1. Einleitung 3
2. Definition, Struktur und Entstehungsgründe von Garantieprodukten. 4
2.1 Die Definition und die Struktur. 4
2.2 Entstehungsgründe für strukturierte Garantieprodukte 8
3. Struktur und Funktionsweise der „10 Wiener Walzer Anleihe 2002/2008“(WKN 644369)
11
3.1 Ausstattungsmerkmale der Anleihe 11
3.2. Funktionsweise und Struktur. 12
3.3 Risiken und Chancen der Anleihe. 17
4. Rolling Lock-in-Zertifikat (WKN: GS973A) mit Kapitalgarantie von Goldman, Sachs 21
4.1. Ausstattungsmerkmale des Garantiezertifikates 21
4.2. Funktionsweise und Struktur des Rolling Lock-in-Zertifikates. 22
4.3 Auszahlungsprofile der Rolling-Lock-in-Strategie bei unterschiedlichen Investitionsstufen
25
4.4 Chancen und Risiken des Zertifikates. 31
5. Zusammenfassung. 33
Literaturverzeichnis. 34
2
1. Einleitung
Die dramatische Entwicklung an den Aktienbörsen kurz nach der Jahrtausendwende hat zahlreichen Anlegern gezeigt, wie risikoreich die Aktieninvestitionen sind. Es hat dazu geführt, dass nach der Baisse von 2000 bis 2002 für viele Privatinvestoren die Sicherheit des angelegten Kapitals zum wichtigsten Kriterium einer Investition geworden ist. Da die sichere Staatsanleihe und andere Rentenwertpapiere in den letzten Jahren historisch niedrige Renditen verzeichnet haben, haben sich viele, in Aktien enttäuschte Anleger, flexiblere Anlagemöglichkeiten gewünscht, die sowohl den Erhalt des eingezahlten Kapitals garantieren als auch überdurchschnittliche Renditen für bestimmte Marktentwicklung versprechen. Auf diese Wünsche haben zahlreiche Emittenten mit einer Vielzahl von neuen Finanzprodukten reagiert, die eine Kapitalerhaltung garantieren. Diese Eigenschaften haben nur eine Investmentproduktgruppe - die so genannte Garantieprodukte und die haben sich bei den Anlegern in der letzten Zeit mehr und mehr durchgesetzt. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Funktionsweise und der Struktur der Garantieprodukte.
Das Ziel der Arbeit besteht darin, die Funktionsweise und die Struktur von Garantieprodukten zu analysieren, deren Bestandteile zu untersuchen und zu zeigen, welche Vorteile und Nachteile dabei für Anleger entstehen. Die zwei strukturierten Garantieprodukte von zwei Emittenten werden ausgewählt, die die Garantieanleihen und die Garantiezertifikate repräsentieren. Da die strukturierten Garantieprodukte aus einer Garantiekomponente und einer Performance-Komponente bestehen, werden deren Funktionen gesondert untersucht. Dabei steht die Funktionsweise der Garantiekomponenten eines Garantieproduktes im Mittelpunkt der Arbeit. In der Hausarbeit werden spezielle Literatur, aktuelle Internetquellen und Emittentenprospekte verwendet.
Im Kapitel 2 werden die Definitionen und die Komponenten von Garantieprodukten behandelt. Dabei werden einige Entstehungsgründe für die Produkte genannt. Im 3. Kapitel wird die 10% Wiener Walzer Anleihe von der Deutsche Bank analysiert. Kapitel 4 beschäftigt sich mit dem Rolling Lock-in-Zertifikat von Goldman, Sachs.
3
2. Definition, Struktur und Entstehungsgründe von Garantieprodukten
2.1 Die Definition und die Struktur
Die ersten und ältesten Garantieprodukte sind die festverzinslichen Wertpapiere, die sowohl die angefallenen Zinszahlungen als auch den Rückzahlung des Nennbetrages am Ende der Laufzeit garantieren. In den Letzten Jahren sind neue Generationen von Garantieprodukten entstanden, die die Rückzahlung nur einer Investitionskomponente garantieren.
Der Begriff neue „Garantieprodukte“ umfasst eine sehr heterogene Produktgruppe, deren wichtigste Eigenschaften
1) die garantierte Auszahlung des investierten Kapitals am Rückzahlungstag und 2) eine begrenzte Partizipation an positiver Entwicklung eines oder mehrerer Basiswerte sind.
