INHALTSVERZEICHNIS
ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS VI
1 EINLEITUNG. 1
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG. 1
1.2 VORGEHENSWEISE. 2
1.3 E-COMMERCE AKTUELL 3
2 GRUNDLAGEN DES E-COMMERCE 7
2.1 GESCHICHTE DES INTERNETS 7
2.2 ABGRENZUNG E-BUSINESS UND E-COMMERCE 9
2.3 MARKTTEILNEHMER. 13
2.4 DER KUNDE IM INTERNET 16
2.5 DIE BEREITSCHAFT ZUM KAUF IM INTERNET. 18
2.6 BESTIMMUNGSGRÖßEN DES KUNDENNUTZENS IM E-COMMERCE 19
2.7 RAHMENBEDINGUNGEN DES E-COMMERCE 20
2.7.1 Bezahlung und Sicherheit 20
2.7.2 Zahlungsmethoden. 21
3 STRATEGISCHE ZIELE UND ZIELGRUPPEN DES E-COMMERCE IN DER FASHIO-N
INDUSTRY. 26
3.1 ZIELE DES INTERNETEINSATZES 26
3.1.1 Kundenakquisition 28
3.1.2 Kundenbindung und -integration 28
3.1.3 Kundenzufriedenheit 30
3.2 ZIELGRUPPEN DES INTERNETEINSATZES. 31
3.3 STRATEGISCHE OPTIONEN. 32
3.3.1 INTERNET ALS MEDIUM ODER MARKT 33
3.3.2 WACHSTUM 34
3.3.3 INTERNATIONALISIERUNG. 34
3.3.4 INHALTE UND ZIELGRUPPEN DES INTERNETS. 35
4 OPERATIVE MARKETINGPOLITISCHE INSTRUMENTARIEN 38
4.1 PRODUKTPOLITIK 40
4.2 KONTRAHIERUNGSPOLITIK 43
4.2.1 Strategien bei Preisänderungen. 46
4.2.2 Reaktionen auf Preisänderungen der Mitbewerber. 46
4.3 KOMMUNIKATIONSPOLITIK. 47
4.3.1 Maßnahmen der Kommunikationspolitik 48
4.3.1.1 Mediawerbung. 48
4.3.1.2 Verkaufsförderung. 49
4.3.1.3 Direct Marketing 50
4.3.1.4 Public Relations. 51
4.3.1.5 Persönliche Kommunikation 52
4.3.1.6 Multimediakommunikation 53
4.4 DISTRIBUTIONSPOLITIK 55
5 ABGRENZUNG DER MARKETINGPOLITISCHEN INSTRUMENTE ZUM E-COMMERCE. 57
5.1 DIE PRODUKTPOLITIK DES E-COMMERCE 57
5.2 KOMMUNIKATIONSPOLITIK DES E-COMMERCE. 58
5.3 KONTRAHIERUNGSPOLITIK DES E-COMMERCE 59
5.4 DISTRIBUTIONSPOLITIK DES E-COMMERCE 60
6 CHANCEN UND RISIKEN DES E-COMMERCE 62
6.1 ALLGEMEINE AUSWIRKUNGEN DES E-COMMERCE. 62
6.2 VORTEILE FÜR DEN KUNDEN 63
6.3 NACHTEILE FÜR DEN KUNDEN 63
6.4 VORTEILE AUS UNTERNEHMENSSICHT 65
6.5 RISIKEN FÜR UNTERNEHMEN 68
7 ERFOLGSFAKTOREN IM E-COMMERCE. 70
II
7.1 GESTALTUNGSMÖGLICHKEITEN. 72
7.1.1 Die Gestaltungsregeln einer Website. 72
7.1.2 Digitale Modeprospekte/ Laufstege. 73
7.1.3 Virtuelle Einkaufsberater 76
7.1.4 Interaktive Kommunikation 77
7.1.5 Virtuelle Einkaufswelt 77
7.2 ERFOLG DURCH VIRAL-MARKETING. 79
7.3 FÜHRENDE WEBSITES IM LUXUSSEGMENT. 79
7.3.1 Beispiele von E-Shops im Luxusbereich. 80
7.3.2 Multi-Label Internet-Anbieter im Luxusbereich. 83
7.4 ANFORDERUNGEN DES KUNDEN AN DIE WEBSITE. 86
7.5 ANFORDERUNGEN DES ANBIETERS AN DIE WEBSITE 87
8 FAZIT UND AUSBLICK. 88
8.1 FAZIT. 88
8.2 AUSBLICK 92
III
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
ABBILDUNG 1: UMSATZENTWICKLUNG IM E-COMMERCE IN MILLIONEN EURO
ABBILDUNG 2: ENTWICKLUNG DER KÄUFER -UND UMSATZVERTEILUNG IN PROZENT
ABBILDUNG 3: ANZAHL DER ONLINE-KÄUFER IN DEN WACHSTUMSSTÄRKSTEN MÄRKTEN
ABBILDUNG 4: KRITERIEN BEI DER INFORMATIONSBESCHAFFUNG.
