Erklärung
Hiermit versichere ich, die vorliegende Arbeit selbstständig und unter ausschließlicher Verwendung der angegebenen Literatur und Hilfsmittel erstellt zu haben. Sämtliche Quellen sind im Text nachgewiesen und im Literaturverzeichnis erfasst.
Stuttgart, den 6.10.2006
Michaela Bruschewski
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Kurzfassung
In dieser Abhandlung soll das Prinzip Online-Dating genauer untersucht werden. Das Augenmerk fällt zunächst auf das Marktvolumen der Branche sowie auf die derzeitige gesellschaftliche Situation in Deutschland. Außerdem wird die Eigentümlichkeit des Mediums Internet explizit geprüft und die damit verbundenen Vorteile der Kommunikation bezogen auf die Partnersuche. Anhand eines Vergleichs von Offline - und Online-Beziehungsaufbau wird festgestellt, ob diese Form des Kennenlernens als Alternative zu bisher üblichen Formen der Kontaktaufnahme ernst zu nehmen ist. Auch werden verschiedene mit dieser Thematik verbundene Theorien aufgegriffen und durchleuchtet.
Abstract
In this paper, the principle of Online-Dating will be investigated in detail. Firstly, the market share of Online-Dating and the present social situation in Germany will be dealt with. The characteristics of the medium Internet and the pertaining advantages relating to the search of a partner will be explicitly examined. A comparison of the traditional Offline-Dating with Online-Dating will ascertain whether the latter may be taken seriously as an alternative way of establishing relationships. Besides various theories relating to the subject matter will be investigated.
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Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Profilbild von Passionbeat
Abb. 2: Rubrik „Allgemeine Angaben“ bei Friendscout24.de
Abb.3: Partnersuchfeld bei Friendscout24.de
Abb.4: Kontaktanfrage bei Friendscout24.de
Abb. 5: Fragenkatalog in der Rubrik „Mehr über mich“ bei iLove.de
Abb. 6: Funktion „virtuellen Kuss senden“ bei iLove.de
Abb. 7: Profilerstellung bei iLove.de
Abb. 8: Profilerstellung bei Neu.de
Abb. 9: Rubrik „Meine Persönlichkeit“ bei Neu.de
Abb. 10: Profilmaske „Beziehung“ des Parship.de-Tests
Abb. 11: Profilmaske „Freizeit“ des Parship.de-Tests
Abb. 12: Profilmaske „Impulse“ des Parship.de-Tests
Abb. 13: Testmaske „persönliche Eigenschaften“ bei ElitePartner.de
Abb. 14: Testmaske „Zeitungen und Zeitschriften“ bei ElitePartner.de
Abb. 15: Testmaske „Lebensmotive“ bei ElitePartner.de
Abb. 16: Maske zur „Stimulus-Phase“ bei Partner.de
Abb. 17: Maske zur „Werte-Phase“ bei Partner.de
Abb. 18: Marktsegmente des deutschen Online-Dating-Marktes
Abb. 19: Geschlechteranteil von Online-Dating
Abb. 20: Altersverteilung der Online-Dating-Nutzer
Abb. 21: Online-Dating-Nutzer nach Bildungsgrad
Abb. 22: Gesuchte Arten von Partnern
Abb. 23: Motivationen zur Online-Dating-Nutzung
Abb. 24: Einstellung zur Eignung von Online-Dating
Abb. 25: Anzahl von Treffen mit Online-Dating-Bekanntschaften
Abb. 26: Anzahl sexueller Erlebnisse mit Online-Dating-Bekanntschaften
Abb. 27: Anzahl von Beziehungen mit Online-Dating-Bekanntschaften
Abb. 28: Teilnehmerentwicklung auf dem Online-Dating-Gesamtmarkt
Abb. 29: Mitglieder-Entwicklung auf dem Online-Dating-Gesamtmarkt
Abb. 30: Umsatzentwicklung auf dem Online-Dating-Gesamtmarkt
Abb. 31: Marktsegmente des Online-Dating-Gesamtmarktes nach Umsatz
Abb. 32: E-Commerce-Nutzer 2005 in Deutschland
Abb. 33: Mitglieder-Entwicklung im Marktsegment „Singlebörsen“
Abb. 34: Umsatzentwicklung im Marktsegment „Singlebörsen“
Abb. 35: Mitglieder-Entwicklung im Marktsegment „Partnervermittlungen“
Abb. 36: Umsatzentwicklung im Marktsegment „Partnervermittlungen“
Abb. 37: Beispiele für Singlereisen- oder Reisebegleitungsagenturen
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Abb. 38: Plakat der Singlebörse Neu.de
Abb. 39: Plakat zur Neu.de-Kampagne für den Film „Haus über Kopf“
Abb. 40: Rubrik „Flirt“ bei Welove.de
Abb. 41: Plakat der Kampagne von Neu.de zusammen mit Senseo
Abb. 43: Kooperation von Neu.de mit der Samplerreihe „Kuschelrock“
Abb. 42: Kooperation von Neu.de mit Eplus
Abb. 44: Cover der Zeitschrift „Prinz“ und Plakat der „Just love“ Tour 2006
Abb.45: Familienformen (Vergleich 1996 und 2005)
Abb. 46: Lebendgeborene und Gestorbene in Deutschland 1960
Abb. 47: Sterbefälle und Geburten in Deutschland 2000 bis 2050
Abb. 48: Die Zahl der Eheschließungen und Ehelösungen in Deutschland
Abb. 49: Die Altersstruktur der Bevölkerung Deutschlands 1920 bis 2050
Abb. 50: Lebenserwartungen im Alter von 60 Jahren (1901 bis 2050)
Abb. 51: Plakat einer Partnervermittlung für Menschen ab 40 bei DerZweiteFrühling.de
Abb. 52: Haushaltsgrößen in Deutschland 1900 bis 2003
Abb. 53: Aktueller Überblick der Haushaltstypen in Deutschland 2003 bis 2005
Abb. 54: Bedeutung des Internets
Abb. 55: Beispiel für aussagekräftige Nicknames bei Friendscout24.de
Abb. 56: Beispiel für eine unverbindliche Flirtmessage bei Friendscout24.de
Abb. 57: Phasen im internetbasierten Kennlernprozess
