zumindest für den Rahmen dieser Arbeit definiert werden. Auch für diesen, im Bereich der Novelle zentralen Begriff ist bislang in der Forschung keine endgültige Bedeutungseingrenzung gelungen:
„Wer erinnert sich nicht an Goethes Definition der Novelle als einer sich ereigneten unerhörten Begebenheit, an Tiecks Wendepunkt und Heyses Falken, und wenn man auch nicht so genau sagen kann, was diese Ausdrücke bedeuten und wie sie sich in einer Novelle verwirklichen, so glaubt man doch im festen Vertrauen auf eine traditionelle Lehrmeinung an die Existenz der Novelle.“ 22
Sinnvoll beim aktuell unsicheren Forschungsstand ist an dieser Stelle ein Versuch der Definition mit Hilfe der wörtlichen Bedeutung der Begriffe „unerhört“ und „Begebenheit“ und den Eigenschaften und Besonderheiten, die eine unerhörte Begebenheit von einem bloßen Geschehen unterscheidet. Einleuchtend ist die Bedeutung des Begriffs „unerhört“, wie sie AUST darstellt:
„‚Unerhört’ kann sowohl bedeuten, dass dem Publikum die erzählte Geschichte noch nicht bekannt ist, als auch, dass die Geschichte von etwas Außerordentlichem berichtet, sei es ein Normenbruch, sei es die
19 Ebd., S. 50.
20 Eckermann (1986), S. 203.
21 Rath bezeichnet die Formulierung Goethes als „seither grundlegende Gattungsbestimmung“. Rath (2000), S. 105.
22 Polheim (1981), S. 12.
13
Außerkraftsetzung einer Norm (das Wunderbare), sei es auch nur die Einmaligkeit, die dem Ganzen den charakteristischen Zug verleiht bzw. dem Verlauf die entscheidende Wendung gibt.“ 23
Somit lässt sich die Begebenheit eingrenzen auf Geschehnisse, die dem Leser oder Zuhörer gänzlich neu sind und auf Fälle, die innerhalb seiner Lebenserfahrung und seines Weltwissens als bemerkenswert, weil einzigartig herausstechen 24 . Die Neuheit eines Ereignisses als Faktor für seine Relevanz hält Goethe bereits 1795 in den „Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten“ fest. Die Figur des Geistlichen lässt er dort im Gespräch mit Luise und der Baronesse folgendes sagen:
„[...] was gibt einer Begebenheit ihren Reiz? Nicht ihre Wichtigkeit, nicht ihren Einfluß, den sie hat, sondern die Neuheit.“ 25
Als bedeutsamer Faktor für die unerhörte Begebenheit lässt sich auch ihr plötzliches und damit meist überraschendes Eintreten festhalten. KUNZ fasst zur Unerhörtheit zusammen:
„Die Thematik der Novelle ist nun dadurch festgelegt, daß das darin gestaltete Geschehen den Charakter des Überraschenden, Unerwarteten, Unberechenbaren hat.“ 26
AUST bekräftigt die Sinnfälligkeit und den Nutzen der auf Goethe zurückgehenden Novellendefinition als Erzählung einer „Begebenheit“ und dem passiven Charakter dieses Begriffs. Er verweist auf den Umstand, dass eine Begebenheit der Figur widerfährt. 27 Auch FREUND sieht die Figur weniger als aktiven Teil der Begebenheit:
23 Aust (1990), S. 11.
24 Nach von Wiese hat Goethe mit dem Begriff unerhört lediglich die Bedeutung des „noch nicht gehört“ intendiert. (Vgl. von Wiese (1971), S. 5.) Dies muss jedoch Vermutung bleiben. Sicher ist, dass der Begriff „unerhört“ von der Zeit um 1800 bis heute eine Bedeutungsverschiebung erfahren hat. Zur Zeit Kleists und auch Goethes wurde er nicht zwangsläufig pejorativ gebraucht, unerhört konnte theoretisch also auch eine positive Begebenheit sein.
