Eheschließung lässt sich nicht genau bestimmen. Im Jahr 1088 hat die Ehe gewiß bestanden, da ihr ältester Sohn Dedo im Jahr 1100 schon großjährig war.“ (Lange, Karl-Heinz) Lange geht also nicht von der Existenz eines Thimo II. als dem Vater Markgraf Konrads aus, allerdings sind ihm einige andere Historiker darin nicht gefolgt, sondern setzen nach wie vor einen Thimo II. von Wettin an, der auch der Ehegatte Idas von Northeim gewesen ist. Trifft das zu, dann wäre die Ehegattin Thimos I. von Wettin nicht bekannt.
Verheiratet war Markgraf Konrad, der nun auch Graf von Brehna war, mit Luitgard von Ravenstein (auch die Schreibungen Liutgart und Lucardis finden sich für sie), die Eheschließung war 1119, sie hatten sechs Söhne und sechs Töchter. Liutgart starb 1145 oder 1146, etwa zwölf Jahre vor ihrem Ehegemahl.
Konrads Anwesenheit in Brehna ist durch eine Urkunde von 1142 Febr. 27 belegt, mit der er die in der Augsburger Diözese gelegene Abtei Elchingen dem Schutz des Römischen Stuhles, also des Papstes, übergab. In der Urkunde ist vermerkt, dass sie „in loco, qui dicitur Brenn“ [in dem Ort, der Brehna heißt], ausgestellt wurde. Neben den Söhnen Otto, Dietrich, Heinrich und Dedo fehlt der Name des Sohnes Friedrich, des späteren Grafen Friedrich I. von Brehna, was der Urkunde ihre Bedeutung für den Zeitpunkt der Geburt dieses Friedrich gibt: Es wird angenommen, dass er noch nicht geboren war. In einer weiteren Urkunde, ausgestellt 1145 Mai 19, erscheint dann auch der Name Friedrichs neben dem der Mutter und der bereits hier zuvor genannten vier Brüder, er muss also in der Zwischenzeit zur Welt gekommen sein. In dieser Urkunde, deren Ausstellungsort nicht mitgeteilt wird, erscheint unter den Zeugen ein „Guernarius de Brena“, ein „Werner von Brehna“, von dem allerdings niemand weiß, wer oder was er gewesen ist, doch hier erscheint erstmals der Name des Ortes mit der heute üblichen a-Schreibung: Brena. Erst 1156 tritt Friedrich wieder in einer Urkunde auf, seine Brüder wurden dagegen bereits in weiteren Urkunden ihres Vaters genannt. Wenn die Altzeller Annalen (Annales Veterocellenses) zu 1124 angeben, Friedrich habe die Kirche in Brehna gegründet, ist das eine für dieses Jahr nicht zutreffende Angabe, denn er war zu diesem Zeitpunkt, wie eben dargestellt, noch nicht geboren. Da es sich in den Altzeller Annalen bei dieser Angabe um eine Randbemerkung neben den Eintragungen zum Jahr 1124 handelt (Chronicon Vetero-Cellense Minus. In: Johann Burckhard Mencke, Scriptores rerum Germanicarum {Sammlung deutscher Geschichtsschreiber}, II. T, Spalte 437), ist es möglich, dass sie sich nicht auf das genannte Jahr beziehen soll. Wird doch darin mitgeteilt, dass Friedrich und drei seiner vier Brüder, die Markgrafen oder Grafen waren, „ihre“ Kirche gegründet haben, und zwar in Altzelle, Dobrilug, Zschillen und eben in Brehna. Es ist unwahrscheinlich, dass dies im gleichen Jahr geschehen sein soll, und der Einwand gegen eine Kirchengründung in Brehna 1124 durch den noch nicht geborenen Grafen Friedrich war bereits gemacht worden. Wenn Adelung (S. 23) schreibt, dass er bereits „in den väterlichen Urkunden schon von 1130 an als Zeuge vorkommt, so muß er damals schon einiger Maßen erwachsen gewesen sein.“ Dafür allerdings führt er keinen Beleg an, hier hat er sich geirrt.
