„Eine Forschung, die fest auf einer oder mehreren Leistungen der Vergangenheit beruht, Leistungen die von einer bestimmten wissenschaftlichen Gemeinschaft eine zeitlang als Grundlage für ihre weitere wissenschaftliche Arbeit anerkannt werden“ (1) Ein Paradigma beschreibt den Versuch der Wissenschaft den Massen der Problemen und ihrer zahlreichen angenommenen konkreten Lösungsversuche auf eine abstrakte Theorie zu bringen, um mit dieser als zunächst "wahren" Wissensgrundlage zu arbeiten. In meinen Essay werde ich einen Paradigmawechsel anhand der Studentenbewegung (1968) aufzeigen und deduktiv, quantitativ auf die Frage eingehen, in wieweit die neuen Familienwerten und die liberalere Sexualmoral die Gesellschaft bis heute verändert hat. Anhand von einigen empirischen Studien werde ich diese Frage untersuchen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1.
1.1 Einleitung
1.2 Thomas S. Kuhn – Kurzbiografie
1.3 Kuhn´s Definition des Paradigmas
1.4 Die fünf Phasen eines Paradigmas
2.
2.1 Die Emanzipationsbewegung in Deutschland
2.2 Die Konsequenzen der 68´er Bewegung – von früher bis heute
3.
3.1 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieser Arbeit ist es, einen Paradigmenwechsel am Beispiel der Studentenbewegung von 1968 aufzuzeigen. Dabei wird untersucht, inwiefern die daraus resultierenden neuen Familienwerte und eine liberalere Sexualmoral die deutsche Gesellschaft bis in die Gegenwart nachhaltig verändert haben.
- Wissenschaftstheoretische Grundlagen nach Thomas S. Kuhn
- Entstehung und Ziele der Studentenbewegung 1968
- Veränderung traditioneller Familienbindungen
- Wandel der Sexualmoral und der individuellen Freiheit
- Empirische Betrachtung der gesellschaftlichen Folgen
Auszug aus dem Buch
2.2 Die Konsequenzen der 68´er Bewegung- von früher bis heute
Die 68´er Auflehnung erstreckte sich besonders gegen die bestehende Wertewelt im Bereich der privaten Lebensgestaltung. Althergebrachte Familienbindungen wurden kritisiert und alternative Formen des Zusammenlebens erprobt.
So wurden 1967 als neue Art des Zusammenlebens Wohngemeinschaften gegründet, in welcher nicht zwingend Verwandte ersten Grades oder Ehepaare wohnten, sondern Männer und Frauen die sich einfach zusammenschlossen und „kollektives Leben mit politischer Arbeit“ kombinierten. Diese damaligen Wohngemeinschaften wurden „Kommunen“ genannt. Sie waren eine friedliche, wenn damals auch sehr schockierende Provokation, um die gegen die Abhängigkeitsverhältnisse in der Familie zu demonstrieren. (2b)
Ebenso wurden die traditionellen Erziehungsgrundsätze kritisiert, da diese die freie Entfaltung des Individuums behinderten. Das Konzept der damals neu geforderten antiautoritären Erziehung wurde zum Teil bekannt durch die Schriften des britischen Pädagogen A. S. Neill (1883-1973).
Dieser Trend, weg von den alten Familienbildern, hin zu mehr individueller Freiheit, hat sich bis heute durchgesetzt.2001 war der Mikrozensus mit ca. 820 000 befragten Personen die in ca. 370 000 Haushalten leben, die größte jährliche Haushaltsbefragung in Europa. In Bezug auf Deutschland waren dies im April 2001 ca. 81,5 Mill. Menschen. Gerade einmal die Hälfte dieser Menschen lebt im April ´01 als Paar, also Ehepaare und Lebensgemeinschaften, mit Kindern zusammen. Ein Viertel der in Deutschland lebenden Menschen lebt als Paar ohne Kinder zusammen. 1/16 lebt ganz allein und ein Sechszehntel der Personen waren allein Erziehende mit Kindern. Gerade mal 1/54 lebten gemeinsam mit Verwandten oder in einer Wohngemeinschaft mit nicht Verwandten. Diese Verteilung ist seit 1996 relativ stabil.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen ein und definiert das Ziel der Untersuchung bezüglich des Paradigmenwechsels durch die 68er-Bewegung.
1.2 Thomas S. Kuhn – Kurzbiografie: Hier werden der Lebensweg und die wissenschaftliche Prägung des Physikers und Wissenschaftstheoretikers Thomas S. Kuhn kurz dargestellt.
1.3 Kuhn´s Definition des Paradigmas: Dieses Kapitel erläutert, wie Kuhn Paradigmen als wissenschaftliche Leistungen definiert, die Problemlösungen für eine Gemeinschaft vorgeben.
1.4 Die fünf Phasen eines Paradigmas: Die chronologische Entwicklung eines wissenschaftlichen Paradigmas wird von der vorparadigmatischen bis zur neuen paradigmatischen Phase erklärt.
2. Die Emanzipationsbewegung in Deutschland: Das Kapitel analysiert die politischen Forderungen der 68er-Bewegung und ihren Kampf gegen traditionelle Strukturen und den Autoritarismus.
2.2 Die Konsequenzen der 68´er Bewegung – von früher bis heute: Es wird der Wandel privater Lebensformen, wie Wohngemeinschaften, und die Veränderung der Sexualmoral bis in die Gegenwart untersucht.
3. Fazit: Das Kapitel resümiert die gesellschaftlichen Auswirkungen der 68er-Bewegung und stellt fest, dass die Veränderungen tiefgreifender sind, als ursprünglich angenommen.
Schlüsselwörter
Paradigmawechsel, Studentenbewegung 1968, Thomas S. Kuhn, Emanzipationsbewegung, Familienwerte, Sexualmoral, antiautoritäre Erziehung, Wohngemeinschaften, Gesellschaftswandel, 68er Generation, Mikrozensus, individuelle Freiheit, Wissenschaftstheorie, gesellschaftliche Revolution, Reformierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Paradigmenwechsel in der Gesellschaft, ausgelöst durch die Studentenbewegung von 1968.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Fokus stehen die Wissenschaftstheorie nach Thomas S. Kuhn, die politische Emanzipationsbewegung in Deutschland und der Wandel privater Lebensformen sowie der Sexualmoral.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird untersucht, inwiefern die durch die 68er-Bewegung angestoßenen Veränderungen der Familienwerte und der Sexualmoral die heutige Gesellschaft nachhaltig geprägt haben.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit nutzt einen deduktiven Ansatz und stützt sich auf empirische Daten, wie den Mikrozensus, um die gesellschaftlichen Veränderungen zu belegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Kuhn, die Analyse der 68er-Proteste und die Auswirkungen auf heutige Familienmodelle und Sexualität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Paradigmenwechsel, 68er-Bewegung, Emanzipation, Sexualmoral, Familienbilder und gesellschaftlicher Wandel.
Welche Bedeutung hat das Notstandsgesetz im Kontext der 68er-Bewegung?
Das Notstandsgesetz von 1968 war ein Versuch der Regierung, die Proteste einzudämmen, was jedoch scheiterte und die Radikalisierung der Bewegung verstärkte.
Wie hat sich die Sexualmoral laut der Arbeit konkret verändert?
Es wird festgestellt, dass Sexualität heute selbstverständlicher und mit mehr Eigenverantwortung gelebt wird, wobei der Altersdurchschnitt für erste sexuelle Erfahrungen gesunken ist.
- Arbeit zitieren
- Loretta Janzen (Autor:in), 2006, Paradigmawechsel anhand der Studentenbewegung 1968, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67456