25 Goethe, Johann Wolfgang von: Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten. Hamburg 1963. Zit. n. Kunz (1973), S. 29.
26 Kunz (1973), S. 4.
27 Aust (1990), S. 10:„ ‚Begebenheit’ stellt die pronominalisierte Form dessen dar, was einem widerfährt und sich so erzählen läßt. Als Erlebnis in diesem ‚passiven’ Sinn steht es im Gegensatz zur Passivität des Handelns und begründet das Bild der Novelle als einer weltanschaulich bestimmbaren Form. Denn gerade Geschehnisse, die nicht als selbstverantwortet erscheinen, sondern ‚begegnen’, stellen das Substrat eines Lebenssinns dar, in dem Zufall und Schicksal, Einbruch und Wende, Bestimmung und Notwendigkeit ihren charakteristischen Ort einnehmen.“
14
„Entscheidend für die Erkenntnis novellistischen Erzählens ist die Dominanz prozeßhaften Geschehens, des Ereignisses, das den Menschen aus dem Mittelpunkt verdrängt.“ 28
Das Individuum ist der Begebenheit nicht gänzlich ausgeliefert, es tritt jedoch zurück hinter dem, was ihm geschieht. Dies gilt selbst für den Fall, dass eine Person die Begebenheit als Auslöser verursacht. Eine nähere Beschreibung der in der ersten Definition lediglich genannten unerhörten Begebenheit bietet Goethe laut KUNZ selbst in einem Satz aus den „Wahlverwandtschaften“:
„[...] allein jener, den eigentlich auf der Reise nichts mehr interessierte als die sonderbaren Ereignisse, welche durch natürliche und künstliche Verhältnisse, durch den Konflikt des Gesetzlichen und des Ungebändigten, des Verstandes und der Vernunft, der Leidenschaft und des Vorurteils hervorgebracht werden [...]“ 29
KUNZ sieht den Satz als „Andeutung einer Novellendefinition“ 30 . Die Äußerung kann - insbesondere für diese Arbeit - als genauere Definition der Begebenheit dienen. Unerhörte Begebenheiten im Sinne der Novellendefinition sind somit Geschehnisse, die einen Konflikt enthalten, entweder „innerhalb“ des Individuums oder - häufiger noch - ein Konflikt der Person mit den Normen der Gesellschaft, in der sie lebt. Dieser der Begebenheit innewohnende Konflikt weist deutlich auf ihre Möglichkeiten gesellschaftskritischer Leistung hin. Typisch für die Novelle hält FREUND, dass derjenige, der in einen Konflikt mit den gesellschaftlichen Ansprüchen gerät, fast zwangsläufig scheitern muss: „In der Novelle hat das Subjekt nur dann eine Chance, wenn es mitschwimmt im Strom, wer gegen den Strom zu schwimmen versucht, geht unweigerlich unter.. 31
Zwei Jahre nach Goethe formuliert TIECK in einem Vorwort, die Novelle sollte sich
„[...] dadurch aus allen andern Aufgaben hervorheben, daß sie einen großen oder kleinen Vorfall in’s hellste Licht stelle, der, so leicht er sich ereignen kann, doch wunderbar, vielleicht einzig ist. Diese Wendung der Geschichte, dieser Punkt, von welchem aus sie sich unerwartet völlig umkehrt, und doch natürlich, dem
