INHALTSVERZEICHNIS
1 EINLEITUNG 2
2 ÖKOLOGISCH-SOZIALEDILEMMATA 4
2.1 SOZIALEDILEMMATA 4
2.2 ÖKOLOGISCH-SOZIALEDILEMMATA 6
3 ATTRIBUTIONSTHEORIEN 8
3.1 FRITZHEIDER 8
3.2 THEORIEDERKORRESPONDIERENDENINFERENZEN 9
3.3 DASKOVARIATIONSPRINZIP 10
3.4 ATTRIBUTIONSFEHLER 11
4 DEREINFLUßVONATTRIBUTIONENAUFDASVERHALTENIN
ÖKOLGISCH-SOZIALENDILEMMATADARGESTELLTANHANDVON
3 EMPIRISCHENUNTERSUCHUNGEN 12
4.1 O´CONNOR TINDALL(1989 ) 13
4.2 SCHROEDER,D A ,JENSEN,T D ,REED,A J ,SULLIVAN,D K
SCHWAB,M (1982 ) 15
4.3 RUTTE,C G ,WILKE,H A M MESSIC,KD M (1987 ) 21
5 ZUSAMMENFASSUNGUNDFAZIT 23
6 LITERATUR 25
DerEinflußvonAttributionenaufdasVerhalteninökologisch-sozialenDilemmata
1 Einleitung
"MalschädigtGlykoldenWein,dannverderbenBSE-Erregerdie Lust auf Fleisch. Diesmal fraßen Hühner, Schweine und Rinder dioxinhaltiges Futter, und die Folgen belasten den halben Supermarkt:......." 1
Immer häufiger liest und hört man von Umweltskandalen, Überbevölkerung, zur Neige gehenden Ressourcen etc. und den dazugehörigen Eindämmungs- bzw. Vorkehrungsmaßnahmen. Spürbar ist dabei auch immer ein Schuß Resignation, der Lage nicht Herr zu werden und keine Möglichkeiten für Präventivmaßnahmen zu haben. Das Verhalten der Menschen, die zu gleichen Teilen Verursacher und Leidtragende der Situationensind,mußbesservorherzusagensein,umineineproökologischeRichtunggelenktwerdenzukönnen. Wie kann das Bewußtsein für die Eigenverantwortung der Menschenbzgl.ihrerZukunft/Lebensweltgewecktwerden? In der Umweltpsychologie (Ökologischen Psychologie) steht die Betrachtung der Beziehung des Menschen und der gefährdeten, aberauchgefährdendenUmweltimMittelpunkt(vgl.Homburg,A. & Matthies, Ellen (1998), S. 11). Im Rahmen dieser Beziehung kommtesimmerwiederzusogenanntenDilemmasituationen. Eine Mitdeterminante menschlichen Verhaltens, die diese Beziehung/Situation produktiv oder kontraproduktiv beeinflussen kann,sinddieUrsachenzuschreibungenderGründemenschlichen Verhaltens,dieindieserArbeitnäherbeleuchtetwerdensollen. Nachfolgend soll der Versuch unternommen werden, zu klären, welchen Einfluß Attributionen auf das Verhalten in ökologisch-sozialenDilemmata 2 ausüben. Nach einer Einführung in die Thematik der sozialen Dilemmata
1 DIEZEIT1999,Nr.25
2 Ökologisch-sozialeDilemmatawerdenimRahmenderArbeitauchals`commons dilemma´oder`Allmende-Klemme´bezeichnet.
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DerEinflußvonAttributionenaufdasVerhalteninökologisch-sozialenDilemmata
und deren experimenteller Umsetzung, soll ein Schwerpunkt auf der Darstellung der ökologisch-sozialen Dilemmata liegen, als einer Sonderform der sozialen Dilemmata (vgl. Ernst, 1999) 3 . Anschließenderfolgt eine kurze Darstellung des psychologischen Konzeptes der Attributionen und ihrer verschiedenen theoretischenAnsätze.