ABBILDUNG 5: DAS WACHSTUM DER HOST RECHNER IM INTERNET.
ABBILDUNG 6: ZUR VIELFALT DER GESCHÄFTSBEZIEHUNG
ABBILDUNG 7: TEILBEREICHE DES E-BUSINESS
ABBILDUNG 8: ELEKTRONISCHE KANÄLE DES E-COMMERCE
ABBILDUNG 9: TRANSAKTIONSBEREICHE DES MARKTORIENTIERTEN E-COMMERCE.
ABBILDUNG 10: ART DER ERWORBENEN WAREN UND DIENSTLEISTUNGEN VON KÄUFERN IM INTERNET
ABBILDUNG 11: SSL-VESCHLÜSSELUNG.
ABBILDUNG 12: EINSATZ VON E-COMMERCE IN VERSCHIEDENEN GESCHÄFTSARTEN
ABBILDUNG 13: BASISSTRATEGIEN
ABBILDUNG 14: STRATEGISCHE OPTION DES MODE-MARKETING IM INTERNET.
ABBILDUNG 15: DIE 4 P ALS INSTRUMENTE DES MARKETING-MIX.
ABBILDUNG 16: MAßNAHMEN DER VERKAUFSFÖRDERUNG
ABBILDUNG 18: MAßNAHMEN DER PERSÖNLICHEN KOMMUNIKATION IM ÜBERBLICK.
ABBILDUNG 19: KONVERGENZ DER TIME-INDUSTRIEN
ABBILDUNG 20: GRÜNDE WARUM NICHT IM INTERNET GEKAUFT WIRD
ABBILDUNG 21: NUTZENPOTENTIALE DES E-COMMERCE
ABBILDUNG 22: DER DIGITALE LAUFSTEG VON CHANEL
ABBILDUNG 23: DAS DIGITALE MODEPROSPEKT UND LAUFSTEG VON HUGO BOSS.
ABBILDUNG 24: VIRTUELLER EINKAUFSBERATER BEI RALPH LAUREN.
ABBILDUNG 25: ESCADA WEBSITE.
ABBILDUNG 26: MULTIMEDIALE DARSTELLUNG VON DIOR
ABBILDUNG 27: ONLINE SHOP VON GUCCI.
ABBILDUNG 28: KATALOGÄHNLICHE DARSTELLUNG DER PRODUKTE
ABBILDUNG 29: MULTILABEL E-SHOP: ELUXURY
ABBILDUNG 30: MULTILABEL E-SHOP: NET-A-PORTER.