Abb. 58: Attraktive gelungene Flirtmessage bei Friendscout24.de
Abb. 59: Unpassende und unattraktive Flirtmessage bei iLove.de
Abb. 60: Beispiel für Online-Medienwechsel bei Neu.de
Abb. 61: Beispiele für zielgruppenorientierte Partnerbörsen
Abb. 62: Rubrik „Lovestories“ bei Neu.de
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Inhaltsverzeichnis
1. Das Prinzip „Online-Dating“ 12
1.1 // Begriffsbestimmung „Online-Dating“ 13
1.2 // Singlebörsen im Internet 15
1.2.1 // Friendscout24 (http://www.friendscout24.de) 17
1.2.2 // iLove (http://www.ilove.de) 20
1.2.3 // Neu.de (http://www.neu.de) 23
1.3 // Partnervermittlungen im Internet 25
1.3.1 // Parship (http://www.parship.de) 26
1.3.2 // ElitePartner (http://www.elitepartner.de) 28
1.3.3 // Partner.de (http://www.partner.de) 31
2. Die Anbieter und die Nutzer 33
2.1 // Die Anbieter 34
2.1.1 // Die Online-Dating-Problematiken 35
2.2 // Die Nutzer 36
3. Das Umsatz- und Nutzervolumen 46
3.1 // Das Marktvolumen der Branche „Online-Dating“ 47
3.1.1 // Nutzer- und Teilnehmerentwicklung der Branche „Online-Dating“ 47
3.1.2 // Umsatzentwicklung der Branche „Online-Dating“ 49
3.1.3 // Stellung im Bereich des E-Commerce 51
3.2 // Marktvolumen des Bereichs „Singlebörsen“ 52
3.2.1 // Nutzerentwicklung des Bereichs „Singlebörsen“ 53
3.2.2 // Umsatzentwicklung des Bereichs „Singlebörsen“ 54
3.3 // Marktvolumen des Bereichs “Partnervermittlungen“ 54
3.3.1 // Nutzerentwicklung des Bereichs „Partnervermittlungen“ 55
3.3.2 // Umsatzentwicklung des Bereichs „Partnervermittlungen“ 55
4. Die Vermarktung 57
4.1 // Zeitgeist und Werbebotschaft 58
4.2 // Die Single-Industrie 59
4.3 // Das Marketingkonzept am Beispiel Neu.de 61
4.3.1 //Außenwerbung 62
4.3.2 // Radio 63
4.3.4 // Print 63
4.3.5 // TV 63
4.3.6 // Kino 63
4.4 // Kooperationen mit anderen Unternehmen (Crossmedia-Marketing) 65
4.4.1 // Pro7 65
4.4.2 // 9Live 66
4.4.3 // Senseo 66
6
4.4.4 // Sony 67
4.4.5 // E plus 68
4.4.6 // Prinz 68
4.4.7 // Online-Portale 69
5 D i e M a r k t a n a l y s e 70
5.1 // Familie und Kinder 71
5.2 // Ehe und Familiengründung 72
5.3 // Scheidung 75
5.4 // Vergreisung 77
5.5 // Ausblick: Individualisierung? 81
6 D i e S i n g l e 83
6.1 // Begriffsbestimmung „Singles“ 84
6.2 // Singles als Bevölkerungsgruppe 87
6.3 // Singles als Zielgruppe 88
6.4 // Single-Problematik 89
6.5 // Single-Bewegung? 91
7 D e r K a n a l I n t e r n e t 93
7.1 // Besonderheit der computervermittelten Kommunikation 95
7.2 // Individuell-Psychologische Funktion 97
7.2.1 // Online disinhibition effect (Der „Online-Enthemmungseffekt“) 97
7.2.2 // Express themselves better (Bessere Selbstdarstellung) 99
7.2.3 // Saving the typed-text (Dokumentation des Kommunikationsprozesses) 100
8 D i e P a r t n e r s u c h e 101
8.1. // Wo alles begann 102
8.2 // Abgrenzung: Gezielte Partnerwahl 103
8.3 // Problematiken der Online-Partnersuche 104
8.4 // Bewertung der Online-Partnersuche 105
8.5 // Vergleich: Klassische Formen der Partnersuche 108
8.5.1 // Kontaktgesuche 108
8.5.2 // Partnervermittlung 112
9 D e r V e r g l e i c h 113
9.1 // Die Entwicklung der Partnerwahl 114
9.2 // Der Vergleich der Kontaktaufnahme und des Beziehungsaufbaus 116
10. Das Ergebnis 126
10.1 // Ergebnis des Vergleichs von Online- und Offline-Beziehungen 127
10.2 // Fazit „Online-Dating“ 130
1 1 D i e T h e o r i e n 134
11.1 // Einsamkeit 135
11.2 // Identitätskonstruktionen 137
11.3 // Rollenspiele 138
11.4 // Worlds apart (Zwei-Welten-Theorie) 139
7
11.5 // Rückkehr in eine Stände- bzw. Klassengesellschaft 140
11.6 // Sucht (Addiction) 140
11.7 // Sozialer Inzest 142
11.8 // Mediatisierung des Alltags 143
D i e Q u e l l e n 147
Bücher 148
Zeitschriften und Zeitungen 149
Webseiten und Online-Dokumente 150
Seiten für Online-Dating 154
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Einleitung
Das Phänomen der Partnervermittlung und der öffentlichen gezielten Partnersuche ist keineswegs neu. Schon jahrzehntelang suchten Einsame nach Partnern über Annoncen und Kontaktanzeigen in Zeitungen oder ließen sich durch Eheanbahnungsagenturen mit einem potentiellen Partner zusammenführen.
Seit der zunehmenden Akzeptanz des Internets als Plattform für Waren und Dienstleistungen aller Art nutzen mehr und mehr Menschen dieses Medium verstärkt auch für die gezielte Partnersuche. Auch wird ein privater Internetzugang durch die steigende Verfügbar- und Benutzerfreundlichkeit und letztendlich auch durch Niedrigpreise im Zuge des Konkurrenzkampfes auf dem Telekommunikationsmarkt für eine wachsende Bevölkerungsgruppe möglich.
In den letzten Jahren hat die Online-Dating-Industrie einen wahren Boom erlebt: Rekordverdächtige Umsatzzahlen, eine stetig steigende Zahl an Neuregistrierungen und eine ständige öffentliche Präsenz durch immense Werbeaufkommen in den Massenmedien zeichnen diese Branche aus. Wie Pilze schießen unablässig neue Anbieter aus den Tiefen des Cyberspace und möchten auch einen Teil vom „Online-Dating-Kuchen“ abbekommen.