AttributionensindeinwichtigerAspekt,wennesdarum geht, das Verhalten von Menschen in ökologisch-sozialen Dilemmata zu veranschaulichen, zu erklären oder gar vorherzusagen. Das Verhalten anderer dient als Orientierungspunkt bezüglich der AusrichtungdeseigenenVerhaltens.Kooperiereichoderverhalte ich mich egoistisch, trage ich zum Erhalt der Ressource bei und verzichte auf einen momentanen Gewinn oder beute ich die Ressource aus, um kurzfristig meinen Gewinn zu maximieren? Eine entscheidende Frage bei der Erörterung ökologisch-sozialer Dilemmata.WonachrichtenIndividuenihrVerhalteninökologischsozialenDilemmataaus?WasbeeinflußtMenscheninihremTun? Wer oder was trägt die Verantwortung oder gar die Schuld für diesesTun?
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit sollen 3 verschiedene empirische Studien, die für die Analyse des Einflusses von Attributionen auf das Verhalten in ökologisch-sozialen Dilemmata wichtig sind, hinsichtlich ihres konzeptionellen Designs, der Durchführung und der Ergebnisse dargestellt und diskutiert werden.
3 "Ökologisch-sozialeDilemmatasindeineSonderformsozialerDilemmata,beidernichtnurdie Menschenuntereinander,sondernauchMenschundnatürlicheUmweltincharakteristischer Weisevoneinanderabhängen.EshandeltsichumeineSituation,inderMenscheneinesichselbst begrenztregenerierendeRessourcegemeinsamnutzen.DieRessourcekanndurchÜbernutzung geschädigt,sogarausgelöschtwerden.DerGewinnausderNutzungdesUmweltgutesentsteht sofort,durchetwaigeÜbernutzungentstehendeVerlusteaberzeitverzögert".
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DerEinflußvonAttributionenaufdasVerhalteninökologisch-sozialenDilemmata
2 Ökologisch-sozialeDilemmata
Umdieökologisch-sozialenDilemmataangemessenbehandelnzu können, muß vorher das Konzept der sozialen Dilemmata näher erläutertwerden.
2.1 SozialeDilemmata
Wie bereits in der Einleitung der Arbeit erwähnt, gewinnen ProblemewieUmweltverschmutzung,Übervölkerung,Ausnutzung von nur begrenzt vorhandenen Ressource in den letzten Jahren an immer größerer Bedeutung. Im Zuge dieser traurigen Entwicklung rückt die Untersuchung sozialer Dilemmata immer weiterindenFokusderwissenschaftlichenBetrachtung.Einevon Robyn M. Dawes gegebene Definition sozialer Dilemmata lautet folgendermaßen:
Eine erste angemessene experimentelle Umsetzung des Konzeptes erfolgte in der Sozialpsychologie im Rahmen der Spieltheorie. Dabei werden soziale Konfliktsituationen (z. B. Gefangenendilemma), insbesondere Ressourcenspiele (z.B. Fischereikonflikt) simuliert. Sie werden modellhaft nachgestellt, umErkenntnisseüberKooperations-undEntscheidungsverhalten vonMenscheninDilemmasituationenzugewinnen. Im Mittelpunkt dieser Simulationsspiele, besonders der Ressourcenspiele, steht eine gemeinsame Nutzung einer Ressource.DiesekanndurcheinencomputersimuliertenTeich,in demFischeleben,dargestelltwerdenodersiebestehtausChips,
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DerEinflußvonAttributionenaufdasVerhalteninökologisch-sozialenDilemmata
Schokolade oder ähnlichem. Die Spieler haben die Möglichkeit einen gewissen Anteil an der Ressource für sich zu beanspruchen. Die Spielregeln sind allerdings so gestaltet, daß die Gewinnmöglichkeiten für die ganze Gruppe kleiner werden, wenn einige wenige mehr aus der gemeinsamen Ressource beanspruchenalsdieAllgemeinheit.DasSpielbeinhaltetalsofür die Spieler eine Dilemmasituation: Entnehmen sie wenig aus der Ressource, verhalten sich also kooperativ, ist der individuelle Gewinn klein, aber die Ressource bleibt für die Allgemeinheit erhalten.Entnehmensieviel,verhaltensichalsonicht-kooperativ, können sie den eigenen Gewinn vermehren, tragen aber auf Dauer zur Vernichtung der Ressource bei und verringern ihre eignenGewinnchancen.DasSpielbestehtausmehrerenRunden, wobei verschiedene Versuchsbedingungen variiert werden können. Diese Variationen können z.B. hinsichtlich des Kommunikationsverhaltens der Mitspieler untereinander, der Rückmeldung über die Entnahme aus der Ressource, der Gruppengröße oder des Ziels (hohe Entnahme vs. niedrige Entnahme)bestehen.