2
Da Markgraf Konrads Geburt 1098 erfolgt ist, war dieser 1156 knapp 60 Jahre alt. Er wollte den Rest seines Lebens in der Stille verbringen. Daher trat er im November 1156 in das von ihm gegründete Kloster auf dem Mons serenis ein (dem Lauterberg, auf dem die Menschen „geläutert“, lauter, lebten), dem heutigen Petersberg wenige Kilometer nördlich von Halle (Saale). Bei dieser Gelegenheit hatte er zahlreiche Personen auf den Petersberg beordert, unter ihnen den Sohn seiner Schwester Mathilde und damit seinen Neffen Erzbischof Wichmann zu Magdeburg, den Schwiegervater seiner Tochter Adelheid (bzw. Adela) Markgraf Albrecht zu Brandenburg, seine fünf Söhne (ein sechster Sohn Heinrich war bereits im Kindesalter verstorben), viele weitere geistliche und weltliche Würdenträger und seine Hofbediensteten. Vor und mit ihnen wollte er alle Angelegenheiten der Nachfolge regeln. Er, der der eigentliche Begründer des wettinischen Territorialstaates war, bestätigte alle Schenkungen, die das Kloster bisher erhalten hatte. Gleichzeitig verpflichtete er seine Familienangehörigen, das Petersberger Kloster als ihre gemeinsame Grablege zu betrachten. Dann teilte er seine Besitzungen unter seinen fünf Söhnen auf: Otto wurde Markgraf von Meißen, Dietrich Markgraf der Ostmark, Heinrich Graf von Wettin (er trug den Namen wie der bereits verstorbene Bruder), Dedo Graf von Rochlitz/Groitzsch, Friedrich - er war der jüngste Sohn Markgraf Konrads des Großen - erhielt die Grafschaft Brehna, zu der Zörbig gehörte (Schlenker 221). Dieser besaß die Grafschaft Brehna als Friedrich I. von Ende 1156, dem Klostereintritt seines Vaters und dessen dabei erfolgter Besitzaufteilung, bis Anfang 1182. „Da es sich bei diesem Vorgang um eine Übertragung von Reichslehen handelte, muß der Wettiner [damit ist Markgraf Konrad gemeint - A.F.] vorher die Zustimmung des Kaisers eingeholt haben“ (Pätzold 41, Anm. 260). Das allerdings ist wiederum nicht sicher, denn der wettinische Besitz war zunächst ein Allod, ein lehnsfreier Eigenbesitz und damit kein Lehen des Reiches. Ob dieses Allod bereits zu diesem Augenblick - Mitte des 12. Jahrhunderts - zu einem Reichslehen geworden war, wie das in der Regel mit den Alloden im Laufe der Zeit geschah, ist nicht belegt.
Von den Aktivitäten Graf Friedrichs erfahren wir, wenn er in zahlreichen Urkunden als Zeuge in Erscheinung tritt. Auch wird er in Diplomen Kaiser Friedrichs I. Barbarossa als anwesend auf Reichs- oder Hoftagen genannt. In der Verwendung der beiden zuletzt erwähnten Termine ist sich die Geschichtswissenschaft nicht einig, was allerdings für uns hier unwesentlich ist. Es handelt sich jedenfalls um Zusammenkünfte geistlicher und weltlicher Großer mit dem jeweiligen König oder Kaiser. Frühe Formen davon sind bereits im fränkischen Reich der Merowinger (5. bis 7. Jahrhundert) bezeugt. Diese Zusammenkünfte blieben bis ins 14. Jahrhundert ein wesentliches Herrschaftsinstrument des Königs. Es gab bestimmte Hoftagssprengel: In Franken fanden allgemeine Hoftage statt, in Bayern, Sachsen, Schwaben und Lothringen wurden eher Fragen behandelt, die das entsprechende Gebiet betrafen. Zum Hoftagssprengel Sachsen gehörten Ostsachen, Thüringen, Westfalen und Transalbingien (Gebiet nördlich der Elbe im Bereich Hamburgs bis zum dänischen Königreich). Meist waren aber nur ostsächsische und thüringische Teilnehmer vereint, während die Westfalen eher im niederlothringischen Sprengel erschienen. Die sächsischen Hoftage fanden
3
