Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
2 ALLGEMEINE DEFINITION VON SOZIALEM LERNEN 4
3 SOZIALES LERNEN IM SPORT(SPIEL)UNTERRICHT 6
3.1 PROBLEMEMATIK DES SOZIALEN LERNENS 9
3.1.1 Konkurrenz vs Kooperation 9
3.1.2 Unbewusster Umgang mit sozialem Lernen 11
3.2 EXKURS RAHMENPLAN REALITÄT 11
4 LÖSUNGSANSÄTZE 14
5 FAZIT UND AUSBLICK 16
6 LITERATUR 18
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1 Einleitung
In der heutigen Ellenbogengesellschaft treten Dispositionen wie Konkurrenzkampf, Individualität und Eigenverantwortung verstärkt in den Mittelpunkt. Aufgrund des Modelllernens nehmen auch Kinder diese typisch erwachsenen Eigenschaften an.
Der Lehrer in der modernen Schule übernimmt heutzutage neben der Vermittlung der fachlichen Kompetenz immer mehr eine erzieherische Rolle ein. Gerade aus dieser Rolle heraus entspringen zunehmend Schwierigkeiten, die es zu bewältigen gilt. Selbstverantwortung und Eigeninitiative sind im Grunde positive Eigenschaften, trotzdem kommt die derzeitige Gesellschaft nicht ohne „Teamwork“ und Kooperation aus. Eine Heranführung der Kinder in diesen Bereichen ist ein wichtiges Lernziel in der gegenwärtigen Schule. Insbesondere in der Grundschule steht das soziale Lernen sehr stark im Mittelpunkt. Neben dem allgemeinen Fachunterricht oder vorfachlichen Unterricht nehmen Schulfächer wie Musik, Kunst und Sport eine Sonderstellung ein.
Diese Betrachtung bezieht sich im Wesentlichen auf den Sport. Die allgemeine Diskussion um die Fragestellung, wie man Kinder zu sozial kompetenten, d.h. beziehungsstarken, kritischen, emphatischen und toleranten Menschen, im Rahmen der Sportspielerziehung erzieht, ist Thema dieser Hausarbeit. Warum gerade dieses Thema in der heutigen Gesellschaft so wichtig ist versuchen wir hier zu erläutern.
Die Arbeit ist in 5 Teile gegliedert. Als erstes soll eine allgemeine Definition des Begriffes ’soziales Lernen’ erfolgen. Auf der Basis dieser Definition wird die Frage, wie und warum gerade der Sportunterricht im Besonderen die Sportspiele einen immanenten Anteil übernehmen kann, behandelt. Probleme, die das soziale Lernen in den Sportspielen mit sich bringt, werden diskutiert und es wird mittels einer Durchleuchtung des Rahmenlehrplanes auf soziale Lernziele, ein Einblick in den Realitätsbezug dieses Themas gegeben. Im letzten Teil der Arbeit werden praxisnahe kooperative Spiele vorgestellt, da wir darin die Chance sehen, pro-soziale Aspekte neben dem Konkurrenzdenken zu vermitteln.
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2 Allgemeine Definition von sozialem Lernen
Der Begriff ’soziales Lernen’ ist in der von uns verwendeten Literatur aufgrund seiner "ausufernden Begriffsverwirrung" sowie seiner "modischen Definitionsvielfalt" nicht eindeutig bestimmbar und aus diesem Grund häufig kritisiert worden (vgl. u. a. Petillon, 1993, 16). Das Spektrum der Begriffsverwendung resultiert allein schon daraus, dass soziales Lernen einmal die Zielebene erzieherischen Handelns umfasst, zum anderen Aussagen über den Erziehungsprozess macht und dabei besonders die Sozialformen des Unterrichts anspricht“ (Pühse 1990, 20). Der unterschiedliche Gebrauch des Begriffes sorgt für Verwirrung: In der Psychologie wird ’soziales Lernen’ als wertfrei verstanden, es werden nicht nur positive, sondern auch negative Eigenschaften weitergegeben. Im pädagogischen Gebrauch gilt ’soziales Lernen’ stets als etwas Positives, dem Gemeinschaftsleben Förderliches.
