Inhaltsverzeichnis:
Vorwort zum Blockpraktikum I 1
Anmerkung zur formalen Gestaltung 1
1. Anmerkung zur Wahl des Themas. 2
2. Einführung 3
3. Stichwortsammlung zum Vorteil von Gewalt 4
4. Zur Phänomenologie 4
5. Formen aggressiver Verhaltensweisen in der Schule 5
5.1. Mobbing, Bullying 5
5.2. Verbalaggression 5
5.3. Physische Aggression 6
5.4. Paraverbale Aggression 6
5.5. Nonverbale Aggression 6
5.6. Sachbeschädigung. 6
5.7. Erpressung 6
5.8. Waffen 6
5.9. Schulwegproblematik 7
5.10. Fremdenfeindlichkeit 7
5.11. Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen 7
5.12. Sexuelle Belästigung. 8
5.13. Drogenmissbrauch 8
6. Varianten der Prävention und Intervention 9
6.1. Persönlichkeit stärken 9
6.2. Empathie fördern. 9
6.3. Kommunikationsfähigkeit erweitern 9
6.4. Normverdeutlichung 9
6.5. Sanktionen 10
6.6. Streitschlichtung / Mediation 10
6.7. Soziales Lernen als Schulprogramm 10
6.8. Schulsozialarbeit 10
6.9. Elternarbeit 11
6.10. Erlebnispädagogik. 11
6.11. Kommunale Kriminalprävention 11
6.12. Bewegte Schule 12
6.13. Verantwortung übernehmen lernen. 12
6.14. Gender Mainstreaming. 12
6.15. Täter-Opfer-Ausgleich 13
6.16. Zivilcourage 13
6.17. Schulvereinbarung 14
6.18. Europäische Charta für eine demokratische Schule ohne Gewalt 14
6.19. Gewaltpräventionsberater / -innen 15
6.20. Kriseninterventionsteams. 15
II
7. Präventive und intervenierende Maßnahmen an der Xxx-Realschule 16
7.1. Patenschaften 16
7.2. Streitschlichter. 17
8. Fragebogen zu Gewalt an der Schule. 18
9. Resümee 18
10. Verwendete Literatur und Materialquellen 20
10.1. Bücher, Monographien, Sammelwerke, Broschüren, Zeitungsartikel. 20
10.2. Internet 20
10.3. weiterführende, empfehlenswerte Literatur. 21
11. Anlagen
Fragebogen zu Gewalt an der Schule 22
III
Vorwort zum Blockpraktikum I an der Xxx-Realschule
Im Rahmen des Blockpraktikums I vom 21.09.06 - 13.10.06 an der Xxx-Realschule in A. hatte ich die Gelegenheit, einen tieferen Einblick in den Schulalltag aus Lehrerperspektive zu bekommen, indem ich mehreren Schulstunden beiwohnen konnte sowie 15 Stunden selbst ausarbeiten und halten durfte. Zudem erhielt ich durch die Anwesenheit im Lehrerzimmer und bei Besprechungen die Chance, den Alltag eines Lehrers neben seiner Funktion im Klassenzimmer mitzuerleben. Dabei unterstützten mich die Schulleitung und das Lehrerkollegium, indem auch seitens der Fachlehrer stets das Angebot zur Teilnahme an ihren Stunden ausgesprochen wurde.
Während des Blockpraktikums ergaben sich Unterrichtsversuche in Englisch, Bildender Kunst und Mathematik, sowie die Möglichkeit, in den Stunden anderer Lehrer zur Beobachtung anwesend zu sein. Als Ergänzung zur eigentlichen Unterrichtsstunde wurden vorab sowohl der jeweilige Inhalt des Unterrichts als auch dessen Lernziele zusammen mit dem Fachlehrer besprochen. Im Anschluss an die gehaltene Schulstunde wurden die positiven und negativen Aspekte reflektiert und wir suchten gemeinsam nach Verbesserungsmöglichkeiten. Durch diese Vorgehensweise konnte ich eine differenzierte inhaltliche und didaktische Analyse nach jeder Stunde vornehmen und deshalb sehr viel aus den einzelnen Unterrichtsversuchen lernen.