ABBILDUNG 31: MULTILABEL E-SHOP: NEIMAN MARCUS
ABBILDUNG 32: DESIGNER INDEX NIEMAN MARCUS
IV
TABELLENVERZEICHNIS
TABELLE 1: ÜBERSICHT ZAHLUNGSMETHODEN 21
TABELLE 2: AKTIVITÄTSBEREICHE DER PUBLIC RELATIONS 52
V
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
Viele Modeunternehmen reagieren nach wir vor mit Skepsis, wenn das Thema Electronic Commerce (E-Commerce) angesprochen wird. Während Industrieunternehmen ihre Internetstrategien bereits fortgeschritten realisieren, ist in vielen Modeunternehmen häufig noch immer eine Zurückhaltung gegenüber dem E-Commerce zu spüren. Bedenken bezüglich der Ausgereiftheit von technischen Lösungen und der optimalen Erreichbarkeit ihrer Zielgruppe im World Wide Web werden angeführt. Dem gegenüber stehen die Entwicklungen auf diesem Sektor in den letzten Jahren, welche aufgezeigt haben, zu welcher Breitenwirkung das Internet im Stande ist. Mit Hilfe des E-Commerce lassen sich globale Märkte erschließen und Kunden gewinnen. Bei der Betrachtung der Entwicklungen im Bereich des E-Commerce wird deutlich, dass die elektronischen Marktplätze und somit der Verkauf von Waren und Dienstleistungen über das Internet stetig zunehmen. Allerdings sind dazu geeignete Maßnahmen notwendig, um die anvisierte Zielgruppe auf sich aufmerksam zu machen und in der Folge Internet-Nutzer als Kunden zu gewinnen und an sich zu binden.
Über Erfolg oder Misserfolg des elektronischen Handels entscheidet nicht alleine der Einsatz verfügbarer Technologien, sondern insbesondere die Strategie zur Umsetzung, die Akzeptanz im Unternehmen selbst sowie die Bereitschaft, innovative Wege in der Beschaffung, im Marketing und im Vertrieb zu beschreiten. Der elektronische Geschäftsverkehr über das Internet ist ein entscheidender Wettbewerbs- und Rationalisierungsfaktor geworden, der die Marktposition eines Unternehmens im Zeitalter der Informationstechnologie mitbestimmt.
Ziel dieser Arbeit ist es, das Bewusstsein über die Chancen, aber auch die Risiken des E-Commerce für die Modeindustrie zu fördern und den technischen Hintergrund dieser Informationstechnologie zu verdeutlichen. Es wird eingehend diskutiert, welche Bedeutung E-Commerce Aktivitäten für die Modebranche haben können und welche Potentiale bisher noch ungenutzt sind.
1
1.2 Vorgehensweise
Die vorliegende Diplomarbeit gliedert sich in neun Kapitel. Nach der in Kapitel eins beschriebenen Ausgangssituation und Problemstellung, der Zielsetzung sowie der methodischen Vorgangsweise werden in Kapitel zwei die theoretischen Grundlagen gelegt. Zu Beginn werden die technischen und begrifflichen Grundlagen dargestellt. Hierbei soll die Definition des Begriffs E-Commerce erfolgen. E-Commerce ist nur ein Teil des elektronischen Handels, dem Electronic Business. Das E-Business umfasst alle elektronischen Geschäftsprozesse eines Unternehmens, angefangen von Einkauf und Verkauf bis hin zur Logistik. E-Commerce hingegen umfasst nicht mehr alle elektronischen
Geschäftsaktivitäten, sondern nur noch die Handelsaktivitäten über das Internet zusammen, vor allem den Verkauf von Waren und Dienstleistungen über das Internet. Auf dieser Grundlage wird sich diese Diplomarbeit mit dem Thema des E-Commerce befassen.
Es wird deutlich werden dass die Einführung einer E-Commerce Plattform für die Unternehmen der Modebranche durch eine Vielzahl von Vorteilen begründet ist, wie beispielsweise Verbesserung des Unternehmensimages, Kostenreduktion, Erschließung neuer Dienstleistungspotentiale und die Individualisierung der Kundenbeziehungen. Diese Faktoren implizieren neben Umsatzsteigerungen und einem effizienteren Unternehmensbetrieb vor allem den Ausbau und die Sicherung der Marktposition im Zeitalter der digitalen Wirtschaft. Die Kunden dieser Unternehmen profitieren von einer besseren Erreichbarkeit, einer gewährleisteten Bequemlichkeit sowie von einer stetig steigenden
Markttransparenz. Dem gegenüber bestehen zurzeit jedoch Risiken und Hemmnisse bei der Realisierung von E-Business-Lösungen wie hohe Anlaufkosten und stetige Wartungserfordernisse. Des Weiteren werden kritische Erfolgsfaktoren wie Schnelligkeit, Globalität, Aktualität, Multimedialität und Serviceaspekte herausgearbeitet, die für eine erfolgreiche E-Commerce Aktivität notwendig sind.