28 Freund (1993), S. 8.
29 Goethe (1987), S. 473f.
30 Kunz (1973), S. V. (Inhaltsverzeichnis). S.a. Kunz (1992), S. 42f.
31 Freund (1993), S. 9.
15
Charakter und den Umständen angemessen, die Folge entwickelt, wird sich [...] umso fester einprägen[...]“ 32
TIECK stellt damit die Verbindung zwischen der Begebenheit und dem Wendepunkt der Novelle her. Gleichzeitig betont er den bemerkenswerten und wahrhaftigen Charakter der Begebenheit in der Novelle. AUST nennt auch das „Wahre“ 33 einer Begebenheit als konstituierend für die Novelle. Wahrheit bedeutet dabei nicht, dass die Begebenheit tatsächlich geschehen ist, dass sie aber unter den gegebenen Umständen durchaus hätte geschehen können. Wahrheit ist in diesem Kontext stellvertretend für eine Art von Möglichkeit gebraucht. Dieser Anspruch an die Novelle findet sich bereits bei WIELAND:
„Bey einer Novelle [...] werde vorausgesetzt, daß sie sich [...] in unserer wirklichen Welt begeben habe, wo alles natürlich und begreiflich zugeht, und die Begebenheiten zwar nicht alltäglich sind, aber sich doch, unter denselben Umständen, alle Tage allenthalben zutragen könnten“ 34
Auch August Wilhelm SCHLEGEL bemerkt 1804 in seinen Gedanken zur Novelle :
„An die materielle Wahrscheinlichkeit d.h. die Bedingungen der Wirklichkeit eines Vorfalls, muss sich der Erzähler durchaus binden, hier erfodert sein Zweck die größte Genauigkeit.“ 35
Für die unerhörte Begebenheit im Allgemeinen lässt sich festhalten, dass die Doppeldeutigkeit des Wortes „unerhört“ einerseits die Neuartigkeit, andererseits die Einzigartigkeit der Begebenheit impliziert. Zudem setzt die Begebenheit meist plötzlich und unerwartet ein und überrascht gerade deshalb. Darüber hinaus verdeutlicht der Begriff „Begebenheit“ den passiven, eher zweitrangigen Charakter der Figur innerhalb des Geschehens. Häufig ist ein Konflikt, sei er innerer oder äußerer Natur, Bestandteil der Begebenheit. Schließlich hat die Begebenheit den Anspruch des Möglichen zu erfüllen. Im Folgenden sollen nun ausgehend
32 Tieck, Ludwig: Schriften. Bd. 11. Vorbericht zur dritten Lieferung, S. LXXXIV-XC. Berlin 1829. Zit. n. Kunz (1973), S. 53.
33 Aust (1990), S. 12.
34 Wieland, Christoph Martin: Gesammelte Schriften. Berlin 1939. Zit. n. Kunz (1973), S. 28.
35 Schlegel, August Wilhelm: Vorlesungen über schöne Litteratur und Kunst. Dritter Teil (1803-1804) Geschichte der romantischen Litteratur. Deutsche Litteraturdenkmale des 18. und 19. Jahrhunderts. Bd. 19. Hrsg. v. J. Minor. Heilbronn (1884), S. 241-248. Zit. n. Kunz (1973), S. 49.
16
von diesen allgemeinen Kennzeichen die spezifischen Merkmale der unerhörten Begebenheit bei Kleist zusammengestellt werden.
2.2 Charakteristika der Begebenheit bei Kleist
Die prägnanteste Eigenschaft der unerhörten Begebenheit bei Kleist liegt in ihrem unerwarteten Einbrechen in das normale Alltagsleben. Zwar ist dies stets einer Begebenheit zu Eigen, bei Kleist aber gewinnt die Schlagartigkeit eine neue Dimension. Da bricht ein Erdbeben über eine Stadt herein, die Pest überrascht Reisende und ein Skandal erschüttert den Zusammenhalt einer Familie. Mit der Plötzlichkeit der Begebenheit verbindet sich bei Kleist meist eine weitere Besonderheit. Er lässt keine Zeit vergehen, bis das Unerhörte geschieht, sondern beginnt seine Novellen medias in res. Fast immer sieht sich der Leser bereits in den ersten Sätzen der Erzählung mit der unerhörten Begebenheit konfrontiert. Er hat keine Gelegenheit, sich mit der Umgebung und dem Geschehen vertraut zu machen, ehe die Begebenheit hereinbricht; noch bevor er gedanklich in der Erzählung Fuß gefasst hat, wird er von den hereinbrechenden Ereignissen erschüttert.