Anmerkung zur formalen Gestaltung:
In der folgenden Ausführung wird aus Gründen der Vereinfachung nur die männliche Form zur Geschlechterbezeichnung verwendet. Wird diese eingesetzt, gilt sie jedoch sowohl für die weibliche, als auch für die männliche Form (Schüler und Schülerinnen).
1
1. Anmerkung zur Wahl des Themas
Während meines Blockpraktikums erfuhr ich im direkten Kontakt mit den Schülern auch von deren familiären Problemen, sozialen Nöten und Süchten. Durch Berichte von Seiten der Schüler erhielt ich während des Unterrichts oder in den Pausen entsprechende Einblicke. Zudem musste ich aber auch verbale und physische Formen aggressiven Verhaltens auf dem Schulgelände miterleben. Ergänzend dazu kamen die Berichte seitens des Lehrerkollegiums in den Pausen und in der Gesamtlehrerkonferenz, die zu Beginn des Schuljahres stattfand. Demnach gab es bereits mehrere Fälle von schweren fremdaggressiven, körperlichen Auseinandersetzungen, aber auch Vorkommnisse, die unter Sachbeschädigung und Vandalismus einzuordnen sind. Da jegliche Vorfälle das Unterrichtsgeschehen sowie den gemeinschaftlichen Schulalltag massiv beeinflussen, habe ich mich für das Thema „Störungen des Sozialverhaltens im schulischen Kontext -Intervention und Gewaltprävention“ in meiner didaktischen Studie entschieden. Bei der Recherche, der Beobachtung der Schüler sowie Gesprächen mit Lehrern, der Schulleitung und den Streitschlichtern der Schule, habe ich verschiedenste Zugänge zu dieser Problematik gefunden. Um meine Erkenntnisse zu dokumentieren habe ich ergänzend dazu eine Evaluation an der Xxx-Realschule durchgeführt (Fragebogen zu Gewalt an der Schule).
Neben der Einführung in die Unterrichtstätigkeit verbanden sich somit pädagogische, didaktische und methodische Aspekte unter anderem mit grundlegenden soziokulturellen Fragen sowie interessanten Erkenntnissen über die Phänomenologie von Gewalt und die Formen aggressiven Verhaltens.
2
2. Einführung
In den vergangenen Jahren hat sich eine dramatische Entwicklung bezüglich des Sozialverhaltens von Jugendlichen vollzogen. Zunehmende Gewaltbereitschaft, eine stark gesunkene Hemmschwelle, die Verstärkung der Intensität bei praktizierten Gewalthandlungen, fehlendes Unrechtsbewusstsein sowie mangelnde Zivilcourage gehören mittlerweile zum Schulalltag. Pädagogen, Elterinitiativen, Mitschüler, das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport sowie die Polizei versuchen über verschiedenste Angebote und Projekte zu intervenieren. Vielerlei Projekte verzeichnen Erfolgserlebnisse und zeigen dadurch auf, dass man im Schulalltag auch auf eine andere Art und Weise das Miteinander gestalten kann und dass Gewalt keine Lösung ist.
Familiäre Situationen, persönliche Isolation und Brutalität in den Angeboten der Medien sind nur einige Ursachen, die zur Entwicklung des Gewaltpotentials beitragen. Der kontinuierliche Anstieg von erfassten Gewalttätigkeiten gibt zwar Anlass zur Beunruhigung, jedoch verfälschen spektakuläre Fälle, die durch die Medien aufgebauscht werden, die Sichtweise auf die Problematik der Gewalt an Schulen. Kinder und Jugendliche sind vielen aggressionsfördernden und gewaltauslösenden Einflüssen ausgesetzt. Die Schule muss noch stärker ihre Funktion überdenken. Sie kann nicht nur Ort der Wissensvermittlung sein, sondern muss gemeinsame Handlungs- und Erfahrungsräume ermöglichen in denen die Defizite aus dem sozialen Kontext zumindest teilweise aufgefangen und ausgeglichen werden können.