Im Rahmen dieser Arbeit erfolgt eine detaillierte Analyse des erforderlichen Marketing-Mixes im Zuge der 4 P’s - Product, Price, Place, Promotion - wodurch die Produkt-/Sortimentspolitik des Unternehmens, die Distributionspolitik und auch
2
der Vertriebskanal Internet in das Unternehmen integriert wird, sowie die erforderliche Kommunikations- und Preispolitik näher beleuchtet werden.
Abschließend werden geeignete Maßnahmen abgeleitet, die die Modeunternehmen implementieren können, damit der Internetauftritt
Kundenansprüchen gerecht wird und ein neues bisher unbekanntes Kauferlebnis entsteht. In diesem Zusammenhang werden deshalb Tools wie das digitale Modeprospekt, interaktive Laufstegvideos, der virtuelle Einkaufsberater inklusive Stilberatung, Newsgroups und Chats betrachtet sowie die Möglichkeiten der Umsetzung.
Das letzte Kapitel schließt mit dem Fazit und dem Erkenntnisgewinn der Arbeit sowie einem kurzen Ausblick.
1.3 E-Commerce aktuell
Die Ergebnisse der GfK-Studie Web Scope haben gezeigt, dass deutsche Verbraucher schon im ersten Halbjahr 2006 über 7,2 Milliarden Euro für Waren und Dienstleistungen ausgaben, die sie über das Internet erworben haben. 1
Abbildung 1: Umsatzentwicklung im E-Commerce in Millionen Euro
Quelle: Gfk Webscope 2006,
http://www.gfk.com/imperia/md/images/homepage_old/pressemitteilungen/images/chartgfk
webscope1hj2006.jpg, Stand: (03.09.2006)
1 vgl. Gfk Gruppe 2006
http://www.gfk.com/group/press_information/press_releases/new/00858/index.de.html (Stand:
03.09.2006)
3
Die Prognosen für den Jahresumsatz 2006 liegen bei über 15 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Jahr 2005 sind die Umsätze demnach um 16 Prozent gestiegen. Jedes Jahr wächst die Zahl der Internet-Käufer. Alleine im ersten Halbjahr 2006 kauften 600.000 Erstkäufer im Internet. Insgesamt beläuft sich die Zahl der Online-Käufer auf 21,1 Millionen.
Abbildung 2: Entwicklung der Käufer -und Umsatzverteilung in Prozent Quelle: Gfk Webscope 2006,
http://www.gfk.com/imperia/md/images/homepage_old/pressemitteilungen/images/chartgfk
webscope1hj2006.jpg; Stand: (03.09.2006)
Innerhalb von 3 Jahren hat sich der Anteil der Vielkäufer, d.h. der Käufer, die mindestens 13-mal im Jahr im Internet einkaufen, von 9 Prozent auf über 19 Prozent vervielfacht. Dies bedeutet, dass jeder Online-Shopper regelmäßig mindestens einmal im Monat seine Waren oder Dienstleistungen über das Internet bezieht. 47 Prozent des Umsatzes von 2005 wurden durch sog. Vielkäufer 2 verursacht.
Ebenso beachtlich ist der Anstieg der Ausgaben pro Person, von 39 Euro auf 343 Euro im Vergleich zum Jahr 2005. Ergebnisse des Online Shopping Survey 2006 ergaben, dass die Zahl der Internet-Shopper im Vergleich zum Jahr 2005 um 7 Prozent auf 26,9 Millionen Personen gestiegen ist. 3
2 vgl. Gfk Gruppe 2006
http://www.gfk.com/group/press_information/press_releases/new/00858/index.de.html Stand:
(03.09.2006)
3 vgl. Gfk Gruppe 2006
http://www.gfk.com/group/press_information/press_releases/00805/index.de.html, Stand (1.10.2006)
4
Käufer zwischen 14 und 69 Jahren informieren sich im Internet vor dem Kauf von Produkten, insbesondere bei langlebigen Gebrauchsgütern wie Autos, elektrischen Haushaltsgeräten, Produkten der Unterhaltungselektronik sowie bei Mobilfunkverträgen und Möbeln.