„Mit dem Kauf der Schuldverschreibungen erwirbt der Anleger einen Anspruch auf die Rückzahlung der Schuldverschreibungen am Rückzahlungstag, wobei die Höhe der Rückzahlung von der Entwicklung mehrerer Basiswerte abhängt. Die Rückzahlung erfolgt mindestens in Höhe des Nennbetrags“. 1
1 Bayerische Landesbank. Basisprospekt. Inhaber-Schuldverschreibungen, deren
Rückzahlungsbetrag von der Entwicklung mehrerer Basiswerte abhängt 5. Januar 2006, S.4, www.bayernlb.de
4
„Die Zinsleiter Schuldverschreibungen (die "Schuldverschreibungen") sind Schuldverschreibungen mit mittelfristiger Laufzeit, die zu pari, d.h. zum Nennbetrag, ausgegeben und vorbehaltlich einer vorzeitigen Rückzahlung am, in den Anleihebedingungen genannten, Fälligkeitstag zum Nennbetrag zurückgezahlt werden“. 2
In den Verkaufsprospekten wird ausdrücklich betont, dass die „Geld-zurück-Garantie“ sich nur auf den Nennbetrag bzw. den nominalen Emissionspreis bezieht. Alle in der Laufzeit der Investition entstandene Nebenkosten (Hausbankgebühren, Ausgabeaufschläge und Managergebühren der Emittenten) werden nicht erstatten.
Garantieprodukte sind die Anlagegruppe, die durch ihre Eigenschaften definiert wird.
Garantierte Auszahlungen des eingesetzten Kapitals nennt man Sicherheitskomponente. Performance-Komponente hängt von der Entwicklung des Basiswertes ab.
Diese Anlagegruppe umfasst viele Anlagearten, die unterschiedliche Strukturen haben.
2 Goldman, Sachs & Co. Wertpapier GmbH Verkaufsprospekt vom 17. Mai 2005 Nachtrag gemäß § 10
Verkaufsprospektgesetz zum unvollständigen Wertpapier-Verkaufsprospekt vom 11. August 2004, Verzinsliche
Inhaber-Schuldverschreibungen "Zinsleiter" ,www.goldman-sachs.de
5
Eine Gruppe der Garantieprodukte, die sich in den letzten Jahren stark entwickelt hat, sind strukturierte Garantieprodukte. Strukturiert bedeutet, dass das Produkt aus mehreren Elementen des Kassa- und Terminmarktes besteht. Bei den Garantieprodukten mit der garantierten nominalen Rückzahlung des Nennbetrages steht in der Regel als Sicherheitskomponente ein Zinstitel des Kassamarktes. Bei der Performance-Komponente spielt sehr oft eine Kombination von mehreren Basiselementen eine Hauptrolle.
Es könnte auch sein, dass die Garantiefonds eine Strategie haben, die die Garantieprodukte nur aus mehreren Elementen des Kassageschäftes zusammensetzen lässt. Das heißt, dass die Garantieprodukte dann aus unterschiedlichen Rentenpapieren (90-95%) und Aktientitel (10-5%) bestehen. In dem Fall spielen dann die entsprechenden Aktientitel die Rolle der Performance-Komponente. Das Organigramm zeigt die Basiselemente und die Komponenten von Garantieprodukten.
3 Das Organigramm wurde vom Autor erstellt.
Klassifikation nach Anlagearten vgl.: Schlotthauer, K.-H., Arbeitsunterlagen Kapitalanlagen I WS 2005/06,
Frankfurt 2005, S. 5.
6
Abb. 2.2: Klassifikation von strukturierten Garantieprodukten nach Basiselementen und
4 Das Organigramm wurde vom Autor erstellt.
Klassifikation von strukturierten Produkte vgl.: M. Wilkens, H. Scholz u. J. Völker: Duplikation und Bewertung
strukturierter Finanzprodukte - Callable Stepup Bonds, Die Bank, 39. Jg. (1999), Heft 4, S. 263; M. Wilkens:
Individualisierte Bankprodukte - ein Ansatzpunkt zur Stärkung der Marktstellung von Filialbanken gegenüber Direktbanken,
in: Finanzielle Märkte und Banken - Innovative Entwicklungen am Beginn des 21. Jahrhunderts, Hrsg. J. Holst u. M. Wilken
7
Arbeit zitieren:
Yury Evteev, 2006, Struktur und Funktionsweise von Garantieprodukten, dargestellt an ausgewählten Beispielen, München, GRIN Verlag GmbH
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