ausschließlich im ostsächsischen oder thüringischen Raum statt, ihre bedeutendsten Orte waren Goslar, Erfurt, Merseburg und Altenburg. Auch für Angelegenheiten der Sachsen benachbarten Länder Polen und Böhmen sowie des Königreichs Dänemark war dieser Sprengel zuständig. Auf den Hoftagen ließ sich Kaiser Friedrich I. von den Großen des Reiches beraten, sicherte sich ihre Mitwirkung bei der Festlegung von Strafen wie auch bei der Neuvergabe von Reichsfürstentümern und erörterte mit ihnen bevorstehende Heerfahrten. Auf Hoftagen wurden auch ausländische Gesandtschaften empfangen und eigene ins Ausland abgesandt. Vasallen des Kaisers, bis hin zu ausländischen Königen, erhielten hier ihre Belehnung, andererseits nahmen ausländische Große, die Inhaber von Reichslehen waren, an Hoftagen teil. Gesetzgebung und Rechtsprechung spielten auf Hoftagen eine wesentliche Rolle. Die Hoftagsteilnehmer hatten die entstehenden Kosten selbst zu tragen, was für viele oder gar alle eine erhebliche Belastung darstellte. Die Verpflichtung der Fürsten zur Teilnahme an königlichen Hoftagen war der Kern der allgemeinen Hoffahrtspflicht, die sich aus den lehnrechtlichen Verpflichtungen ableitete. Die Zeugenlisten der auf Hoftagen verabschiedeten Diplome sind allerdings keine Gewähr dafür, dass alle anwesenden Großen tatsächlich aufgeführt wurden. Es läßt sich also jeweils nur ein Teil der am Hof weilenden geistlichen und weltlichen Würdenträger ermitteln (nach: Lindner, Hoftage). Das könnte für Graf Friedrich I. von Brehna von Bedeutung sein, da auf mehreren Zusammenkünften seine Brüder oder wenigstens einige davon genannt werden, während er selbst nicht erscheint.
An zahlreichen solcher, aber auch anderer Zusammenkünfte nahm Graf Friedrich I. von Brehna teil. Sehr bald nach der Beisetzung seines Vaters veräußerte er dem Kloster Gottesgnaden (bei Calbe an der Saale) 60 Hufen in der Größe der flandrischen Hufe, gelegen an der Elster. Die Tatsache, dass die Landgröße in flandrischen und nicht in fränkischen Hufen angegeben wurde, gilt als Beleg, dass Friedrich Neusiedler aus den westlichen Altländern in der Grafschaft Brehna ansiedelte. Schon im folgenden Jahr 1157 finden wir ihn zwölf- bis fünfzehnjährig als Zeugen einer Urkunde, mit welcher Abt Eberhard von Gernrode bestimmte Klostergüter gegen andere Güter eintauschte. Der Ausstellungsort der Urkunde wird nicht genannt, es scheint aber Gernrode im Harz gewesen zu sein. Geschehen ist der Vorgang vor dem Monat September. Dann fehlt Friedrich einige Jahre in den Urkunden, möglicherweise infolge seines noch geringen Alters. 1161 begegnen wir ihm mit allen seinen Brüdern auf dem Lauterberg, wo er dem Erwerb des Dorfes Niemegk durch seinen Bruder Dietrich, Markgraf der Lausitz, zustimmte. Am 18. November 1164 war er Teilnehmer eines Hof-oder Reichstags Kaiser Friedrichs I. Barbarossa in Bamberg, an dem auch seine beiden Brüder Markgraf Otto von Meißen und Markgraf Dietrich von der Lausitz teilnahmen. Außer den Teilnehmern aus Sachsen waren auch solche aus Franken, Bayern, Lothringen und Schwaben anwesend. Friedrich Barbarossa bestätigte hier einen Gütertausch zwischen dem Hochstift Naumburg und dem Kloster Oberzell über gewisse Einkünfte und Güter, den Bischof Heinrich von Würzburg mit dieser Urkunde bezeugte. Gleichzeitig - in einem weiteren Rechtsakt - verweigerte der Kaiser dem Erzbischof Konrad von Salzburg die Investitur, d. h. die Einsetzung in das Amt des Erzbischofs, da
4