Aktuellen Ergebnissen des Online Survey 2006 der ENIGMA Gfk zufolge ist der wichtigste Grund für die Nutzung des Internets der Preisvergleich.
Die am meisten verkauften Produkte über das Internet sind Bücher mit 10,7 Millionen Käufern, Veranstaltungstickets (Kino, Theater, Konzert und Sport) mit 9,3 Millionen Käufern und Bekleidung mit 8,1 Millionen Käufern.
Ein Zuwachs der Online-Käufe war in den Bereichen der Gesichts- und Körperpflege, Nahrungsergänzungsmitteln sowie der elektrischen Haushaltsgeräte zu verzeichnen. 4
Abbildung 3: Anzahl der Online-Käufer in den wachstumsstärksten Märkten Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an:
http://www.gfk.com/group/press_information/press_releases/00805/index.de.html, Stand:
(1.10.2006)
Für viele Verbraucher ist der Preisvergleich ein wichtiges Kriterium vor dem Kauf. Drei von vier Personen dient das Web zur Recherche von Informationen, Preisen und Produktinformationen. Ebenso wird das Internet zur Suche von Händlern und Geschäften, für das lesen und schreiben von Testberichten und zur Recherche von Konkurrenzprodukten genutzt.
4 vgl. http://www.gfk.com/group/press_information/press_releases/00805/index.de.html, Stand (1.10.2006)
5
Abbildung 4: Kriterien bei der Informationsbeschaffung Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an:
http://www.gfk.com/group/press_information/press_releases/00805/index.de.html, Stand
(1.10.2006)
Obwohl es Preis- und Produktvergleichswebseiten gibt, ist die vor dem Kauf am häufigsten besuchte Website eine Suchmaschine. Neun von zehn Verbrauchern surfen mit Hilfe von Google, bevor sie ihre Käufe tätigen. Jeder Dritte nutzt die klassischen Preis- und Produktvergleichswebseiten wie z.B.: www.günstiger.de, www.billiger.de und www.preisvergleich.de zur Beschaffung von Informationen. 5
5 vgl. http://www.gfk.com/group/press_information/press_releases/00805/index.de.html, Stand
(1.10.2006)
6
2 Grundlagen des E-Commerce
2.1 Geschichte des Internets
1961/62 wurde von Kleinrock bzw. Baran die Erkenntnis der paketorientierten Datenübertragung veröffentlicht. Verglichen mit der leitungsorientierten Datenübermittlung war diese Entwicklung der bisherigen weit überlegen. Während des sog. Kalten Krieges in den 60er Jahren wurde die Entwicklung des Internets von dem amerikanischen Verteidigungsministerium in Auftrag gegeben. Ziel war es, die militärischen Kommandostrukturen durch dezentrale Rechnereinheiten katastrophensicher zu machen.
1968 wurden Forschungseinrichtungen und Universitäten von der Advanced Research Projects Agency (ARPA) beauftragt, ein paketvermitteltes Netz mit dem Namen ARPA-Net weitreichend über alle Computer der USA zu gestalten. Bald darauf wurden die ersten Rechner der University of California und der University of Utah an das ARPA-Net angeschlossen.
1970 umfasste das ARPA-Netz schon 30 Knotenrechner. Somit begann die Evolution des Internets, das schon 1973 über die Grenzen der USA hinausging. Ausschlaggebend war die Erfindung des World-Wide-Web von Tim Berners-Lee im Jahre 1992, gefolgt vom ersten Webbrowser MO-SAIC 1993. Der Browser ermöglichte dem Nutzer, auf seinem Computer Dokumente und deren Inhalt darzustellen. 6
Seit 1993 stieg die Anzahl der Internet Nutzer erheblich an, wie in der nachfolgenden Grafik dargestellt.
6 vgl. Fritz, W.: (2004), S.34
7
Abbildung 5: Das Wachstum der Host Rechner im Internet Quelle: http://www.isc.org/index.pl?/ops/ds/, Stand: (20.8.2006)
Ab 1995 wurde das Internet dem privaten Sektor übergeben, somit begann die Kommerzialisierung des Internets, was zum E-Commerce führte. Während 1993 die Zahl der weltweiten Internet Nutzer noch bei 60 Mio. lag, gab es bis zum Jahr 2002 einen Anstieg von mehr als 600 Mio. Nutzern. 7
Der Weg zum E-Business
Die rasanten Fortschritte im Bereich der Informations- und Kommunikationstechniken sowie die schnelle Verbreitung des Internets haben die Entwicklung des Electronic Business möglich gemacht. Das World Wide Web hat auch Anwendern mit geringen Computerkenntnissen den Zugang zum Internet ermöglicht und somit die kommerzielle Nutzung des Internets eröffnet. 8
Aufgrund der steigenden Zahl der Abwicklungen von elektronisch unterstützten Geschäftsprozessen ist der Begriff des Electronic Business entstanden. Dieser Begriff wird in der Literatur sehr unterschiedlich definiert. Die gängigen Definitionen unterscheiden sich in ihrer Reichweite und reichen von der:
Unterstützung von Handelsaktivitäten mittels Kommunikationsnetze über die Techniken, die den Business-to-Business und den Business-to-Consumer Bereich elektronisch unterstützen bis hin zur
7 vgl. Fritz, W.: (2004), S.34
8 vgl. Neuburger, R.: (2006), Kapitel 1.3.1
8
Anbahnung und der teilweise, respektive vollständigen Unterstützung, Abwicklung und Aufrechterhaltung von Leistungsaustauschprozessen mittels elektronischer Netze.“ 9
2.2 Abgrenzung E-Business und E-Commerce
Um ein Verständnis für diese Arbeit zu schaffen, müssen grundlegende Begriffe zuerst definiert werden. Im Folgenden werden daher zunächst der Begriff E-Business und E-Commerce unterschieden.
Immer mehr Unternehmen wickeln ihre Geschäfte mittels des Electronic Business über das Internet ab. Unternehmen gestalten eine neue Kundenbeziehung mittels elektronischer Kommunikations- und Informationsmittel. 10
Diese beiden Begriffe können folgendermaßen definiert werden:
„Electronic Business bedeutet Anbahnung, Vereinbarung und Abwicklung elektronischer Geschäftsprozesse, d.h. Leistungsaustausch mit Hilfe öffentlicher oder privater Kommunikationsnetze resp. Internet, zur Erzielung einer Wertschöpfung.“ 11
Die Leistungsnachfrager unterteilen sich in: Unternehmen (Business) Öffentliche Institutionen (Administration) Private Konsumenten (Consumer) 12
Diese Leistungsnachfrager gehen eine elektronische Geschäftsbeziehung ein, die einen monetären oder immateriellen Mehrwert schafft.
9 Neuburger, R.: (2006), Kapitel 1.3.1
10 vgl. Meier, A./Stormer, H.: (2005), S. 2
11 Meier, A./Stormer, H.: (2005), S. 2
12 vgl. Meier, A./Stormer, H.: (2005), S. 2
9
Folgende Abbildung veranschaulicht die Marktteilnehmer und ihre mögliche Geschäftsbeziehung untereinander. Jeder Teilnehmer kann als Anbieter oder Nachfrager von Leistungen agieren. 13
Abbildung 6: Zur Vielfalt der Geschäftsbeziehung
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Meier, A./Stormer, H.: (2005), S.2
E-Business
Sowohl in der Literatur als auch in der Praxis gibt es keine klare Begriffsabgrenzung, jedoch bezeichnet Electronic Business eher die Virtualisierung von Unternehmens- und Geschäftsprozessen und eine zunehmende Unterstützung von Leistungsprozessen. 14
Fritz Wolfgang definiert E-Business als „jede Art wirtschaftlicher Tätigkeiten auf der Basis elektronischer Verbindungen“. 15
13 vgl. Meier, A./Stormer, H.: (2005), S. 2
14 vgl. Korb, J.: (2000), S. 14
15 Fritz, W.: (2004), S. 26
10
Electronic Business orientiert sich eher an den unternehmerischen Prozessen, während sich E-Commerce stark auf die Perspektive des Vertriebs konzentriert. 16
E-Commerce
Der Begriff E-Commerce wird in der Literatur in verschiedenster Weise definiert und verwendet. Bisher hat sich keine eindeutige und allgemein akzeptierte Definition herausgebildet.
Oft wird der Begriff als Synonym für ‚Online-Shopping’ hergenommen. Jedoch verbirgt sich weit mehr hinter diesem Begriff. 17
Jasmine Korb definiert E-Commerce als einen Handel, der über ein interaktives, computergestütztes, vernetztes, elektronisches Medium zwischen selbständig handelnden Wirtschaftssubjekten abgeschlossen wird mit dem Ziel, Güter gegen Entgelt zu tauschen. 18
„E-Commerce (EC) ermöglicht die umfassende, digitale Abwicklung der Geschäftsprozesse zwischen Unternehmen und deren Kunden über globale, öffentliche und private Netze (Internet)“ 19
Ulrich Riehm definiert: „Internet und E-Commerce werden oft gleichgesetzt. E-Commerce ist mehr die Nutzung des Internets durch Unternehmen, aber die Nutzung des Internets ist nicht gleich E-Commerce.“ 20
Wolfgang Fritz hingegen beschreibt E-Commerce als “digitale Anbahnung und/oder Abwicklung von Transaktionen zwischen Wirtschaftssubjekten” 21
Die Einsatzbereiche und das Verständnis des E-Commerce sind vielfältig. Dennoch haben alle Definitionen die Transaktion bzw. die Übertragung von
16 vgl. Korb, J.: (2000), S.14
17 vgl. Kotler, P./Bliemel, F.: (2005), S. 1220
18 vgl. Riehm,U.: (2003), http://www.itas.fzk.de/deu/lit/2004/rieh04b.pdf; Stand: (06.10.2006)
19 vgl. Hermanns,A./Sauter,M.: (1999), S.15
20 vgl. Röder (1999), S.214
21 Fritz, W.: (2004), S.27
11
Inhalten zwischen Anbieter und Nachfrager mit Hilfe von elektronischer Unterstützung gemeinsam. Des Weiteren bezeichnet der Begriff E-Commerce die Vermarktung und Distribution von Unternehmensleistungen mittels neuer Informations- und Kommunikationstechnologien. 22
Der Begriff E-Commerce wird oft mit dem elektronischen Handel gleichgesetzt. Dennoch veranschaulicht die nachfolgende Grafik, dass E-Commerce nur ein Teilbereich des E-Business ist.
Abbildung 7: Teilbereiche des E-Business
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Wikipedia: (2006),
http://de.wikipedia.org/wiki/Elektronischer_Handel; Stand: (06.08.2006)
Der virtuelle Einkaufsvorgang (auch Internetverkauf, Elektronischer Marktplatz, Virtueller Marktplatz) mittels Datenfernübertragung innerhalb der
Distributionspolitik wird als Elektronischer Handel bezeichnet.
Über das Internet entsteht eine unmittelbare Handels-bzw.
Dienstleistungsbeziehung zwischen Anbieter und Abnehmer. Im weiteren Sinne umfasst diese Beziehung jede Art von geschäftlichen Transaktion, bei der der Transaktionspartner im Rahmen von Leistungsanbahnung, -vereinbarung odererbringung elektronische Kommunikationstechniken einsetzen. 23
22 vgl. Kuhn, A./Titel, V.: (2004), S.15
23 Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Elektronischer_Handel; Stand: (10.8.2006)
12
Auf welche Art und Weise elektronische Kanäle in Form von Internet, Intra- und Extranet im Unternehmen eingesetzt werden können, veranschaulicht die nachfolgende Grafik. 24
Abbildung 8: Elektronische Kanäle des E-Commerce
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Kotler, P./Bliemel, F.: (2005), S. 1221
Ganz besonders der Bereich der Kommunikation zwischen Unternehmen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Mit Hilfe des E-Commerce kann ein effizienter Austausch von Informationen und Daten zwischen den beteiligten Partnern eines Leistungsprozesses geschaffen werden. 25
Das Internet bzw. das World Wide Web bietet jedem Unternehmen, unabhängig von seiner Größe, ein weltweit offenes standardisiertes System. 26
2.3 Marktteilnehmer
Um E-Commerce in deren einzelne Markt- und Transaktionsbereiche aufzuteilen ist eine Systematisierung erforderlich.