Für die Nutzer wird es so zwangsläufig schwerer, auf dem unübersichtlichen Markt den Überblick zu behalten. Welcher Weg führt denn nun zum Traumpartner? Sich in einer der rund 2000 deutschsprachigen Singlebörsen anmelden und eifrig Flirt-Mails verschicken bzw. auf Anfragen warten? Oder sein Glück lieber in die virtuellen Hände seriös erscheinender Partnervermittlungen legen? Das Spiel mit dem Abenteuer wagen und sich per Agentur über das Internet für ein Blinddate vermitteln lassen? Der langweiligen Beziehung einen Kick verpassen und sich online zum Fremdgehen verabreden? Oder als Alleinerziehende, Senior, Bauer, Katholik, chronisch Kranker oder Sadomaso-Fetischist in einer der zielgruppen-spezifischen Singlebörsen und Online-Communities auf die Suche gehen?
Paarungswillige haben heutzutage die Qual der Wahl und sind für viele unbemerkt als lukrative Zielgruppe entdeckt worden. Sie verfügen größtenteils über genügend finanzielle Mittel, sind gebildet und außerdem offen für die Werbebotschaften der Singlebörsen-betreiber. Die Zahl der Menschen in Deutschland, die 2005 Online-Dating-Angebote nutzten, lag bei schätzungsweise 6,4 Mio. (Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.7).
Neben dem Geschäft mit der Liebe ist auch aus der Liebe ein Geschäft geworden: Nackte Werbebotschaften von Großkonzernen oder simple TV-Serien werden mit Hilfe
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„großer Gefühle“ verpackt und wirken so direkt zuckersüß und harmlos innerhalb der alltäglichen Informationsflut.
Die harten Fakten des sozialen Lebens in Deutschland sprechen allerdings gegen diese romantischen Vorstellungen: Eine steigende Tendenz bei der Anzahl der Single-Haushalte, hohe Scheidungszahlen und eine weiter rückläufige Geburtenrate (siehe 5 Die Marktanalyse). Glaubt man den Prognosen, so ist Deutschland in 50 Jahren ein Land der einsamen Greise - der perfekte Nährboden für die Botschaften der Singlebörsen und Partnervermittlungen. Diese haben zur rechten Zeit das ökonomische Gewicht dieses sozialen Defizits erkannt und ein profitversprechendes Geschäftsprinzip zurechtgeschneidert.
Beziehungssuche durch Massenmedien war zwar immer schon kostenpflichtig (z.B. Kontaktanzeigen in Tageszeitungen, Vermittlungsgebühr bei Heiratsagenturen), aber nie zuvor wurde sie so massiv betrieben und war so populär wie jetzt über das Medium Internet. Das Geschäftsprinzip der Kommerzialisierung von sozialen Bedürfnissen mit Hilfe passender Werbebotschaften funktioniert prächtig und fährt traumhafte Gewinne ein.
Im Jahr 2005 stieg der Umsatz der Online-Dating-Branche in Deutschland auf schätzungsweise 76 Millionen Euro, 2004 waren es noch 45 Millionen Euro (siehe 3.1.2 Umsatzentwicklung der Branche „Online-Dating“). Als Köder locken die Anbieter mit immens großen Datenbanken voller potentieller Beziehungspartner und der Unkompliziertheit, mit diesem Personenkreis Kontakt aufzunehmen.
Fraglich ist, ob das Konzept „Online-Dating“ für die Nutzer das erhoffte Ergebnis erreicht. Die Profilerstellung und die Partnerwahl geschehen nach durchweg formalen Kriterien, der eigenständig auszufüllende persönliche Teil ist im Vergleich sehr gering. Führt eine Suche in einer Singlebörse nun zum gewünschten Ziel, nämlich dem erträumten Beziehungspartner oder doch nur zu oberflächlichen und letztendlich unbefriedigenden Kontakten? Wird der Mensch nicht so seiner Individualität beraubt und auf einen simplen Datensatz reduziert?
Ist es möglich, mittels generierten Suchmaschinen einen passenden Partner zu finden? Sind Menschen und zwischenmenschliche Beziehungen so berechenbar? Aus welchen medien-psychologischen Gründen sind Partnerbörsen im Internet überhaupt so populär geworden? Inwieweit ist Online-Dating überhaupt ernst zu nehmen? Oder handelt es sich hierbei nur um einen weiteren unverbindlichen Freizeitspaß? In den folgenden Schritten soll zunächst die Struktur und das Marktvolumen analysiert werden mit dem Versuch, den tatsächlichen marktökonomischen Wert dieser Branche einzuschätzen und darzustellen, wie ausschlaggebend dieser Sektor für Medienkonzerne geworden ist. Dann folgen eine Untersuchung der aktuellen demografischen
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Situation in Deutschland, die Differenzierung von gesellschaftlichen Trends und eine Abgrenzung der Bevölkerungsgruppe der Singles anhand ihrer Qualitäten als Zielgruppe für Online-Dating.
Schließlich soll die Funktion des Internets in Bezug auf seine Besonderheiten und psychologischen Aspekte für den Nutzer untersucht werden. Ausgehend von diesen Beobachtungen wird die Attraktivität der gezielten virtuellen Partnersuche definiert. Mit Hilfe von Zahlen, Beispielen und Beobachtungen aus dem „Singlebörsen-Alltag“ wird geprüft, wie glaubwürdig Singlebörsen sind und wie hoch die möglichen individuellen Erfolgschancen soziologisch einzuschätzen sind.
Anhand eines Vergleichs soll nun untersucht werden, ob es sich hier um eine ernstzunehmende Alternative des Beziehungsaufbaus handelt oder ob die Partnersuche im Internet in erster Linie nur die Ausschöpfung eines Marktsegments ist, das unter dem Licht des im Moment herrschenden Zeitgeistes hohen finanziellen Profit verspricht. Abschließend werden einige Theorien und Thesen, die sich mit dem Phänomen Online-Dating allgemein verbinden lassen, zusammengefasst und auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft.
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1. Das Prinzip „Online-Dating“
Was versteht man unter Online-Dating? Welche Formen gibt es? Wer sind die größten deutschen Singlebörsen und Partnervermittlungen im Internet? Wie funktionieren Anmeldung, Profilerstellung und Suchfunktion?
