Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung 3
2. Allgemein 4
2.1 Prostitution 4
2.2 Konkubinat 5
3. Vier Ebenen städtischer Prostitution 6
4. Das Dirnenhaus als Inbegriff der Sittenlosigkeit der
mittelalterlichen Gesellschaft 8
4.1 Sexuelle Gewalt 8
4.2 Wege in die Prostitution 10
4.3 Kunden 12
5. Gesellschaftliche Notwendigkeit der Prostitution 13
6. Fazit 15
7. Literaturverzeichnis 17
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1. Einleitung
Im folgenden möchte ich die wahrhaft große Bedeutung, die der Prostitution, und der mit ihr verbundenen Institutionalisierung im Spätmittelalter zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert beigemessen wurde, darstellen. Die von „fahrenden Frauen“ ausgeübte frühstädtische Prostitution wurde durch die, seit dem 13. Jahrhundert belegte sesshafte Prostitution überwiegend ersetzt.
Da sich Historiker mit der Geschichte der Prostitution im Mittelalter kaum befassten, muss ich mich in dieser Arbeit auf die wenige, mir verfügbare Literatur beschränken. Die in dieser Arbeit angeführten Beispiele konzentrieren sich überwiegend auf die südostfranzösischen Städtelandschaften Burgunds und der Provence, die Jacques Rossiaud in seinem Buch „Dame Venus“ aus zuvor unberührten Archivalien zusammengetragen hat. Jedoch lassen sich in Deutschland und dem Rest Italiens Parallelen zu den Entwicklungen in Frankreich ziehen. „Die Entwicklung der institutionalisierten Formen der Prostitution im deutschsprachigen Raum während des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit, dies sei als ein wesentliches Ergebnis der Untersuchung herausgestrichen, nahm den gleichen Verlauf wie in Oberitalien und Südfrankreich.“ 1 Von diesen Informationen ausgehend versuche ich in dieser Arbeit verschiedene Formen der Prostitution darzustellen, und erkläre welche Funktionen sie in der spätmittelalterlichen Gesellschaft hatten. Wer ging ins Bordell, wer arbeitete im Bordell, warum hatte das Bordell eine wichtige gesellschaftskonstituierende Funktion in der Gemeinschaft und welche kulturellen Werte bestimmten die Mentalitäten der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, sind Fragen, die ich zu beantworten versuche.
1 SCHUSTER, Peter (1992): Das Frauenhaus – städtische Bordelle in Deutschland (1350 –
1600 S.209
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2. Allgemein
2.1 Prostitution
In den meisten Gesellschaften haben Prostituierte einen niedrigen sozialen Status. Die unterschiedlichen, sich entwickelnden Formen von Prostitution hingen maßgeblich von den wirtschaftlichen, sozialen und ethischen Werten einer Gesellschaft ab.
Bereits im Altertum und in der Antike zeigten sich, in Form der Tempelprostitution erste Anzeichen für eine aufkommende Prostitution. Die weiblichen Prostituierten nannte man Kurtisanen. Ihnen war das möglich was anderen Frauen verwehrt blieb. Sie hatten den Zugang zu den schönen Künsten, nicht selten waren sie begabte Tänzerinnen, Sängerinnen, Komponistinnen und Dichterinnen. Es wurde geglaubt, dass sexueller Verkehr mit den Kurtisanen eine Vereinigung mit den Göttinnen ermöglichte.
„Im alten Rom war die Prostitution trotz starker gesetzlicher Einschränkungen weit verbreitet. Sklavinnen, die die römischen Heere in fremden Ländern gefangen genommen hatten, wurden in städtische Bordelle gebracht oder dienten als Prostituierte in Privathäusern. Meretrices (Prostituierte) wurden amtlich registriert. Sie hatten blonde Perücken oder andere auffällige Kleidung zu tragen, verloren alle bürgerlichen Rechte und mussten hohe Steuern zahlen.“ 2 Das Spätmittelalter entwickelte sich zu einer besonderen Epoche der Prostitution. Vor dem 13. Jahrhundert wurden Prostituierte als Untergruppe des fahrenden, umherschweifenden Volkes angesehen. Vagantentum und Prostitution gehörten zusammen. Das Wachsen des Städtewesens im Hochmittelalters bewirkte eine Veränderung im sozialen Leben der Individuen. Ein Wandel von familialen Gesellschaftsverbänden zur gesellschaftlichen Kontrolle des Einzelnen, sowie die damit einhergehende
2 Microsoft Encarta Enzyklopädie 2001
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individuelle Freiheit, Verantwortung, aber auch Vereinsamung ermöglichte erst die Existenz von Freiern und sich prostituierenden Frauen.
Seit dem 13. Jahrhundert belegen Quellen erste Anzeichen für sesshafte Prostitution in Städten Diese Organisation in Bordellen wurde erst durch die Urbanisierung im Spätmittelalter möglich, da nun eine gleichbleibend hohe Nachfrage nach Prostituierten gewährleistet war. 3 Nicht zu verwechseln mit Prostitution war das Konkubinat, da in den Quellen eine deutliche Trennung zwischen Prostituierten und Frauen mit einem sogenannten unsoliden Lebenswandel nicht immer klar ist.
2.2 Konkubinat
Im Römischen Reich bezeichnete concubinatus eine rechtlich nicht anerkannte Lebens- und Geschlechtsgemeinschaft von Mann und Frau. Kinder aus diesem Verhältnis galten als unehelich. Das Konkubinat fand früh innerhalb der weltlichen und kirchlichen Eherechtsforschung Erwähnung. Als Konkubinat kann man das informelle Zusammenleben eines Freien mit einer Sklavin bezeichnen. Nach Siegmund Hellmann bestand das Konkubinat neben der rechten Ehe als weitere Form der geschlechtlichen Verbindung als kurzfristiges Verhältnis, welches sich von der rechten Ehe durch fehlende Dotierung und der Illegitimität der Kinder unterschied. Die Qualität frühmittelalterliche Konkubinate ist im Bereich der sexuellen Leidenschaft zu suchen und mit einer fürsorglichen Beziehung kaum zu vergleichen. Auffallend viele Konkubinen waren Frauen niedrigen Standes. Eine Konkubine war immer unfrei. Nach zeitgenössischen Empfinden bewies ein Mann seine eheliche Liebe zu einer Frau in der Höhe der Dotierung und einer respektvollen Behandlung als Familienmutter. Das Verhältnis des Konkubinats beruhte allein auf der sexuellen Anziehung, die ein Mann für eine Frau empfand, über die er aufgrund ihrer Lebensumstände als Objekt seiner Begierde verfügen konnte. Die Kirche
3 SCHUSTER S.26
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Arbeit zitieren:
Simon Hebler, 2005, Prostitution im Mittelalter, München, GRIN Verlag GmbH
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