Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Kunst - Malerei

Clyfford Still und der Amerikanische Abstrakte Expressionismus

Titel: Clyfford Still und der Amerikanische Abstrakte Expressionismus

Hausarbeit , 2002 , 16 Seiten , Note: 2.5

Autor:in: Jörg Wunderlich (Autor:in)

Kunst - Malerei
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details


1.1. Die Künstlergeneration im New York der 40er Jahre

Die amerikanische Kunstwelt hatte bis zum Ende der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts ganz im Schatten der großen europäischen Avantgarde-Strömungen gestanden. Die führenden Vertreter ihrer unzähligen programmatischen Stilrichtungen wurden regelmäßig ausgestellt und in die Sammlungen der neu gegründeten Museen für moderne bzw. nichtgegenständliche Kunst aufgenommen.
Das Gedankengut der Moderne, allem voran der psychoanalytische Mainstream des Surrealismus, hatte über die Massenmedien "Einzug in die amerikanische Kultur" 1 gehalten.
Das nichtgegenständlich-geometrische Bildrepertoire wurde von den Bauhäuslern Josef Albers bzw. Lazlo Moholy-Nagy oder anderen bedeutenden europäischen Lehrern wie Hans Hofmann gelehrt.Picasso war der mit Abstand am meisten bewundertste und ausgestellte Künstler.
Amerikanische Maler spielten zu dieser Zeit in der öffentlichen Rezeption moderner Kunst keine Rolle; sie waren mit Motherwells Worten " für Galeristen, Sammler oder Kuratoren völlig uninteressant.." , solange sie "modern und Amerikaner" waren. Diese Entwicklung verstärkte sich noch, als zu Kriegsbeginn mit der zweiten großen Einrei-sewelle nahezu die gesamte europäische Geisteselite immigrierte und New York damit Paris als international führende Kunstmetropole ablöste. Die moderne europäische Kunst erfuhr im Zuge der Verfolgung durch die Nazis eine gesellschaftliche Aufwertung und geriet zum "Sinnbild des geistigen Widerstandes, der Integrität und der Kontinuität eines liberalen europäischen Bewußtseins" . Die Pioniere und "Revolutionäre der Vorkriegszeit" wurden "zu etablierten Größen" .
Schon Jahre vor dem zweiten Weltkrieg geriet New York zum Nährboden für eine
eigene amerikanische Avantgarde.Im Jazz- und Existenzialismus-geschwängerten Greenwich Village lebte und arbeitete eine Boheme aus Künstlern und Literaten, tummelten sich die noch unbekannten Vertreter der `Beat Generation′ , trafen Musiker wie John Cage oder Miles Davis auf Dichter wie Dylan Thomas und Tennessee Williams. Ein von Präsident Roosevelt ins Leben gerufenes staatliches Programm der Arbeitsbeschaffung für Künstler (FAP) sicherte vielen von ihnen die Existenz und trug ebenfalls zu einer gegenseitigen Befruchtung bei.
[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Abstrakter Expressionismus

1.1. Die Künstlergeneration im New York der 40er Jahre

1.2. Stilmerkmale und Wesenszüge

2. Clyfford Still

2.1. Clyfford Still

2.2. Wichtige Entwicklungen in seiner Malerei anhand einiger beispielgebender Werke

2.2.1. 1938-N-No.1

2.2.2. 1946-N

2.2.3. 1949-M

2.2.4. 1952-A

2.2.5. Bildteil

3. Zusammenfassende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Clyfford Still innerhalb des Abstrakten Expressionismus in den USA. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Still seine künstlerische Identität als heroischer Einzelgänger entwickelte und welche formalen sowie ideellen Besonderheiten seine Malerei im Vergleich zu seinen Zeitgenossen auszeichneten.

  • Entstehung und Kontext der New Yorker Avantgarde in den 1940er Jahren.
  • Die Suche nach einer spirituellen und existenzialistischen Ausdrucksform.
  • Analyse ausgewählter Schlüsselwerke von Clyfford Still.
  • Die künstlerische Werkpolitik und die radikale Unabhängigkeit Stills.
  • Einflüsse und Abgrenzungen zu europäischen Traditionen sowie zum Zeitgeist.

Auszug aus dem Buch

2.1. Clyfford Still

Über Clyfford Stills Kunst zu schreiben, stellt nach seinen Überzeugungen schon ein Fanal dar, denn er beklagte zeitlebens die Übermacht des Wortes und mied Journalisten und Kritiker. So findet sich in einem Brief an seine Galeristin Betty Parsons der Satz: “Gestatten Sie Keinem, über meine Bilder zu schreiben.Keinem.”