„Konnte man in den vergangenen Jahren noch den Eindruck gewinnen, das deutsche Online-Dating wäre à la „Wilder Westen“ in einer aufgeregten Goldgräberstimmung, so muss mittlerweile konstatiert werden, dass die Professionalisierung stark vorangetrieben wurde. Die Cowboys sind weg - die Nadelstreifen sind da.“ (Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.3).
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1.1 // Begriffsbestimmung „Online-Dating“
Die Bedeutung des Begriffes "Online-Dating" liegt recht nahe, betrachtet man seine Bestandteile genauer. Der Begriff "Dating" beschreibt einen zwischenmenschlichen Prozess des Kennenlernens, bei dem es darum geht, einen zunächst unbekannten potenziellen Partner auf seine Tauglichkeit für die gewünschte Beziehungsform (vom One-Night-Stand bis zur Heirat) zu überprüfen (Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.15). Das Beiwort "Online" drückt aus, dass dieser Prozess zumindest in weiten Teilen über das Internet abgewickelt wird. Online-Dating könnte also als „internetbasiertes zwischenmenschliches Kontaktknüpfen mit dem Ziel der Etablierung einer intimen und leidenschaftlichen Beziehung“ definiert werden (Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.15). Mit dieser Definition lässt sich der Markt für Online-Dating-Dienstleistungen von Anbietern abgrenzen, die sich zwar ebenfalls dem Thema Kennenlernen verschrieben haben, bei denen aber nicht die Liebesbeziehung im Vordergrund steht. Das sind beispielsweise (Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.15):
• Social-Networking (http://www.myspace.com, http://www.openbc.de)
• Freizeitpartner-Vermittlung (http://www.new-in-town.de)
• Reisepartner-Portale (http://www.travelflirt.de)
• Themen-Chats und Communities (http://www.rap.de)
• Fotovoting (http://www.wiesiehstduaus.de)
Nicht alle Internet-Angebote, die sich dem Thema "Dating" widmen, wickeln den Prozess des Kennenlernens weitgehend internetbasiert ab und sind somit auch nicht dem Online-Dating-Markt im engeren Sinne zuzuordnen. Darunter fallen (vgl. Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.16):
• Portale für SMS- und Telefon-Dating (z.B. auch via Teletext)
• Klassische Partnervermittlungen mit Internet-Auftritt
• Blinddate-Eventagenturen oder Veranstalter von Singlepartys
Unter den Begriff Online-Dating fallen fünf Formen des Beziehungsaufbaus (Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.24). Diese sind definiert als Singlebörsen, Partnervermittlungen, Adult-Dating, Single-Chat und Special-Singlebörsen. In dieser Analyse fällt das Augenmerk vorrangig auf Singlebörsen und Partnervermittlungen. Sie liegen an ihrem Marktvolumen gemessen an vorderster Stelle, haben dementsprechend auch das größte werbetechnische Aufkommen und bedienen zudem eine breite Publikumsschicht. Entsprechende Marktnischen für spezifische Zielgruppen haben die Betreiber von Spezial-Singlebörsen für sich entdeckt und sehr signifikant ausgeprägt.
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Für die internetbasierte Umsetzung des Kontaktaufbaus existiert eine Fülle von Technologien und Verfahren. Die wichtigsten Varianten und Abstufungen lassen sich am verständlichsten entlang der zentralen Kennlernphasen erläutern (Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.18). Registrierung und Echtheitsprüfung
• Nicht notwendig
• Online-Registrierung ohne Verifikation
• Online-Registrierung mit E-Mail-Verifikation (Passwort wird an die angegebene E-Mail-Adresse geschickt)
• Online-Registrierung mit redaktioneller Mitgliederprüfung
• Online-Registrierung mit Offline-Verifikation (z.B. durch Telefon) Personenbeschreibung
• Keine (klassischer Chat)
• Steckbrief (wie in den meisten Singlebörsen)
• Psychologischer Persönlichkeitstest (wird bei vielen Partnervermittlungen durchgeführt)
• Foto (Möglichkeit zum Anlegen von Fotogalerien, z.B. auch für definierte Altersgruppen)
• Voice (Stimmproben)
• Video (kurze signifikante Videosequenzen) Suche und Selektion von potentiellen Partnern
• Unsystematisch durch Eigeninitiative der Nutzer (klassischer Chat)
• Einfache Kriteriensuche für User (siehe unten „Schnellsuche“)
• Komplexe Kriteriensuche (mit Berücksichtigung der gegenseitigen Übereinstimmungen)
• Algorithmusbasierte Vermittlung durch Anbieter (Partnervermittlungen) Online-Kontaktaufnahme und -Abtasten
• E-Mail (Anbieter gibt User-E-Mail-Adresse weiter)
• Anonymisierte E-Mail (Anbieter übermittelt verschlüsselte E-Mail-Adresse des Nutzers)
• Internes Mailsystem (Versenden von Flirtmessages über Betreiber-Homepage)
• Multi-User-Textchat
• Privat-Textchat
• Voice-Chat
• Video-Chat
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Über diese rein internetbasierten Grundbausteine hinaus versuchen einige Online-Dating-Anbieter, sich mit verschiedenen Cross-Media-Konzepten am Markt zu positionieren. Einige Portale bieten eine SMS-Schnittstelle, das heißt Nutzer werden per SMS über neue Mails informiert oder können per SMS Nachrichten an andere Nutzer senden (siehe 1.2.2 iLove (http://www.ilove.de))
Abgesehen davon, dass Betreiber mit ihrem Angebot natürlich Geld verdienen möchten, ist der Betrieb eines Online-Dating-Portals zwangsläufig mit diversen Kosten verbunden, beispielsweise für Entwicklung und Pflege der Online-Dating-Software, Prüfung von neuen Mitgliedern oder für das Marketing. Die Einnahmen stammen hauptsächlich aus Mitgliedschaftsgebühren oder aus Fremdwerbung auf den eigenen Webseiten (Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.20 f.).
1.2 // Singlebörsen im Internet
Das Prinzip der Singlebörse basiert auf der Übertragung und Weiterentwicklung der aus Tageszeitungen und Stadtmagazinen bekannten Kontaktanzeige auf das Medium Internet (vgl. Döring, 2003b, S449). Erste Singlebörsen wurden im deutschsprachigen Raum um 1994 eröffnet, zunächst als virtuelle Ergänzung zur Print-Kontaktanzeige. Mittlerweile zählen rund 2.000 deutschsprachige Plattformen im Internet zu der „Branche der einsamen Herzen“ (Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.27). Technisch gesehen wird von einer Singlebörse gesprochen, wenn folgende Kriterien zutreffen (Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.25):
• Der Nutzer durchläuft eine Online-Registrierung und kann einen Steckbrief mit standardisierten Parametern anlegen.