Konrad sich nicht bereit erklärt hatte, den vom Kaiser eingesetzten Gegenpapst Paschalis anzuerkennen. Und schließlich wurde Erzbischof Rainald von Köln hart ermahnt wegen seiner Streitigkeiten mit Pfalzgraf Konrad. Alle diese Rechtsakte wurden von Graf Friedrich I. von Brehna zusammen mit den anderen Anwesenden bezeugt. Für Pätzold ist dies das erste Mal, dass sich Graf Friedrich in der Umgebung Kaiser Friedrichs I. Barbarossa befindet. Bis 1180 erscheint Graf Friedrich I. weiterhin in wenigstens zwanzig Urkunden. Unter ihnen befinden sich auch sieben, die Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1152-1190) ausgestellt hat, davon je eine in Altenburg, Boyneburg, Würzburg, Goslar und Worms. In Altenburg (1165 Febr. 26.), wo nur Teilnehmer aus Sachsen, Böhmen und Franken anwesend waren - der Aufenthalt in Sachsen sollte dazu dienen, die Unterstützung der sächsischen Fürsten für die kaiserlichen Unternehmungen in Italien zu sichern, wahrscheinlich bemühte sich der Kaiser auch um die Unterstützung der Böhmen für diesen Zugbestätigte Graf Friedrich zusammen mit allen seinen Brüdern, dass Friedrich I. Barbarossa der Stiftskirche Meißen das Dorf Prezez im Gau Milzana übertragen hat, welches König Vladislav von Böhmen dem Kaiser zur Entschädigung für die der Stiftskirche zugefügten Verluste aufgelassen (aus seinem Lehnsbesitz freigegeben) hatte. Anwesend auf diesem Hoftag nur eines Teils des Reiches waren auch der Cousin Graf Friedrichs I. von Brehna Erzbischof Wichmann von Magdeburg, die Bischöfe Gerung von Meißen, Johannes von Merseburg und Hermann von Verden zusammen mit Markgraf Albrecht dem Bären von Brandenburg. Im gleichen Jahr war Graf Friedrich I. zu Pfingsten (letzte Maidekade bis Mitte Juni) mit seinem Bruder Otto dem Reichen, Markgraf von Meißen, beim Kaiser in Würzburg, wo Friedrich Barbarossa einen großen Reichstag abhielt und vergeblich versuchte, kirchliche Streitfragen zu lösen. Zu diesem Zeitpunkt war Graf Friedrich zirka zwanzig bis höchstens dreiundzwanzig Jahre alt. 1166 finden wir ihn auf der Boyneburg, 12 km südlich von Eschwege im Ringgau bei dem Dorf Wichmannshausen, einem Lieblingsaufenthalt Friedrich Barbarossas. Hier hatten sich Teilnehmer aus Sachsen, Franken, Schwaben, Bayern und Böhmen eingefunden. Aus Sachsen war wiederum Erzbischof Wichmann dabei, ebenso die Bischöfe Udo von Naumburg und Hermann von Hildesheim, von Graf Friedrichs Brüdern diesmal nur Otto von Meißen und Dedo von Groitzsch. Dazu kamen Burggraf Burchard von Magdeburg und eine nicht genannte Anzahl von Edelfreien sowie Magdeburger Ministerialen. In der dort ausgestellten Urkunde von 1166 August 20 testierte er zusammen mit 34 ebenso aufgeführten Zeugen. Der Kaiser verbriefte einen bereits vollzogenen Gütertausch mit dem schon erwähnten Cousin Graf Friedrichs, dem Magdeburger Erzbischof Wichmann, dem er auch die Vogtei über Nienburg schenkte. Insgesamt sollte der Aufenthalt hier der „Bewahrung der Ruhe im Reich“ gelten (Oppl S. 38), die durch den Widerstand gegen den Kaiser in Sachsen gefährdet war. Das sollte wahrscheinlich dadurch erreicht werden, dass der Kaiser die Feinde Herzog Heinrichs des Löwen von Aktionen gegen den Welfenherzog abzuhalten suchte. Wollte doch der Kaiser erneut nach Italien ziehen und suchte vorher seine Stellung in Deutschland zu sichern. Gleichzeitig hielt Barbarossa hier Vorbesprechungen mit dem Böhmenherzog Theobald, der auf dem bevorstehenden Italienzug das böhmische Kontingent anführen sollte.