Ausgehend von der Beobachtung von Lehrern, Eltern, Erziehern und Ausbildern, dass sowohl die soziale Sensibilität als auch das konkrete Verhalten im menschlichen Umgang miteinander und dass das soziale Engagement von Jugendlichen im schulischen und außerschulischen Bereich sehr zu wünschen übrig lässt, muss sich die Schule zunehmend dieser Herausforderung stellen. Innerhalb der Schule und im Unterricht muss die Pädagogik auf das, was sie nicht hat verhindern können, schnell reagieren - „weniger mit Worten als vielmehr mit Gewaltausuferungsprävention, deren Umrisse noch nirgendwo skizziert sind.“ 1 Weder die Ursachen, noch die Zielrichtung der gegenwärtigen Brutalisierung sind bei einer bestimmten Gruppierung zu suchen (vgl. Ausländerproblematik). Brutalisierungsphänomene sind allgegenwärtig: in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens, in den Medien, im Spielzeugsektor, bei Missbrauch oder der Gewaltpornographie. Die Gewalt an der Schule bildet folglich nur einen kleinen Teil - Gewalt ist ein gesellschaftliches Massenphänomen. 2
1 Hilbig 1997, S. 101.
2 vgl. Hilbig 1997, S. 100-104.
3
3. Stichwortsammlung zum Vorteil von Gewalt 3
Gewalt bringt …
Diese Auflistung könnte weitergeführt werden. Jedoch möchte ich nicht die subjektiven Vorteile von Gewalt aufzeigen. Vielmehr beschreibt die Nennung einiger Beispiele, dass ein großer Bedarf an Primärprävention besteht. Das Ziel von Primärpräventionsmaßnahmen ist es, „Kompetenzen zur Bedürfniserfüllung zu vermitteln, damit es gar nicht erst zu gewalttätigen Handlungen kommt - weil diese Bedürfnisse anderweitig erfüllt werden können.“ 4
4. Zur Phänomenologie 5
Es kommen zahlreiche Formen aggressiven Verhaltens vor. Sie unterscheiden sich im Modus, der Gerichtetheit, der Direktheit, durch die Anzahl der Beteiligten, über die verwendeten Mittel sowie über die Aktivität bzw. Spontaneität. „Gewalt“ wurde daher in den letzten Jahren als Oberbegriff gewählt, der all diese unterschiedlichen Formen aggressiver Handlungen umfasst (vgl. Jäger 1999).
Der Modus beschreibt, ob es sich um eine physische, verbale, paraverbale (sprachbegleitende) oder nonverbale (symbolische) Form von Gewalt handelt. Die Gerichtetheit gibt an, ob das aggressive Verhalten autoaggressiv oder fremdaggressiv ist. Es kann aber auch impersonell als Vandalismus oder Sachbeschädigung auftreten. Zudem unterscheidet sich aggressives Verhalten in der Direktheit. Es kann sich direkt auf Personen
3 vgl. Waibel 2002, S. 4.
4 ebd.
5 Rausch 2006, S. 93.
4
richten, indirekt in Form von Nachrede auftreten oder verschoben sein bezüglich der Form oder der Objekte. Bei der Anzahl der Beteiligten kann es sich entweder um aggressives Verhalten einzelner Personen handeln oder es kann in der Gruppendynamik entstehen. Gewalt unterscheidet sich zudem über die verwendeten Mittel. Meist dienen körperliche Mittel im Schulalltag wie Stauchen, Raufen oder verbale Attacken zum Abbau von Aggressionen. Aber auch zusätzliche Mittel, wie Stöcke oder Steine, kommen zum Einsatz. Ein weiteres Kriterium um das aggressive Verhalten einzustufen ist, ob es sich um ein spontan-aggressives oder reaktiv-aggressives Verhalten handelt. Letzteres ist als Antwort auf Vorangegangenes zu sehen und nicht so schwerwiegend wie Ersteres. Spontanaggressives Verhalten benötigt keine erkennbaren äußeren Impulse und tritt meist völlig unerwartet auf. Bei genauer Beobachtung lässt sich mit Hilfe der genannten Unterschiede eine genaue Beschreibung aggressiven Verhaltens durchführen, was die Voraussetzung für eine erfolgreiche Intervention und Prävention darstellt.