• Es steht eine Kriteriensuche durch andere Nutzer zur Verfügung.
• Für die Kontaktaufnahme existiert ein internes Mailsystem, das die Identität des Nutzers (persönliche Daten) geheim hält.
Aus Sicht des Nutzers entstehen so virtuelle Marktplätze, auf denen er sich gezielt potenzielle Partnerkandidaten auswählen kann. In Anlehnung an diese Marktplatz-Charakteristik hat sich der Begriff "Börse" durchgesetzt (Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.26). Hinsichtlich der Zielgruppe sind Singlebörsen für durchschnittliche "Mainstream-Partnersuchende" konzipiert. Kernstück jeder Singlebörse ist eine ausgefeilte Suchfunktion, mit der die Nutzer Hunderttausende von Profilen effizient durchsuchen können. Hier lassen sich folgende Ansätze feststellen (vgl. Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.26):
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• Schnellsuche
Die Schnellsuche dient dazu, sich einen groben Überblick über den vorhandenen Profil-bestand zu verschaffen, und berücksichtigt nur wesentliche Kriterien wie Geschlecht, Alter und Wohnort.
• Detailsuche
Bei der Detailsuche kann der Nutzer sehr differenzierte Angaben zu seinem Wunschpartner machen. Die Umsetzung richtet sich danach, in welchem Umfang und mit welchen Schwer-punkten der Anbieter die formalen Daten erhebt.
• Gespeicherte Suche
Speichert der Nutzer eine Detailsuche ab, werden diese Kriterien häufig dazu benutzt, ihn per E-Mail über interessante neue Mitglieder zu informieren. Dabei handelt es sich in
erster Linie um ein Marketing-Instrument, um den Nutzer regelmäßig auf die Webseite des Anbieters zu locken.
• "Wer-ist-online"-Suche
Bei Anbietern, die die Kontaktaufnahme zusätzlich via Privat-Textchat ermöglichen, kann der Nutzer sich meist alle Mitglieder anzeigen lassen, die gerade online sind.
Im Folgenden sollen die größten und populärsten Singlebörsen im Internet vorgestellt und untersucht werden, die Beschränkung liegt hierbei auf deutschen Anbietern 1 . Fokussiert wird die Profilerstellung, Suchfunktion und die Kostenpflichtigkeit. Anhand dieser Analyse sollen in den folgenden Kapiteln Ergebnisse und Thesen belegt und deutlich gemacht werden.
Um diese Funktionen zu testen, einen Eindruck von dem „Umgang“ in Singlebörsen zu erhalten und um letztendlich auch soziologische und medienpsychologische Aspekte zu überprüfen und auszuwerten, wurde ein fiktives Profil erstellt.
Profil von “passionbeat” Alter: 22 Jahre, weiblich
Interessen: Sport, Ausgehen, Freunde, Shoppen, Musik, Film, Kunst Allgemeine Situation: Wohnt in Hamburg, studiert Grundschullehramt im 6. Semester Persönliche Situation: Kommt aus langjähriger Beziehung und will jetzt nach langer Trauerphase endlich wieder einen festen Partner finden
1 Die Angaben in den folgenden Rubriken „Anzahl der registrierten Nutzer“, „Verhältnis männlich/weiblich“, „Kostenloser Service“ und „Kostenpflichtiger Service“ wurden 2006 von den Anbietern von Singlebörsen-Vergleich.de erstellt und sind online abrufbar unter: http://www. singleboersen-vergleich.de/ kontaktanzeigen.htm
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Wichtige Werte: Treue, Vertrauen, Humor, Spaß, auch mal zusammen einen Abend vorm Fernseher verbringen, aber ebenso die Nächte durchfeiern, zusammen verreisen, spontan Abenteuer erleben
Motto: Ich mag keine Muskelheinis ohne Hirn, dann schon lieber einen Waschlappenbubi mit Köpfchen!
Abb. 1: Profilbild von Passionbeat
1.2.1 // Friendscout24 (http://www.friendscout24.de) Anzahl der registrierten Nutzer: rund 3,8 Mio. Verhältnis männlich/weiblich: 57/43
Kostenloser Service: Kontaktanzeige aufgeben, volle Suchfunktion, Antworten auf FlirtMails und Privat-Chat-Einladungen von Premium-Mitgliedern Kostenpflichtiger Service: Premium Mitgliedschaft ab 24,95 Euro im Monat Benutzername: Passionbeat
Friendscout24 gehört zur Scout24-Gruppe und damit zu T-Online (Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.28). Es handelt sich hier, gemessen an der Zahl der registrierten Nutzer, um die größte deutsche Singlebörse (Singlebörsen-Vergleich.de, 2006 2 ). Bis Mitte 2004 war Friendscout24.de eindeutig der Marktführer, seitdem wetteifern auch Anbieter wie iLove.de und Neu.de um diese Stellung und berufen sich dabei auf unterschiedliche Kennzahlen wie die Online-Reichweite oder die Zahl der "im letzen Monat aktiven Mitglieder" (Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.28).
Bei diesem Portal besteht die Möglichkeit, bis zu 5 Fotos in sein Profil zu laden. Dann kann man seine Angaben in den Rubriken „Basis“, „Persönliches“, „Interessen“, „Suche“, „25 Fragen“ und „VIP“ vervollständigen.
2 Online unter: http://www.singleboersen-vergleich.de/analysen/friendscout24.htm
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Zunächst macht man allgemeine Angaben zum körperlichen Erscheinungsbild (Augenfarbe, Haarfarbe, etc.). Dann folgen die Kategorien „Erscheinungsbild“ (mehrere Eigenschaften können ausgewählt werden), „Attraktivität“ (Skala von 1 bis 9), „Fitness“ (Fitnesslevel wählbar), Ernährungstyp, Rauchverhalten, Lieblingsküche, Familie, Beruf, Ausbildung, Religion und beherrschte Sprachen. In jedem Feld besteht immer die Möglichkeit zu „keine Angaben“.