2.2.1 Wahrscheinlichkeit und Wahrheit
Wie bereits im vorangegangenen Kapitel aufgezeigt wurde, ist eine Bedingung für die Begebenheit ihre Wahrhaftigkeit. AUGUST WILHELM SCHLEGEL führt eine Möglichkeit für den Autor auf, diese Wahrhaftigkeit zu untermauern:
„Die Novelle kann von ernsten Begebenheiten mit tragischer Katastrophe bis zur bloßen Posse alle Töne durchlaufen, aber immer soll sie in der wirklichen Welt zuhause seyn, deswegen liebt sie auch die ganz bestimmten Angaben von Ort, Zeit und Namen der Personen.“ 36
Diese Bemerkung trifft auch auf Kleists Novellen zu, denn die „bestimmten Angaben“ finden sich bei ihm meist bereits im ersten Satz der Novellen,
36 Schlegel, August Wilhelm: Vorlesungen über schöne Litteratur und Kunst. Dritter Teil (1803-1804) Geschichte der romantischen Litteratur. Deutsche Litteraturdenkmale des 18. und 19. Jahrhunderts. Bd. 19. Hrsg. v. J. Minor. Heilbronn (1884), S. 241-248. Zit. n. Kunz (1973), S. 49.
17
etwa bei „Michael Kohlhaas“ 37 , und der „Verlobung in St. Domingo“ 38 oder verschlüsselt in der „Marquise von O...“ 39 . Das „Wahre“ der Begebenheit stellt Kleist in einer besonderen Weise dar. Er verwendet an mehreren Stellen Kunstgriffe, die den Anschein von Tatsächlichkeit erzeugen. „Michael Kohlhaas“ untertitelt er mit dem Zusatz „Aus einer alten Chronik“ (9), benennt somit eine geschichtliche Aufzeichnung als Grundlage seiner Erzählung. 40 Seine Figur und die gesamte Erzählung wirken dadurch greifbar und glaubhaft.
„Auch beim ‚Michael Kohlhaas’ ist das Unerhörte der Begebenheit Effekt eines unter dem Originalitätsanspruch stehenden Schreibens.“ 41
Bemerkenswert ist auch, dass das einzige Geschehen im „Kohlhaas“, das sich am Rand der Wahrscheinlichkeit abspielt, von Kleist ausdrücklich als Solches benannt wird. Als der Kämmerer auf der Suche nach einem alten Weib, das die Zigeunerin darstellen soll, ausgerechnet die Zigeunerin selbst anspricht, grenzt dieser Zufall an ein Wunder:
„[...] und wie denn die Wahrscheinlichkeit nicht immer auf Seiten der Wahrheit ist, so traf es sich, daß hier etwas geschehen war, das wir zwar berichten: die Freiheit aber, daran zu zweifeln, demjenigen, dem es wohlgefällt, zugestehen müssen“(98)
Es wurde Kleist vorgeworfen, er habe sich mit dieser Episode dem Zeitgeist unterworfen und ein unpassendes märchenhaftes Motiv in die ansonsten realitätsnahe Erzählung eingefügt. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass die Unwahrscheinlichkeit explizit genannt und so hervorgehoben wird. Das lässt - wie eine Ausnahme von der Regel - die gesamte Erzählung umso glaubhafter wirken.
37 „An den Ufern der Havel lebte, um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts ein Rosshändler, namens Michael Kohlhaas[...]“(9)
38 „Zu Port au Prince [...] lebte, zu Anfang dieses Jahrhunderts, [...] ein fürchterlicher alter Neger, namens Congo Huango.“(160).
39 „In M..., einer bedeutenden Stadt im oberen Italien, ließ die verwitwete Marquise von O...,[...]“(104). Die Zeitangabe erfolgt allerdings später im Text.