So vielfältig wie das zwischenmenschliche Miteinander sind auch die Ansatzpunkte des sozialen Lernens. Basis für die verschiedenen Sichtweisen sind die unterschiedlichen Grundvorstellungen vom Menschen, seiner Erziehung und der Gesellschaft, durch die er sozialisiert wird. Das soziale Lernen ist in den meisten Fällen die Folge einer Interaktion zwischen Menschen, bei der "wegen anderer, von anderen und mit anderen" gelernt wird. (vgl. Petillon, 1993,15).
Nach Elias beispielsweise handelt es sich um ein sog. "Interdependenzgeflecht" der Individuen, d.h. die Individuen in einer Gesellschaft befinden sich in einer gegenseitigen Abhängigkeit. Sie entwickeln sich und lernen mit- bzw. durcheinander. Dabei betont Elias, "...daß sich Begriffe, wie ’Individuum’ und ’Gesellschaft’ nicht auf zwei getrennt voneinander existierende Objekte, sondern auf verschiedene, aber untrennbare Aspekte der gleichen Menschen beziehen, und daß beide Aspekte, daß Menschen überhaupt normalerweise in einem strukturierten Wandel begriffen sind" (Elias, 1980, 18).
Ausgehend davon handelt es sich beim sozialen Lernen nicht ausschließlich um einen Erziehungsprozess, bei dem soziales Lernen anerzogen wird, sondern vielmehr um einen autonomen, von sich selbst ausgehenden Prozess durch das gesellschaftliche Miteinander. Nach Pühse ist dieser soziale Aspekt nicht als
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selbstverständlich anzusehen, sondern als eine Fähigkeit, die immer wieder intentional anerzogen werden muss.
Nur selten, allenfalls in autodidaktischen Phasen, gibt es ein nicht-soziales Lernen. Rauschenberger bemerkt, dass „alles Lernen aus dem Sozialen kommt und ins Soziale geht; das Miteinandersein ist nicht nur Antriebsquelle, sondern zugleich auch Sicherungsmöglichkeit des Lernens“ (Rauschenberger, 1985, 315).
Innerhalb der Vielzahl von Definitionen lassen sich einige Gemeinsamkeiten bzw. Grundsätze sozialen Handelns erkennen. Zum einen wird das soziale Lernen als ein Teil der Sozialisation von ihr abgegrenzt, indem es als gewollt und absichtsvoll angesehen wird. Es beleuchtet „weniger den gesamten Prozess der Integration des einzelnen in die Gesellschaft, sondern konzentriert sich auf spezielle Möglichkeiten und Aufgaben intentional verfolgter sozialer Lernprozesse im Erfahrungsraum der Schule. Soziales Lernen ist so gesehen der unter pädagogischer Perspektive verdichtete Teil von Sozialisation, der auf den Erziehungsbereich Schule zugeschnitten ist“ (Pühse, 1990, 29).
Der Bereich ’soziales Lernen’ findet daher auch Eingang in den Unterricht. Dies wird besonders in den neuen Rahmenplänen für das Fach Sport deutlich, worauf wir an späterer Stelle eingehen werden. Die verschiedenen Ansatzpunkte für soziales Lernen in der Schule zielen darauf ab, die Schüler im funktionalen Sinne auf die soziale Einordnung (auch Unterordnung) aufmerksam zu machen, ihre Sichtweisen und Handlungen sozialkritisch oder emanzipatorisch zu hinterfragen. Die soziale Sensibilität des Schülers soll angeregt und erweitert werden. Der Prozess des sozialen Lernens stellt eine individuelle Aufgabe dar, die jeder Schüler für sich und seine Umwelt weitgehend selbständig, aber nicht ohne jegliche Hilfestellung, lösen muss.
Des Weiteren sind die Regeln und Normen der Gesellschaft sowie deren Einhaltung wichtige Inhalte des sozialen Lernens. Die Regeln und Normen werden benannt und einsichtig gemacht, so dass die Schüler eine rationale und begründete Grundlage für ein bestimmtes Sozialverhalten erhalten. Durch eine kritische Reflexion wird der
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Arbeit zitieren:
Katja Löscher, 2003, Soziales Lernen im Sport, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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