Wurzeln des Antisemitismus
von: Natascha Krisch
EINLEITUNG 3
ARBEITSWEISE 4
ÄLTERER ANTISEMITISMUS 5
ANTIKE 5
VON DER SPÄTANTIKE BIS ZUR AUFKLÄRUNG 6
VORMITTELALTERLICHE RAHMENBEDINGUNGEN 6
SIEDLUNGSSTRÖME IM MITTELALTER 7
ANTIJUDAISMUS IM MITTELALTER 9
FRÜHES MITTELALTER UND DIE KREUZZUEGE 9
RITUALMORDLEGENDE, HOSTIENFREVEL, UND BRUNNENVERGIFTUNGEN 11
HOSTIENFREVEL 11
RITUALMORDLEGENDE 11
BRUNNENVERGIFTUNGEN 12
RASSISTISCHER ANTISEMITIMUS 13
DIE ZEIT DER AUFKLÄRUNG 14
ANTISEMITISMUS IM 19. JAHRHUNDERT 15
VORLÄUFER DES GRAUEN 15
VOM JUDENHASS ZUM VÖLKERMORD 17
DER ANTISEMITISMUS DER NATIONALSOZIALISTEN 18
VOM MITBÜRGER ZUM JUDEN 18
NOVEMBERPROGROM 19
TÄGLICHE PROPAGANDA UND PRAXIS DES NS-REGIMES 20
NACHWORT 23
LITERATUR 25
Einleitung
Mit dieser Arbeit versuchte ich den Wurzeln des Antisemitismus bis zum Ausufern der Praktiken des NS-Regimes nachzugehen. Anfangs schien dies in meinen Augen, aufgrund der Vielzahl der darüber verfassten Literatur nicht problematisch zu sein. Wie sich im Laufe meiner Recherche aber herausstellte, war gerade der Aspekt des „vorhandenen Stoffes“ ein Thema für sich, da man in der Flut des Lesestoffes durchaus den Blick für das Wesentlich verlieren konnte. Die Frage, die ich mir jahrelang selbst gestellt habe, wie es denn sein kann, dass Menschen einander nur aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit hassen können, kann ich mir auch, nach Beendigung meiner Arbeit, noch immer nicht beantworten. Zwar habe ich jetzt allerhand Erklärungsmodelle parat, und kenne auch die geschichtlichen, sozialen und ökonomischen Zusammenhänge, warum es dennoch zu einem derartigen Ausarten des Hasses kommen konnte, diese Antwort bin ich mir schuldig geblieben.
Mein Unverständnis für derartigen Staats- und Mitläuferterror ist sogar gewachsen, denn unschuldige Menschen auf so furchtbare und für einen Menschen kaum fassbare Weise zu quälen, zu demütigen und letztendlich auf unwürdigste Art und Weise zu ermorden, kann mit klarem Verstand nicht verstanden, nicht erklärt und auf keinen Fall entschuldigt werden. Das Nichtentschuldigen der Geschehnisse ist man meiner Meinung nach nicht nur den Opfern sondern auch allen folgenden Generationen schuldig.
Ich kann mit der Kürze meiner Arbeit keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Es ist eher ein kurzer Umriss der Geschichte des Antisemitismus, der einem nur näher bringen kann, wie es zu der menschlichen Katastrophe des Holocaust kommen konnte; eine Erklärung ist es bei weitem nicht.
Arbeitsweise
In der ersten Phase meiner Recherchearbeit klärte ich den Begriff „Antisemitismus“ anhand verschiedener Lexika, um einen Überblick über das Themas zu erhalten und um weiters verschiedene Begrifflichkeiten zu klären. Weiters las ich einige Bücher quer und versuchte dann in Form eines Brainstormings die, in meinen Augen, wichtigsten Punkte festzuhalten um diese dann anhand weiterer Lektüre zu untermauern. In meiner Arbeit versuche ich die Wurzeln des Antisemitismus in einem geschichtlichen Rahmen klar herauszuarbeiten und schließe mit den Jahren des Zweiten Weltkrieges. Begriffe wie „Rasse“, “Deutsches Reich” etc. verwende ich hier nicht wertend, sondern benutze sie im historischen Kontext. Mir dienten als Arbeitsunterlagen zahlreiche Bücher, wie aber auch Internetseiten und, wie bereits oben erwähnt, verschiedene Lexika.
Ältere Antisemitismus
Nach der Zerstörung des zweiten Tempels kam es zur Zerstreuung der Juden in alle Welt. Seit dieser Zeit kam es gegenüber ihnen in der antiken Welt und im Mittelalter zu regelmäßigen, aber nicht kontinuierlichen Anfeindungen. Diese hatten mehrere Ursachen: Einerseits waren Juden seit der Diaspora ein Volk ohne Heimat bzw. Territorium, zum anderen waren sie überall eine Minderheit, die ihre Sprache, ihre Lebensweise und ihren Glauben nicht ablegen wollten. Ganz richtig stellt dies Kurt Schubert in „Jüdische Geschichte“ fest: „Das Judentum unterschied sich gerade durch das Befolgen jener Vorschriften, die es nach innen zur Einheit machten, von seiner jeweiligen nichtjüdischen Umgebung.“1 Für ihrer Umwelt, also für Herrscher, religiöse Institutionen und die jeweils ansässige Bevölkerung, waren Juden etwas Fremdes und hatten auch etwas Befremdetes. Die in diesem Zusammenhang zu beobachtende Xenophobie2 war jedoch noch kein Antisemitismus, da es sich nicht um den Hass gegenüber Juden als „Rasse“ handelte, sondern um die Fremdartigkeit eines Volkes gegenüber seinem Gastvolk.
Antike
[...]
1 Schubert, Kurt, Jüdische Geschichte, Verlag C.H. Beck, München, 5. Auflage, 2002, S.26
2 Xenophobie, Fremdenfurcht. Menschen anderer Herkunft, von ungewohntem Aussehen, mit anderen Sitten zerstören den Eindruck, dass die Maßstäbe der eigenen Gemeinschaft sich von selbst verstünden oder die einzig richtigen seien. […] Je mehr sich eine Gemeinschaft gegen die Außenwelt abkapselt, je mehr sie sich an ihre Tradition klammert, desto eher kann die Begegnung mit Fremden Angst und Hass auslösen. […] Aber auch gegen Minderheiten, die zu ständigen Nachbarn geworden sind und mit denen man sich für gewöhnlich abgefunden hat, ist leicht neuer Hass zu entfachen. So dienen sie immer wieder als Feindgruppen, das heißt zur Ablenkung der aggressiven Tendenzen, die innerhalb der eigenen Gemeinschaft nicht ausgedrückt werden können. Dabei sind es nicht bestimmte Eigenschaften, die Furcht und Hass auslösen, sondern allgemein die Tatsache, dass die Fremden anders sind. Quelle: Knoll, Ludwig. Lexikon der praktischen Psychologie, Gondrom Verlag, Bindlach, 1997, S.464
Arbeit zitieren:
Natascha Krisch, 2006, Wurzeln des Antisemitismus, München, GRIN Verlag GmbH
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