5. Formen aggressiver Verhaltensweisen in der Schule 6
5.1 Mobbing, Bullying
(engl.: to bully = tyrannisieren, unterdrücken, einschüchtern, drangsalieren, piesacken) Unter Mobbing versteht man kontinuierlich geplante Aktionen mit dem Ziel der sozialen Ausgrenzung zur eigenen Vorteilnahme zwischen Einzelpersonen und/oder Gruppen. Schüler werden zur Zielscheibe feindseliger und systematischer Attacken, häufig über einen längeren Zeitraum hinweg. In der Regel weisen Mobbing- oder Bullying-Fälle Verhaltensweisen wie Beschädigung von Schulsachen, Auslachen, Verstecken von Kleidungsstücken, Stolpern lassen und Schlagen auf dem Pausenhof auf. Es können allerdings im Kontext der Schule auch drastischere Ausprägungen wie Erpressung, Bedrohung oder sexuelle Belästigung auftreten. 7
5.2 Verbalaggression
Aggression kann in physischer, verbaler, paraverbaler (sprachbegleitender) oder nonverbaler (symbolischer) Form zum Ausdruck gebracht werden. Verbalaggression ist verbales Handeln, das mit der Absicht ausgeführt wird, das Gegenüber zu verletzen. Verschiedene Ausprägungen wie Beschimpfung, Beleidigung, Diffamierung oder Einschüchterung, bis hin zu subtileren Methoden wie Sarkasmus, Zynismus und Ironie sind hierbei beinhaltet.
6 Landesbildungsserver Baden-Württemberg: Problembereiche und Lösungsansätze.
7 vgl. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg: „Gewaltprävention konkret“.
5
Arbeit zitieren:
Verena Wendel, 2006, Störungen des Sozialverhaltens im schulischen Kontext - Intervention und Gewaltprävention, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Praktikumsbericht / -arbeit, 16 Seiten
H. Malechas Kurzgeschichte »Die Probe« - Erschließung durch szenische ...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 14 Seiten
Interaktionsspiele in der Grundschule
Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik)
Referat (Ausarbeitung), 44 Seiten
Unterrichtsthema: Konjunktionen
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 25 Seiten
Das Phänomen Spiel unter besonderer Berücksichtigung als Medium für so...
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Bachelorarbeit, 74 Seiten
Praxissemesterbericht (Steuerberater)
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Praktikumsbericht / -arbeit, 20 Seiten
Kreatives Schreiben als Unterrichtsgegenstand
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Erlebnispädagogik - Chancen und Grenzen in der Jugendarbeit mit Hilfe ...
Seminararbeit, 20 Seiten
Psychische Belastung im Lehrerberuf und Burnout
Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge
Hausarbeit, 18 Seiten
Inwiefern können mit Hilfe des Spiels soziale, fachliche und therapeut...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Seminararbeit, 17 Seiten
Der Werbung auf der Spur - Eine mehrstündige Unterrichtseinheit mit ab...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 56 Seiten
Das Burnout-Syndrom - die Rechnung für eine längere Zeit ohne innere Z...
Seminararbeit, 28 Seiten
Verena Wendel's Text Störungen des Sozialverhaltens im schulischen Kontext - Intervention und Gewaltprävention ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Verena Wendel hat den Text Störungen des Sozialverhaltens im schulischen Kontext - Intervention und Gewaltprävention veröffentlicht
Verena Wendel hat einen neuen Text hochgeladen
Humor als Intervention, die Betreuung verändert
Spaß mit Menschen, die mit ein...
Mieke Janssens, Lena Rudert, Anja Graf, Reinhard Koch
Technologien im Kontext von Behinderung
Bausteine für Teilhabe in Allt...
Christoph Revermann, Katrin Gerlinger
0 Kommentare