5
Im folgenden Jahr 1167 bestätigte Graf Friedrich von Brehna eine kaiserliche Urkunde, mit der Güter an die Kirche zu Merseburg übertragen wurden; wieder bleibt der Ausstellungsort unerwähnt, es könnte Merseburg gewesen sein, allerdings war der Kaiser selbst nicht anwesend. Am 5. Mai 1168 sollte mit den sächsischen Fürsten auf einem Hoftag in Würzburg über ihre Streitigkeiten verhandelt werden, die mit Herzog Heinrich dem Löwen bestanden, aber sie erschienen nicht. Vierzehn Tage später, zu Pfingsten (19. Mai), wurden sie wieder vorgeladen, diesmal nach Bamberg, und vom Kaiser angeklagt, ihre Streitigkeiten hätten den Italienern in der Lombardei die Möglichkeit gegeben, vom Kaiser abzufallen. In den Diplomen der beiden zuletzt genannten Hoftage werden zwar keine Zeugen genannt, es ist aber davon auszugehen, dass auch Graf Friedrich I. unter ihnen war (bzw. in Würzburg nicht war).
Im selben Jahr (1168 Nov. 13.) steht Friedrich I. von Brehna als Zeuge unter einer Urkunde des Bischofs Gerung von Meißen, mit der dieser die Stiftung des Augustinerklosters Zschillen (heute Wechselburg an der Zwickauer Mulde, 6 km südlich von Rochlitz) durch Graf Dedo von Groitzsch bestätigte. 1170 Juni 5 testierte Graf Friedrich I. in Naumburg zusammen mit seinen Brüdern einen Ortstausch zugunsten des Klosters Bosau, den Bischof Udo von Naumburg vorgenommen hatte, und ein knappes Jahr später (1171 Mai 7.) testierte er wieder zusammen mit seinen vier Brüdern die Bestätigung dieses Tausches durch ihren Cousin Erzbischof Wichmann von Magdeburg. In einer weiteren Urkunde vom gleichen Tage und dem gleichen Aussteller bestätigte er die freie Abtswahl im Kloster Bosau durch die dortigen Mönche und alle Besitzungen dieses Klosters. Vom selben Jahr stammt eine Urkunde mit den gleichen Zeugen, aber ohne Ausstellungsort und genaueres Datum, mit der Bischof Udo von Naumburg dem Kloster Bosau den Besitz von vier Gütern bestätigte zur Bestreitung der täglichen Bedürfnisse der Mönche.
Im folgenden Jahr (1172 Dez. 6, Würzburg) finden wir Graf Friedrichs Namen im Maingebiet unter einer Urkunde, diesmal wieder des bereits erwähnten Kaisers Friedrich Barbarossa, in der ein schon vorher vollzogener Gütertausch zischen dem Prämonstratenserstift Oberzell bei Würzburg und der Bischofskirche Naumburg bestätigt wurde. Es werden 24 Zeugen aufgeführt, unter ihnen die Erzbischöfe Reginald von Köln und Konrad von Salzburg sowie die Bischöfe Hermann von Konstanz und Eberhard von Bamberg; Graf Friedrich steht an 14. Stelle. Es ist wahrscheinlich, dass der Graf dann mit dem Kaiser über Nürnberg nach Augsburg zog, wo das Weihnachtsfest gefeiert und dabei ein Hoftag abgehalten wurde.
Bereits im selben Jahr, aber ohne genaueres Datum, hatte er mit seinem Bruder Dedo die Übertragung einer Mühle und einer Insel an das Kloster Halle durch seinen Bruder Markgraf Dietrich unterstützt, was ihr Verwandter Erzbischof Wichmann von Magdeburg veranlasst hatte. Nach der Petersberger Chronik hatte Graf Friedrich I., laut Köhler am 15. Januar 1173 [Kirsch in seiner Übersetzung der Petersberger Chronik nennt dafür den 18. Januar 1174], also mitten im Winter, eine bewaffnete Auseinandersetzung mit Walrad von Groitzsch. Dieser hatte mit einigen Soldaten das Dorf Spören geplündert. Wenn die Annahme seiner Anwesenheit auf dem
6
Weihnachtsfest in Augsburg zutrifft, muss der Graf sehr bald danach die Rückreise nach Brehna angetreten und diese auch in einer kaum vorstellbar kurzen Zeit bewältigt haben. Friedrich rückte Walrad entgegen, trieb ihn und seine Bewaffneten in die Flucht und nahm einige gefangen. Bereits im Februar befand er sich mit seinen Brüdern bei Kaiser Friedrich in Goslar. So scheint das bei Kirsch genannte Datum für die Auseinandersetzung eher zuzutreffen.