Abb. 2: Rubrik „Allgemeine Angaben“ (Quelle: Friendscout24.de, 2006, online unter: http://www. friendscout24.de)
In der nächsten Rubrik „Interessen“ wählt man bestimmte Hobbys und Freizeitbeschäftigungen aus einer Liste („Musik hören“, „Sport treiben“, „Kunst angucken“, etc.). Man trifft jeweils eine ja/nein-Entscheidung.
Im Punkt „Suche“ (Wie sieht mein Traumpartner/in aus?) wählt man zunächst „Basisangaben“, „Aussehen“ (Figur, Gewicht, Haarfarbe,…), „Hintergrund“ (Familienstand, Kinderwunsch, Einkommen, Bildung,…) und „Lifestyle“ (Rauchverhalten, Fitnesslevel,…). Auch hier - in diesem eigentlich sehr persönlichen Bereich - sind die möglichen Angaben in einer Liste vordefiniert.
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Abb.3: Partnersuchfeld (Quelle: Friendscout24.de, 2006, online unter: http://www. friendscout24.de)
Der letzte Punkt der Profilerstellung, „25 Fragen“ lässt zum ersten Mal frei formulierbare Angaben zu („Wie stellen Sie sich Ihren Traumpartner vor?“, etc.). Außer dieser Rubrik gibt es in der gesamten Profilerstellung nur die Möglichkeit, Buttons zu setzen oder aus einer Liste auszuwählen.
Wenn das Profil vollständig erstellt wurde, kann man durch andere Nutzer gefunden werden. Eine Liste am rechten Bildrand zeigt, welche User im Moment online sind. Bevor Kontakt aufgenommen werden kann, muss eine Kontaktierungsmail geschrieben werden. Diese Anfrage kann man ablehnen oder annehmen. Als weiteren Service bekommt man eine wöchentliche „Flirtstatistik“ per E-Mail zugeschickt. Hier kann man auf einen Blick sehen, ob neue Flirtmessages im Posteingang liegen und wie viele Nutzer das Profil besucht haben.
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Abb.4: Kontaktanfrage (Quelle: Friendscout24.de, 2006, online unter: http://www. friendscout24.de)
Anmerkung:
Hier wurden eigentlich nur Flirtmessages an das Profil geschickt, als „Passionbeat“ online war. Daraus lässt sich schließen, dass hauptsächlich durch die „Wer-ist-online“-Funktion nach neuen Kontakten gesucht wird.
1.2.2 // iLove (http://www.ilove.de)
Anzahl der registrierten Nutzer: rund 1,5 Mio. Verhältnis männlich/weiblich: 63/37
Kostenloser Service: Kontaktanzeige mit Fotos aufgeben, volle Suchfunktion, auf Wunsch: Teilnahme an einem Casting Für Frauen ist die Nutzung komplett kostenlos.
Kostenpflichtiger Service: Mitgliedschaft 4,99 Euro pro Woche für Männer Nur Frauen und männliche Zahler können flirten, chatten und auf FlirtMails reagieren Benutzename: Passionbeat
ILove ist ein Ableger der Jamba!-Gruppe, die Bezahlung wird über die Mobilfunkrechnung abgewickelt (Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.28). Außerdem bietet iLove seit Herbst 2005 nahezu die gesamte Funktionalität des Internet-Portals auch als JAVA-Applikation für Mobilfunk-Endgeräte an.
Hier werden ebenfalls zunächst allgemeine Angaben („Gewicht“, „Größe“, „Augenfarbe“, etc.) gemacht. Allerdings trägt man den jeweiligen Wert oder Text selbstständig ein und wählt nicht aus einer vordefinierten Liste. In dem Feld „Was mich ausmacht“ erstellt man einen freien Text, der vor der Freischaltung durch den Betreiber auf unzulässige Inhalte geprüft wird.
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Außerdem besteht noch die Möglichkeit, im Bereich „Mehr über mich“ 25 Fragen selbstständig zu beantworten. Für jede Frage stehen jeweils 512 Zeichen zur Verfügung.
Abb. 5: Fragenkatalog in der Rubrik „Mehr über mich“ (Quelle: iLove.de, 2006, online unter: http://www.ilove.de)
In der Rubrik für die eigenen Partnervorstellungen trägt man zunächst das gewünschte Geschlecht und die gesuchte Beziehungsform ein (z.B. „Dating & Beziehung“). In der Zeile „Was ich suche“ ist ebenfalls Platz für einen freien Text. Auch dieser wird durch den Betreiber geprüft, bevor er für andere Nutzer sichtbar ist. Des Weiteren beinhaltet diese Singlebörse die Funktion, einen „virtuellen Kuss“ zu senden. Hierbei handelt es sich um eine unverbindliche Nachricht, mit der man die Person, die man ins Auge gefasst hat, auf sich aufmerksam machen kann.
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Abb. 7: Profilerstellung (Quelle: iLove.de, 2006, online unter: http://www.ilove.de)
Anmerkung:
Einige Minuten nach der Registrierung wurden schon Nachrichten an das Profil „Passionbeat“ geschickt.
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1.2.3 // Neu.de (http://www.neu.de)
Anzahl der registrierten Nutzer: rund 3,5 Mio. Verhältnis männlich/weiblich: 58/42
Kostenloser Service: Kontaktanzeige mit Fotos aufgeben, Basis-Suchfunktion, FlirtMails lesen
Für Frauen ist die Nutzung komplett kostenlos.
Kostenpflichtiger Service: Mitgliedschaft ab 19 Euro im Monat für Männer Benutzername: Passionbeat
Auch bei der Registrierung in dieser Singlebörse macht man zunächst allgemeine Angaben („Person“, „Aussehen“, „politische Einstellung“, „Lieblingsküche“, etc.). Aus den ausgefüllten Feldern wird dann die „Flirtchance“ in Prozent angegeben; je mehr Angaben man zu seiner Person macht oder je mehr Fotos man in sein Profil stellt, desto höher steigen die Flirtchancen.
Es besteht außerdem die Möglichkeit, verschiedene Fotogalerien für bestimmte Altersgruppen anzulegen. Die Fotos werden einer Prüfung durch die Betreiber unterzogen und dann für die Nutzer frei geschaltet.
Abb. 8: Profilerstellung (Quelle: Neu.de, 2006, online unter: http://www.neu.de)
In der Rubrik „Was mir wichtig ist“ kann man auf formulierte Fragen mit einem freien Text antworten. In dem folgenden Bereich „Meine Persönlichkeit“ wählt man aus den Bereichen „Freizeit“ und „Sport“ Elemente aus einer Liste aus und klickt sie bei einer Übereinstimmung an.