40 Jochen Schmidt erwähnt, dass nicht gesichert ist, ob „Kleist den [...] Untertitel selbst autorisierte, [...] denn dieser Untertitel findet sich lediglich auf dem Titelblatt des ersten Bandes der Erzählungen [...]“ Schmidt (2003), S. 211. Doering betont allerdings, dass das Auslassen solcher Zusätze nicht den Intentionen des Autors gefolgt sein muss und verweist auf bloße Unachtsamkeit oder auch Verlegerwillkür. Doering (2002), S. 11. Aus den gleichen Gründen finden sich die Zusätze auch in der Sembdner-Ausgabe, die dieser Arbeit zugrunde liegt.
41 Wichmann (1988), S. 180.
Arbeit zitieren:
2005, Die 'unerhörte Begebenheit' als Element einer kritischen Inszenierung der Gesellschaft - Eine Studie zu den Novellen Kleists, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Paradiesszene in Heinrich von Kleists "Erdbeben in Chile"...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 19 Seiten
»Regimen et libertas Regni non in Regis consistunt« - Einflussfaktoren...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Habitustheorie nach Pierre Bourdieu
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Referat (Ausarbeitung), 10 Seiten
Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Sexualmoral bei Frauen und Männern
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Seminararbeit, 20 Seiten
Möglichkeiten des kreativen Literaturunterrichts anhand E.T.A. Hoffman...
Examensarbeit, 89 Seiten
Bildungsmonitoring: Rezeption und Konsequenzen am Beispiel von PISA un...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Referat (Ausarbeitung), 20 Seiten
Biblische Bilder bei Kleist. Eine Untersuchung zu seinen Erzählungen
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Magisterarbeit, 107 Seiten
Soziale Hintergründe der Catilinarischen Verschwörung
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Hausarbeit, 15 Seiten
Peter der Große und die Große Gesandtschaft
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 19 Seiten
Die Funktion des unverlässlichen Erzählers in Heinrich von Kleists &qu...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 23 Seiten
Das Dokumentartheater bei Peter Weiss und Rolf Hochhuth
Realistische Darstellung von A...
Examensarbeit, 67 Seiten
Die Substituierung des sexuellen Faktums und die implizite Enthüllung...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 30 Seiten
Der Weg in die polnisch-litaui...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit, 25 Seiten
Pierre Bourdieu - Sozialisation als Habitualisierung
BWL - Didaktik, Wirtschaftspädagogik
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Vergleichende Analyse von Roland Schimmelpfennigs Dramen "Vorher/...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 17 Seiten
Der polnische Adel und die Adelskultur bis zu den polnischen Teilungen...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 35 Seiten
Hölderlins Geschichtsphilosophie im literarhistorischen Kontext: Die E...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 30 Seiten
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur: neuer Titel erschienen: Die 'unerhörte Begebenheit' als Element einer kritischen Inszenierung der Gesellschaft - Eine Studie zu den Novellen Kleists
Applications of Finite Element Methods for Reliability Studies on ULSI...
Cher Ming Tan, Wei Li, Zhenghao Gan, Yuejin Hou
The Inorganic Radiochemistry of Heavy Elements: Methods for Studying G...
Methods for Studying Gaseous C...
Ivo Zvara
Philosophische Elemente einer Theorie der Gesellschaft
Theodor W. Adorno, Tobias Ten Brink, Marc Phillip Nogueira
Elements of Islamic Studies: English with Transliterations
Maulana Syed Saeed Akht Rizui, Sayyid Sa'id Aakkhtar Rizvi, Syed Rizvi
Elements of Audiology: A Learning Aid with Case Studies
Frederick N. Martin, John Greer Clark
Elements, Principles and Corpuscles: A Study of Atomism and Chemistry ...
Antonio Clericuzio, A. Clericuzio
0 Kommentare