Technische Universität Darmstadt
Institut für Politikwissenschaft
Seminar: „Diskussionen in der Staatstheorie der Gegenwart“
Das Konzept des "New Public Management" aus theoretischer Sicht
Masiar Sabok Sir
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 3
2. Was ist „New Public Management“? ... 5
2.1 Rahmenbedingungen und Entstehung des NPM ... 5
2.4 Grundprämissen des NPM ... 9
2.5 Elemente und Thesen des NPM ... 10
3. Theorieansätze als Grundlagen des NPM ... 12
3.1 Ökonomische Theorie der Politik – Public-Choice ... 12
3.2 Systemtheorie ... 14
3.3 Bürokratietheorie ... 15
3.4 Institutionenökonomische Ansätze ... 16
3.4.1 Transaktionskostentheorie ... 17
3.4.2 Property-Rights-Theorie ... 18
3.4.3 Principal-Agent-Theorie ... 18
3.5 Managerialismus ... 19
4. Kritische Bemerkungen zum NPM ... 20
5. Fazit ... 23
Literatur ... 24
1. Einleitung
Seit den frühen 80er Jahren wird der Begriff der Staatsmodernisierung immer wieder thematisiert und von unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen aufgenommen. Meine Arbeit wird sich mit dem Konzept des New Public Management (NPM) auseinandersetzen und der Frage nachgehen, ob dieses Konzept eine sinnvolle Modernisierung des Staates und vor allem eine Alternative zum Wohlfahrtsstaat darstellt. Kritiker des Wohlfahrtsstaates sehen nämlich in ihm den Grund für die finanzielle Misere des öffentlichen Sektors und führen immer wieder Konzepte des NPM auf, die ihrer Meinung nach in der Lage sind den öffentlichen Sektor einschlägig zu reformieren. Ich möchte mich mit dieser Arbeit den Konzepten des NPM von einer theoretischen Seite nähern, daher werde ich keine Abhandlung über Verwaltungsmodernisierung und Verwaltungsreformen verfassen. Vielmehr werde ich die theoretischen Grundlagen des NPM vorstellen und anhand dieser Grundlagen der Frage nachgehen, ob dieses Konzept letztendlich eine wirkliche Alternative zu wohlfahrtsstaatlicher Politik, wie wir sie kennen, darstellt.
Zuerst sei bemerkt, dass es sich bei NPM um keine kohärente Managementtheorie handelt, sondern um ein Modell, welches verschiedene Vorbilder und Wurzeln hat. Man kann NPM auch nicht von einer rein politikwissenschaftlichen Seite betrachten, da die Forschung zum NPM im Grunde ein interdisziplinäres Verfahren ist. So müssen neben politikwissenschaftlichen Betrachtungen vor allem auch betriebswirtsschaftliche-, rechtswissenschaftliche- und soziologische Gedanken aufgegriffen werden. Meine Arbeit wird sich in drei Abschnitte aufteilen. In einem ersten Abschnitt werde ich der Frage nachgehen, was man unter NPM überhaupt versteht. Welche Rahmenbedingungen waren gegeben und weshalb entwickelten sich Konzepte des NPM? Daran schließt sich eine Betrachtung des „Bürokratiemodells“ von Max Weber an, das in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung ist. Des weiteren werde ich auf die Ziele und die Strategien von NPM Konzepte eingehen. Welche Ziele werden verfolgt? Welche Vorstellungen und Annahmen über die Realität sind die Voraussetzungen für den logischen Aufbau dieser Theorie? Mit welchen Mitteln versucht NPM den Staat, bzw. den öffentlichen Sektor zu reformieren? Nach welchen Logiken folgt diese Umstrukturierung?
Der zweite Abschnitt meiner Arbeit wird sich dann den theoretischen Grundlagen des NPM widmen. NPM verfügt über theoretische Konzepte, welche ihrerseits aus mehreren theoretischen Quellen schöpfen. So werde ich in diesem Abschnitt einzelne Theorien aufzeigen und nachprüfen, inwieweit NPM Konzepte konform dazu sind, bzw. auf welche theoretische Grundlagen NPM aufbaut. Dabei werde ich die Theorie der Neuen Politischen Ökonomie / Public Choice betrachten. Des weiteren die Systemtheorie, eigenständig die Bürokratietheorie, auch wenn enge Bezüge zur Neuen Politischen Ökonomie bestehen, sowie Institutionenökonomische Ansätze, mit den wichtigen Teilgebieten der Transaktionskostentheorie, Theorie der Property Rights und Principal-Agent-Theorie. Und abschließend noch auf den Managerialismus blicken. Dieser Abschnitt soll eine ausreichende Theoriefundierung bieten.
Im dritten Abschnitt meiner Arbeit möchte ich dann auf Kritik und Vorbehalte gegenüber NPM eingehen und gezielt auf die Frage eingehen, ob dieses Konzept nun eine Modernisierungsalternative darstellt. Dabei wird zuerst zu fragen sein, durch welche Faktoren es überhaupt zu einer Finanzkrise kommen konnte und ob man mit Managementreformen, die ihren Ursprung in der Betriebswirtschaft haben, Probleme des öffentlichen Sektors und des politischen Systems im Allgemeinen lösen kann. Ich werde auf empirische Daten oder Beispiele aus der Praxis ganz bewusst verzichten, da es sich um eine Theorie-Arbeit handelt, bei der ich versuchen werde, die Problemstellungen von einer theoretischen Seite her zu beleuchten.
2. Was ist „New Public Management“?
2.1 Rahmenbedingungen und Entstehung des NPM
Gegen Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre kamen in fast allen westlichen Industrienationen Reformbestrebungen auf. Vor allem ging es um die Reform des öffentlichen Sektors, was gleichzeitig jedoch auch eine Reform des politischen Systems bedeutete. NPM galt lange Zeit und gilt teilweise heute immer noch als ideale Alternative für den Umbau des öffentlichen Sektors.
„New Public Management ist der Oberbegriff der weltweit relativ einheitlichen „Gesamt-Bewegung“ der Verwaltungsreformen. Charakteristisch für NPM – Reformen ist der Wechsel von Input- zur Outputorientierung.“1
[...]
1 Schedler, Kuno / Proeller, Isabella 2000: New Public Management. Bern; Stuttgart; Wien. S.5
Quote paper:
Masiar Sabok Sir, 2006, Das Konzept des "New Public Management" aus theoretischer Sicht, Munich, GRIN Publishing GmbH
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