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Abb. 9: Rubrik „Meine Persönlichkeit“ (Quelle: Neu.de, 2006, online unter: http://www.neu.de)
Anmerkung:
Auch hier bekam das Profil „Passionbeat“ schon einige Minuten nach der Registrierung die ersten Kontaktwünsche.
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1.3 // Partnervermittlungen im Internet
Internet-Partnervermittlungen basieren auf der Übertragung des Geschäftsmodells der klassischen Partnervermittlung auf das Medium Internet (Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.30). Der wesentliche Unterschied der Online-Partnervermitlung im Vergleich zur Singlebörse besteht darin, dass die Suche und Auswahl von potenziellen Partnern nicht durch den Nutzer, sondern durch den Anbieter in Form von generierten Computerprogrammen erfolgt.
Technisch gesehen wird von einer Internet-Partnervermittlung gesprochen, wenn folgende Kriterien zutreffen (vgl. Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.30):
• Der Nutzer durchläuft eine Online-Registrierung und füllt online einen standardisierten Fragebogen mit Angaben zu sich und seinem Wunschpartner aus.
• Partnervorschläge werden mittels computerbasierter Auswahlverfahren generiert.
• Partnervorschläge werden dem Nutzer per E-Mail oder über ein internes System bekannt gegeben.
Aus Sicht des Kunden birgt die Internet-Partnervermittlung mehr positive Effekte als die Partnersuche mittels Singlebörsen. Die größten Vorteile liegen darin, dass die Anonymität gewahrt bleibt (keine Veröffentlichung von Fotos, kein Nickname, sondern unpersönliche Chiffre-Nummer) und der Suchaufwand reduziert wird. Auch die direkte virtuelle Konkurrenzsituation ist stark abgeschwächt, da die Nutzer nicht wie in einer Singlebörse direkt „aufeinander prallen“. Ein großer Nachteil ist, dass die Kunden nur begrenzt Einfluss auf die ihnen vermittelten Partnervorschläge nehmen können. Hinsichtlich der Zielgruppe sprechen Partnervermittlungen ebenfalls ein breites Spektrum an, allerdings mit dem Fokus auf den "ernsthaft Suchenden" (ggf. auch in höheren Altersgruppen). Die Werbebotschaften werden so eher mit Begriffen wie "seriös", "Lebenspartner" und "langjährig erprobte paarpsychologische Vermittlung" ausgestattet, während Single-börsen eher Aspekte wie "Flirtrevier", "Kennlern-Plattform" oder "schnelles Dating" betonen.
Während unter den Singlebörsen noch einige kostenlose Anbieter zu finden sind, können Internet-Partnervermittlungen nicht unentgeltlich genutzt werden. Die Kosten für ein zeitlich befristetes Abonnement sind mit rund 40 bis 200 Euro deutlich höher als die Mitgliedschaft in Singlebörsen.
Im deutschsprachigen Internet finden sich weit über 500 Portale, auf denen die Dienstleistung "Partnervermittlung" angeboten wird (Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.34). Bei den meisten Anbietern handelt es sich allerdings um klassische Partnervermittlungen mit einem Internet-Auftritt, die nicht in die Definitionsgruppe „Online-Dating“ zählen (siehe 1.1 Begriffsbestimmung „Online-Dating“). Übrig bleibt eine Menge von rund 50
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bis 100 deutschsprachigen Anbietern, je nachdem, wie großzügig der Begriff "Internet-Partnervermittlung" ausgelegt wird (Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.34). Die marktführenden Anbieter 3 sollen nun vorgestellt und analysiert werden.
1.3.1 // Parship (http://www.parship.de) Anzahl der registrierten Nutzer: 1,75 Mio. Verhältnis männlich/weiblich: 47/53
Kostenloser Service: Online-Profil ausfüllen und Kurzgutachten einsehen, Partnervorschläge und Kontaktgesuche erhalten - Aber keine Möglichkeit der Kontaktaufnahme
Kostenpflichtiger Service: Unbegrenztes Kommunizieren: 3 Monate: 120 Euro, 6 Monate: 179,40 Euro, 12 Monate: 262,20 Euro, nur Gutachten: 69 Euro
Parship.de war im Frühjahr 2001 der erste bedeutende Anbieter der Online-Partnervermittlung. Mittlerweile ist Parship.de ein Teil des Holtzbrinck-Imperiums (Parship.de, 2006 4 ). Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern aus dem Printbereich (z.B. spiegel.de, faz.de, sueddeutsche.de, etc.). Parship.de ist außerdem seit einigen Jahren als parship.com auch im Ausland aktiv und inzwischen sogar zum europäischen Marktführer aufgestiegen (Wiechers und Pflitsch, 2006a, S.35). Bei einer Profilerstellung führt man zunächst einen Persönlichkeitstest durch. Der Test umfasst die Bereiche „Beziehung“, „Freizeit“, „Alltag“, „Impulse“ und „Leben“. Teilweise sind die Fragen sehr persönlich („Wie wichtig ist Ihnen Sex in einer Beziehung?“), aber größtenteils handelt es sich hier um allgemeine Fragen oder typische Reaktionen in bestimmten alltäglichen Situationen. Im Bereich „Impulse“ muss intuitiv eine Auswahl zwischen zwei ähnlichen Bildern getroffen oder Titel zu dargestellten Szenen bestimmt werden.
3 Die Angaben in den folgenden Rubriken „Anzahl der registrierten Nutzer“, „Verhältnis männlich/weiblich“, „Kostenloser Service“ und „Kostenpflichtiger Service“ wurden 2006 von den Anbietern von Singlebörsen-Vergleich.de erstellt und sind online abrufbar unter: http://www. singleboersen-vergleich.de/ partnervermittlungen.htm
4 Online unter http://www.parship.de
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Abb. 10: Profilmaske „Beziehung“ des Parship-Tests (Quelle: Parship.de, 2006, online unter:
Abb. 11: Profilmaske „Freizeit“ des Parship-Tests (Quelle: Parship.de, 2006, online unter: http://www.parship.de)
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Abb. 12: Profilmaske „Impulse“ des Parship-Tests (Quelle: Parship.de, 2006, online unter: http://www.parship.de)
Die gesamte Profilerstellung ist relativ zeitaufwendig (ca. 45 Minuten). Nach erfolgreichem Abschluss erhält man eine Testauswertung zu insgesamt 24 ermittelten Charaktereigenschaften.