Innerhalb des Konzeptes der sozialen Dilemmata werden zwei verschiedeneFormenunterschieden,dieandieserStellegenannt und kurz erläutert werden sollen. Da sind zum einen die NutzungsdilemmataundzumanderendieBeitragsdilemmata:
(1)Bei Nutzungsdilemmata (take-some-game) steht ein gemeinsam genutztes Gut im Mittelpunkt. Alle beteiligten Personen haben Anteil an einer Ressource. Der Gewinn aus dieser Ressource kommt jedem Individuum zugute und der Schaden an der Ressource trifft alle Beteiligten zu gleichen Teilen.
(2)Eine weitere Form sozialer Dilemmata sind die Beitragsdilemmata (give-some-games). Hierbei muß das Individuum zur Schaffung oder Erhaltung einer Ressource/
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DerEinflußvonAttributionenaufdasVerhalteninökologisch-sozialenDilemmata
einesGutesetwasbeitragen.
Eng verbunden mit dem Konzept der sozialen Dilemmata ist das Konzept der sozialen Falle von Platt (1973). Schroeder definiert diesozialeFalle(socialtrap)folgendermaßen:
"Socialtrapsaresituationsinwhichindividualsbehaveinorderto obtain short-term positive consequences for themselves but in whichthelong-termeffectsofthecollectiveactionsarenegative, both for the individual and for some larger group or society as whole"(Schroederetal.,1982,523.)
Sie wird also sichtbar in der individuellen vs. der kollektiven Rationalität 4 .
2.2 Ökologisch-sozialeDilemmata
Ökologisch-soziale Dilemmata, `Allmende-Klemme´ oder auch `commons dilemma´ genannt, sind ein Teil des ganz alltäglichen LebensundtretenindenunterschiedlichstenFormenauf. Imökologisch-sozialenDilemmaistnebenderbereitserwähnten sozialen Falle die Zeitfalle (temporal trap) von wesentlicher Bedeutung. Diese meint, daß die Handlungseffekte der am Dilemma beteiligten Personen erst zeitverzögert eintreten und damit oft nicht in das Bewußtsein der Handelnden gelangen. Es kommt damit zu einer Abwertung der zukünftigen Ereignisse. NachErnst(1999)wirktdieZeitfalledadurch,daßEreignisse,die in der Zukunft liegen, als subjektiv ferner, unwichtiger oder auch unwahrscheinlicher erscheinen. Sie liegen also nicht so sehr im BlickfelddesEntscheidendenwiegegenwärtigeEreignisse. Neben der Zeitfalle spielt häufig auch die räumliche oder lokale Fallen eine Rolle (vgl. Vlek & Keren, 1992). Dabei können die
4 Spieler(MitgliedereinerGruppe)sindrational,d.h.sieentscheidenüberihreWahl (Handlung)aufgrunddervorliegendenSpieldaten(Informationenbzgl.derRessource) undihrereigenenPräferenzen,dieüberdieZeitkonstantsind.
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Hanka Schmidt, 1999, Der Einfluß von Attributionen auf das Verhalten in Ökologisch-Sozialen Dilemmata, Munich, GRIN Publishing GmbH
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