Vom 4. bis 15. Mai 1173 fand ein Hoftag mit Anwesenden aus Sachsen und Bayern in Goslar statt. Regionale Fragen standen zur Entscheidung. Sächsische Teilnehmer waren aus Obersachsen und Westfalen angereist, aus Obersachen der bereits mehrfach erwähnte Erzbischof Wichmann von Magdeburg sowie die Bischöfe von Meißen, Naumburg und Hildesheim, ein Herzog, ein Pfalzgraf, drei Markgrafen und fünf Grafen sowie weitere Adlige, unter ihnen alle Brüder Graf Friedrichs. Der Kaiser bestätigte einen Vertrag über die Vogtei des Bistums Münster, beurkundete die Gründung des Augustiner-Chorherrenstifts Zelle an der Mulde im Bistum Naumburg (einer der Gründer war Graf Friedrichs Bruder Markgraf Otto von Meißen) und nahm das Hospital in Quedlinburg in seinen Schutz. Unter den 22 Zeugen steht Graf Friedrich an 10. Stelle. Als Friedrichs Verbündeter in dem erwähnten Kampf gegen Walrad von Groitzsch, Konrad von Landsberg, Sohn seines markgräflichen Bruders Dietrich III. von der Ostmark oder Mark Landsberg, 1175 „am 17. November bei einer militärischen Übung, die in der Volkssprache Turnier heißt, durch einen Lanzenstich getötet“ wurde (Kirsch, Chronik vom Petersberg; nach Köhler hat dieses Turnier in Wien stattgefunden), verweigerte ihm ihr gemeinsamer Cousin Erzbischof Wichmann von Österreich aus durch seine Boten zwei Monate lang ein christliches Begräbnis. Wichmann hielt sich gerade dort in Österreich auf. Gleichzeitig schlug der Erzbischof „alle, die daran teilnahmen, in die Fessel der Exkommunikation“, belegte sie also mit dem Kirchenbann. Ihre Verwandtschaft schützte sie nicht vor dieser Strafe. Konrads Vater Dietrich und dessen vier Brüder, darunter Friedrich von Brehna, sowie viele Adlige und Hofbedienstete erschienen auf einer Synode in Halle und „warfen sich dem Erzbischof und dem gesamten Klerus unter großem Jammern und Tränen zu Füßen und baten, er möge dem Getöteten ein Grab in der Gemeinschaft der Gläubigen gestatten.“ Sie schworen auf „die Forderung des Erzbischofs ... künftig nie mehr an Turnieren teilzunehmen und eine solche Übung niemals auf ihrem Herrschaftsgebiet zuzulassen und ihre Mannen und Ministerialen mit allen Mitteln daran zu hindern.“ Da gestattete der Erzbischof seinen Cousins die Beisetzung seines Großcousins Konrad schließlich, sie erfolgte in der Klosterkirche auf dem Petersberg, der von Markgraf Konrad eingerichteten Wettiner Grablege.
1176 nahm Graf Friedrich I. zusammen mit Erzbischof Wichmann von Magdeburg und Bruder Markgraf Dietrich von der Ostmark (zu der auch Landsberg gehörte) an der Schlacht bei Legnano in Italien teil, die für Kaiser Friedrich I. mit einer Niederlage endete. Am 29. Mai war der Kaiser hier den lombardischen Städten unterlegen, erstmals wurde ein Ritterheer des Kaisers durch Fußtruppen von Mailand geschlagen, ein wichtiges militärgeschichtliches Ereignis. Barbarossa selbst wurde nach der
7
Arbeit zitieren:
Dipl.-Lehrer Armin Feldmann, 2005, Brehnaer Grafen von Friedrich I. bis Friedrich II., München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Armin Feldmann hat den Text Brehnaer Grafen von Friedrich I. bis Friedrich II. veröffentlicht
Armin Feldmann hat einen neuen Text hochgeladen
Friedrich Wilhelm II. König von Preußen (1744-1797)
Ein Leben zwischen Rokoko und ...
Brigitte Meier
Friedrich II. zwischen Deutschland und Polen
Ereignis- und Erinnerungsgesch...
Hans-Jürgen Bömelburg
0 Kommentare