Im Mitgliederbereich werden dann anonymisierte Partnervorschläge mit den am besten zu dem Profil passenden Nutzern gemacht. Allerdings kann man erst Kontakt zu diesen Personen aufnehmen, wenn man Abo-Mitglied bei Parship.de wird, was mit monatlichen Kosten verbunden ist. Geht man diese Mitgliedschaft ein, erhält man außerdem das ermittelte Gutachten in gebundener Form.
1.3.2 // ElitePartner (http://www.elitepartner.de) Anzahl der registrierten Nutzer: 250.000 Verhältnis männlich/weiblich: 45/55
Kostenloser Service: Online-Profil ausfüllen und Kurzgutachten einsehen, Partnervorschläge und Kontaktgesuche erhalten - Aber keine Möglichkeit der Kontaktaufnahme
Kostenpflichtiger Service: Unbegrenztes Kommunizieren: 3 Monate: 117 Euro, 6 Monate: 174 Euro, 12 Monate: 252 Euro, nur Gutachten: 69 Euro
ElitePartner existiert seit 2004 und gehört zu dem Medienkonzern der Hubert Burda Media Group (ElitePartner.de, 2006 5 ). Als Hauptzielgruppe werden Akademiker be-
5 Online
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dient. Nach eigenen Angaben haben 67% aller registrierten Mitglieder studiert. Weitere Kriterien neben einem hohen Bildungsgrad sind ein überdurchschnittlich gutes Aussehen und gehobene finanzielle Verhältnisse. Ähnliche Wertvorstellungen und Ziele sowie ein ähnliches Bildungsniveau, so die Macher von ElitePartner.de, sind Garant für eine „besonders glückliche und dauerhafte Beziehung“. Die Anmeldungen in dieser Datenbank werden außerdem nach eigenen Angaben „handgeprüft“. Bei der Registrierung muss man keinen Benutzernamen wählen, sondern bekommt eine automatische Chiffre zugeteilt. Im folgenden Test muss man anhand einer Skala von 1-6 (1=Trifft vollkommen zu, 6=Trifft überhaupt nicht zu) verschiedene Aussagen zur eigenen Person und zu zwischenmenschlichen Beziehungen bewerten. Auch sehr allgemeine Elemente wie „Lieblingsküche“, „Wohnungsstil“ oder „bevorzugt gelesene Zeitungen und Zeitschriften“ gehören zum Test. Ebenfalls gibt es eine Maske, in der jeweils die attraktivsten oder unattraktivsten Lebensmotive gewählt werden sollen.
Abb. 13: Testmaske „persönliche Eigenschaften“ (Quelle: ElitePartner.de, 2006, online unter: http://www.elitepartner.de)
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Abb. 15: Testmaske „Lebensmotive“ (Quelle: ElitePartner.de, 2006, online unter: http://www.elitepartner.de)
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1.3.3 // Partner.de (http://www.partner.de)
Anzahl der registrierten Nutzer: 175.000 Verhältnis männlich/weiblich: 55/45
Kostenloser Service: Online-Profil ausfüllen und Kurzgutachten einsehen, Partnervorschläge und Kontaktgesuche erhalten, 5 Mitglieder kontaktieren Kostenpflichtiger Service: Premium-Mitgliedschaft: 1 Monat: 49 Euro, 3 Monate: 117 Euro, 6 Monate: 174 Euro
Partner.de ist das Schwesterunternehmen der Singlebörse Neu.de und seit Mitte 2005 online. Partner.de ist die „Volks-Partneragentur“ (Singlebörsen-Vergleich.de, 2006 6 ), ähnlich wie Neu.de als die „Volks-Singlebörse“ bezeichnet wird. Schon bei der Registrierung wird darauf hingewiesen, dass die Ausfüllung des Fragebogens ca. 60 Minuten in Anspruch nehmen wird. Die Beantwortung der Fragen entspricht dem „Prozess des Kennenlernens im Alltag“ (Partner.de, 2006 7 ). Unterteilt wird hier in die „Stimulus-Phase“ (erstes Annähern), dann folgt die „Werte-Phase“ (intimere Gesprächsthemen) und nach Bearbeitung dieser Bereiche begibt man sich in die „Rollen-Phase“ (Definierung der Beziehungsvorstellungen). Schlussendlich unterscheiden sich die Kriterien hier aber nicht stark von denen der Profilerstellung in einer Singlebörse, sie sind nur viel ausführlicher.
Nachdem man das Profil vollständig ausgefüllt hat, wird dieses in die Datenbank eingespeist und nach passenden Partnern gesucht. Bei einer Profilübereinstimmung werden die betreffenden Nutzer vorgeschlagen und können kontaktiert werden. Die ersten fünf Kontaktierungen sind kostenfrei, dann muss allerdings auch hier eine kostenpflichtige Mitgliedschaft abgeschlossen werden.
Abb. 16: Maske zur „Stimulus-Phase“ (Quelle: Partner.de, 2006, online unter: http://www. partner.de)
6 Online unter: http://www.singleboersen-anbieter.de/partnervermittlungen.htm
7 Online unter: http://www.partner.de
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Arbeit zitieren:
Michaela Bruschewski, 2006, Soziale und ökonomische Aspekte von Singlebörsen und Partnervermittlungen im Internet, München, GRIN Verlag GmbH
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Mich würde sehr interessieren, warum in einer Beziehung stehende Partner, die vorgeben, den Partner sehr zu lieben, es auch so leben einerseits, dennoch zusätzlich sich heimlich auf einer Singlebörse, Partnerbörse, erotischen Börsen, Chats registrieren lassen, angeben, Single zu sein und dennoch jemanden suchen. Kann man solchen Menschen überhaupt in der heutigen Zeit noch vertrauen? Was suchen solche Leute noch zusätzlich, wenn es die scheinbar große Liebe ist, die Partner sich erst frisch verliebt haben und erst ein Jahr beisammen sind, zwar in getrennten Wohnungen, weil es beruflich nicht anders möglich ist, aber dennoch fix zusammen.
Was ist der KICK an dem ganzen? Sind sie deshalb untreu?
Ist sicher nicht hier zu beantworten, eher wahrscheinlich in einem Psychologieforum, oder?
Ich freue mich auf Ihre Meinung!
am Wednesday, August 06, 2008-