An dieser extremen Haltung läßt sich sein Hauptwesenszug, das Streben nach der absoluten, uneingeschränkten Souverenität des künstlerischen Selbst, erkennen. Robert Motherwell hatte den Geist seiner Künstlergeneration als “rebellisch, individualistisch, unkonventionell, sensibel, reizbar...” beschrieben.

Clyfford Still steht in höchstem Maße für diese Attribute, er verkörperte als “artist of old testament passions” wie kein zweiter moderner Amerikaner das romantische Konzept des heroischen Einzelgängers.

Aufgewachsen im Nordwesten der USA bzw. Südkanada, gehörten weite, einsame Prärielandschaften und die Beschwernisse des Farmerlebens seiner Eltern zu den Grundeindrücken seiner Kindheit und Jugend. Ein ungewöhnlich tiefes Interesse galt schon früh der Kunst, Literatur und Musik. Eine akademische Kunstausbildung schloß er 1933 an der Spokane University (Wash. state) ab. Während anschließendender Lehrtätigkeiten am Washington State College und anderen Hochschulen setzte er parallel seine Studien in Kunst, Philosophie und Literaturkritik fort.

In seinem umfangreichen bildnerischen Frühwerk beschäftigte er sich mit realistischen Darstellungen von ländlichen Themen im Stile des amerikanischen Regionalismus. Bereits Mitte der 30er Jahre hatte er sich in seinem Kunstschaffen für einen “Weg abseits des klassischen europäischen Erbes” und für die “Befreiung” seiner “Malerei aus der Bindung mechanisch konstruierter Bildstrukturen” entschieden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Abstrakter Expressionismus: Dieses Kapitel beleuchtet den soziokulturellen Nährboden der New Yorker Avantgarde nach dem Zweiten Weltkrieg sowie die grundlegenden Stilmerkmale wie den "Big Canvas".

2. Clyfford Still: Hier steht die Person und künstlerische Entwicklung von Clyfford Still im Fokus, ergänzt durch eine detaillierte Analyse seiner zentralen Werke von 1938 bis 1952.

3. Zusammenfassende Betrachtung: Abschließend wird Stills Position als radikaler Außenseiter innerhalb der New Yorker Kunstszene bewertet und sein Einfluss auf die Kunstgeschichte gewürdigt.

Schlüsselwörter

Clyfford Still, Abstrakter Expressionismus, New York School, Malerei, Amerikanische Avantgarde, Existenzialismus, Colorfield-Painting, Bildsprache, Moderne Kunst, Werkpolitik, Kunstgeschichte, Sublimierung, Symbolismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Leben und Werk von Clyfford Still und seiner spezifischen Rolle innerhalb der US-amerikanischen Bewegung des Abstrakten Expressionismus.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Neben der kunsthistorischen Einordnung werden Themen wie die Isolation des Künstlers, die Ablehnung des kommerziellen Kunstbetriebs und die spirituelle Suche durch das Medium Malerei behandelt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die künstlerische Souveränität Stills und sein radikales Verständnis von Malerei als "visuelle Biographie" zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine kunstwissenschaftliche Analyse, die historische Kontexte mit einer stilkritischen Betrachtung ausgewählter Gemälde kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert dargelegt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Künstlergeneration und eine tiefgehende Werkanalyse, wobei der Fokus auf Still als eigenständigem Akteur liegt.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Analyse?

Begriffe wie "Big Canvas", "All-Over", "heroischer Einzelgänger" und "künstlerische Autonomie" sind für das Verständnis der Arbeit essenziell.

Wie begründete Clyfford Still seine Verweigerungshaltung gegenüber großen Museen?

Er sah seine Werke als Teil einer fortlaufenden, zusammenhängenden visuellen Biographie und wollte durch die Kontrolle über Auswahl und Hängung sicherstellen, dass die zugrunde liegenden Ideen seiner Arbeit intakt bleiben.

Welche Rolle spielten regionale Einflüsse in Stills künstlerischer Entwicklung?

Seine Kindheit in der rauen Prärielandschaft des amerikanischen Nordwestens prägte sein tieferes Verständnis von Natur und Dasein, das sich in seinem bewussten Abwenden von städtischen, intellektuellen Zirkeln widerspiegelte.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Clyfford Still und der Amerikanische Abstrakte Expressionismus
Hochschule
Burg Giebichenstein - Hochschule für Kunst und Design Halle  (Fakultät Kunst)
Veranstaltung
Vorlesung Kunstgeschichte
Note
2.5
Autor
Jörg Wunderlich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
16
Katalognummer
V6599
ISBN (eBook)
9783638141352
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Abstrakter Expressionismus Pollock Rothko Newman Guggenheim New York School
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jörg Wunderlich (Autor:in), 2002, Clyfford Still und der Amerikanische Abstrakte Expressionismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6599
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  16  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum