Gliederung
1 Einleitung Seite 1
2 Begriffliche Grundlagen
2.1 Logistik und Supply Chain Management Seite 2 - 4
2.2 Logistikerfolg und Unternehmenserfolg Seite 4 - 5
3 Die Erfolgswirkung der Logistik
3.1 Studien zum Einfluss der Logistik bzw. des Logistikerfolgs
auf den Unternehmenserfolg Seite 6 - 13
3.1.1 Studien der Michigan State University Seite 7 - 10
3.1.2 Studien der Wissenschaftlichen Hochschule
f ür Unternehmensführung Seite 10 - 13
3.2 Auswertung und Vergleich der Studien Seite 13 -14
3.3 Umsetzungsprobleme in Unternehmen Seite 14 -15
4 Zusammenfassung und Fazit Seite 15
II
Tabelle 1: Studien der MSU …………………………………………………. Seite 7 Tabelle 2: World Class Logistics Model Definitions …………....................... Seite 8 Tabelle 3: Effekte der Faktoren der Flussorientierung auf die Logistikleistung und -Kosten …………………………… ……… Seite 11 Tabelle 4: Faktoren mit nachgewiesener Erfolgswirkung ………………….... Seite 14
Abkürzungsverzeichnis
Council of Logistics Management Michigan State University Supply Chain Management
Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung
III
- 1 - 1.Einleitung
Die Bedeutung des Wortes Logistik in der Betriebswirtschaftslehre und die Bedeutung der Logistik im Unternehmen hat sich in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten erheblich verändert. So entwickelte sie sich von einer ausführungsorientierten Dienstleistungsfunktion zu einem Führungskonzept, dessen Denk- und Gestaltungsmuster in allen Unternehmensbereichen Anwendung finden können, und sie erreichte somit zentrale Bedeutung für das Unternehmen bzw. den Unternehmenserfolg. Die Tatsache, dass vor allem amerikanischen Studien zu Folge der Anteil der Logistikkosten am Brutto-inlandsprodukt fällt, ist mit dem in den USA verbreitetem Fokus der Logistik auf
klassische operative Funktionen wie Transport zu erklären 1 , in denen Effizienzsteigerungen z.B. durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikations-
systeme die Logistikkosten gemindert haben. 2 Allerdings stellt generell die Logistik durch die stetige Ausweitung ihrer Aufgaben im Sinne des oben erwähnten Bedeutungs-wandel und durch die Globalisierung der Beschaffungs-, Produktions- und Absatzmärkte einen immer wichtiger werdenden Teil im Unternehmen dar. So beträgt der Logistik-Kosten-Anteil durchschnittlich 16 % der Gesamtkosten bei deutschen
Unternehmen. 3 Wie man ihre Bedeutung genauer messen kann und wie groß der Beitrag der Logistik zum Unternehmenserfolg wirklich ist, soll die vorliegende Arbeit anhand bereits vorhandener Überlegungen und empirischer Studien aufzeigen. Zum besseren Verständnis werden in dieser Arbeit zunächst die unterschiedlichen Logistiksichtweisen bzw. der Bedeutungswandel des Logistikbegriffs erläutert und die Aufgaben der Logistik bzw. des Supply Chain Managements im Unternehmen näher beschrieben. Dieses ist unter Anderem in sofern wichtig, als dass unterschiedliche Definitionen der Logistik z.B. einen Einfluss auf die in den Logistikkosten erfassten Kosten haben können. Des Weiteren sind die für diese Arbeit wichtigen Begriffe Logistikerfolg und Unternehmenserfolg zu definieren. Im Folgenden wird dann näher auf die Erfolgswirkung der Logistik eingegangen, wovon sie abhängt und wie man sie messen kann. Dieses geschieht mit Hilfe verschiedener Studien, die verglichen, zusammengefasst und ausgewertet werden.
1 Vgl. Walter (2003), S.27-29.
2 Vgl. Rodrigues, Bowersox, Calantone (2002), nach denen vor allem in den Industrieländern im Gegensatz zu den Entwicklungsländern der Anteil der Logistikkosten am Bruttoinlandsprodukt gesunken ist;
Jahns, Langenhahn, Walter (2005), S.18-20.