24 vgl. Kotler, P./Bliemel, F.: (2005), S. 1220
25 vgl. Kotler, P./Bliemel, F.: (2005), S. 1221
26 vgl. Kotler, P./Bliemel, F.: (2005), S. 1222
13
Die Hauptteilnehmer im marketingorientierten E-Commerce sind die Konsumenten und die Unternehmen. Beide können sowohl als Initiator als auch als Adressat auftreten. 27
In der folgenden Abbildung sind die vier Transaktionsbereiche dargestellt.
Abbildung 9: Transaktionsbereiche des marktorientierten E-Commerce Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Fritz, W.: (2004), S.32
Business-to-Business (B2B)
Der Business-to-Business Bereich ist einer der erfolgversprechendsten des E-Commerce. Besonders aussichtsreich ist die elektronische Geschäftsabwicklung sowohl zwischen den Unternehmen und den Zulieferern, Herstellern und dem Handel als auch innerhalb des Unternehmens. 28
Dieser Sektor befindet sich in einem Strukturenwandel. Während 1995 noch 44% der Internet-Sites auf den Endkunden ausgerichtet waren richteten sich schon im Jahr 2000 40% aller Internet Seiten, laut der Analysen der European Information
27 vgl. Hermanns,A./Sauter,M.: (1999), S.22
28 vgl. Hermanns,A./Sauter,M.: (1999), S.22
14
Technology Oberservation (EITO), auf eine Geschäftabwicklung zwischen den Untenehmen aus. 29
Das übergeordnete Ziel von Electronic-Business-Anwendungen im B2B-Bereich ist die Steigerung der Effizienz und der Effektivität. 30
Business-to-Consumer (B2C)
Der Business-to-Consumer Bereich, auch B2C genannt, zeigt die Beziehung zwischen dem Hersteller bzw. dem Händler und dem Endverbraucher auf, die miteinander in Kontakt treten, um Produkte oder Dienstleistungen zu kaufen oder verkaufen. 31
Bei dieser Geschäftsabwicklung tritt der eine Marktteilnehmer als gewerblicher Käufer und der andere als privater Nachfrager auf.
Der Business-to-Consumer Bereich macht einen nur sehr geringen Anteil am Gesamtumsatzes des E-Commerce aus. Die Benutzerzahlen des Internets steigen überproportional an, mit jedoch geringen Transaktionszahlen im Vergleich zu dem Business-to-Business Bereich. 32
Die Business-to-Consumer-Anwendungen, in diesem Fall der E-Shop, ermöglichen Verbrauchern auf der ganzen Welt, Güter und Dienstleistungen zu erwerben. Hierbei stehen das Marketing und der Vertrieb im Vordergrund. 33 Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Business-to-Consumer Bereichs ist die Berücksichtigung der Kundenbedürfnisse, um eine Beziehung aufzubauen. 34
Vorraussetzung für den B2C Bereich ist, eine Beziehung zwischen Händler und Endverbraucher aufzubauen, die sich nach den Bedürfnissen des Kunden orientiert. 35
29 vgl. Hermanns,A./Sauter,M.: (1999), S.23
30 vgl. Kinzl, A.: (2000), S.15
31 vgl. Korb, J.: (2000), S.18
32 vgl. Korb, J.: (2000), S.18
33 vgl. Kinzl, A.: (2000), S.15
34 vgl. Korb, J.: (2000), S.18
35 vgl. Korb, J.: (2000), S.18
15
Arbeit zitieren:
Janine Lochmann, 2006, Das Erfolgsmodell des Electronic Commerce in der Fashion Industry, München, GRIN Verlag GmbH
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