3 Jahns, Langenhahn, Walter (2005), S.34 f.
- 2 - 2.Begriffliche Grundlagen
2.1 Logistik und Supply Chain Management
Der Begriff Logistik stammt ursprünglich aus den Bereichen der Mathematik (im Sinne des griechischen Wortes „logos“ gleichbedeutend mit Wort, Verstand, Rechnung) und dem militärischen Bereich (im Sinne der Aufgaben zur Unterstützung der Streitkräfte). Heute wird der Begriff der Logistik eher auf den Transport von Gütern im wirtschaftlichen Bereich bezogen. Allerdings ist der konkrete Inhalt des Begriffes Logistik und der Umfang des Aufgabenbereichs der Logistik in der Wissenschaft umstritten. Nichtsdestotrotz lassen sich bestimmte Phasen in der Entwicklung der Logistik bzw. des Begriffs der Logistik erkennen. Beispielhaft werden hier die von
Weber und Dehler 4 beschriebenen Entwicklungsphasen herangezogen, um gleichzeitig die Aufgaben der Logistik im Unternehmen zu beschreiben. Der Beginn der Wahrnehmung der Logistik als eigenständige Grundfunktion im Unternehmen wird in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts gesehen, als der Wandel vom Verkäufer- zum Käufermarkt Lager-, Transport- und Umschlagsaktivitäten wichtiger werden lässt. In dieser ersten Phase liegt ihr Fokus auf der funktionalen Spezialisierung, d.h. es wurde versucht in den einzelnen Bereichen der Unternehmenslogistik Spezialisierungsvorteile zu erlangen. Zu den einzelnen Bereichen zählt man die Beschaffungslogistik (also der Transport vom Beschaffungsmarkt zum Eingangslager des Unternehmens), die Produktionslogistik (der Transport vom Eingangslager zur Produktion bzw. von der Produktion zum Absatzlager), die Distributionslogistik (der Transport zum Kunden) und die Logistik in der Nachkaufphase (Ersatzteil- und
Entsorgungslogistik) 5 . Spezialisierungsvorteile entstanden u.a. durch Erfahrungskurveneffekte, d.h. z.B. Vorteile durch die Einrichtung eines Zentrallagers, aber auch beispielsweise durch die Anwendung des Gesamtkostendenkens (d.h. Berücksichtigung aller durch eine Entscheidung entstehender logistischer Kostenarten im
Entscheidungsprozess) 6 .
In der zweiten Phase wird dann durch die Verbesserung der Informations- und Kommunikationstechnik eine intensivere Vernetzung der Funktionsbereiche Beschaffung, Produktion und Absatz im Unternehmen möglich. Die Logistik
4 Vgl. für die folgenden Ausführungen zu den Entwicklungsphasen Dehler (2001), S.12 - 18 und Weber (2002), S.4-23.
5 Vgl. die phasenspezifischen Subsysteme der Logistik bei Pfohl (2004), S. 17-19.
6 zum Gesamtkostenansatz der Logistik vgl. Pfohl (2004), S.30f.
- 3 -übernimmt von da an auch eine Koordinationsfunktion der betroffenen Funktions-bereiche, indem sie die Material- und Warenflüsse zwischen ihnen steuert und plant. Teilweise geschieht dieses auch über Unternehmensgrenzen hinaus z.B. bei Just-in-time-Kooperationen in der Industrie, bei denen der Zulieferer genau dann liefert, wenn die Waren in der Produktion des Unternehmens benötigt werden. Eine weitere Steigerung der Wettbewerbsintensität läutet dann in den 90er Jahren die dritte Entwicklungsphase der Logistik ein. Das bloße Minimieren von Kosten - das strategische Ziel einer Kostenführerschaft also - reicht alleine nicht mehr aus. Eine gleichzeitige Differenzierung (durch Leistung) und Kostensenkung ist notwendig. Zudem erfordern Marktveränderungen im Rahmen der Globalisierung, wie z.B. die weltweite Ausweitung der Unternehmensaktivitäten inklusive der Notwendigkeit auf dem internationalen Beschaffungsmarkt tätig zu werden, eine leistungsfähige Logistik. Eine funktional orientierte Unternehmensstruktur ist dafür allerdings nicht mehr ausreichend. Es entstehen fluss- und prozessorientierte Systeme, die das komplette Unternehmen unter Berücksichtigung der Wertschöpfungskette (supply chain) betrachten bzw. ausgestalten. Die einzelnen Wertschöpfungsprozesse in der supply chain werden sowohl innerhalb als auch außerhalb eines Unternehmens untereinander als Kunden-Lieferantenbeziehungen betrachtet, um den Nutzen für den Endkunden zu maximieren. Somit wird die Logistik zum Unternehmensprinzip, indem ihr logistisches Denken in allen Einheiten und Hierarchiestufen des Unternehmens verankert wird. Weber unterscheidet zudem zwischen der flussorientierten internen Gestaltung der Unternehmensstruktur in der dritten Phase und der flussorientierten unternehmens-
übergreifenden Gestaltung von Strukturen in einer vierten Phase 7 . Diese auf unternehmensübergreifende Prozesse fokussierte Betrachtung wird auch oft unter dem Begriff Supply Chain Management (SCM) behandelt. Allerdings ist sowohl die
Einteilung der Entwicklungsphasen 8 als auch die Abgrenzung Logistik / Supply Chain Management in der Wissenschaft umstritten. Baumgarten orientiert sich zum Beispiel bei der Phaseneinteilung an dem Aufgabenumfang der Logistik in der Unternehmens-praxis und kommt so zu fünf verschiedenen Entwicklungsphasen 9 . Generell zeichnen die verschiedenen Sichtweisen bzgl. der Entwicklung der Logistik aber einen zunehmenden Integrationsgrad in der Wertschöpfungskette und eine zunehmende inter-
7 Vgl.Weber (2002), S.19-23.
8 eine kurze Übersicht zu den verschiedenen Sichtweisen bietet Walter (2003), S.53f.
9 Vgl. Walter (2003), S.54.
Arbeit zitieren:
Henning Tielker, 2006, What you can't measure - you can't manage - Beitrag der Logistik zum Unternehmenserfolg, München, GRIN Verlag GmbH
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